Geschwärztes Interview

Nicht jeder Regelbruch ist gleich ein Angriff auf die Pressefreiheit

Der „Mannheimer Morgen“ veröffentlicht ein in großen Teilen geschwärztes Interview mit einem lokalen AfD‑Politiker, weil dieser bei der Abnahme ganze Passagen und Fragen gestrichen hatte. Das ist nachvollziehbar – aber muss man wirklich wieder einen mutigen Kampf für die Pressefreiheit daraus machen?
Nicht mehr viel zu erkennen: Das MM-Interview mit dem AfD-Politiker Heinrich Koch besteht vor allem aus Schwärzungen. Ausriss: Mannheimer Morgen

Vielleicht wäre es ganz hilfreich für das Wohlergehen der Pressefreiheit, wenn Journalisten nicht bei jeder Gelegenheit ihre akute Gefährdung ausrufen würden. Schließlich macht auch ständiger Stress irgendwann krank.

In Deutschland veröffentlicht etwa die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ jährlich eine globale Rangliste der Pressefreiheit – mit der aufsehenerregenden und bestürzt zitierten Nachricht im vergangenen Jahr, dass Deutschland nicht mehr in den Top 10 rangiert. Schaut man sich die Gründe allerdings genauer an, geht es bei den erfassten Einschränkungen auch um Dinge wie Hasskommentare und Beleidigungen im Netz. Die zunehmende Plattformmacht sowie die starken redaktionsinternen Differenzen zu brisanten Themen wie dem Gaza-Krieg werden unter anderem ebenfalls genannt.

Das sind nun alles relevante Dinge, die Journalisten bei ihrer…

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