Das ganze Gedöns (7)

Wie Mann zum gefragten „Erziehungsexperten“ wird

Generationenforscher Rüdiger Maas gilt in Medien als Ratgeber für Erziehungsfragen, obwohl ihm Expertise fehlt. In der Branche der Berater und Speaker gehöre solches Hochstapeln eben zum Handwerk, finden manche. Aber warum greifen Journalisten ausgerechnet bei Erziehungsthemen so oft auf fragwürdige Fachleute zurück?

Rüdiger Maas hat für Eltern viele Tipps parat. Man solle seine Kinder nicht andauernd bespaßen, sondern ihnen auch mal Langeweile zumuten, rät er. Oder mal in die Natur gehen, bei Wehwehchen lieber die eigene Mutter fragen als Dr. Google, das Handy öfter weglegen und dem Nachwuchs mehr zutrauen, zum Beispiel den Schulweg auch allein zu schaffen.

Diese Ratschläge sind so banal, dass man sich fragen kann, wie Maas es damit geschafft hat, zu einem landesweit hofierten Experten zu werden. Die Antwort liegt aber nicht in seiner originellen pädagogischen Trickkiste, sondern in den Thesen seiner Bücher. In „Generation lebensunfähig“ (2021), „Glücklich durch Frust“ (2024) und „Generation arbeitsunfähig“ (2025) diagnostiziert er der gerade heranwachsenden Generation massive psychische Probleme und gibt dafür ihren überbehütenden Eltern die Schuld.

G…

Ein Kommentar

Einen Kommentar schreiben

Mit dem Absenden stimmen Sie zu, dass Ihre Angaben gemäß unseren Datenschutzhinweisen gespeichert werden. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.