Hasswort (68)

Wohlstandsverwahrlosung

Eigentlich meinte die Diagnose „wohlstandsverwahrlost“ mal emotional vernachlässigte Kinder und Jugendliche. Heute ist daraus eine Phrase für moralische Verkommenheit geworden – zum Beispiel für die „wohlstandsverwahrloste“ Gen Z.

„Kinder haften für ihre Eltern“, titelte der Spiegel 1992. Die Jugendkriminalität stieg in der BRD zu dieser Zeit stark an. Entsprechend drastisch fiel der Artikel aus. Es geht darin um „Neunjährige als Dealer, Zehnjährige als Straßenräuber, Elfjährige als Autoknacker“. Als Ursache rückte dabei auch familiäre Vernachlässigung in den Fokus – zunehmend selbst in wohlhabenden Familien. Schnell prägte ein Begriff den Diskurs über die jugendlichen Straftäter:innen: Wohlstandsverwahrloste.

Die vernachlässigten Kinder der Reichen

Knapp fünf Jahre später

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