KI-Bilder im Lokalen

Mit KI generiert, statt vor Ort fotografiert

Der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag bebildert regionale Themen mit KI-generierten Abbildungen. Die Motive sind transparent gekennzeichnet – und dennoch stellt sich die Frage: Was heißt das für den Lokaljournalismus, wenn Leser ihre Region im Blatt nicht wiedererkennen?
Diesen Jugendtreff gibt es nicht: KI-Bild bei shz.de. Ausriss: SHZ / Montage: Übermedien

Wenn es etwas gibt, mit dem Lokaljournalismus in diesen Zeiten punkten könnte, dann ist es Nähe und Präsenz. Denn in lokaler Berichterstattung schwingt immer auch die Botschaft mit: Wir sind hier für euch vor Ort. Ein Versprechen, das weder Google noch „Tagesschau“ geben können – und eines, mit dem Verleger und Chefredakteure entsprechend gerne Selbstmarketing betreiben. 

Insofern verwundert das Vorgehen von shz.de, dem Nachrichtenportal des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags. Denn da werden klassische Lokal- und Regionalthemen neuerdings auch mit KI-Werken bebildert. Statt des echten Jugendtreffs in Reinfeld wird ein KI-generierter Jugendraum gezeigt. (Die Gesichter der Jugendlichen sind übrigens trotzdem zensiert – was ein wenig so wirkt, als wolle man den Eindruck eines echten Fotos erwecken.)

Und es gibt weitere Beispiele: Statt ein…

2 Kommentare

  1. Lokale Medien befinden sich im Existenzkampf. Als Einnahmen fallen weg: Anzeigen für Immobilien, Stellen, Autos und anderes sowie Werbung (größtenteils). Es bleiben fast nur noch Abonnenten. Und die werden aus Geldmangel mit immer schlechteren Produkten (hier Fotos) abgespeist.

    Es ist eine traurige Abwärtsspirale. Und ich sehe leider keinen Weg, das zu ändern.

    Ist es der Tod des Regionaljournalismus? Vielleicht nicht.

    Ist es der Tod der Lokalzeitung? Ja, leider…

  2. https://uebermedien.de/34382/datenschnullis-mit-kapuzenpullis/

    Durch LLMs wird sich die Einseitigkeit der Bebilderung natürlich noch sehr viel stärker verschlimmern, weil jetzt jeder Depp einfach das gleiche Bild per Prompt erhält, statt Photoshop lernen und beherrschen (oder Geld für einen Grafikdesigner ausgeben) zu müssen.
    „KI“ (kommerzielle LLMs) saugen nur das Geld aus anderen (kreativen) Branchen heraus – Der (monetäre) Wert der (Design)leistung sinkt, während die Qualität der Kreativität ebenfalls leidet, weil nur Altes in neue Schläuche gepresst wird. Immer wieder. Am Ende werden wir Simulacren nicht mehr erkennen können, da das Referenzmaterial fehlt.
    Aber KI-Bild is‘ halt billiger. Da kann man nichts machen. Wirklich, absolut nichts. Es ist unvermeidbar, dass sich diese LLMs durchsetzen. Echt jetzt. Auch die nachträgliche EU-Legalisierung des extrem massiven Datenklaus, der für das Anlernen dieser Modelle begangen wurde, war unvermeidbar. Nichts konnte man da tun. Man hätte ja sonst den Anschluss verloren.
    Nicht nach oben schauen!

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