Der palästinensische Reporter starb bei einem gezielten Schlag des israelischen Militärs in Gaza. Israel verunglimpfte ihn als Hamas-Terrorist, obwohl es dafür keine stichhaltigen Belege gibt. Medien übernahmen die Behauptung trotzdem, auch die „Jüdische Allgemeine“ in einem Kommentar. Das hat der Presserat nun gerügt. Er sieht in dem Text einen „massiven“ Angriff.
Demonstration in Paris, August 2025.Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire
Eine Drohne, ein gezielter Angriff – und anschließend waren sechs Journalisten tot. Mitte August 2025 jagte die israelische Armee (IDF) ein Zelt nahe dem Al-Shifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt in die Luft, das mehreren Reportern als provisorischer Arbeitsplatz diente. Die Attacke galt vor allem einem von ihnen: Anas Al-Sharif, er wurde 28 Jahre alt. An seiner Seite starben drei seiner Kollegen des katarischen Senders Al-Jazeera, für den er zum Zeitpunkt seines Todes arbeitete, und zwei freie Journalisten.
Al-Sharif war einer der bekanntesten palästinensischen Journalisten. Er gehörte unter anderem einem Team der Nachrichtenagentur Reuters an, das mit dem renommierten Pulitzer-Preis in der Kategorie Breaking News Photography ausgezeichnet wurde.
Über Rügen
Der PresseratMit diesem Verein soll sich die deutsche Presse selbst kontrollieren. Jeder Mensch… rügt Medien, wenn sie unsauber arbeiten – aber fast niemand bekommt das mit. Wir berichten deshalb über besonders aufschlussreiche Presserats-Entscheidungen und zeigen, was sich daraus lernen lässt. Alle Folgen unserer Serie finden Sie hier.
Bereits im Juli 2025 hatte sich die Nichregierungsorganisation Commitee to Protect Journalists (CPJ) „zutiefst besorgt“ gezeigt. Al-Sharif schwebe „in akuter Lebensgefahr“. Auch Irene Khan, die Sonderberichterstatterin zum Schutz des Rechts auf freie Meinungsäußerung bei den Vereinten Nationen, rief Staaten weltweit dazu auf, diplomatisch zu intervenieren, um Al-Sharif zu schützen. Doch es half nichts.
Unlängst hat sich der Deutsche Presserat abermals mit der Berichterstattung über Al-Sharifs Tod befasst. Einige deutsche Medien hatten die Behauptung der IDF, Al-Sharif sei Hamas-Terrorist, übernommen, ohne dies selbst zu überprüfen – oder zumindest darauf hinzuweisen, dass diese Information mit größter Vorsicht zu genießen ist.
Konkret begutachtete der Presserat einen Kommentar aus der „Jüdischen Allgemeinen“ (JA), zu dem eine Beschwerde vorlag. Das Gremium sprach anschließend gegen den Text mit der Überschrift „Terrorist mit Presse-Weste“ eine Rüge aus. (0802/25/1-BA)
Worum geht es konkret?
In dem weiterhin abrufbaren Meinungsbeitrag schreibt JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel unter anderem, Al-Sharif sei „im ‚Nebenberuf‘ Teil eines Raketenbataillons der Hamas“ gewesen. Außerdem gebe es „zahlreiche Selfies von ihm mit Yahya Sinwar, dem Chefarchitekten der Anschläge vom 7. Oktober“, und zwar „in eindeutiger Pose“.
Es gibt Fotos von Al-Sharif mit dem früheren Hamas-Chef, das stimmt. Eins davon entstand nach Recherchen des „Faktenfinders“ der „Tagesschau“ vermutlich 2019 bei einem Pressetermin. Darauf umarmt Sinwar den etwas bemüht lächelnden Journalisten besitzergreifend von der Seite. Aber was belegt das? Ist das, was immer das heißen mag, eine „eindeutige Pose“, wie Engel schreibt? Und wie valide sind die Infos, auf die sich der JA-Chefredakteur stützt?
Israel habe „für Aufklärung gesorgt“, schrieb er in seinem Kommentar. Es ist ein maßgeblicher journalistischer Makel hiesiger Medien, dass sie in der Gaza-Berichterstattung häufig die Sichtweise und das Framing der israelischen Armee übernehmen. Das ist ethisch fragwürdig, weil die Besetzung Gazas nach einem Gutachten des Internationalen Gerichtshofs illegal ist.
Einen anderen JA-Artikel zu Al-Sharif – unter der Überschrift „Armee: Getöteter Al-Jazeera-Reporter bekam Gehalt von der Hamas“ – fand der Presserat zum Beispiel unbedenklich. Es ging um eine Passage, in der die Zeitung einen Armeesprecher zitiert, der behauptet, Al-Sharif sei „zum Zeitpunkt seiner Ausschaltung“ Mitglied der Hamas gewesen. Zudem habe er Geld bekommen von der Terrororganisation. Der Presserat wies die Beschwerde ab, weil die Redaktion die Aussagen der Armee zugeschrieben habe. (0800/25/1-BA)
Engel geht in seinem Kommentar einen Schritt weiter: Mit der Formulierung „für Aufklärung gesorgt“ nimmt er eine Bewertung vor, die das Material, das die IDF Medien zur Verfügung gestellt hat, gar nicht hergibt. Der Presserat schreibt in der Begründung seiner Rüge: „Israel ist als Kriegspartei (…) keine zuverlässige oder privilegierte Quelle.“ Und findet, dass „die von der Zeitung vorgelegten Bilder von Al-Sharif mit Sinwar sowie die von der IDF vorgelegte angebliche Hamas-Gehaltsliste, auf der Al-Sharif gestanden haben soll“ keine Belege seien für die Behauptung des JA-Chefs. Indem er die Vorwürfe einfach übernommen hat, habe er zum einen die journalistische Sorgfaltspflicht verletzt (Verstoß gegen Ziffer 2 des Pressekodex); außerdem verurteilte der Presserat Engels „massiven“ Angriff auf die „Ehre“ des Getöteten (gemäß Ziffer 9 des Pressekodex).
Der Presserat
Mit dem PresseratMit diesem Verein soll sich die deutsche Presse selbst kontrollieren. Jeder Mensch… schaut die deutsche Presse sich selbst auf die Finger. Jeder kann sich dort über Berichterstattung beschweren. Das Gremium prüft dann, ob die Redaktion gegen den PressekodexHier sind ethische Standards für Journalisten festgehalten. Der Pressekodex wurde 1973 vom… verstoßen hat. Eine Strafe gibt es dafür nicht. Aber der Presserat kann Hinweise, Missbilligungen oder Rügen aussprechen. Rügen sind die schärfste Sanktion – und sollen von dem betroffenen Medium selbst veröffentlicht werden.
Medien, die Gegenstand einer Beschwerde beim Presserat werden, haben immer die Möglichkeit, Stellung zu nehmen. Die JA hat das in diesem Fall nicht gemacht – was den Eindruck erweckt, dass die Zeitung und ihr Chefredakteur dem Presserat nicht gerade übergroße Anerkennung entgegen bringen. Im Gegenteil. Nachdem der Presserat die Rüge bekannt gegeben hatte, ging Chefredakteur Engel lautstark in die Offensive:
„Dass der Presserat mit seiner Rüge meines Kommentars die persönliche Ehre eines Hamas-Mitglieds für schutzwürdiger zu erachten scheint als das Recht einer deutschen Zeitung, Vorgänge im Nahen Osten auf der Basis belastbarer Informationen zu bewerten, wirft ein bedenkliches Licht auf die Institution.“
Konsequenterweise hat die „Jüdische Allgemeine“ die Rüge dieser „bedenklichen“ Institution bisher nicht veröffentlicht.
Unter anderem der „Faktenfinder“ stufte das Material der IDF viel vorsichtiger ein als die JA (und andere Medien). In den Augen der Autoren ließ sich eben „nicht abschließend verifizieren“, dass die Schriftdokumente echt seien. Das Team hatte sie diversen Nahost- und Terrorismus-Experten vorgelegt.
Eine geradezu lebensfremde Behauptung, die die IDF verbreitet und die „Jüdische Allgemeine“ übernommen hatte, betrifft Al-Sharifs vermeintliche Nebentätigkeit als Terrorist. Der „Faktenfinder“ betonte, Al-Sharif habe über „Wochen und Monaten täglich im Minutentakt Beiträge über Geschehnisse im Gazastreifen“ geliefert und sei auch regelmäßig im Programm von Al Jazeera vertreten gewesen. Er tat das obendrein unter katastrophalen Arbeitsbedingungen, bedingt durch eine weitgehend zerstörte Infrastruktur.
Wie wahrscheinlich ist es, dass sich jemand, der in so einer Lage permanent über den Krieg berichtet, im „Nebenberuf“ (Engel) als Terrorist betätigt? Zudem konnte die israelische Armee dank der Ortung von Al-Sharifs Handy „rund um die Uhr jeden seiner Schritte verfolgen“, wie das Magazin „Zenith“ im August 2025 berichtete. Auch das reduziert die Wahrscheinlichkeit, Al-Sharif könne sich terroristisch betätigt haben, erheblich.
Im Dezember hatte der Presserat bereits einen anderen Beitrag über die Tötung Al-Sharifs gerügt (0792/25/1), wegen eines vergleichbaren Verstoßes. „Bild“ hatte online getitelt:
„Als Journalist getarnter Terrorist in Gaza getötet”
Zu dem Artikel gingen Beschwerden von 330 Personen ein. Unter der Überschrift „Getöteter Journalist soll Terrorist gewesen sein“ steht der Text nun immer noch online – anders als die „Jüdische Allgemeine“ erwähnt „Bild“.de” allerdings immerhin die Rüge.
Was ist der größere Zusammenhang?
Angriffe auf Journalisten sind Kriegsverbrechen. In Krisengebieten sind Journalisten nach Artikel 79 des Ersten Zusatzprotokolls der Genfer Konventionen geschützt – es sei denn, sie beteiligen sich aktiv an Kampfhandlungen. Das CPJ schließt deshalb in seiner Statistik getöteter Journalisten all jene aus, von denen sich herausstellt, dass sie „direkt an Feindseligkeiten beteiligt waren“. Für Al-Sharif gilt genau das nicht.
Welche inhaltlichen Positionen ein von der israelischen Armee getöteter palästinensischer Journalist zu Lebzeiten (vermeintlich) vertreten hat, ist dagegen völlig irrelevant. Im Fall von Al-Sharif zum Beispiel, dass er am 7. Oktober 2023 die Täter des Hamas-Massakers in einem Telegram-Beitrag als „Helden“ bezeichnet hat. Später soll er die Hamas in Social-Media-Posts wiederum kritisiert haben, berichtet die BBC. Aber abgesehen von all dem: Das humanitäre Völkerrecht gilt eben auch für Journalisten, die Propaganda für eine Kriegspartei betreiben. Kriegsverbrechen bleibt Kriegsverbrechen.
Zwischen dem 7. Oktober 2023 und Ende 2025 sind im Israel-Gaza-Krieg laut einer Statistik des CPJ 249 Journalisten und andere Medienmitarbeiter (Übersetzer, Fahrer, etc.) bei der Ausübung ihrer Arbeit getötet worden. 49 dieser Tötungen bezeichnetet das CPJ als „Mord“. So stuft die Organisation alle Taten ein, bei denen es sich nach ihren Recherchen um Vergeltungsmaßnahmen für journalistische Arbeit handelt. 2026 wurden demnach schon vier Journalisten in Gaza Opfer gezielter Tötungen durch die israelische Armee.
Was sollte man noch wissen?
Die Anschuldigungen Israels, die die „Jüdische Allgemeine“ über Al-Sharif verbreitete, erscheinen ähnlich unglaubwürdig wie zum Beispiel die Informationen, die 2024 im Fall des getöteten Journalisten Ismail Al Ghoul kursierten. Al Ghoul war ebenfalls für Al Jazeera tätig. Über ihn brachte die IDF ein Dokument in Umlauf, das besagt, er habe 2007 von der Hamas einen militärischen Rang erhalten – als er 10 Jahre jung war.
Israel hat ein Interesse daran, Informationen über angebliche politische Einstellungen palästinensischer Journalisten zu verbreiten. Wenige Tage nach Anas Al-Sharifs Ermordung erschien im israelischen „+972 Magazine“ eine investigative Recherche über eine auf psychologische Kriegsführung spezialisierte IDF-Einheit. Autor des Artikels ist der israelische Journalist Yuval Abraham, bekannt auch als Co-Produzent des Dokumentarfilms „No Other Land“, der 2024 bei der Berlinale ausgezeichnet wurde.
Abraham berichtete, dass die Spezialeinheit mit dem Namen „Legitimationszelle“ den Auftrag habe, „in Gaza ansässige Journalisten ausfindig zu machen“, die man „als verdeckte Hamas-Agenten darstellen“ könne – um so „die weltweit wachsende Empörung über die Tötung von Reportern durch Israel abzuschwächen“. Er bezog sich dabei auf drei Geheimdienstquellen. Israel sucht also offenbar ganz gezielt nach Material und Narrativen, um damit Personen oder Berichterstattung zu deligitimieren. Die „Legitimierungszelle“ sei auch bei Anas Al-Sharif zum Einsatz gekommen.
Annika Schneider hat hier in einem anderen Gaza-Kontext beschrieben, wie massive mediale Interventionen der israelischen Regierung zu missliebiger Berichterstattung für eine „Diskursverschiebung“ sorgen können. Journalisten lassen sich von peripheren Vorwürfen auf Nebenschauplätze führen, sodass der eigentliche Missstand – zum Beispiel, wie in diesem Fall: Kriegsverbrechen – in den Hintergrund gerät.
Wo liegt das Grundproblem?
Im Dokumentarfilm „Inside Gaza“, der auf die Arbeit von vier Journalist*innen der Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP) während der ersten Monate des Krieges in Gaza blickt*, sagt der AFP-Journalist Mahmud Hams:
„Die Gleichgültigkeit der internationalen Gemeinschaft gegenüber den Angriffen auf Journalisten (…) sollte die Welt in Alarm versetzen. Denn das heißt, dass Angriffe keinen Regeln mehr folgen. Wenn es hier durchgeht, dann wird es auch anderswo normal. Und so werden sich viele Journalisten gut überlegen, ob sie noch aus Kriegsgebieten berichten wollen.“
Hams sagt das in einem Interview, das die Regisseurin Hélène Lam Trong im November 2024 führte. Bis heute hat sich wenig geändert: Die internationale Gemeinschaft bleibt gleichgültig, und das gilt auch für viele internationale Medien. Die Empörung über das Vorgehen Israels gegen Journalisten ist allenfalls verhalten, trotz des Ausmaßes. Und trotz der Gefahr, dass sich mehr Journalisten aus der Kriegsberichterstattung zurückziehen, weil sie sich durch internationales Recht kaum noch geschützt sehen.
Etwas Protest gibt es. Anfang September organisierte Reporter ohne Grenzen eine Protestaktion gegen die Tötung palästinensischer Journalisten in Gaza. Dafür gab es zwei Anlässe: die Tötung der Gruppe um Anas Al-Sharif und ein „Double Tap“-Angriff wenige Tage später, bei dem zunächst ein Journalist getötet wurde – bei einem Zweitschlag wenige Minuten später starben vier weitere Kolleg*innen, die zur Hilfe eilen wollten.
An der von Reporter ohne Grenzen initiierten Aktion, der Teilschwärzung von Titelseiten oder Startseiten, beteiligten sich rund 280 Medienorganisationen. In Deutschland waren es gerade mal die „Frankfurter Rundschau“, „Der Freitag“, „nd“, „taz“ und die Plattform „dis:orient.de“. Dass Leitmedien wie ARD, ZDF oder der „Spiegel“ fehlten, dürfte nicht zuletzt an der Furcht davor liegen, als „antisemitisch“ bezeichnet zu werden. Aber auch viele große Namen aus anderen Ländern (BBC, „New York Times“, „Le Monde“) suchte man auf der Liste vergeblich.
Ende Mai wurden die Getöteten immerhin auf internationaler Bühne gewürdigt. Bei der Emmy-Verleihung widmete der Journalist und frühere US-Militärsprecher Josh Rushing – ausgezeichnet für die Al-Jazeera-English-Dokumentation „Kids under Fire“, die gezielte Tötungen von Kindern in Gaza durch die israelische Armee dokumentiert – seinen Preis den getöteten Kollegen. Ein Problem aber bleibt: Palästinensische Journalisten bekommen in der Regel erst dann nennenswerte Aufmerksamkeit, wenn sie tot sind.
Korrektur, 7.6.2026. Wir hatten geschrieben, der Angriff auf Anas Al-Sharif sei im August 2024 gewesen. Er war aber 2025. Wir haben das korrigiert.
Der Autor
Foto: Dennis Weißflog/MDR
René Martens ist seit vielen Jahren Medienjournalist, er berichtet für verschiedene Verlage und ist Mitautor der MDR-Medienkolumne „Altpapier“. Er gehört außerdem regelmäßig der Nominierungskommission des Grimme-Preises in der Kategorie Information & Kultur an und hat diverse Bücher über den FC St. Pauli verfasst.
* Offenlegung: „Inside Gaza“ wurde im April 2026 mit dem Roman-Brodmann-Preis für politische Dokumentarfilme ausgezeichnet. Ich war Mitglied der Vorauswahl-Jury.
9 Kommentare
Es stimmt: Der Antisemitismus nimmt global zu. Leider sind diejenigen, die sich den Kampf gegen ihn plakativ auf die Fahnen schreiben, daran nicht immer unschuldig. Wer den Antisemitismusvorwurf missbraucht, um gerechtfertigte Kritik zu delegitimieren, erreicht letztlich das Gegenteil und schützt irgendwann dadurch die echten Antisemiten.
Ihr meint ganz oben wahrscheinlich August 2025, nicht 2024.
Offenbar ist es leider von Isreals Führung und vielen Unterstützern der Militäroffensive erwünscht, das Kritik an Kriegsführung falscherweise als Antisemitismus bezeichnet wird.
Man sollte eigentlich erwarten, das hier Antisemiten Interesse an Mischung dieser Begriffe hätten und Isreaelis an deren klarer Trennung. Es gibt damit einen ganz anderen Kollateralschaden der hingenommen wird. Für die Bedeutunghoheit wird, der Vorwurf Antisemitismus verwässert. So das Menschen davor zurückschrecken ihn zu glauben oder ihn anzusprechen, im Angst nur geködert worden zu sein.
Das Ganze ist ähnlich wie bei Gil Ofarim mit hohen moralischen Kosten verbunden, die Juden als Glaubensgruppe noch Jahrzehnte Schaden werden, genau wie dem Opferschutz allgemein.
@2 Stefan: Danke für den Hinweis! Wir haben es korrigiert.
Offensichtlich ist da ein gewisser Bias, wenn Deutsche auch dann noch als „mutmaßliche Terroristen“ bezeichnet werden, wenn sie wegen anderer Verbrechen rechtskräftig verurteilt wurden, aber (noch) nicht wegen ihrer Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Bei Palästinensern scheint das egal zu sein.
Ein „mutmaßlich“ mehr oder zwei hätte viel gerettet.
Wobei mir nicht ganz klar ist, wieso die Handy-Überwachung Terrorismus ausschließen soll.
„Welche inhaltlichen Positionen ein von der israelischen Armee getöteter palästinensischer Journalist zu Lebzeiten (vermeintlich) vertreten hat, ist dagegen völlig irrelevant.“
Das mag für die juristische Bewertung gelten, aber nicht für die ethische oder politische. Daher hätte ich mir eine etwas ausführlichere Diskussion von Al-Sharifs journalistischer Tätigkeit gewünscht.
Es dürfte aber klar sein, dass die Terrorvorwürfe größtenteils Nebelkerzen israelischer Kriegspropaganda sind und Al-Sharif und andere wegen ihrer – je nach Lesart – journalistischen / propagandistischen Tätigkeit getötet wurden.
Ganz allgemein bin ich sehr dankbar über die unaufgeregte Form, wie in diesem Artikel berichtet wird. Das fehlt mir auf beiden „Seiten“ seit Jahren maßgeblich, ich habe grundsätzlich immer das Problem, dass man egal welche Artikel man auch liest, immer Pro Palestina oder Pro Israel Propaganda mitschwingt und es ganz schwer ist, faktenbasierte Informationen herauszufiltern, welche nicht emotionalisieren sollen. Danke dafür
Die Ausführungen habe ich mit Interesse gelesen. Eines Urteils darüber enthalte ich mich. In der Sache vertraue ich dem Inhalt, in der Meinung darüber bin ich nicht nur zwiegespalten sondern völlig „lost“.
Die Komplexität in diesen Konflikten und der Gefahrenlage, an denen Israel als Land beteiligt ist, ist derart hoch und von einer Gemengelage an Kausalitäten bestimmt, bei der ich mir nie sicher bin, was gehört zusammen, was wird konstruiert.
Seit einiger Zeit schaue ich immer wieder auch auf die Seiten der Jüdischen Allgemeinen, um über die jüdische Einordnung der Ereignisse und Befindlichkeiten etwas zu erfahren. Manches überrascht und zwingt zum Nachdenken über die eigene Meinung, die man bisher hatte.
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Es stimmt: Der Antisemitismus nimmt global zu. Leider sind diejenigen, die sich den Kampf gegen ihn plakativ auf die Fahnen schreiben, daran nicht immer unschuldig. Wer den Antisemitismusvorwurf missbraucht, um gerechtfertigte Kritik zu delegitimieren, erreicht letztlich das Gegenteil und schützt irgendwann dadurch die echten Antisemiten.
Ihr meint ganz oben wahrscheinlich August 2025, nicht 2024.
Offenbar ist es leider von Isreals Führung und vielen Unterstützern der Militäroffensive erwünscht, das Kritik an Kriegsführung falscherweise als Antisemitismus bezeichnet wird.
Man sollte eigentlich erwarten, das hier Antisemiten Interesse an Mischung dieser Begriffe hätten und Isreaelis an deren klarer Trennung. Es gibt damit einen ganz anderen Kollateralschaden der hingenommen wird. Für die Bedeutunghoheit wird, der Vorwurf Antisemitismus verwässert. So das Menschen davor zurückschrecken ihn zu glauben oder ihn anzusprechen, im Angst nur geködert worden zu sein.
Das Ganze ist ähnlich wie bei Gil Ofarim mit hohen moralischen Kosten verbunden, die Juden als Glaubensgruppe noch Jahrzehnte Schaden werden, genau wie dem Opferschutz allgemein.
@2 Stefan: Danke für den Hinweis! Wir haben es korrigiert.
Offensichtlich ist da ein gewisser Bias, wenn Deutsche auch dann noch als „mutmaßliche Terroristen“ bezeichnet werden, wenn sie wegen anderer Verbrechen rechtskräftig verurteilt wurden, aber (noch) nicht wegen ihrer Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Bei Palästinensern scheint das egal zu sein.
Ein „mutmaßlich“ mehr oder zwei hätte viel gerettet.
Wobei mir nicht ganz klar ist, wieso die Handy-Überwachung Terrorismus ausschließen soll.
„Welche inhaltlichen Positionen ein von der israelischen Armee getöteter palästinensischer Journalist zu Lebzeiten (vermeintlich) vertreten hat, ist dagegen völlig irrelevant.“
Das mag für die juristische Bewertung gelten, aber nicht für die ethische oder politische. Daher hätte ich mir eine etwas ausführlichere Diskussion von Al-Sharifs journalistischer Tätigkeit gewünscht.
Es dürfte aber klar sein, dass die Terrorvorwürfe größtenteils Nebelkerzen israelischer Kriegspropaganda sind und Al-Sharif und andere wegen ihrer – je nach Lesart – journalistischen / propagandistischen Tätigkeit getötet wurden.
Ganz allgemein bin ich sehr dankbar über die unaufgeregte Form, wie in diesem Artikel berichtet wird. Das fehlt mir auf beiden „Seiten“ seit Jahren maßgeblich, ich habe grundsätzlich immer das Problem, dass man egal welche Artikel man auch liest, immer Pro Palestina oder Pro Israel Propaganda mitschwingt und es ganz schwer ist, faktenbasierte Informationen herauszufiltern, welche nicht emotionalisieren sollen. Danke dafür
Die Ausführungen habe ich mit Interesse gelesen. Eines Urteils darüber enthalte ich mich. In der Sache vertraue ich dem Inhalt, in der Meinung darüber bin ich nicht nur zwiegespalten sondern völlig „lost“.
Die Komplexität in diesen Konflikten und der Gefahrenlage, an denen Israel als Land beteiligt ist, ist derart hoch und von einer Gemengelage an Kausalitäten bestimmt, bei der ich mir nie sicher bin, was gehört zusammen, was wird konstruiert.
Seit einiger Zeit schaue ich immer wieder auch auf die Seiten der Jüdischen Allgemeinen, um über die jüdische Einordnung der Ereignisse und Befindlichkeiten etwas zu erfahren. Manches überrascht und zwingt zum Nachdenken über die eigene Meinung, die man bisher hatte.
Danke. So wichtig.