Nice & Nötig (6)

„Ich wollte radikal ehrlich sein“

Eigentlich ist es ganz einfach: Wer etwas falsch gemacht hat, entschuldigt sich. Journalist:innen scheint das oft schwer zu fallen. Dabei würde es das Vertrauen in sie sogar stärken, wenn sie Schnitzer erklären. In „Nice & Nötig“ erzählt der Journalist Felix Rohrbeck von seinen ganz persönlichen Fehlern. Und davon, was er für einen guten Umgang mit Kritik hält.
Podcast-Cover mit Felix Rohrbeck

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Warum tun sich Redaktionen oft so schwer damit, Fehler einzuräumen? Und bei Kritik auch mal zu sagen: Sorry, das ist nicht optimal gelaufen?

Felix Rohrbeck glaubt: Wenn Redaktionen öfter erklären würden, wie es zu Fehlern kommt, würden mehr Menschen den Medien wieder mehr vertrauen. Er hat ein Selbstexperiment gewagt: Auf einer Bühne an der Hamburger Reeperbahn hat er öffentlich davon berichtet, was er als Journalist schon falsch gemacht hat und heute bereut.

In dieser Folge von „Nice & Nötig“ geht es nicht um Rechtschreibfehler oder falsche Jahreszahlen, sondern um größere Schnitzer im Journalismus: Unausgewogenheit, Voreingenommenheit, Falschinformationen – und wie ein selbstkritischer Umgang damit aussehen könnte.

Felix Rohrbeck ist freier Wirtschaftsjournalist. In einem Fellowship beim Media Lab Bayern hat er sich ein halbes Jahr lang mit der Fehlerkultur im Journalismus beschäftigt. Er war an den Recherchen zu den Cum-Ex-Files beteiligt, damals noch als Redakteur bei der „Zeit“. Später gründete er zusammen mit Kolleg:innen das Journalismus-Start-up Flip und war bis Ende 2024 dort Chefredakteur. Er hat Volkswirtschaftslehre und Kommunikationswissenschaften studiert und ein Volontariat beim NDR absolviert.

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1 Kommentare

  1. Das ist ein ehrenwertes Ziel das der Mann verfolgt.
    Meiner Meinung nach ist Ehrlichkeit, nicht nur in den Medien, eine Grundvoraussetzung für Respekt und Vertrauen.
    Die Informationsquellen werden immer zahlreicher und damit wird es dir öffentliche Personen auch immer schwieriger Fehler geheim zu halten oder zu vertuschen. Und jedesmal wenn wieder nur Stückchenweise die Wahrheit bei irgendwelchen Behauptungen, Lügen etc herauskommt erodiert das Vertrauen in die betroffenen Personen und teilweise auch die Mitstreiter oder Organisation oder Branche die sie repräsentieren.

    Also ja, ich denke zu Fehlern zu stehen würde helfen Vertrauen zurückzugewinnen.

    Vor allem unsere Politiker sollten sich daran ein Beispiel nehmen.

    Und ich meine mich auch zu erinnern dass die Psychologie und sagt, wenn Menschen Fehler eingestehen sollten befürchten sie meistens eine negative Reaktion ihres Gegenübers. Aber in den meisten Fällen sind die Reaktionen positiv und verständnisvoll.
    Ich weiß leider nicht mehr wo ich das gelesen hab.

    Aber es gab da Argumente wie:
    Wenn man mal auf sich selbst schaut, werden die meisten gegenüber der Person die den Fehler eingesteht eher nicht urteilen und negativ reagieren sondern verständnisvoll und eher in Richtung – Respekt dass du so ehrlich bist.
    Außerdem vermittelt es Menschlichkeit und ein Handeln auf Augenhöhe.

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