Gefällige Rotlicht-Reportagen

Das Gütesiegel fürs Bordell

Ob in Braunschweig, Nürnberg oder Berlin: Regelmäßig schicken Lokalzeitungen ihre Reporter*innen ins Rotlichtviertel und lassen sich die Branche von denen erklären, die an ihr verdienen. Der Bordellbetreiber wird zum Aufsteiger, der Freier zum einsamen Herzen. Die Frauen, um die es eigentlich gehen sollte, bleiben Kulisse.

„Neun von zehn Büroangestellten finden Mobbing völlig in Ordnung“, titelte die Satireseite „Der Postillon“ einmal. Der Witz funktioniert, weil sofort klar ist, wo der Fehler liegt: Die Befragten sind größtenteils selbst Mobber und nicht Mobbing-Opfer. 

Die „Braunschweiger Zeitung“ (BZ) hat Ende September etwas Ähnliches gemacht. Ein Reporter ging bei seiner Recherche im Rotlichtmilieu unter anderem der Frage nach, ob Frauen freiwillig im Bordell arbeiten. Beantworten ließ er das aber nur von einer Person: einem Puffbetreiber. Keine Pointe.

Screenshot eines Artikels der Braunschweiger Zeitung über Bordellbetreiber Franco, Headline: „Braunschweigs Bruchstraße: Francos Reise vom Zahntechnik…</p></picture>        <script type=

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