Vertreibungen durch die israelische Armee

Und jetzt werfen wir noch keinen gründlichen Blick auf den Libanon

Deutsche Medien berichten durchaus, wie israelische Soldaten im Südlibanon systematisch ganze Dörfer zerstören. Aber vor allem der Nachrichtenjournalismus beschränkt sich viel zu oft auf die offiziellen Angaben der Armee – wie bei einer absurden Journalistenführung durch einen Waffentunnel.

In einer Nacht im Juni besichtigen internationale Journalisten einen Tunnel in einem libanesischen Dorf. Die Terrormiliz Hisbollah soll hier Waffen gelagert haben. Unter den Journalisten ist auch ARD-Korrespondent Julio Segador. „Leben kann hier vorerst niemand mehr“, schreibt er wenige Tage später in einem „Tagesschau“-Artikel. Denn die israelische Armee hat das Dorf rund um den Tunnel völlig zerstört.

In Segadors Beitrag für die 20-Uhr-Tagesschau ist von dieser Zerstörung allerdings nichts zu sehen. Die Pressetruppe ist „embedded“ unterwegs, geführt und bewacht von der israelischen Armee. „Sie bestimmt, was wir sehen dürfen. Unser Drehmaterial müssen wir der Armee zeigen“, erklärt der Korrespondent in seinem Beitrag. Die genehmigten Drehbilder zeigen große Hisbollah-Drohnen in hell erleuchteten Tunneln, währe…

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