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Beim brisanten Zweitliga-Duell zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC Berlin kam es am vergangenen Samstag zu erheblichen Ausschreitungen. Die Partie war zunächst unterbrochen worden, nachdem Fans beider Seiten massiv Pyrotechnik abgebrannt hatten. Als dann eine Hertha-Zaunfahne im Gästeblock entwendet wurde, eskalierte die Situation: Hertha-Anhänger betraten den Innenraum und attackierten benachbarte Blöcke, Dynamo-Ultras stürmten daraufhin auf den Platz, ebenfalls Richtung Gästeblock. Bis die Polizei einschritt, beschossen sich beide Seiten mit Feuerwerk.
Es dauerte keine 24 Stunden, da war aus einem heftigen konkreten Vorfall ein riesiges mediales Gruselkabinett geworden. Besonders „Bild“ feierte, auch gemessen an den eigenen Maßstäben, eine Sternstunde der Empörung und sprach vom „Skandal-Spiel“, der „Schande von Dresden“, dem „Dresden-Chaos“, den „Hertha-Chaoten“, der „Hooligan-Schande“, „als würden sie in den Krieg ziehen“ – es fehlte wirklich keine denkbare Kombination im Bullshit-Bingo.
Natürlich sind die Szenen aus Dresden verstörend und empörend: Die beachtliche Gewaltbereitschaft, auch die völlige Ignoranz gegenüber Leib und Leben anderer, unbeteiligter Zuschauerinnen und Zuschauer, die Anhänger beider Vereine an den Tag legten – alles schlimm. Man kann aber mit Blick auf viele Medien auch feststellen: So klingt ein Pressebetrieb, der aus einer Eskalation sehr zuverlässig Anschlussverwertung herstellt. Auf heftige Bilder folgen heftige Formulierungen. In Windeseile wird das Ereignis in eine Dramaturgie überführt, die aus einem einzelnen Vorfall eine Generalabrechnung mit „Fußball-Chaoten“ macht, die schnell zum pars pro toto werden.
Es war auch nicht nur die „Bild“-Zeitung, die in den vertrauten Alarmmodus schaltete, wie man ihn von ähnlichen Ereignissen kennt. Auch andere Medien formten aus dem Vorfall ein Fankultur-Menetekel: Sport1 meldete: „Unfassbarer Eklat in 2. Bundesliga“ und ließ „Dynamo-Hooligans“ (natürlich) „durchdrehen“. N-tv warnte vor „gravierenden Folgen für deutschen Fußball“. Das ZDF stellte das populistische „Kein Pardon mehr“ von Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) ins Zentrum. Der „Tagesspiegel“ erklärte, „die Ultras nehmen sich viel zu wichtig“. Und selbst die „Süddeutsche Zeitung“ war eilig bei „knallharten Strafen und Maßnahmen“ angekommen.

Die Tonlage variierte, die Stoßrichtung nicht: Aus dem, was in Dresden passiert war, wurde in kürzester Zeit fast überall kein konkreter Sicherheitsfall, über den sachlich diskutiert wird, sondern ein nationales Erregungsereignis.
Wie immer unterhaltsam war auch die sonntägliche „Analyse“ im Sport1-„Doppelpass“, wo jede Woche am Münchner Flughafen mit ein paar Weizenbier ein medialer „Fußballstammtisch“ inszeniert wird. Der zugeschaltete Dresdner Sportgeschäftsführer Sören Gonther war dabei noch der sachlichste Teilnehmer.
Gonther beteiligte sich ausdrücklich nicht an den frühen Spekulationen über den Fahnenklau, der zu der Gewalt geführt haben soll. Er verwies stattdessen auf die laufende Videoauswertung und benannte die Szenen klar als untragbar. Zugleich schilderte er die Eskalation in einer Weise, die zumindest den expliziten Hergang ernst nahm: Hertha-Fans hätten zuerst den Innenraum betreten, Dresdner Fans daraufhin reagiert. Entlastend sollte das erkennbar nicht wirken; eher als Hinweis darauf, dass auch in so einem maximal aufgeladenen Spiel erst einmal der genaue Ablauf rekonstruiert werden muss, bevor abermals die große Symbolpolitik beginnt.
Die analytische Bandbreite der anschließenden Runde mit Reiner Calmund, Markus Babbel, Stefan Effenberg, Robby Hunke, Uli Köhler und Moderator Florian König lag dann irgendwo zwischen „geschockt“, „konsterniert“ und „Jetzt muss ich kotzen!“.
Köhler:
„Wenn es nur einige wenige sind, warum bestimmen die alles? Solche Leute dürfen nicht ins Stadion, da braucht man nicht drüber reden. Das geht nur über Selbstreinigung. Wir sind im Rechtsstaat. Das ist nicht zu tolerieren. Würdest Du da mit Deinem Kind hingehen?“
König:
„Nein natürlich nicht!“
Hunke:
„Mir ist es ehrlich gesagt scheißegal, wer da angefangen hat. Das, was da passiert ist, wirklich bodenlos. Immer wieder wird dieses Zweitliga-Topspiel, das ja auch im Free TV gezeigt wird, als Bühne genutzt. Ich find es einfach nur gnadenlos schade, das muss jetzt Konsequenzen haben.“

Anschließend durfte Ex-Funktionär Reiner Calmund noch ein persönliches Dynamo-Trauma aufarbeiten und in einer zunehmend eskalativen Wutrede darlegen, warum er vor etlichen Jahren keinen Bock mehr auf eine Dresdner Aufstiegsfeier hatte, weil zwei seiner Kumpels eine Bierdusche abbekommen hatten. Sein erregtes Fazit:
„Es war mein letzter Tag trotz diesem großen Erfolg. Wisst was ich gemacht habe? Ins Auto, aber nicht nach Dresden zur Aufstiegsfeier, sondern ab nach Saarlouis nach Hause. Ich hab die Schnauze voll. Da kann ich sagen, jetzt muss ich kotzen. Tschüss.“
Okay.
An dieser Stelle hätte man in einem Paralleluniversum eine Debatte führen können über Männer, die ihre Emotionen nicht im Griff haben, und dabei latente Gemeinsamkeiten zwischen der Calmund’schen Wut und dem Wuthandeln anderer entdecken können.
Aber beim „Doppelpass“ wurden nur schnell ein paar Schlucke Weizen genommen, herzlich gelacht – und schon ging‘s weiter zum nächsten Thema.
Dass ausgerechnet in dieser Sendung beklagt wird, das Topspiel, das im Free-TV übertragen wurde, biete den Tätern eine Bühne, ist an unfreiwilliger Komik schwer zu überbieten. Immer wieder wurden die Randalebilder eingespielt, immer wieder konnten sich die Zuschauer – und mutmaßlich auch die zuschauenden Täter – daran ergötzen; man verlängerte also exakt die beklagte Bühne live in Endlosschleife.
Irgendwo zwischen „bürgerkriegsähnlichen Zuständen“, kollektivem Ordnungsappell und Calli-Selbsthilfegruppe geriet ausgerechnet der offensichtlichste Zusammenhang aus dem Blick: dass Medien selbst die größte und lukrativste Bühne des ganzen Spektakels errichteten. Darüber sollte man mal nachdenken. Diese Form der Berichterstattung gibt den Tätern das, was sie wollen: Aufmerksamkeit, Mythos, Nachruhm.
Wenn tagelang diskutiert wird, wie eine Fahne entwendet wurde, wie viel Pyrotechnik ins Stadion kam, womit eine Trennscheibe eingeschlagen wurde oder wer wen mit welcher Choreographie provoziert hat, dann ist das aus Tätersicht eben nicht nur Verurteilung. Es ist auch eine Form öffentlicher Aufwertung. Wer notorisch spektakelorientiert berichtet, produziert den Resonanzraum, den gewaltsuchende Akteure attraktiv finden.
Interessant wäre nicht die hundertste Symboldebatte über „die Fankultur“, sondern der profanere Teil: ein Stadion, in dem eine Fahne aus dem Gästeblock verschwindet, angrenzende Bereiche attackiert werden, Barrieren fallen und die Lage erst endet, als die Polizei den Innenraum übernimmt. Das wäre ein konkreter Sicherheitsfall. Behandelt wurde er aber wie ein nationales Sittengemälde.
Man könnte über die Dinge reden, die für Prävention relevant wären. Zum Beispiel über die Frage, warum es in Dresden offenbar zum wiederholten Mal möglich war, dass Heimfans in die Nähe des Gästeblocks oder in angrenzende Bereiche gelangen. Oder über die Frage, ob die Polizei an diesem Abend an der entscheidenden Stelle zu spät im Innenraum war. Denn als die Polizei tatsächlich eingriff, war der Spuk in weniger als einer Minute beendet. Das sind naheliegende mediale Fragen an ein Sicherheitskonzept, das ganz offensichtlich nicht funktioniert hat. Weshalb werden sie nicht oder allenfalls am Rande gestellt?
Bemerkenswert ist außerdem, wie medial flankiert auf ein politisch schon länger gewolltes Maßnahmenarsenal umgeschaltet wird: Sachsens Innenminister Schuster spricht von „Gewaltfolklore“. Die Innenministerkonferenz arbeitet seit Monaten an möglichen Verschärfungen zugunsten der „Stadionsicherheit“. Ob irgendeine – und wenn ja, welche – der geplanten Maßnahmen den Vorfall in Dresden verhindert hätte, wird nicht diskutiert.
Dabei ist die ganze Verallgemeinerung schief: Dresden steht eben nicht für den Zustand deutscher Stadien insgesamt. Die verfügbaren Zahlen geben das nicht her. In der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke im Bundestag (Bundestagsdrucksache 21/4877), die sich auf den polizeilichen Bericht der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze 2024/25 und den Jahresbericht 2024 der Bundespolizei stützt, ist von sinkenden Verletztenzahlen und weniger Straftaten beim Fußball die Rede – bei gleichzeitig steigenden Zuschauerzahlen! Extreme Ausschreitungen sind also gerade nicht der statistische Regelfall, aus dem sich ein allgemeiner Dauer-Notstand ableiten ließe.
Im Kommentar der „Süddeutschen Zeitung“ heißt es dagegen resignierend, die Fanszenen erreichten mit Vorfällen wie in Dresden das Gegenteil von dem, was sie wollten. Weil nun die Stimmung kippe und damit die Wahrscheinlichkeit neuer Verschärfungen steige. Wörtlich heißt es, solche sicherheitspolitischen Fragen würden „auch über die öffentliche Meinung entschieden“, und es sei „nicht so schwer zu erraten, in welche Richtung diese öffentliche Meinung jetzt kippt“.
Das ist ein bemerkenswerter journalistischer Taschenspielertrick, denn genau das mediale Dauerfeuer erzeugt ja jene öffentliche Meinung. Wer in der SZ einen empörten Kommentar über Dresden schreibt, beschreibt nicht bloß einen kippenden Diskurs, sondern wirkt aktiv an ihm mit. Gerade darin liegt der blinde Fleck: Die „öffentliche Meinung“ wird wie eine äußere Größe behandelt, auf die die Politik nun eben reagieren werde. Die eigene Rolle dabei mitzudenken, also die der Medien, findet nicht statt.
Die eigentliche Pointe dieser ganzen Nachbereitung ist deshalb ziemlich unerquicklich: Ausgerechnet dort, wo genauer hingeschaut werden müsste, wird vergröbert. Ausgerechnet dort, wo konkrete Schwachstellen, Abläufe und Verantwortlichkeiten interessant wären, triumphieren Symbolpolitik, Schlagzeilenlogik und moralische Überhitzung. Die lokale Frage, warum ein solcher Abend in Dresden so ablaufen konnte, verschwindet hinter der nationalen Pose, dass nun wieder über „den Fußball“ verhandelt werden müsse.
Vielleicht ist genau das die bequemste Form der Berichterstattung: Sie muss wenig wissen, kann aber nach sehr viel klingen. Sie muss nicht rekonstruieren, sondern nur aufblasen. Und sie kann sich dabei sogar noch einreden, besonders entschlossen oder klar zu sein – ohne den Blick auch auf sich selbst zu richten. Tatsächlich liefert sie nämlich oft nur das, was Täter, Hardliner und Fernsehroutinen gleichermaßen gebrauchen können: eine große Bühne, eine einfache Erzählung und die nächste Runde Erregung.
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Schöner, klarer Beitrag! Danke.
Gut analysiert, danke. Haupsache öffentliche Erregung ohne Substanz.
Im Doppelpass sollte man aber nicht unbedingt differenzierte Diskussionen erwarten. Gerade nicht wenn Calmund zu Gast ist. Alfred Draxler hat noch gefehlt zum vollständigen Bullshit-Bingo.
Ähnliches (undifferenziertes Aktionismusgelabere) passiert ja gerade auch in der Cannabis-Debatte: Dort hat sich der Innenminister schon im Vorlauf festgelegt („Scheißgesetz“) und negiert wissenschaftliche Erkenntnisse mit glatten Lügen.
https://www.uke.de/landingpage/ekocan/ver%C3%B6ffentlichungen/index.html
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/cannabis-bericht-102.html
Den Punkt, dass _die Medien_ nach Aufmerksamkeit, also Klicks, lechzen und darum ein großes Interesse an Eskalation haben, den verstehe ich noch gut. Diese Feststellung hat aber einen langen Bart und ist heutzutage bestensfalls basal. Übrigens sind auch Sie, Herr Reisin, Teil der Aufmerksamkeitsmaschinierie, auch wenn Sie sich klar gegen diese aussprechen.
Die viel entscheidendere Frage ist, warum es nur beim Fußball solche Ausschreitungen gibt und warum immer wieder. Warum wird man bei Waldhof Mannheim blöd angepöbelt, wenn man sich nicht eindeutig mit den einschlägigen Fanutensilien zeigt? Warum können dir Adler-Fans ganz friedlich mit den Fans des anderen Teams zum Auto laufen und dabei hoffen, dass sie beim nächsten Mal gewinnen? Warum muss es Polizeiketten und baulich getrennte Bereiche für Fans geben, als ginge es um den Transport und die Zwischenverwahrung von Schwerverbrechern, nur weil zwei Mannschaften Fußball spielen?
Diese leidige Rumgenöle von Fußballfanverstehern nervt einfach. Wenn die Fans und der Sport so toll sind, dann klärt die Sache doch endlich mal und zieht zielführende Konsequenzen. Fangruppierungen gibt es ja genug. Stattdessen machen alle Nichtfußballfans einen maximal weiten Bogen um jedes Stadion, jeden Fanzzug und jede Fußballkneipe, wenn mal wieder Heimspiel ist.
Jetzt sind die Pferde mit mir durchgegangen. Das „Rumgenöle“ nehme ich zurück. Sorry.
Nur das Jammern und Austeilen gegen die ach so böse Berichterstattung über Fanrandale, das ist dennoch unangebracht. Der Serientäter kann sich auch schlecht beschweren, dass immer alle nur auf ihn schimpfen. Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus.
„Sie muss wenig wissen, kann aber nach sehr viel klingen. Sie muss nicht rekonstruieren, sondern nur aufblasen. Und sie kann sich dabei sogar noch einreden, besonders entschlossen oder klar zu sein – ohne den Blick auch auf sich selbst zu richten. “
Das ist sehr treffend und gleichzeitig nicht erstaunlich, denn das ist genau der Modus in dem ‚über Fußball reden‘ meist passiert. Sei es in der Kneipe, auf dem Sofa, oder in der Sportberichterstattung. Das ist (fast) immer ein Raum in dem man(n). ohne dass es großartiges Hintergrundwissen erfordern würde, große Reden und große Emotionen inszenieren darf.
Wenn man das nur in seiner Freizeit tut, hat es vermutlich etwas kathartisches und man verlässt den Modus automatisch sobald man zurück kommt in die echte Welt.
Aber wenn man in diesem Modus beruflich tätig ist, dann ist es schon eine Herausforderung, von einer Spielwiese Fußball, auf der es um nichts reales geht und die reines Entertainment liefert, umzuschalten auf ein gesellschaftliches Massenphänomen Fußball das durchaus reale Auswirkungen hat und mit echtem Ernst betrachtet werden muss, nicht nur mit aufgebauschter Emotion.
Danke an Sid (und auch Soronume), ich sehe das ähnlich.
Herr Reisin, das ist ein erwartbar kluger und kenntnisreicher Kommentar, der nur leider an etwas Wesentlichem vorbeigeht. Man kann und sollte dieses und andere Ereignisse nämlich durchaus als pars pro toto für ein Gesamtübel diskutieren, nämlich dass erhebliche und dominante Teile der europäischen Fußballfankultur schlichtweg zum kotzen sind. (Europäische, denn in England, Italien etc. sieht es ja nicht besser aus. In manch anderen Teilen der Welt leider auch.)
Als Nichtfan kann es mir ja eigentlich egal sein, was im Stadion passiert, auch wenn ich Mitgefühl mit denen habe, die das alles dort gern anders zelebrieren würden. Aber es kotzt mich an, dass man in gewissen Städten – und bei Auswärtsspielen gewisser Vereine auch anderswo – immer, wenn Fußball ist, auf der Hut sein muss, um nicht in unangenehme Situationen zu geraten (euphemistisch gesagt). Dass öffentliche Verkehrmittel hinterher generalüberholt werden müssen, wenn diese Horden sie benutzt haben. Dass ganze Landstriche mit ebenso aggressiven wie hässlichen Graffiti überzogen werden. Dass aufwändige und teure Sicherheitskonzepte nötig sind. Das wahre Problem ist doch nicht, dass fahrlässig Heim- und Gästefans zu nah beieinander platziert werden, sondern dass überhaupt xx Meter Sicherheitsabstand nötig sind, damit sich das Gesindel nicht an die Gurgel geht!
Und das müsste ja alles nicht so sein. Man schaue sich die Fankultur im American Football an – ein so körperbetontes Spiel, dass es eigentlich Krawallos aller Art anziehen müsste, in einem Land, dessen Bewohner nicht unbedingt für grenzenlose Friedfertigkeit bekannt sind. Oder man scheue sich die europäischen Fans diverser anderer Sportarten an.
Ich weiß auch nicht, wie man diesen aggressiven, gewaltaffinen Teil der Fankultur ändern kann. Gewiss nicht durch ritualisierte Empörung, sicher auch nicht durch das drölfzigste Sicherheitspaket. Vielleicht wäre es zumindest ein Anfang, wenn die reflektierten Teile der Fankultur – dazu zähle ich Sie mal, Herr Reisin – das ewige Gejammer über die bösen Medien, die Politik und die Polizei ein bisschen runterschrauben und sich stärker dem eigentlichen Problem innerhalb der Fankultur widmen würden.
@Earendil: Ich sehe nicht, dass ich in eine inhaltliche Auseinandersetzung mit jemandem gehen müsste oder wollte, der/die von „zum kotzen“, „Horden“ und „Gesindel“ spricht. Ich wünsche einen angenehmen Tag ohne Fußballfans.
Tone Policing aus der „Tod und Hass dem S04“-Fraktion?
(von 1999: https://groups.google.com/g/de.rec.sport.fussball/c/F-fenOWuS5Q)
Und auf der Südtribüne stehen keine Nazis.