Journalisten machen Provokation zum PR-Erfolg für rechtsextreme Aktivisten

Es gibt Artikel, denen nimmt man ihre Überschrift schon nach dem ersten Satz übel. Dieser hier aus dem „Tagesspiegel“ ist so einer. Die Überschrift lautet:

Rechtsextremisten greifen Medienhäuser und Parteien an

Und während im Kopf sofort Bilder entstehen von randalierenden Neonazis, eingeschlagenen Fenstern, blutigen Überfällen, beginnt der Vorspann des Artikels mit dem Satz:

Mitglieder der Identitären Bewegung haben bundesweit Fassaden beklebt.

Pfffffff.

„Mit Plakat- und Flugblattaktionen behelligt“

Screenshot: rbb / Video: IB

Anhänger der rechtsextremen Gruppierung haben am Montag eine Aktion veranstaltet. An verschiedenen Gebäuden in der Bundesrepublik haben sie provozierende Propaganda-Poster aufgehängt und davor Steine und Gegenstände ausgelegt, die symbolisch für linke Gewalt stehen sollen. Vor dem Haus der „taz“ in Berlin kam es zu einem Handgemenge mit einer Mitarbeiterin.

Die Nachrichtenagentur dpa sprach von „Zwischenfällen“ und „Plakataktionen“; die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ schrieb in ihrer Dienstags-Ausgabe in einer kleinen Meldung formvollendet nüchtern, die Rechtsextremen hätten Medienhäuser und Parteien „mit Plakat- und Flugblattaktionen behelligt“.

Doch andernorts: helle Aufregung. Bei der Nachrichtenagentur epd lief die Berichterstattung den ganzen Tag unter der Überschrift:

Identitäre attackieren Redaktionsgebäude und Parteibüros

Der Branchendienst „Meedia“ und die „Berliner Zeitung“ berichteten:

Mehrere Unbekannte haben am Montagmorgen das Redaktionsgebäude der „taz“ in der Friedrichsstraße angegriffen.

Der rbb sprach von einem „Angriff“ auf die „taz“, tagesschau.de von einer „Attacke auf Parteien und Redaktionsräume“. Die stellvertretende Chefredakteurin der „taz“ nannte die Aktion einen „Versuch, Redaktionen zu bedrohen und damit einfach auch Pressefreiheit einzuschränken“.

Die Bundesgeschäftsführerin der Journalistengewerkschaft dju war in apokalyptischer Stimmung:

„Dieser konzertierte Angriff zeigt, wie bedrohlich die Situation für die Kolleginnen und Kollegen mittlerweile ist. Für die Pressefreiheit gilt mindestens Alarmstufe Gelb: Da gibt es dringenden Handlungsbedarf aller beteiligter Kräfte.“

Der Berliner Regierende Bürgermeister Michael Müller sagte:

„Die jüngste Aktion der sogenannten Identitären ist für alle Demokratinnen und Demokraten, die engagiert für unsere freiheitlich demokratische Grundordnung gegen Rechtspopulisten, Rechtsextreme, Antisemiten und Fremdenfeinde einstehen, ein Angriff auf ihre grundlegenden Werte. Ich verurteile dies auf das Schärfste.“

Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Berliner Abgeordnetenhaus Raed Saleh zog in einer Mitteilung alle Register:

„Die Angriffe auf politische und journalistische Büros und Einrichtungen im Herzen Berlins durch eine rechtsextreme Clique sind widerlich und kriminell. Hier wurde eine rote Linie überschritten. Der Rechtsstaat wird sich mit allen Mitteln wehren. Die Pressefreiheit ist elementarer Bestandteil unserer Grundordnung. Wir dulden keinen Angriff auf die Demokratie und deren Repräsentantinnen und Repräsentanten!“

Das ist grotesk übertrieben. Und es ist nicht hilfreich.

Provokationen, die von den Reaktionen leben

Journalisten, die das unerlaubte Anbringen von Plakaten als „Angriff“ oder „Attacke“ bezeichnen, machen sich lächerlich. Und da sie selbst hier die Zielscheibe der Aktionen sind, erwecken sie den Eindruck, dass sie bei der Beschreibung von Protestaktionen und Gewalttaten, je nach Hintergrund, mit unterschiedlichem Maß messen. Was, nicht zufällig, ein Vorwurf ist, den die rechtsextremen Aktivisten ihnen machen. Sie laufen ihnen also – wieder einmal – in die Falle.

Solche Aktionen der sogenannten „Identitären Bewegung“ (IB) sind Provokationen. Sie leben nicht von dem, was sie tatsächlich tun – das ist oft eher läppisch (im konkreten Fall: Plakate aufhängen, einen Haufen Steine aufschütten, irgendwas mit Kanthölzern). Sie leben von den Reaktionen, die sie damit auslösen. Von der Hysterie, der Aufregung, den Fehlern.

Je größer die Empörung, desto größer die Aufmerksamkeit, desto erfolgreicher die Aktion. Während die braven Demokraten sich angesichts irgendeiner neuen Dreistigkeit einen Hyperventilationswettbewerb liefern und nach den größten Superlativen greifen, geben sich die Rechtsextremen dann bewusst harmlos und verweisen darauf, dass sie doch gar nichts Schlimmes gemacht hätten. Mit etwas Pech wirken dann nicht sie extrem, sondern die, die sich über sie empören.

Damit das gelingt, sind sie auf Mithilfe ihrer Gegner angewiesen. Und die tun ihnen regelmäßig den Gefallen.

Ich habe keinerlei Sympathien für die IB, für ihre Personen, ihre Methoden, ihre Ziele. Ich kritisiere die Reaktionen der Medien nicht, um die IB zu verteidigen, sondern weil sie der IB in die Hände spielen.

Ich will auch nicht gegen eine „Wehret den Anfängen“-Strategie argumentieren. Natürlich ist es richtig, Rechtsextreme und ihre Ideologie so früh wie möglich zu bekämpfen. Dabei hilft es aber nicht, so zu tun, als wäre ein paar in ein Haus geworfene Flugblätter, einige Plakate, eine ungenehmigte Demonstration vergleichbar mit gewaltsamen „Attacken“. Die Herausforderung besteht darin, das Menschenverachtende der Idelogie dieser Leute voller Leidenschaft zu bekämpfen – aber das Lächerliche ihrer Demonstrationen auch mit angemessener Gelassenheit zu würdigen.

Fällt denn niemandem auf, wie merwürdig sich solche Sätze wie in „Meedia“ lesen:

Vor dem Redaktionsgebäude der Frankfurter Rundschau konnten die Täter bei ihrer Tat von der Polizei gestellt werden, berichtet die Zeitung. Dort sollen rund zehn Personen versucht haben, politisch motivierte Plakate aufzuhängen.

„Täter“, die von der Polizei „gestellt“ wurden und deren „Tat“ der Versuch war, „politisch motivierte Plakate aufzuhängen“? Die Polizei ermittle, dass ein „Verstoß gegen das Versammlungsrecht“ vorliegen könne – nun ja.

Die Hilflosigkeit im medialen Umgang damit beschreibt die „Berliner Zeitung“ heute ganz gut:

Am Montagmittag war davon an dem erst kürzlichen neu bezogenen taz-Gebäude allerdings kaum noch etwas zu sehen. Lediglich an einer Fensterscheibe neben dem Eingang befanden sich noch ein paar Klebestreifen, mit denen die Plakate der Identitären Bewegung befestigt worden waren. Wie die Spurenreste einer Trophäe wurden sie von einem taz-Mitarbeiter einem Kamerateam präsentiert. „Ich nehme alles an Bildern, was ich kriegen kann“, sagte die zuständige Redakteurin.

Rechtsextreme in der Rolle der Fact-Checker

Wer so hysterisch reagiert wie die Journalistengewerkschaft und wegen ein paar Plakaten die Pressefreiheit in Deutschland in Gefahr sieht, macht sich selbst winzig und den Gegner riesig – nichts kann er sich mehr wünschen. Wenn Journalisten schon von solchen Plakataktionen einzuschüchtern sind, muss man sich wirklich Sorgen machen um die Pressefreiheit in Deutschland. Das bedeutet nicht, tatsächliche Einschüchterungen und Bedrohungen nicht deutlich anzuprangern. Aber wer hört dann noch auf die Warnrufe von Journalisten, wenn sie schon bei jeder Behelligung in schrillsten Tönen aufschreien?

Ich will auch nicht die körperliche Auseinandersetzung vor der „taz“ herunterspielen. Ich habe keinen Zweifel, dass die Szene „aggressiv und bedrohlich“ war. Das körperliche Vorgehen gegen die Mitarbeiterin ist inakzeptabel und es ist richtig, dass die Polizei ermittelt. Aber es ist ein Problem, wenn dieser Vorgang erst in einer Weise geschildert wird, die mindestens im Detail falsch ist, was herauskommt, weil die IB-Leute natürlich die Szene gefilmt haben: Die „taz“ musste ihre Behauptung, ihre Mitarbeiterin sei „am Hals gegriffen worden“, inzwischen korrigieren (sie wurde trotzdem auch danach noch von epd verbreitet und findet sich heute unter anderem in „Bild“, „B.Z.“ und „Frankfurter Neuer Presse“).

Man kann jetzt einwenden, dass die Diskussion über solche Details von der Zumutung ablenkt, dass eine Journalistin da vor ihrer Redaktion auf dem Weg zur Arbeit von Rechtsextremen bedroht und körperlich angegangen wird, als sie gegen deren Propaganda-Aktion einschreitet. Das würde aber verkennen, wie verheerend die Logik der Auseinandersetzung ist: Journalisten müssen ihre übertriebenen Behauptungen nach Faktencheck durch Rechtsextreme revidieren.

Ich bin überzeugt, dass Gelassenheit die richtige Reaktion auf solche Provokationen ist – aber darüber kann man sicher streiten. Nicht darüber streiten kann man, dass Journalisten das, was passiert ist, möglichst genau und treffend beschreiben müssen – das gilt immer, aber besonders im Umgang mit Aufmerksamkeitsprofis und Scheinriesen wie den Leuten von der IB.

42 Kommentare

  1. Danke, guter Kommentar. Ich wünschte, alle würden mal etwas verbal abrüsten in der deutschen Medienlandschaft.

  2. Respekt, Herr Niggemeier!
    Ist die Identitäre Bewegung so etwas wie ein rechtes Zentrum für politische Schönheit?

  3. Dazu ist sie zu einfallslos, Herr Schnabel. Im Übrigen meine ich, dass es wirklich nicht not tut, über jeden rechtsextremen Wattebäuschchenwurf zu diskutieren.

  4. So fühlt es sich auch jedes Mal an, wenn mir der Springerverlag unaufgefordert eine „Gratis-BILD“ ins Postrohr steckt. Eine echte Attacke.

  5. Ich teile Herrn Niggemeiers Auffassung und finde die Reaktionen der meisten Medien überwiegend peinlich.

    Andererseits, wenn man liest und hört, dass die gestern behelligten sehr häufig aus der gleichen Ecke Ekel-Mails, teilweise Todesdrohungen und oft Gewaltwünsche an den Hals bekommen, kann man nachvollziehen, dass die Nerven vielleicht blank liegen und man deshalb überreagiert hat.
    Wenn das der Grund ist, dann kann man sich schon fragen, ob nicht die Aktion im Einzelnen, sondern die von Rechten aufgebrachte Stimmung im Allgemeinen schon eine Bedrohung der Pressefreiheit darstellt, weil diese Stimmung dafür sorgt, dass solche Überreaktionen leichtes Spiel haben.

    Trotzdem, gerade dann sollte man lieber einmal mehr nachdenken, bevor man eine Meldung in die Welt haut.

  6. Warum hat die „taz“ die Herren (und Damen?) von der Identitären Bewegung nicht hereingebeten und nach ihren Beweggründen gefragt?
    Daraus hätte sich doch ein Gespräch ergeben können.

  7. Sehr richtig, Herr Niggemeier. Wenn man sich ein bisschen mit der IB und deren Aktionsformen beschäftigt hat, kann man angesichts Reaktion gestern nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Besser hätte es aus IB-Sicht gar nicht laufen können…

  8. Haben denn Journalisten neben der zurecht geforderten Gelassenheit nicht noch anderes Werkzeug im Kasten, z.B. Humor, Ironie, Witz?
    Da sind Identitäre und andere dieser Sorte richtig empfindlich!

  9. Ich empfehle, den verlinkten Artikel auch zu lesen, Herr Schnabel. Falls Sie jemals, was bei Ihnen kaum zu befürchten sein dürfte, von Nazis bedroht werden und vergeblich auf Polizei-Hilfe warten.

    Übrigens dürfte sich die IB mindestens ebenso über den Kommentar von Stefan Niggemeier freuen wie über einige Überreaktionen.

  10. @13
    Ich nenne „Nazis“ nicht „Nazis“, weil es keine „Nazis“ gibt.
    Der aus dem Parteikürzel „NSDAP“ und seinen vielen deutschen Parteigenossen nach 1945 hervorgegangene Begriff ist falsch und führt zu nichts.
    Was es gibt ist: Völkisch-nationalistisches, rassistisches Denken.
    Bischen Blut-und-Boden schadet auch nichts und ausserdem, Herr Putin, hätten wir gerne Königsberg zurück. Wg. Kant:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant
    ‚mal Frau Weidel, v.Storch oder Herrn Gauland fragen.
    Danke für’s mitlesen…
    Die AfD’ler sind unter uns, waren es immer. Früher nach drei Bier nur in der veräucherten Kneipe. Heute ganz ungeniert offen, gesellschaftlich akzeptiert.
    Das macht mir Sorgen…

  11. @ Theo #13
    „Ich empfehle, den verlinkten Artikel auch zu lesen“
    Empfehle ich auch dringend. Da konstruiert jemand ein Recht, wegen eines Mordes Jahrzehnte später Dritte, die mit dem Mord gar nichts zu tun haben, mit Gewalt anzugreifen.
    Als kleines Gedankenexpriment empfehle ich Ihnen, darüber nachzudenken, welche politische Gewalt sich durch viel aktuellere Morde wie die in Bad Kreuznach, Jena oder Wien (Sie wissen schon) rechtfertigen ließe. Vielleicht kommen Sie dann darauf, wie volksverhetzend und verfassungsfeindlich der taz-Artikel von der ersten bis zur letzten Zeile ist.

  12. Andreas Müller,

    dass tödliche Angriffe ohne politischen Hintergrund (Bad Kreuznach, Jena, Wien) bei Nazis Gewalt gegen Unbeteiligte auslösen, ist ja gerade das Problem. Dass Sie das auf eine Stufe stellen mit Menschen, die durch politisch motivierte Gewalt bedroht werden (und die sich von der Polizei nicht genügend geschützt fühlen), spricht für sich. Es ist Teil eines Whataboutism, der charakteristisch ist für die rechte Szene und ihre Apologeten.

  13. @ Theo #16
    Es ist charakteristisch für die linke Szene zu behaupten, dass Bad Kreuznach, Jena, Wien Gewalt gegen Unbeteiligte auslösen, obwohl es als Reaktion auf diese Fälle bisher gar keine und auch auf zu viele ähnliche Fälle der letzten Jahre erfreulich wenig Gewalt gegeben hat, lediglich politische Proteste und Äußerungen, die u.a. von Ihnen mit Gewalt gleichgesetzt werden. Sie rechtfertigen also reale, direkte Gewalt gegen Leute wie Magnitz, Junge, Reil, Petry (die Reihe ist lang) weitgehend durch imaginierte Gewalt, der diese Gewaltopfer noch nicht einmal selbst das Wort reden müssen. Sehr gefährlich!

    In Ihrer Argumentation unterschlagen Sie auch ein grundsätzliches Problem: Wenn Gesellschaften mit einem niedrigeren und solche mit einem höheren Niveau privater Gewaltanwendung aufeinandertreffen, wird die Reaktion der ersteren immer in irgendeiner Form politisch sein (müssen), wenn sie sich der ihr im Ausmaß fremden privaten Gewalt nicht einfach unterwerfen will.
    Nun definieren sich aber die europäischen Gesellschaften gerade durch einen massiven Rückgang privater Gewalt seit dem 16. Jh :
    https://hintermbusch.wordpress.com/2018/01/05/die-europaeische-kultur/
    Und das höhere Gewaltniveau („Macho-Kultur“) der Herkunftsländer der Migranten betont ja auch immer wieder zB Prof. Christian Pfeiffer. Auch Pfeiffers Vorschläge gegen diese Gewalt sind übrigens viel politischer als diese Gewalt selbst. Notwendig.
    Sie aber versuchen, die echte, überwiegende Gewalt in diesem asymmetrischen Konflikt durch den Kampfbegriff des ‚politischen Hintergrunds‘ schlicht und einfach wegzudefinieren und zur Marginalie zu erklären. Dabei geht der eigentliche Konflikt um die Frage, ob und wie unsere Gesellschaft dem plötzlich wieder höheren Maß an privater Gewalt (und den Kulturen, die diese tragen) standhalten kann, um das mal ganz ergebnisoffen zu formulieren.

  14. Es gibt nicht nur importierte Gewalt in Deutschland, sondern auch heimatgewachsene wie RAF und NSU und deren Nachahmer.

  15. Genau, Gewalt aus Bodenhaltung. Blut und Boden, anyone?

    Jedenfalls gibt’s leider schlimmeres als Plakate, da sollte man diese Plakataktion schon als „behelligen“ bezeichnen, um für hoffentlich nicht eintretende, aber mögliche Eskalationsstufen noch Luft nach „oben“ zu haben.

  16. Andreas Müller,

    wie man es schafft, in einem Thread zum Thema rechte Übergriffe plötzlich über Migranten-Gewalt zu diskutieren… das ist dann ihre ganz spezielle Form von ergebnisoffenem Formulieren. Andere nennen so etwas Derailing. Das ist die zweite wichtige Methode rechter Apologeten, welche Sie ja hier in diesem Board kontinuierlich seit Jahren betreiben – immer wieder assistiert von Gesinnungskameraden (übrigens der Grund, warum ich kaum noch Lust verspüre, mich an den Diskussionen auf Übermedien zu beteiligen – irgendwann ist man es wirklich „über“.)

  17. @ Theo #20
    „Thread zum Thema rechte Übergriffe“
    Falsch. Artikel und Thread sind zum Thema Provokationen und Überreaktionen. Dafür darf ich auf die Überschrift und Ihren Beitrag #13 verweisen.
    Das Derailing haben auch Sie selbst in #16 unternommen.

  18. Wie hätte es wohl ausgesehen hätte die taz getitelt „IB hält sich für witzig – und wird handgreiflich“? Und im Text vielleicht noch erwähnen, dass sie den Angriff auf ein hohes Mitglied der AfD anscheinend auch für lustig halten.

  19. #21: „Das Derailing haben auch Sie selbst in #16 unternommen.“

    ‚Selber, selber‘ – ein weiteres Grundmuster der knallrechten Derailer (auf dem Niveau von 5-jährigen).

  20. #27: Ja. Jetzt fehlt nur noch das ebenfalls infantile ‚die andern aba auch‘. Zieren Sie sich nicht.

  21. Hier sind die „Linken“ „Opfer“ und zuletzt bei dem Angriff auf den AFD-Mann waren dann die „rechten“ „Opfer“. Bei beiden medialen Schilderungen wurde „gerne“ übertrieben. Ist mal jemand auf die Idee gekommen, das es weniger politisch motiviert ist sondern das manche Medien sich erhoffen damit einfach mehr Geld zu verdienen weil es sich durch Übertreibung besser verkauft. Ich glaube es handelt sich dabei um ein ganz klassisch kapitalistisches Problem, vielen steht offensichtlich das Wasser bis zum Hals. On Top kommt dann noch das Instrumentalisieren für die eigenen Überzeugungen. Beides addiert sich dann zu einem Hyperventilieren das mich als Medienkonsument nur noch nervt und ich mir zunehmend mehr Enthaltsamkeit beim Medienkonsum verordne.

  22. @30: Interessant ist ja eher, dass „die Rechten“ aus der Opferrolle auf linker und rechter Seite anscheinend einen kommunikativen Erfolg erzielen können.
    Hier ist der Stohmann „(…) davor Steine und Gegenstände ausgelegt, die symbolisch für linke Gewalt stehen sollen.“

    Äquivalent zu dieser Aktion wäre, als linke Vereinigung Hakenkreuze auf öffentliche Fassaden zu sprühen und dann zu sagen „Wir wollen ja nur symbolisch auf rechte Gewalt hinweisen“.
    Die mediale Reaktion möchte ich mal sehen. Ne, doch nicht.

  23. Um das noch mal klar zu sagen:
    Hier haben Rechte eine Tat begangen und es trotzdem geschafft, sich als Opfer linker Gewalt zu inszenieren.
    Muss sich jeder Medienschaffende vielleicht mal an die eigene Nase fassen, wie das passieren konnte.

  24. @32 was sie schildern ist das Ergebnis dieser Berichterstattung. Meine These: Aus wirtschaftlichen und ideologischen Gründen wird übertrieben und das es scheinbar EGAL ist was man damit anrichtet bzw. wem man damit in die Hände spielt. Siehe Relotius, seine Motivation war scheinbar ziemlich ökonomisch geprägt.

  25. Bin da ganz bei Ihnen, außer dass ich die ideologischen Gründe garnicht so hoch einschätze. Außer halt bei stark Ideologie-geprägten Medien (z. B. Compact Magazin, TAZ, Greenpeace Magazin). Aber das fällt ja auch direkt auf dann.

    Wettbewerbsdruck erzeugt Veröffentlichungsdruck.
    Und AfD verkauft sich immer, weil es eine Kontroverse verursacht.
    Genau wie Trump.
    Die einen geilen sich dran auf, die anderen reiben sich dran auf.
    Cui bono: Der, über den gesprochen wird.
    Aufmerksamkeitsökonomie halt.
    Aber Sie haben bestimmt auch die Lobo-Kolumne gelesen ;)

  26. #29: „@ SomeonesLaughter“

    Süß. Auch Sie sind auf dem rechtsaußen gepflegten Niveau von 5-jährigen. Danke für den Beweis.

  27. Identitäre. Ziemlich kleine Gruppe. Aber halt mit Konzept. Aktionsformen entwickelt nach dem Vorbild der Apo. Das angesprochene „Hyperventilieren“ ist das Ziel. „Demaskieren“ der wahren Verhältnisse wie in den 60ern das Hochamt. Funktioniert nur, wenn der Mainstream und seine Medien die Verstärkerrolle selbst übernehmen. Damit das klappt, muss die Gegenseite ihren eigenen kognitiven Dissonanzen und den daraus resultierenden Reflexen bereits weitgehend wehrlos und reflektionsverhindert ausgeliefert sein. Ähnlich wie bei der „Hetzjagd“ zeigt sich hier im konkreten Fall, dass diese Vorbedingung voll erfüllt ist. Und auch, dass die Mehrheit der professionellen Medienelite längst ihren eigenen Reflexen ausgeliefert ist und auf so was reagiert wie blutige Anfänger. Und zwar immer wieder und wieder und… aber so ist das eben, wenn man nur noch die eigene Blase als Referenz kennt und vor allem weiß, in welche Richtungen man in seinem Tendenzbetrieb gedanklich nicht zu weit gehen sollte, wenn man da was werden oder bleiben will (Oder in jedem anderen großen Medienunternehmen)

    Schönes Beispiel, welche Blüten sowas produziert:
    „Hier haben Rechte eine Tat begangen“..

    An einer niedrigen einstelligen Zahl von Fassaden Poster aufgehängt, oder habe ich was verpasst? Damals, als es gegen AKW’s und Atomkrieg ging, war ich demnach Serientäter, der gar nicht mehr aufhören konnte, permanent „Taten“ zu begehen. Mindestens so gemeingefährlich und gewaltätig wie damals die Apo, die gar einen US-Präsidenten mit Pudding verjkenseitigen wollten.

    „und es trotzdem geschafft, sich als Opfer linker Gewalt zu inszenieren“

    Wo haben sie das jetzt her? Aus den Mainstreammedien aber nicht, oder? Bei all den Aberwitzigkeiten: Die von der Sie hier erzählen, habe ich gar nicht bemerkt.

    „Muss sich jeder Medienschaffende vielleicht mal an die eigene Nase fassen, wie das passieren konnte.“
    Haben Sie gerade die Finger an Ihrer Nase? Da sollten sie sein. Alleine schon dieser Zwang, hier fürs Aufhängen von Plakaten ein Wort aufzupfropfen, das mit Verbrechen und Gewalt assoziiert sollte Sie dazu veranlassen, auch die andere Hand zur Nase zu führen.

    Herrjeh. Wenn ich sehe, wie leicht es für die Rechtsextremen ist, hier die konformistische Mitte vor sich herzutreiben, sollte ich vielleicht dochmal eine beschleunigte Auswanderung erwägen. Da kann man ja jede Hoffnung verlieren.

  28. Ich habe nur den Symboltroll verabschiedet, der sehr erstaunt war, dass das bekleben fremder Fassaden strafbar ist, egal ob man Anti-Atom-Vorzeigegrüner in den 80ern war oder Identitärer in 2019 ist.
    Ich habe mir ja sogar das „Straf-“ gespart, um nicht allzu provokativ rübezukommen. Hat nicht geklappt.
    Da ich mich ja nun doch inhaltlich äußere: Ich bin kein Medienschaffender.
    Und ja, natürlich gab es die Lesart „Die wollten nur auf Linksextremismus hinweisen“. Und nein, ich werde das hier nicht verlinken, weil ich nicht das Copy-Paste Äffchen bin.
    Generell ist „habe ich gar nicht bemerkt.“ kein Indiz dafür, ob es tatsächlich existiert.
    Ob ich als Beispiel einer „vor den Rechtsextremisten getriebenen, konformistischen Mitte“ geeignet bin, halte ich auch für mehr als fraglich.

    Schönes Wochenende den 3-5 Menschen, die das hier jetzt noch lesen.

  29. Wow Max. So erfüllt von den eigenen, furchtbar starken Meinungen, und dann schnell weg, wenn man den Realitätscheck einfordert.
    Woher kennen wir das? Ach ja: Von rechten Phrasendreschern, wenn die mal an jemanden geraten, der sie mit Fakten und Tatsachen konfrontiert oder solche einfordert.

    Natürlich noch mal schnell ein trotziges „Trotzdem!“ geschmettert, bevor man sich verdrückt, nur keine weitere identitätserschütternden Zumutungen mehr hören. („Tschüss“)
    Ihre Sorte hat völlig verlernt, gegen Rechte und jeden anderen grundsätzlicheren Widerspruch zu argumentieren. Das Lieblingsfallobst rechter Populisten.

    Dazu erneut ihre haarsträubenden Kriminalerphantasien. Schlimm: Massenhaft Straftaten von Flüchtlingsfreunden, die „Refugees welcome“-Aufkleber an kommunalem und privaten Eigentum anbrachten.

    Und ja, damit repräsentieren Sie perfekt den neuen neoprogressiv-antisozialen Konformisten-Mainstream. Ganz groß im Eintreten offener Türen, aber auch nur da.

    „Ob ich als Beispiel einer „vor den Rechtsextremisten getriebenen, konformistischen Mitte“ geeignet bin, halte ich auch für mehr als fraglich.“

    Wusste Spießer Alfred, dass er ein Spießer ist?

    Ich würde ja zu gerne mal dabei zuhören, wie Sie mit einem Durchschnitts-Identi ihre Straftaten-Attentatsphantasien verargumentieren. Der Identi leckt sich jetzt schon die Finger danach.

    Ihre „Lesart“ ist übrigens auch sehr kurz gesprungen. Die Identis gehen gezielt argumentative Schwächen, Doppelstandards und Heuchelei des Mainstream an, die jener gerne verdrängt. Die erkennt man z.B. am Flucht-„Tschüss“.
    Meinen Glückwunsch, Siue haben meine resignierten Seufzer in wenigen Worten nochmal vollumfänglich bestätigt.

  30. „Die Identis gehen gezielt argumentative Schwächen, Doppelstandards und Heuchelei des Mainstream an, die jener gerne verdrängt.“

    Nö.

    Aber das i am Ende von „Identi“ haben Sie gut getroffen, nur der Rest des Wortes stimmt nicht so ganz.

    Humanität ist kein Doppelstandard und Demokratie keine Heuchelei.

  31. @40:
    „und dann schnell weg“
    Hä, bin doch garnicht weg?!
    Sie haben sich doch verabschiedet, nicht ich. Ich habe Ihnen tschüss gesagt, wegen Auswanderung und so. Wenn Sie meinen, eine interne Debatte von extern lösen zu können, bitte.
    Wohin geht’s denn, zur neoliberalen Hippie-Koksparty nach Ibiza, zum alt-68er Lavastrand nach Teneriffa oder doch lieber so echt 70er nach Marokko oder Beneficio an der spanischen Küste?
    Oder ein kleines Häuschen in Nordfrankreich?

    „Schlimm: Massenhaft Straftaten von Flüchtlingsfreunden, die „Refugees welcome“-Aufkleber an kommunalem und privaten Eigentum anbrachten.“
    Ob „Schlimm“ muss jeder selber wissen. Fakt ist, dass Aufkleber kleben auf Dinge, die mir nicht gehören, eine Straftat ist. So what.

    „Das Lieblingsfallobst rechter Populisten.“
    Och, das glaube ich nicht.

    „Wusste Spießer Alfred, dass er ein Spießer ist?“
    War Spießer Alfred ein Spießer oder verkaufen sich Stereotype in Comedy einfach gut? Vielleicht war er ja auch ein traumatisiertes Kriegsopfer, dass seine Gefühle nicht anderweitig kundtun konnte. Scheiß Doppelstandards aber auch.
    Dazu empfehle ich, nochmal die letzte Folge „Schlußwort“ zu gucken.

    „Und ja, damit repräsentieren Sie perfekt den neuen neoprogressiv-antisozialen Konformisten-Mainstream.“
    Womit? Mit meinem Hinweis, dass Sachbeschädigung scheiße und strafbar ist?

    „Die Identis gehen gezielt argumentative Schwächen, Doppelstandards und Heuchelei des Mainstream an, die jener gerne verdrängt.“
    Eben drum ist es ja so wichtig, keine Doppelstandards zu haben, z. B. bei der Beschädigung von fremdem Eigentum.

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