Nice & Nötig (10)

„Lasst uns doch einfach mal die Expertinnen und Experten weglassen“

Das Dialogspiel „Eine Stunde Reden“ bringt Menschen ins Gespräch. Zu Themen wie Verkehr, dem Krieg in Gaza oder Einsamkeit. Journalist:innen dürfen zwar zuhören, müssen aber ihre Meinung für sich behalten – vielen fällt das offenbar schwer.
Podcast-Cover mit Ellen Heinrichs, Gründerin des Bonn Instituts
Foto: Bonn Institut/Bettina Koch

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Sechs Menschen. Ein Thema. Eine Stunde Zeit. Beim Fragespiel „Eine Stunde reden“ geht es zum Beispiel um die Verkehrswende oder den Krieg in Gaza.

Zu Wort kommen dabei aber nicht Expert:innen, sondern ganz unterschiedliche Menschen. Sie schildern ihre persönlichen Erfahrungen und Meinungen. Es geht dabei nicht ums Überzeugen, sondern ums Zuhören.

Spiel „Eine Stunde reden“ mit Sanduhren, Plastik-Mikro, bunten Stimmungssteinen und Spielkarten
Foto: Bonn Institute

Gefilmt oder mitgeschnitten wird bei „Eine Stunde reden“ nichts – und trotzdem ist das Spiel für Journalist:innen interessant, glaubt Erfinderin Ellen Heinrichs.

Die ersten Testrunden, unter anderem beim Hessischen Rundfunk, zeigen, wie viel mehr Sichtweisen auf Themen es gibt als das klassische Pro und Contra. Und dass viele Journalist:innen die Spielrunden zwar gerne moderieren, es ihnen aber erstaunlich schwerfällt, dabei ihre Meinung für sich zu behalten.

In dieser Folge von „Nice & Nötig“ erklärt Ellen die Spielregeln. Sie erzählt, welches kontroverse Thema sie auf die Idee dazu brachte und warum das Entwicklungsteam nachträglich noch Joker-Karten einführen musste, mit denen man andere Mitspieler:innen unterbrechen kann.

Ellen Heinrichs ist Gründerin und Geschäftsführerin des Bonn Institutes und zusätzlich ausgebildete Mediatorin. Vorher arbeitete sie unter anderem sieben Jahre lang bei der Deutschen Welle im Bereich Innovation. Das Bonn Institute setzt sich seit 2023 für zukunftsfähigen Journalismus und konstruktiven Dialog ein, finanziell unterstützt von der Landesregierung NRW. Gesellschafter sind die „Rheinische Post“, RTL Deutschland, die Deutsche Welle und das dänische Constructive Institute.

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