Ermittler stellen Recherchematerial der „Zeit“ sicher

„Ich kann die Motivation des Gerichts nachvollziehen, aber es ändert nichts daran, dass es das nicht darf“

Das Landgericht Hamburg lässt nach der Veröffentlichung eines „Zeit“-Podcasts Recherchematerial sicherstellen. Die „Zeit“ und viele andere sind entsetzt und sprechen von einem „Angriff auf die Pressefreiheit“. Auch Gerichtsreporter Jakob Hoffmann hält die Begründung des Gerichts für nicht rechtens und erklärt, welche Auswirkungen der Podcast und die Sicherstellung der Aufnahmen auf den Strafprozess haben.
„Zeit“-Verlagsgebäude am Speersort in Hamburg
„Zeit“-Verlagsgebäude am Speersort in HamburgFoto: Imago / Jürgen Ritter

Das gab es noch nie bei der „Zeit“: Ermittler standen diese Woche in der Redaktion in Hamburg und vor der Haustür der Kriminalreporterin Anne Kunze und forderten die Herausgabe von Recherchematerial. Sie stellten Audiodateien sicher, die Kunze für ihren True-Crime-Podcast „House of Block“ über den Entführungsfall in der Familie Block gesammelt hatte. Darin sind unter anderem eines der Opfer, ihre Schwester, ihr Vater und dessen Ehefrau wenige Tage nach der Entführung zu hören. Das Landgericht Hamburg sieht darin wichtiges Beweismaterial, die „Zeit“ und viele andere Beobachter allerdings einen eindeutigen „Angriff auf die Pressefreiheit“.

Jakob Hoffmann begleitet als Gerichtsreporter den Prozess um die Entführung, der seit mehr als 80 Tagen am Landgericht Hamburg läuft. Im Übermedien-Interview erzählt e…

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