„Sarajevo-Safari“

Der Medienhype um eine unbewiesene Menschenjagd

Reisten reiche Westeuropäer während des Bosnienkriegs ins belagerte Sarajevo, um gegen Bezahlung Menschen zu erschießen? Viele Medien erzählen die Geschichte, als sei sie belegt. Dabei stützen sie sich auf unseriöse Quellen und äußerst fragwürdige Rechercheure.
Einwohner Sarajevos waren während der Belagerung der Stadt dem Beschuss von Heckenschützen ausgesetzt. Rund 350 Zivilisten sollen so getötet worden sein. IMAGO / Markus Matzel

Seit November verbreitet sich weltweit in Medien eine makabere Geschichte. Sie spielt in den 90er Jahren, im Bosnienkrieg. Reiche Westeuropäer sollen damals viel Geld bezahlt haben, um während der vierjährigen Belagerung Sarajevos durch bosnisch-serbische Einheiten auf unschuldige Menschen zu schießen. Ihr Motiv: Mordlust.

Keine Story aus Bosnien-Herzegowina hat in den vergangenen Jahren eine derart große mediale Aufmerksamkeit erhalten. RTL titelte: „Menschen-Safari in Europa – Touristen haben Schwangere und Kinder gegen Bezahlung erschossen.“ Welt TV bewirbt einen Beitrag auf Youtube mit dem Titel: „Unfassbar! Wie im Horrorfilm! Touristen zahlten, um auf Kinder zu schießen!“. „

Ein Kommentar

Einen Kommentar schreiben

Mit dem Absenden stimmen Sie zu, dass Ihre Angaben gemäß unseren Datenschutzhinweisen gespeichert werden. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.