Nazis beim Plaudern zuhören
„Ich stehe im Bad und putze mir die Zähne, als ich plötzlich innehalte. Das, was ich mir kurz vorm Schlafengehen noch anhöre, ist ein ganz normaler Podcast. Einer von vielen, in die ich reinschalte, weil es zu meiner Arbeit als Medienjournalistin eben dazugehört. Doch etwas ist diesmal anders. Etwas klingt anders. In diesem Moment weiß ich noch nicht, dass mich dieser Podcast über Tage begleiten wird…“
So würde es klingen, wenn dieser Text ein Storytelling-Podcast wäre, also ein Podcast, der mit dramaturgischen Mitteln eine Recherche nacherzählt. Eine banale Szene aus dem Alltag der Journalistin. Ein künstlicher Spannungsbogen. Dann ein überzogener Cliffhanger, der neugierig machen soll. Das Ganze garniert mit pseudoprivaten Details. Solche Szenen finden sich in Podcast-Formaten ständig.
In vielen Podcasts mehr Storytelling als Story
Mich nerven …

Danke für die Empfehlung.
Der habe ich jetzt schon ein paar mal in meinen Empfehlungen gesehen aber der Zusatz „Stern/RTL+“ hat mich davon abgehalten ihn überhaupt in Erwägung zu ziehen.
Gut zu wissen, dass er mit den erwarteten und befürchteten Klischees bricht.
Danke, endlich kritisiert man mal Storytelling, mir ist es schon seit Langem ein Graus, ob in Podcasts oder in journalistischen Texten; ein ähnliches Übel wie Clickbaiting.
Aktuell ein Artikel in der ZEIT über die aktuellen Aktivitäten der ehemaligen EU Kommissarin Margrethe Vestager , erster Satz:
„Margrethe Vestager schreitet in weißem Jumpsuit über die Bühne in der großen ehemaligen Fabrikhalle, und schon mit ihren ersten Sätzen macht sie klar, dass es hier um nicht weniger als Europas Zukunft geht. “
So was lese gar nicht erst weiter. Es kostet mich absolut unnötig Lebenszeit, lesen zu müssen, welche Farbe ihre Kleidung trägt. Wer braucht diesen Käse?