„Die Medienkrieger“

Endlich schreibt mal jemand, was schon überall steht

„Die Medien“ werden von Linksautoritären kontrolliert, die „Zwangsgebührensender“ manipulieren uns und keiner spricht über kriminelle Ausländer: Ein leitender Redakteur der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ traut sich, über all das ein Buch zu schreiben. Noch schöner wäre es, wenn er auch Belege liefern würde. Ein Nichtlesetipp.
Cover von „Die Medienkrieger. Wie die vierte Gewalt uns manipuliert“ vor düsteren Wolken
Cover: Langen Müller Verlag/Foto: Canva/Montage: Übermedien

Michael Clasen, Chef vom Dienst bei der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ), weiß natürlich, dass es den menschengemachten Klimawandel gibt. Aber kein Grund, nicht doch ein bisschen Zweifel zu streuen, wie schlimm es wirklich wird:

„Wenn die Wissenschaft nicht einmal das Wetter in zwei Tagen vorhersagen kann, wie soll sie dann das Klima in 200 Jahren exakt bestimmen können?“

Fragt der Journalist sich und uns in seinem neuen Buch „Die Medienkrieger“. Vor allem die öffentlich-rechtlichen Sender würden übertrieben Angst und Panik verbreiten, findet er, dabei werde wegen ein paar Grad mehr nicht gleich die Welt untergehen. Und überhaupt: 

„[…] ist die Hitze heute und im Jahr 2100 in Deutschland wirklich ein existenzielles Problem? Allein 2024 kamen rund 94 Millionen Urlauber aus dem Ausland nach Spanien, weil es dort heißer ist als in ihrer Heimat.“

Wobei Experten ja nicht vor Hitze warnen, weil die Strandsonne zu sehr runterknallt, sondern wegen Tausender Hitzetoter, brennender Wälder und zerbröselnder Autobahnen. Die Methode von Clasen ist damit gut zusammengefasst: Er stellt vergleichsweise dumme Fragen. Und hat das Talent, seine Leser mit schiefen Argumenten an der Nase herumzuführen.

Ein bisschen „Privatmeinung“ vom führenden Redakteur

Die Klimakrise ist nur ein Beispiel für die große Warnung, die der Autor auf rund 350 Seiten auswalzt: Die deutschen Medien seien in den Händen einer „linksautoritären Medienelite“. Sie sei mit dafür verantwortlich, dass Deutschland sich wirtschaftlich im Abstieg befinde, weil „fatale Fehlentscheidungen“ getroffen worden seien. Clasen diagnostiziert einen „kranken Zeitgeist“, in dem „Emotionen und ideologische Träumereien“ das „rationale Denken“ ersetzen. 

All das ist Clasens Privatmeinung, wie er betont – nicht die Auffassung der Unternehmensgruppe NOZ/mh:n MEDIEN, für die er als Chef vom Dienst arbeitet. Wobei die Meinungen möglicherweise nicht so weit auseinanderliegen. NOZ-Leser beklagen seit Längerem ein Abdriften der Zeitung nach rechts, die taz berichtete gerade erst über eine entsprechende Protestaktion.

Michael Clasen ist schon lange bei der NOZ, war zehn Jahre Politikredakteur und verantwortet heute das Tagesgeschäft bei noz.de und dem dazugehörigen shz.de vom Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag. Außerdem talkt er jede Woche in einem eigenen Videoformat. Er bereiste als Journalist Afghanistan, Pakistan, Irak, Nahost und die Ukraine, war zuletzt auch in Moskau und auf der russischen Seite der Front.

Alle viel zu woke hier

Erschienen ist „Medienkrieger“ beim Langen Müller Verlag, der auch die Haltungsunternehmerin Julia Ruhs und den Abschaffungspropheten Thilo Sarazzin im Programm hat. Laut Verlagswerbung ist das Buch „ein unverzichtbarer Weckruf für alle, die hinter die Schlagzeilen blicken wollen“. Wobei man damit wohl nur Leute weckt, die jahrelang geschlafen haben. Denn die Thesen, Beispiele, Behauptungen darin sind klassische Evergreens rechtspopulistischen Medienbashings.

Kern seiner „Medienelite“ sind (Überraschung!) die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF, die auch noch mit unser aller „Zwangsgebühren“ bezahlt werden. Und klar auch, dass deren Hauptproblem darin besteht, zu „woke“ zu sein. Wobei Clasen die Definition von „Wokeness“ nicht unnötig verkompliziert und auf altbewährte Beispiele zurückgreift:

„Wer nicht gendert, Fleisch grillt, Winnetou guckt, ‚Zigeunerschnitzel‘ und ‚Mohrenkopf‘ sagt und lieber an einem Sankt-Martins-Umzug teilnehmen möchte, statt ein ‚Laternenfest‘ zu feiern, gilt in woken Kreisen als verdächtig.“

Hat er da nicht die Lastenradfahrer vergessen?

Gegen inhumane und unchristliche Journalisten

Auch sonst begnügt der Journalist sich mit eher groben Unterteilungen. Die unvernünftigen Linksautoritären wollen demnach unter anderem offene Grenzen für Migranten aus aller Welt, „egal, was es kostet“, Klimaschutz statt Wirtschaftswachstum, Staatsdirigismus und Umverteilung. Außerdem sind sie natürlich „für LGBTQIA“, was auch immer das konkret heißen mag.

Ganz anders der Autor, dem zufolge man sich endlich zurückbesinnen müsse auf einen „vernünftigen Mainstream“, also auf „Aufklärung, Humanismus, Christentum und Marktwirtschaft“. Was ja impliziert, dass die meisten Journalisten antiaufklärerisch, inhuman, unchristlich und sozialistisch drauf sind. 

Wobei nicht alles, was in dem Buch steht, Quatsch ist. Clasen kritisiert den „Copy-und-Paste-Journalismus“, bei dem alle voneinander abschreiben. Er prangert die Übermacht der US-Tech-Konzerne an, die deutschen Medienhäusern die Werbegelder abgraben. Es geht auch um die Fehler, die Journalisten beim Umgang mit Corona, Migration und der „Geheimplan“-Recherche von Correctiv gemacht haben – alles wichtige Diskussionen.

Viele Beispiele, leider die falschen

Schön wäre es, wenn jemand, der so vehement guten Journalismus einfordert, dann auch seine eigenen Thesen sauber belegt. Stattdessen wirft Clasen hemmungslos mit Studien, Beispielen und Einzelfällen um sich. Selten passen sie zu dem, was er vorher behauptet hat.

Öffentlich-rechtliche Journalisten wählen alle grün? Soll eine Umfrage unter Volontären zeigen, die seit Jahren von ARD-Kritikern zu genau diesem Zweck hervorgekramt wird, aber unter fragwürdigen Bedingungen entstand.

Die Politik-Berichte der Öffentlich-Rechtlichen sind ebenfalls zu links-grün? Belegt Clasen mit einer Civey-Umfrage: Eine „klare Mehrheit“ (55 Prozent) der Befragten halte ARD, ZDF und Deutschlandradio für unausgewogen. Dass nicht alle diese Menschen die Politikberichte notwendigerweise zu links finden, darauf kommt er gar nicht erst: 

„Oder haben sie schon einmal jemanden kennengelernt in Deutschland, der sich darüber beschwert hat, dass die Sender zu rechts seien?“ 

Also ich schon. Manche kritisieren zum Beispiel, dass rechte Erzählungen längst die politischen Talkshows beherrschen – nachzulesen hier.

Voller Widersprüche

Noch einfacher macht Wahrheitskrieger Clasen es sich, wenn er seine Thesen gar nicht belegt. Er ärgert sich über die „medialen Kampagnen gegen Fleischesser“ (Wo? Wann?) und raunt ohne weitere Erklärung, dass ARD und ZDF in der Corona-Pandemie „in engem Austausch“ mit der Bundesregierung gestanden hätten. 

Falls Sie bei der Themenwahl noch Überraschungen erwarten: Machen Sie sich keine Hoffnung. Ausländerkriminalität sei „eines der größten Tabus der Gegenwart in der deutschen Migrationsdebatte“, findet Clasen. Weil bekanntermaßen niemals jemand darüber schreibt, wenn Ausländer Straftaten begehen? Und nicht nach jeder neuen Kriminalstatistik tagelang diskutiert wird, wie viele Tatverdächtige eine Migrationsgeschichte haben?

Es sind nicht die einzigen Widersprüche im Buch. Die deutsche Justiz diene nicht mehr primär dem Recht, sondern unterliege zunehmend der „Logik der politischen Polarisierung“, lernt der geneigte Leser auf Seite 25. Um knapp hundert Seiten später erstaunt zu lesen, dass es in Deutschland „zum Glück“ eine unabhängige Justiz gebe, die während der Corona-Pandemie einen „exzellenten Job“ gemacht habe. 

Oder die Öffentlich-Rechtlichen: Seitenlang preist Clasen Kritik an ihnen quasi als allgemeine Bürgerpflicht. Aber wenn die Neuen Deutschen Medienmacher:innen migrationsfeindliche Narrative im BR und NDR anprangern, ist es ihm auch wieder nicht recht, denn das ist ja eine dieser steuerfinanzierten NGOs. Wie es halt gerade in die Schimpftirade passt.

Trump, der Mann „mit Macken“

Nun ist Clasen selbst Journalist, sogar in leitender Position, scheint mit seiner Schelte aber immer nur die anderen zu meinen. Er schwelgt in Erinnerungen an alte Zeiten, als es „ein ungeschriebenes Gesetz der Ehre eines jeden Journalisten“ gewesen sei, „möglichst ausgewogen, objektiv und wahrhaftig zu berichten“. Heute herrsche stattdessen der „Haltungs- und Gesinnungsjournalismus“ vor. Wobei Clasen ein bisschen Gesinnung wohl gar nicht so schlecht findet, wenn es die richtige ist. Journalisten sollten zum Beispiel die USA nicht so moralisch abkanzeln, findet er, sondern mal „ein bisschen Dankbarkeit“ zeigen.

Donald Trump, ihm zufolge ein Mann mit „komplexem Charakter mit einigen Macken“, komme in deutschen Medien viel zu schlecht weg: 

„Vielleicht würde es auch etwas helfen, zwei, drei positive Dinge aus dem Leben des ‚Medienmonsters‘ Trump einmal zu berichten. Möglich, dass der US-Präsident nicht so helle ist, wie seine Kritiker meinen. Aber immerhin hat der Immobilienmogul fünf Kinder, elf Enkelkinder und ein Vermögen zwischen drei und fünf Milliarden Euro. Jetzt kann man sagen, das ist alles nichts, aber was haben unsere deutschen Politiker vorzuweisen?“

Hoffentlich mehr als eine große Familie und viel Geld.

Clasen behauptet, selbst der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen habe im „Spiegel“ ein „Korrektiv“ in der Trump-Berichterstattung gefordert. Wer nachliest, findet heraus: In dem „Spiegel“-Text wünscht Pörksen sich vor allem mehr Berichte über die Zivilgesellschaft in den USA. Er lobt ausdrücklich, dass Journalisten Trump „als Bedrohung der demokratischen Ordnung“ früh ernst genommen haben. Aber da ist Clasen schon beim nächsten Thema. 

Den Ukraine-Krieg konnte er nicht verhindern

Es wirkt fast so, als habe der Autor einfach alle herumschwirrenden Aufregerthemen rund um ARD und ZDF eingesammelt, um diejenigen „abzuholen“, die von der Verdorbenheit der Journaille ohnehin schon überzeugt sind. Und es dabei geschickt vermieden, sich die krassesten Thesen selbst zu eigen zu machen – also die, die dem rechten Verschwörungsmilieu dann doch zu nahe kommen. Natürlich ist die AfD gefährlich, natürlich gab es keine „Corona-Diktatur“, natürlich ist Russlands Angriff auf die Ukraine ein Kriegsverbrechen, natürlich lügt Trump, schreibt er. Aber man wird ja wohl noch fragen dürfen. 

Seine Einflussmöglichkeiten scheint er in jedem Fall für groß zu halten. Karl Lauterbach sei Gesundheitsminister geworden, obwohl er doch jeden der ihm bekannten SPD-Politiker vor ihm gewarnt habe, zeigt sich Clasen enttäuscht. In Sachen Russland berichtet er von Leitartikel und Shitstorms, die einer seiner Artikel auslöste:

„Denn ich hatte unmittelbar vor Beginn des völkerrechtswidrigen russischen Überfalls auf die Ukraine am 24. Februar 2022 einen Appell verfasst, einzulenken. Und zwar an die US-Amerikaner und die Europäer.“

Vielleicht hätte es mehr gebracht, sich an Putin zu wenden.

Angst vorm Berufsverbot

Am Ende des Buches ist klar: Clasen will nicht differenzieren, sondern draufhauen. Wer vor einer „unkontrollierten Massenmigration aus kulturfremden Regionen“ warnt, will keine respektvolle Migrationsdebatte, sondern flirtet mit Positionen rechter Agitatoren. 

Die passenden Experten dazu liefert er gleich mit. Den Bestseller „Shitbürgertum“ von „Welt“-Herausgeber Ulf Poschardt hält er für einen „wertvollen Denkanstoß“. Über die „junge, ehrgeizige und kluge“ BR-Journalistin Julia Ruhs, die zufälligerweise ins gleiche Horn stößt, schreibt er: 

„Gäbe es mehr von ihrer Sorte, Deutschland müsste sich keine Sorgen mehr um seine Medien machen.“

Clasen verkauft sich selbst als tapferen Krieger, der für guten Journalismus ins Feld zieht. Es brauche Mut, um die Wahrheit auszusprechen, schreibt er. Er habe fünf Kinder und liebe sein Land:

„Deshalb schreibe ich dieses Buch, auch wenn es Widerstand geben wird.“

Und später:

„Wenn Linksaußen, Rechtsaußen oder Islamisten an die Macht kommen, kann ich froh sein, wenn ich mit einem Berufsverbot davonkomme.“

Keine Ahnung, wie er darauf kommt, dass das in absehbarer Zeit passieren könnte. Unklar auch, ob er das wirklich glaubt oder nur die Fallhöhe etwas nach oben hieven will. Im Vorwort von „Die Medienkrieger“ wünscht der Autor seinem Publikum: 

„Viel Kraft beim Lesen. Die Wahrheit kann schmerzen.“

Kraft braucht man beim Lesen wirklich. Schmerzen bereitet es eher, den argumentativen Verrenkungen zu folgen. Mit der Suche nach Wahrheit hat das nichts zu tun.

11 Kommentare

  1. „Wie können Mathematiker denn behaupten, dass sich Lotto für den Spieler nicht lohnt, wenn sie nicht mal die Zahlen von morgen vorhersagen können?“

  2. Und sorry, aber der Satz „Möglich, dass der US-Präsident nicht so helle ist, wie seine Kritiker meinen“ liest für mich so, als wolle er sagen, dass Trump noch dümmer ist, als seine Kritiker ihm vorwerfen. Das ist mindestens missverständlich formuliert und dürfte ein Lektorat eigentlich nicht überstehen.

  3. Hat er ein weggeworfenes Manuskript von Peter Hahne fertiggeschrieben, oder warum rennt er so viele offene Türen ein?
    In gewissen Kreisen wird das ein Erfolg. Jedenfalls dort wo Sarrazin, Hahne, Matussek, Martenstein, Broder, Hartmann usw. wohlgelitten sind.
    Schade ums Papier…

  4. „Wenn die Wissenschaft nicht einmal das Wetter in zwei Tagen vorhersagen kann, wie soll sie dann das Klima in 200 Jahren exakt bestimmen können?“

    Sehr lustig daran ist ja, dass die Wettervorhersagen zwei Tage im Voraus ja mittlerweile auch wirklich fast auf die Stunde genau sind… und dass niemand behauptet, das Klima in 200 Jahren „exakt bestimmen“ zu können.
    Wie man so schön sagt: Ein Satz wie ein Verkehrsunfall.

  5. Ich habe immer Probleme mir vorzustellen, dass diese Leute so dumm sind, wie das, was sie schreiben. Er ist ja irgendwie CvD einer Zeitung geworden.

    Andererseits kann ich mir auch nicht vorstellen, dass sie sehenden Auges so einen hanebüchenen Blödsinn aufs Papier bringen und morgens beim Zähneputzen trotzdem in den Spiegel schauen können.

    Ich weiß auch nicht, was schlimmer ist.

    Am schlimmsten ist, dass die „Schlagzeilen“ verfangen, Teile des Publikums den Unsinn glauben, solche Bücher kaufen und dann triumphierend jubilieren, sie hätten es ja schon immer gewusst. If it is too got to be true, it is too good to be true.

  6. Dieser Fall macht eines wieder sehr deutlich:

    Es ist komplett irrelevant, quantitativ zu erfassen, welchen politischen Einstellungen Journalist:innen bevorzugt zuneigen, wenn diese Erhebungen der Verteilung dieser Einstellungen über die herrschenden Hierarchien nicht Rechnung tragen.

    Da wurden einst Praktikant (sic!) befragt und das Ergebnis skandalisiert, während für die Führungspositionen und auf Eigentümerseite, also dort, wo letztlich die Entscheider:innen sitzen, die Wirklichkeit eine ganz andere ist.

    Besonders fällt das auch gerade wieder auf, wo quer durch alle Leitmedien erst versucht wurde, die Linke Berlins kleinzuschreiben, worauf nun, nachdem das nicht gefruchtet hat, dieselben Medien dazu übergehen, der Partei zu erklären, was sie sofort anders machen müsse.

    Man kann es kaum noch ertragen, wie wenig die Journalist:innen in der Lage sind, ihre gewandelte Rolle als Teilnehmer:innen des Diskurses und nicht als dessen Lenker anzuerkennen.

  7. Was haben Sie alle? Da steht doch vorne drauf, dass das Buch zeigen soll, wie die Medien uns manipulieren.
    Und dann ist das Buch voller manipulativer Texte. Also geliefert wie versprochen…

  8. Alle müssen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zahlen. Ist eine reine Tatsachenfeststellung. Ob ich das gut oder schlecht finde, ist unerheblich. Irrelevant ist auch, wen ich wählen würde, wäre am nächsten Sonntag Bundestagswahl. Und nun meine Frage an die hochverehrten Redakteure und Leser von Übermedien: kann ein Außenstehender an den Kommentaren in ARD und ZDF oder Deutschlandfunk erkennen, wie die Parteipräferenzen in Deutschland verteilt sind? Kommen alle Richtungen angemessen zu Wort? Und die gleichen Fragen stelle ich auch allen hochverehrter Redakteurinnen und Leserinnen von Übermedien. Und nun noch meine unmaßgebliche Meinung zu dem Buch: Ich glaube, ich kann mir den Kauf sparen. Da wird nicht viel Neues drinstehen. Die einen werden sagen: Na siehste, das habe ich doch schon immer gesagt. Und was die anderen sagen,, hat Annika Schneider gesagt. Auch nichts Neues. Wir leben halt in zwei verschiedenen Welten. Die einen leben in Berlin-Kreuzberg und wählen linke Antisemiten, die anderen leben in der Magdeburger Börde und wählen rechte Antisemiten. Und beide, die linksdrehenden und die rechtsdrehenden behaupten, sie seien keine. Wahrscheinlich halten sich alle für Neutrinos, die den Friedensnobelpreis verdient hätten. Aber den kriegt ja morgen Donald Trump.

  9. Der Friedensnobelpreis ging an Navi Pillay.

    Und nein, auch ein öffentlich-rechtlicher Kommentarbereich muss nicht „neutral“ sein. Die Antwort ist in der Natur des Wortes „Kommentar“ zu suchen. Die Neutralitätspflicht gilt für den journalistischen Output.

    „Wir leben halt in zwei verschiedenen Welten.“
    Tun wir nicht, aber die Scharfmacher wollen natürlich, dass „wir“ das glauben: https://www.youtube.com/watch?v=H_-HMMSwBaE

    Und Deutschland ist größer als Berlin und Magdeburger Börde. Und die sind auch nicht so stereotyp, wie unterstellt.

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