Texten, was zur These passt? Der „Spiegel“ und das Taiwan-Video
Gewagt interpretiert, widerwillig korrigiert: Einem Zuschauer stoßen Fehler in einem Video über seine Wahlheimat Taiwan auf. Er weist die „Spiegel“-Redaktion darauf hin, findet aber wenig Gehör. Eine Geschichte über Kritikkultur, Korrekturen und einfache Erzählungen über ein fernes Land.
China in Sichtweite: Blick von der taiwanischen Insel Kinmen nach Xiamen.Foto: IMAGO / Anadolu Agency
Kinmen ist ein besonderer Ort. Die Insel liegt direkt vor der chinesischen Küste, gehört aber zum rund 250 Kilometer entfernten Taiwan. Und obwohl auf Kinmen weniger als ein Prozent von Taiwans Bevölkerung lebt, wird die Insel von Medien gerne zum Symbol für den schwelenden Konflikt mit China gemacht – obwohl sie dafür gar nicht taugt.
Auf der Insel leben auch einige Ausländer. Ferdinand Kunz zog 2023 dorthin, zu seiner Frau. Er war damals der einzige auf Kinmen gemeldete Deutsche. Und wie andere, die in Taiwan leben, verstand er schnell, wann sich internationale Medien für Taiwan und Kinmen interessieren: immer dann, wenn die durch China angeheizten Spannungen mal wieder einen Anlass liefern. Im Januar 2024 zum Beispiel. In Taiwan standen damals Wahlen an. China mischte sich ein, denn es war absehbar, dass die Taiwaner ihre Regierungspartei wiederwählen würden. Und die ist in Peking verhasst.
Je komplizierter und unvertrauter die Lage irgendwo auf der Welt ist, desto größer scheint die mediale Versuchung, einfache Narrative zu präsentieren. Als der „Spiegel“ ein Video zur Stimmung vor der Wahl 2024 veröffentlichte, machten Überschrift und Teaser die Stoßrichtung gleich klar: Vor allem die junge Generation in Taiwan, hieß es, sei „unbeeindruckt von Chinas Drohgebärden“.
Ferdinand Kunz sah sich das fünfminütige Video interessiert an – immerhin spielte es etwa zur Hälfte auf Kinmen. Doch was er dort über seine neue Heimat hörte, irritierte ihn. Und so begann eine Auseinandersetzung über mediale Standards, über Kritikkultur und Korrekturen, die ihn bis heute beschäftigt.
Willkommen im Museum
Alter Panzer am Strand von Kinmen.Screenshot: „Der Spiegel“
Das erste, was Kunz aufstieß: Wie Kinmen in dem Video eingeführt wurde. Ein Panzer an der Küste. Ein Strand mit verwitterten Metallspießen. Am Horizont die Skyline der chinesischen Millionenstadt Xiamen. „Nur eine kurze Fährfahrt vom chinesischen Festland entfernt stehen Panzer und Barrikaden“, sprach die Off-Sprecherin zu bedrohlich wummernder Musik. Dann waren Uniformierte zu sehen, die in einer Geschützstellung eine Artilleriekanone laden und das Kommando zum Feuern geben.
„An dem Touristen-Hotspot üben Soldaten an einem Geschütz. Selbstverteidigung als Showeinlage für Besucher.“
Später war noch von der „martialisch wirkenden Kulisse von Kinmen“ die Rede.
Kunz wunderte sich. Denn was der „Spiegel“ nicht erwähnte: Die Befestigungen und Geschütze sind Museumsstücke aus einer Zeit, in der Kinmen noch ein schwer bewaffneter Vorposten war und kein Reiseziel wie heute. Die Uniformierten sind deshalb auch keine echten Soldaten, sondern Schauspieler. Kunz fand aber, das Video vermittle den Eindruck, als würde auf Kinmen der Ernstfall geprobt.
Also schrieb er an den „Spiegel“. Ihn habe auch interessiert, wie der Bericht zustande kam, weil ihm noch eine andere Stelle suspekt vorgekommen sei, sagt Kunz im Gespräch mit Übermedien. „Vielleicht hatten sie nur ein paar Stunden Zeit.“ Diese Eile kenne er vor allem von Travel-Bloggern: „Die wollen schnell Content machen, und alte Bunkeranlagen sind bei Youtube Clickbait-Gold“, sagt PR-Fachmann Kunz, der sich mit solchen Inhalten gut auskennt.
„Spiegel“: verbindlich, aber uneinsichtig
Der „Spiegel“ antwortete ihm schnell, anschließend ging es noch einige Male hin und her. Die Redakteurin reagierte verbindlich, war aber eher uneinsichtig: Natürlich seien die Barrikaden „Überbleibsel“, schrieb sie, „das hätte man natürlich noch ausführlicher erwähnen können, ist aber auch bekannt“. Und dass es sich um eine „Show-Einlage“ handle, also alles inszeniert sei, habe man ja erwähnt. Die Darstellung sei daher korrekt.
Schauspieler, keine Soldaten.Screenshot: „Der Spiegel“
Die Kriegsüberbleibsel auf einer kleinen taiwanischen Insel sind allgemein bekannt? Auch in Deutschland? Und wenn man bloß „Show-Einlage“ sagt, kann man auch von „Soldaten“ sprechen, obwohl es Darsteller sind?
Mehr über Taiwan
Aus unserer „Hasswort“-Rubrik: Journalisten bezeichnen Taiwan oft als „abtrünnige Provinz“ Chinas. Der Begriff ist wohl eine Erfindung westlicher Medien, könnte aber von chinesischen Propagandaexperten nicht besser ausgedacht sein. Klaus Bardenhagen über ein Etikett, das Taiwan nicht verdient hat.
Kunz hakte noch mal nach. Woraufhin ihm die Redakteurin schrieb, dass seine Punkte „valide“ seien, doch auch die „Spiegel“-Dokumentationsabteilung sehe keinen Anlass, an dem Video etwas zu ändern oder es richtigzustellen. Zumal museale Barrikaden doch auch „potenzielle Barrikaden im Kriegsfall“ seien.
Nun fühlte sich Kunz für dumm verkauft. In seiner alten Heimat Deutschland stünden Ritterburgen, „das sind auch keine Militäranlagen, um im Kriegsfall Schutz zu suchen“, sagt er. Weil er beim „Spiegel“ nicht weiterkam, wandte er sich an den Presserat. Der erklärte postwendend, für Rundfunk nicht zuständig zu sein, Kunz solle sich an die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein wenden. Was er tat. Doch die verwies ihn wieder an den Presserat. So läuft das also bzw. nicht, wenn man auf Fehler in deutschen Medien hinweisen will?
Plötzlich doch korrigiert
Erst als Kunz noch mal nachhakte, erklärte sich die Medienanstalt doch für zuständig. Und kurze Zeit später passierte etwas beim „Spiegel“. Die Redaktion überarbeitete das Video und vertonte die monierte Passage neu. Warum, wenn doch angeblich alles in Ordnung war? Auf Anfrage von Übermedien sagt der „Spiegel“ dazu so gut wie nichts. Nur das:
„Die Redaktion hat zwei Stellen des Beitrags angepasst und dies auch wie üblich transparent gemacht.“
Auf der Webseite steht seither eine „Anmerkung der Redaktion“. Der „Spiegel“ räumt dort ein, es habe der Eindruck entstehen können, es handele sich „um aktuelle Verteidigungsmaßnahmen“. Außerdem seien im Video Amateurdarsteller in Uniform zu sehen, und nicht – wie „irrtümlich gesagt“ – Soldaten. Man habe das korrigiert.
Die Medienanstalt teilte Kunz daraufhin mit, da der Beitrag mittlerweile verändert worden sei, liege aus ihrer Sicht „kein Verstoß gegen journalistische Sorgfaltspflichten“ vor.
Beendet war die Auseinandersetzung zwischen Kunz und dem „Spiegel“ damit noch nicht. Im Youtube-Kanal des „Spiegel“ stand immer noch die alte Version, das ärgerte Kunz. Und es gab noch etwas, das ihn umtrieb. Das hatte er dem „Spiegel“ auch bereits geschrieben, ohne Erfolg. Anfang dieses Jahres kam er noch mal darauf zurück.
„Identitätsstiftende Heißgetränke“
Kunz lebt mittlerweile in Taiwans Hauptstadt Taipeh. Er plante einen privaten Videopodcast über Kinmen, und eine Folge sollte die historische Rolle der Insel in der Propaganda thematisieren. Seinen Ärger mit dem „Spiegel“ wollte er dort als Einstieg nutzen und auch über einen Mann namens Yuan Zeng-Jia sprechen, einen Kaffeeröster, der auf Kinmen lebt und im „Spiegel“-Video vorkam.
Kaffeeröster Yuan Zeng-Jia in seinem Laden.Screenshot: „Der Spiegel“
Neben einem Künstlerduo, das die kulturelle Identität Taiwans stärken möchte, dient auch der Kaffeeröster dazu, die These des Videos zu bestätigen – dass also „vor allem die junge Generation“ in Taiwan unbeeindruckt vom großen China sei. In seinen Statements sagt Yuan, China sollte nicht Taiwans einziger Absatzmarkt sein, und dass er mit seinem Kaffee gerne Kinmens (nicht Taiwans) Kultur in die Welt tragen wolle. Woraufhin die Off-Sprecherin resümiert:
„Identitätsstiftende Heißgetränke: Auch diese sind Teil der Vision einer Demokratie, die ihre eigene Kultur pflegt – und weniger von China abhängig ist.“
Ein Kaffeeröster als Kronzeuge für Taiwans gestärkte Identität? Auch diese Passage hatte Kunz verwundert. Weil sie wirkte, als stünde Yuan stellvertretend für die landläufige Meinung auf Kinmen. Das sei aber nicht der Fall. Tatsächlich ist Kinmens Bevölkerung China nicht nur räumlich näher, auch bei Wahlen hat Taiwans Regierungspartei, die die taiwanische Identität besonders betont, hier nie eine Chance.
Das hatte Kunz dem „Spiegel“ bereits im Januar 2024 geschrieben. Die Redakteurin antwortete bloß, der Café-Besitzer zeige ja nur eine Sicht der Dinge, sei aber dennoch eine Stimme, die wie viele andere im restlichen Taiwan offenbar mehr auf eine eigene Identität pocht.
Nie vor einer Kamera über Demokratie geredet
Kunz kontaktierte Yuan für seinen Podcast – und der konnte sich an ein Gespräch mit deutschen Reportern nicht erinnern. Allerdings werde er auch häufiger von Medien aus aller Welt interviewt. In der Aussage, dass er „identitätsstiftende Heißgetränke“ vertreibe, habe er sich jedenfalls nicht wiedererkannt, erzählt Kunz. Zum Thema Demokratie habe er sich nicht vor einer Kamera geäußert.
Als Kunz 2026 noch mal nachfragte, wann und wie lange die „Spiegel“-Redakteurin auf Kinmen war, und ob sie dort selbst mit Yuan gesprochen habe, meldete sich ein Chef vom Dienst: Das nicht korrigierte Video auf Youtube habe man nun entfernt, das sei 2024 versäumt worden. Und er erklärte, was Kunz nicht klar gewesen war: Dass der „Spiegel“ gar nicht selbst auf Kinmen war, sondern den Beitrag aus Material von Reuters erstellt habe. Die Informationen zu den Protagonisten stammten aus dem Skript der Nachrichtenagentur. Dies sei ein branchenüblicher Umgang mit Agenturmaterial.
Das stimmt. Viele Redaktionen erhalten Videomaterial von Agenturen. Sie können es umschneiden, betexten und als eigenes Produkt ausspielen. Das hat der „Spiegel“ auch nicht verheimlicht. Am Ende des Videos stand neben dem Namen der Redakteurin: „Material von Reuters“.
Zuschauer wie Kunz, die mit solchen Prozessen nicht so vertraut sind, konnten es aber für ein „Spiegel“-Produkt halten, zumal im Begleittext nichts von Agenturmaterial stand. Das größere Problem, das sich hier zeigt, ist aber vor allem, wie freihändig Medien Fremdmaterial mitunter interpretieren, um ein bestimmtes Narrativ zu stärken.
Kunz schrieb deshalb auch noch an Reuters. Die Agentur antwortete prompt und schickte ihm Informationen zu ihrem Drehmaterial. Die Kaffeeröster-Sequenz stamme aus einem längeren Video über Kinmen vor der Wahl. „Als Nachrichtenagentur liefern wir unseren Kunden Rohmaterial in Videos, Text und Bild und tun unser Möglichstes, sehr klar zu sein, was gezeigt wird und wer spricht“, erklärte eine Redakteurin. „Unsere Kunden dürfen das Material verwenden, den Schnitt verändern und auch selbst besprechen.“
„Reine Erfindung“
Man kann es durchaus grenzwertig finden, wie der „Spiegel“ die Reuters-Bilder seines Videos betextete und in einen größeren Kontext stellte. Kunz sieht die Sequenz als „reine Erfindung“. Der Kaffeeröster werde als „Super-Beispiel für Top-Demokraten“ dargestellt, um ein „falsches Narrativ“ durchzuboxen. Tatsächlich seien die Menschen auf Kinmen „nicht besonders taiwanpatriotisch“ und die Insel kein Ort, „wo Leute quasi jeden Tag den Ernstfall erwarten“. Der „Spiegel“ habe „die einzige Quelle, Reuters, noch mit bewussten Falschinformationen erweitert, um die Geschichte spannender wirken zu lassen“. Auf die Frage von Übermedien, wie die Redaktion zu diesen Vorwürfen steht, geht der „Spiegel“ – wie auch auf andere Fragen – nicht ein.
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Kunz hat in der Tat viel Aufwand wegen eines kleinen Videos betrieben. Weil es ihn geärgert hat. In seinem Videopodcast erzählt er nun von seiner Odyssee. Er ist keiner, der gleich „Lügenpresse“ schreit. Es geht ihm darum, Fehler offenzulegen, die auf einen Mechanismus verweisen: wie Medien aus der Ferne über Landstriche berichten, die sie nicht selbst kennen, und dabei falsche Behauptungen verbreiten – mitunter nicht mal bewusst. Kunz vermutet in seinem Podcast beim „Spiegel“ ein „systematisches Problem, dass man handwerklich einfach sehr schlecht arbeitet“. Er erwähnt auch den Fall Relotius. Der lag allerdings ganz anders: Der frühere „Spiegel“-Redakteur hatte systematisch betrogen und reihenweise Erfindungen im Magazin untergebracht.
Die Lehren dieser Geschichte
Das Risiko, von der Lügenpresse-Fraktion vereinnahmt zu werden, sei ihm bewusst, sagt Kunz. Dass Fälle wie dieser Wasser auf die Mühlen jener sind, die der Presse ohnehin unterstellen, zu lügen, ist wohl unvermeidbar. Umso wichtiger ist die Frage, welche Lehren sich daraus ziehen lassen.
Unser Podcast „Nice & Nötig“
„What happened last week?“ Die Journalistin Sham Jaff schreibt über diese Frage einen Newsletter. Mit Geschichten, die anderswo selten zu lesen sind. Denn es geht um Teile der Welt, die in deutschen Medien oft zu kurz kommen – und um die Menschen, die dort leben. In unserem Podcast „Nice & Nötig“ erzählt sie davon.
Vielleicht sollten Redaktionen es noch transparenter machen, wenn sie nicht selbst vor Ort waren, sondern mit Fremdmaterial arbeiten. Dass der „Spiegel“ auf Anfrage nur darauf verweist, dies sei eben „branchenüblich“, ist mager.
Ebenso wichtig wäre es, kritische Zuschauer oder Leser nicht abzuspeisen, sondern ihre Kritik ernster zu nehmen, gerade in einer Zeit, in der jeder nachrecherchieren kann. Ursprünglich sei er dem „Spiegel“ gegenüber positiv eingestellt gewesen, sagt Kunz. Dann aber sei sein Eindruck gewesen, die Redaktion habe seine Einwände abblocken wollen und erst nach Druck wirklich reagiert. Er habe sich außerdem behandelt gefühlt, „als ob es mir gar nicht zusteht, Kontakt aufzunehmen“. Die wiederholte Abschiedsfloskel „Bleiben Sie uns gewogen“ war da auch nicht hilfreich. Aus PR-Sicht überrasche ihn das alles:
„Je mehr Energie man in die Verteidigung fragwürdiger Aussagen steckt, desto stärker lenkt man die Aufmerksamkeit auf genau diese Aussagen. Was ursprünglich eine kleine Anmerkung war, wird dadurch erst zu einem Thema.“
Nichts versendet sich heute mehr. Auch kleinste Fehler fallen irgendwem auf – und werden im Zweifel gegen Medien gewendet. Und die Versuchung mag groß sein, eine einfache Erzählung zu verbreiten, mit der man Klischees bestätigt oder Erwartungen bedient. Aber gerade Auslandsthemen sind oft komplex, wie hier die Tatsache, dass die Menschen auf Kinmen anders ticken als die Mehrheit der Taiwaner. Differenzierung können Medien ihrem Publikum nicht nur zutrauen, sie müssen es. Weil das eben das ganze Bild ist.
Der Autor
Foto: Privat
Klaus Bardenhagen berichtet seit 2008 als freier JournalistPerson, die Informationen recherchiert, prüft und anschließend der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt,… für deutsche Medien aus Taiwan. Davor arbeitete er fürs NDR-Fernsehen und „heute“ im ZDF. Wenn er für ein Taiwan-Thema keine klassischen Medien gewinnen kann, teilt er es in seinem Taiwanreporter-Blog. Bardenhagen ist Mitglied von Weltreporter.net.
7 Kommentare
„Die Lehren dieser Geschichte“
journalisten sind in ihrer übergroßen mehrheit nicht zur selbstkritik und selbstkorrektur fähig. kein wunder: weiß man doch alles immer besser. der spiegel bzw. spon ist da ganz vorne mit dabei. okay, noch weit weg von lügenstorys wie bei bild oder nius – aber in meinen augen schon schlimm genug.
dazu passend euer artikel über born…
Danke, wieder ein super Artikel – differenziert, aufklärend, faktisch.
Wie eine indirekte Abbitte an Herrn Kunz wirkt der Artikel, der – vermutlich nicht ganz zufällig – just in der vergangenen Woche unter der Überschrift ‚Hier ist Taiwan so, wie China es sich wünscht‘ im Spiegel zu Kinmen erschien:
Nur der unverwüstliche Panzer hat es in einem beiläufigen Satz („Am Strand stehen alte Panzer als Attraktion“) und einem Foto wieder in den Artikel geschafft.
…ein Beispiel von unsäglich vielen.
Bei Gesprächen über die mangelnde Sorgfalt von Journalisten verweise ich immer wieder gern auf Reportagen bei Arte. Je genauer man selber das Thema/Land/Region kennt, desto mehr drängt sich der Eindruck auf, dass dort ein Reporterteam einen internen Pitch gemacht hat und sich damit den Urlaub vor Ort finanziert. Dann werden O-Töne von Menschen gemacht, die die dortige Gesellschaft eher nicht repräsentieren und das berichtet, was man so in einer Woche aus dem Hotel mitbekommt.
Entschuldigung, im vorherigen Kommentar geht es um die DPA und deren Verhalten, nachträglich korrigieren geht hier nicht? Hat schon eine gewisse Ironie.
@#3 Herr Thomas
Die thematisch-zeitliche Nähe ist tatsächlich ein Zufall. Der Text stammt von einem Auslandsredakteur, den der Spiegel erst seit neuerem in Taiwan stationiert hat und der wirklich gute Arbeit abliefert. Auf das Video hatte er keinen Einfluss, und seine Entscheidung, über Kinmen zu schreiben, hatte mit meiner Anfrage in Hamburg nichts zu tun.
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„Die Lehren dieser Geschichte“
journalisten sind in ihrer übergroßen mehrheit nicht zur selbstkritik und selbstkorrektur fähig. kein wunder: weiß man doch alles immer besser. der spiegel bzw. spon ist da ganz vorne mit dabei. okay, noch weit weg von lügenstorys wie bei bild oder nius – aber in meinen augen schon schlimm genug.
dazu passend euer artikel über born…
Danke, wieder ein super Artikel – differenziert, aufklärend, faktisch.
Wie eine indirekte Abbitte an Herrn Kunz wirkt der Artikel, der – vermutlich nicht ganz zufällig – just in der vergangenen Woche unter der Überschrift ‚Hier ist Taiwan so, wie China es sich wünscht‘ im Spiegel zu Kinmen erschien:
https://www.spiegel.de/ausland/kinmen-hier-ist-taiwan-so-wie-china-es-sich-wuenscht-a-020fe3d8-2464-40bc-8768-9d4de52c6e76
Nur der unverwüstliche Panzer hat es in einem beiläufigen Satz („Am Strand stehen alte Panzer als Attraktion“) und einem Foto wieder in den Artikel geschafft.
…ein Beispiel von unsäglich vielen.
Bei Gesprächen über die mangelnde Sorgfalt von Journalisten verweise ich immer wieder gern auf Reportagen bei Arte. Je genauer man selber das Thema/Land/Region kennt, desto mehr drängt sich der Eindruck auf, dass dort ein Reporterteam einen internen Pitch gemacht hat und sich damit den Urlaub vor Ort finanziert. Dann werden O-Töne von Menschen gemacht, die die dortige Gesellschaft eher nicht repräsentieren und das berichtet, was man so in einer Woche aus dem Hotel mitbekommt.
Die echten Storys bleiben unentdeckt.
Leider hinter einer Bezahlschranke, geschrieben 2019. Der Spiegel lernt es nie, dabei wäre Selbstkritik und schnelle Richtigstellung von Fehlern zwingend nötig um wirklich glaubhaft zu sein:
https://www.spiegel.de/kultur/youtuber-rezo-ueber-seine-erfahrung-mit-der-presse-kommentar-a-00000000-0002-0001-0000-000165695635
Entschuldigung, im vorherigen Kommentar geht es um die DPA und deren Verhalten, nachträglich korrigieren geht hier nicht? Hat schon eine gewisse Ironie.
@#3 Herr Thomas
Die thematisch-zeitliche Nähe ist tatsächlich ein Zufall. Der Text stammt von einem Auslandsredakteur, den der Spiegel erst seit neuerem in Taiwan stationiert hat und der wirklich gute Arbeit abliefert. Auf das Video hatte er keinen Einfluss, und seine Entscheidung, über Kinmen zu schreiben, hatte mit meiner Anfrage in Hamburg nichts zu tun.