Correctiv macht Privatleben von AfD-Frau zum „Sexskandal“

Eine Kandidatin der AfD für den nordrhein-westfälischen Landtag hat vor ein paar Jahren offenbar etwas Geld mit Sex verdient. Vielleicht war es nur ein „Taschengeld“, vielleicht eine angenehme Verdoppelung ihres Einkommens. Vielleicht war es weniger finanziell als erotisch motiviert: durch eine Art Fetisch, sich wie eine Prostituierte zu verhalten.

Man weiß es nicht genau, aber man muss es auch nicht genau wissen: Es ist ihre Privatsache.

Das Recherchebüro Correctiv hat sie gestern öffentlich gemacht und sprach von einem „Sexskandal“. Der Ruhr-Ableger von Correctiv pries den Text auf Twitter als exklusive Enthüllung an: „Spitzenfrau der Rechtspopulisten vermietete ihren Körper übers Internet“, hieß es, und: „Rechtspopulisten gehen mit Teilzeitprostituierten in die heiße Phase des Wahlkampfes“.

Verfasst wurde der Text von Correctiv-Gründer David Schraven und jemandem, der sich Georg Kontekakis nennt. Schraven bestritt auf Nachfrage, dass es sich dabei um Stefan Laurin handele, einen der Gründer des Bochumer Blogs „Ruhrbarone“. Dafür, dass der Autor sich hinter einem Pseudonym verberge, gebe es einen „sehr triftigen Grund“, den er nicht öffentlich nennen könne.

Worin genau der „Sexskandal“ besteht, lässt sich dem Artikel nicht entnehmen. Correctiv wirft der AfD-Kandidatin vor, dass sie ihren früheren Nebenerwerb in ihrer Kandidatenvorstellung bei der AfD nicht angegeben habe. Der Text verweist darauf, dass ihrer Partei „Minderheitenschutz weitgehend fremd“ sei und die Kandidatin intern „für ein traditionelles Familienbild“ stehe. Sie habe gesagt, die AfD sei „endlich eine Partei, die sich gegen die Gleichstellungspolitik und für echte Gleichberechtigung einsetzt“.

Die frühere sexuelle Betätigung der Kandidatin sei auch deshalb von Bedeutung, „weil sich die AfD gern als Saubermann-Partei darstellt“. Wer davon wisse, könne sie erpressen: „Egal, ob es ein Geheimdienst ist – oder ein politischer Gegner in den eigenen Reihen oder in den Reihen anderer Parteien.“

In diesem Sinne hat Correctiv der Kandidatin also einen Gefallen getan: Man kann sie jetzt nicht mehr mit Informationen über ihr Privatleben erpressen, weil Correctiv diese Informationen mit der Welt geteilt hat. Das ist sicher ein schwerer Schlag auch für den russischen Geheimdienst: In einer ersten Rechtfertigung betonte Correctiv.Ruhr auf Facebook, dass die AfD eine Partei sei, „die eh schon eine komische Nähe zum Kreml hat“.

Vor dem Hintergrund, dass die AfD „ein völkisches Familienbild zum Staatsauftrag erklärt“ hat, sei „der persönliche Lebenswandel einer AfD-Politikerin nicht privat sondern politisch“, schreibt Correctiv.Ruhr.

Das bedeutet wohl: Wer sich in der AfD engagiert, hat sein Recht auf eine Privat- oder Intimsphäre verloren.

In einem weiteren Text hat David Schraven heute die Veröffentlichung verteidigt. Um einen „Sexskandal“ soll es nun nicht mehr gehen: Das Wort sei „missverständlich“ gewesen. „Das hätte ich besser machen können“, schreibt Schraven und bietet die Möglichkeit einer Entschuldigung an: „Wenn das Wort jemanden stört, möchte ich mich dafür entschuldigen.“

Die Kandidatin, schreibt Schraven weiter, „steht für eine Partei, die sich gegen Gleichberechtigung und gegen die Emanzipation auch von Sexarbeiterinnen einsetzt.“ Sie habe ihre „Tätigkeit als Teilzeit-Prostituierte“ verschwiegen, weil sie sonst „vermutlich kaum auf den besten Frauenplatz der AfD-Landesliste in Nordrhein-Westfalen gewählt worden“ wäre.

Schraven sagt, an Prostitution sei nichts verwerflich. Er kämpft aber für das Interesse von AfD-Mitgliedern, die Prostitution als etwas verwerfliches empfinden, damit die nicht versehentlich eine Kandidatin wählen, die sich mal nebenbei etwas Geld durch Sex hinzuverdient hat. Das interpretiert den Gedanken des „aufklärenden Journalismus“, dem sich Correctiv angeblich verschrieben hat, schon extrem weit.

Der Correctiv-Artikel hat eine außerordentlich große Welle von Kritik von einer außerordentlich vielfältigen Zahl von Kritikern ausgelöst. Auf Twitter und Facebook und unter dem Artikel äußern viele Leser ihre Fassungslosigkeit über das Stück – darunter auch viele, die jeder Nähe zur AfD unverdächtig sind und zahlreiche Journalisten.

Der „Tagesspiegel“, der den Correctiv-Artikel gestern Abend zunächst im Wortlaut übernommen und veröffentlicht hatte, löschte ihn später wieder mit folgendem kryptischen Hinweis:

Der Text, der ursprünglich unter diesem Link erschien, war aufgrund eines redaktionellen Fehlers veröffentlicht worden. Deshalb ist er gelöscht. Wir bitten, dies zu entschuldigen.

Auch die Correctiv-Ruhr-Mutter Correctiv scheint ein winziges bisschen auf Distanz gegangen zu sein: Zwei Retweets des @correctiv_ruhr-Accounts wurden vom @correctiv_org-Account rückgängig gemacht. Auf eine Nachfrage dazu antwortete Correctiv nicht; auch nicht, ob im Vorfeld intern über die Veröffentlichung diskutiert wurde.

Die Sache ist ein gewaltiges Debakel für Correctiv. In rechten und ganz rechten Kreisen hat das Büro längst einen Ruf als bloßes Werkzeug, Meinungen und Positionen außerhalb des Mainstreams zu bekämpfen. Dieser Ruf beruht zwar zu einem großen Teil auf Missverständnissen und böswilligen Unterstellungen, wird aber durch Geschichten wie der vom angeblichen „Sexskandal“ natürlich bestätigt.

Gefährlicher ist für Correctiv, dass sich auch viele Unterstützter, natürliche Verbündete und Kollegen empört oder sogar angewidert zeigen. Viele klingen fassungslos.

Vielleicht hängt es mit der gewissen Breitbeinigkeit und Dickhodigkeit zusammen, mit der vor allem Correctiv-Chef David Schraven immer wieder auftritt, die der gewünschten Wahrnehmung als unabhängiges, grundsolides, seriöses Rechercheunternehmen im Wege steht. Vielleicht war es die Begeisterung dafür, das lukrative Hobby der AfD-Kandidatin sogar mit Screenshot vom Internetprofil dokumentieren zu können, die jede ernsthafte Abwägung verhinderte, ob diese Enthüllung von öffentlichem Interesse ist. Vielleicht ist es aber auch Ausdruck davon, wie sehr sich Correctiv dem – sicher gut gemeinten – Kampf gegen die AfD verschrieben hat – und diesem Ziel ethische Bedenken im Zweifel unterordnet.

Die Gründe, die Correctiv zur Legitimation der Veröffentlichung nennt, sind erkennbar konstruiert; ehrlicher wäre es gewesen zu sagen, dass der Redaktion im Kampf gegen die AfD jedes Mittel recht ist. Natürlich gibt es Beispiele dafür, dass das Privatleben von Politikern politisch ist. Das gilt umso mehr, je prominenter ein Politiker ist und je klarer sein privates Verhalten öffentlichen Forderungen oder Beteuerungen widerspricht. Dass sich die AfD-Kandidatin abfällig über Prostitution geäußert hätte, behauptet aber nicht einmal Correctiv.

Eine besondere Ironie ist es, dass Correctiv der AfD vorwirft, ein „Frauenbild aus den 50er Jahren“ durchsetzen zu wollen, gleichzeitig aber fünfzigerjahrehaft die sexuelle Betätigung der Kandidatin beschreibt und geißelt („vermietete ihren Körper übers Internet“), um sie skandalisieren zu können.

Der zögerliche und uneinsichtige Umgang mit der Kritik vergrößert den Imageschaden von Correctiv noch: Nicht einmal zu einer echten Bitte um Entschuldigung wegen des falschen Wortes vom „Sexskandal“ kann sich die Redaktion durchringen.

Ob sich der Ethikrat der Redaktion mit dem Thema befasst hat oder das noch tun wird, beantwortete Correctiv nicht. Dieses Gremium, in dem „zahlreiche angesehene Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens“ sitzen, soll darauf achten, „dass Correctiv den hohen ethischen Grundsätzen aufklärerischen Journalismus als wichtigen Beitrag für die demokratische Kultur genügt“.

Nachtrag, 11. Mai. Die AfD-Kandidatin hat beim Landgericht Düsseldorf eine einstweilige Verfügung gegen die Veröffentlichung des Artikels erwirkt.

 

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80 Kommentare

  1. All das was der AfD „vorgeworfen“ wird lässt sich auch auf die CSU übertragen. Inklusive Nähe zum Kreml.
    Freue mich auf zukünftige Recherchen im bayerischen Parteienumfeld.
    Pfiati.

  2. Generell zum thema: Nicht okay.

    Spezielle Fälle, in denen das ausdrücklich einen Widerspruch mit der Politik darstellt, wie z.B. Ted Haggard (evangelikaler mit Jahrelanger Callboy-action): Gut.

    Aber dann muss man halt auch irgendwie persönlich für eine Einstellung bekannt sein, nicht „nur“ mit einer Partei verbündet, die generell so dagegen ist. Eigentlich finde ich David Schravens Arbeit sehr gut, aber hier wurde echt nicht nur n bisschen daneben gegriffen.

  3. „Dickhodigkeit“ ist eine außerordentlich hübsche Formulierung. :)

  4. Schweinejournalismus, wie man ihn sonst vor allem von BILD und den bunten Heftchen her kennt.

    @ Jürgen Kühner: Ob dies in dieser Allgemeinheit stimmt, sei dahingestellt. Aber auch ich habe immer mal wieder gedacht: Upps, wenn das, was die CSU hier sagt und fordert, jetzt von der AfD käme, dann würde das aber einen Skandal geben und als Beleg für eine extrem rechte Gesinnung herhalten müssen.

    @ Stefan Niggemeier: Zu meiner Antwort an Jürgen kühner: Das wäre doch vielleicht auch mal ein spannendes Thema: Existiert hier tatsächlich ein Messen mit zweierlei Maß, oder scheint es nur so? Vorausgesetzt natürlich, dass auch Sie manchmal diese Eindruck haben.

  5. nicht das ich den correctiv – Artikel gutheißen möchte – seine Inspiration zieht er aber evtl. hieraus:

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article153334830/Vorwuerfe-gegen-AfD-Kandidatin-wegen-Escortservice.html

    „Die AfD steht für preußische Tugenden. Nun werden pikante Details einer Schweriner AfD-Stadtvertreterin bekannt: Petra Federau soll in Abu Dhabi für einen Begleitservice Schönheiten vermittelt haben. “

    Die Sache lag da sicher etwas anders, aber das Medienecho war doch ähnlich.

    Ich finde der correctiv – Artikel hätte als Charakterstudie oder Kandidatenprofil mehr gekonnt, das wäre hier hilfreicher gewesen – schließlich durften wir ja auch erfahren, das die Frau des Bundespräsidenten / Rabattkönigs ihr Hotelzimmer mit dem Weihnachtsgeld von Mutti bezahlen musste ;-)

  6. Ich habe correctiv einiges zugetraut, aber nicht diese „Dickhodigkeit“ auf dem schlüpfrigen Parkett. Schön auch das Argument von der Erpressbarkeit, das sich sicherlich sehr viel universeller nutzen ließe als nur für eine AfD-Kandidatin.

    @ Jürgen Kühner
    „lässt sich auch auf die CSU übertragen. Inklusive Nähe zum Kreml.“
    Wie lässt sich für die CSU die „Nähe zum Kreml“ belegen?

    @ LLL
    „wenn das, was die CSU hier sagt und fordert, jetzt von der AfD käme“
    Wie wäre es denn, wenn auf diesem Plakat AfD stünde und nicht CDU? Jedenfalls hat die Partei der Kanzlerin einen gesunden Humor und frischen Mut.

  7. Viel schlimmer ist, dass die Dame Heilpraktikerin ist und somit einen Anspruch auf alternative Fakten hat.
    Prostitution ist immerhin noch ein ehrliches Geschäft.

    Schraven hat doch erklärt, worum es geht. Um das Verschweigen einer Vortätigkeit zum Zwecke der eigenen Chancenerhöhung.
    Warum es „nicht okay“ sein soll, darüber zu berichten, verstehe ich nicht.

    Ich glaube dahinter steckt unser „Gutmenschen-Reflex“, auch die „andere Seite“ immer fair behandeln zu müssen.
    Und die kann sich dann wieder schön als Opfer inszenieren.

  8. @Anderer Max
    Welche Seiten meinen Sie?

    Wäre es auch okay, wenn die Frau Fleischereifachangestellte wäre oder in einer Moschee oder einem Islamverein arbeiten würde?
    Oder ist es doch nicht so, dass Sex gerade bei den alten Männern von Correctiv immer noch einen anrüchigen Charakter hat?

  9. @Anderer Max: Ob „Gutmenschen-Reflex“ oder nicht, wie soll man denn bitte glaubwürdig bleiben, wenn man NICHT die „andere Seite“ fair behandelt? Wie soll man sie denn sonst behandeln? Wer hat denn der Glaubwürdigkeit von Correctiv mehr geschadet, dieser Griff ins Klo oder der „Gutmenschen-Reflex“, ihn als solchen zu bezeichnen?

  10. Ach wie schön, grade erst den Originalartikel gelesen, davon erhöhten Blutdruck bekommen, und nun sehe ich dass sich Übermedien der Sache bereits angenommen hat. Zustimmendes Nicken zu SNs eloquenter Vernunft bessert die Laune sofort. ;)

    „Dieses Gremium, in dem „zahlreiche angesehene Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens“ sitzen, soll darauf achten, „dass Correctiv den hohen ethischen Grundsätzen aufklärerischen Journalismus als wichtigen Beitrag für die demokratische Kultur genügt“. “
    Na dann – an die Arbeit, wa?

    @7 AndererMax:
    Auch ich finde den Heilpraktiker-Hintergrund der Dame erheblich bedenklicher bzw. disqualifizierender für politische Verantwortung als ihr Prostitutions-Hintergrund. Aber:

    „Warum es „nicht okay“ sein soll, darüber zu berichten, verstehe ich nicht.“
    Echt nicht? Die bloße (frühere) Tätigkeit als Teilzeitprostituierte zum „Sexskandal in der AfD“ hochzujazzen, EXKLUSIV, mit Fotobeweis und breiter Auswalzung, in was für Szenebereichen sie so „Erfahrungen gemacht hat“… das ist alles seriöse Berichterstattung?

    Es ist nicht schwer zu merken, dass sich die Kritik nicht daran stört, dass berichtet wird wie die Frau ihrer Partei was verschwiegen hat (das Detail kommt in dem ganzen Artikel ohnehin nur kurz vor), sondern die Tatsache, dass der Artikel extrem reißerisch und boulevardesk ist, Prostitution skandalisiert (wie progressiv!) und das Privatleben der Frau unnötig ins Rampenlicht zerrt. Von einem Portal, das sich nicht nur seriösen, investigativen Journalismus auf die Fahnen geschrieben hat, sondern sogar für Facebook Fake News bekämpfen soll, erwartet man zurecht Besseres.

    „Ich glaube dahinter steckt unser „Gutmenschen-Reflex“, auch die „andere Seite“ immer fair behandeln zu müssen.“
    Klar, „die Guten“ können wenn sie möchten auch „endlich mal“ die „andere Seite“ unfair behandeln, gleiche Wahl der Mittel und so. Sie sind dann halt nur nicht mehr die Guten.

    „Und die kann sich dann wieder schön als Opfer inszenieren.“
    In diesem Fall verdammt nochmal zurecht!

  11. Nachdem ich mich jetzt auch durch die Originalartikel und die Kommentarstränge gekämpft habe, bleiben zwei Sachen hängen:

    1. Die Gnadenlosigkeit mancher Correctiv-Unterstützer. Ein mißlungener Artikel unter ich weiß nicht wie vielen und schon wird die Mitgliedschaft gekündigt. Wenn ich mein Übermedien-Abo wegen jedem verkorksten Artikel kündigen… aber lassen wir das!

    2. Als Destillat und unter Weglassung des Getöses um die Form bleibt für mich die Information übrig, dass jemand, der sich für ein öffentliches Amt bewirbt, als Prostituierte gearbeitet hat und dies im Lebenslauf nicht angegeben hat. Diese Tatsache ist für mich als Wähler potenziell interessant. Da ich jedoch die AfD nicht wähle, ist es für mich (zum Glück) irrelevant.

  12. „lässt sich auch auf die CSU übertragen. Inklusive Nähe zum Kreml.“
    „Wie lässt sich für die CSU die „Nähe zum Kreml“ belegen?“

    Na, wenn das Deutsche Leitmagazin schlechthin deren Parteivorsitzenden schlicht nur noch „Putins Helfer“ nennt, kann der politische Beweissicherungsprozeß doch als erfolgreich abgeschlossen gelten?
    Oder wollen Sie das etwa mit alternativen Fakten vernebeln?

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/horst-seehofer-besucht-wladimir-putin-kritik-aus-der-cdu-a-1137189.html

  13. @Frank Reichelt.
    Ernsthaft? Mal so grundsätzlich: warum sollte es überhaupt relevant sein, was jemand als Politiker in seiner Vergangenheit gearbeitet hat?
    Ich würde das ganze umkehren: das ist erstmal Privatsache, nur dann interessant, wenn es sich um strafbares handelt oder er in Interessenkonflikte gerät.
    Mich interessieren Lebensläufe von Kandidaten so sehr wie die Automarke die er fährt. Relevant ist die aktuelle Politik, die Ansichten, das Programm.
    Oder bringt das irgendeinen Erkenntnisgewinn die berufliche Vergangenheit zu kennen und hat sich damit je ein Wähler auseinandergesetzt?

  14. In nahezu allen Punkten d´accord, Stefan Niggemeier. Wäre nur noch hinzuzufügen, daß eine „gewisse Breitbeinigkeit und Dickhodigkeit“ auch Ihnen nicht ganz fremd ist. Daß Sie den David Schraven nicht leiden können, dürfte Ihnen nicht zum Nachteil gereichen. Weil das aber kaum noch zu übersehen ist, wäre mein Rat: lassen Sie das nicht zum Hauptmotiv werden.

  15. (Was denken sich Leute, wenn sie Sätze schreiben wie „Daß Sie den David Schraven nicht leiden können, dürfte Ihnen nicht zum Nachteil gereichen“?)

  16. at Stefan Niggemeier

    Was sich „Leute“ denken, weiß ich nicht. Wenn Sie mögen, können Sie aber gerne Ihre Frage präzisieren – vielleicht verstehe ich dann Ihre Reaktion etwas besser.

  17. Das war nicht verklemmte Spießigkeit, auch nicht aus dem Ruder gelaufener Kampf gegen die AfD sondern kühles Kalkül. Damit empfiehlt man sich als bestens geeigneter Empfänger von Steuergeldern, großzügig verteilt von Maas und Schwesig für den sogenannten Kampf gegen „Rechts“. Um unliebsame Meinungen mundtot zu machen ist unserer Regierung ja jedes Mittel recht. Da dürfen gerne auch ein paar kleine Schweinereien dieses Formats dabei sein.

  18. at Helmut Bühler

    Übermedien scheint in Ihren Kreisen zunehmend an Beliebtheit zu gewinnen. Solche Kommentare gab es früher seltener. Vielleicht ist das nur der Lauf der Zeit und es hat keine besonderen Gründe.

    Immerhin vermuten Sie hinter dem Pseudonym „Georg Kontekaki“ nicht den Bundesjustizminister himself – und Sie sprechen nicht vom „sogenannten Rechts“. Das muß man wohl heutzutage hier lobend erwähnen.

  19. Nun habe ich ein Déjà-vu: Vor gerade einmal zwei Monaten habe ich in einem Kommentar Bezug genommen auf den Fall des Berliner Abgeordneten Albert Eckardt im März 1990.

    http://uebermedien.de/13308/bild-startet-stimmigkeits-und-plausibilitaets-offensive/#comment-20577

    Albert Eckardt war beschuldigt worden, der Prostitution nachzugehen. Und seine Partei, die Grün-Alternative Liste argumentierte nicht etwa, daß es keine Rolle spielt, ob jemand Prostituierter ist oder nicht. Sondern sie lavierte herum und wollte abgrenzen, wann jemand Prostituierter ist und wann nicht.

    Damals im März 1990, da ist mir so richtig klargeworden, wie rückschrittig und konservativ die vermeintlich alternativen und progressiven Politiker tatsächlich sind.

    Ich habe es dann Anfang der 90er auch an der Uni gemerkt, wie zum Beispiel Frauen, die sich als Feministen ansehen, in Wirklichkeit ein total konservatives Rollenbild verinnerlicht haben, an dem sie ein bischen herumschrauben wollen, das sie aber gegen grundsätzliche Änderungen vehement verteidigen. Auch ihn vielen anderen Kleinigkeiten habe ich immer wieder wahrgenommen: Diejenigen, die am lautesten nach Veränderung rufen, wollen in Wahrheit den Status Quo erhalten und sich darin lediglich etwas besser positionieren.

    Es ist ein Vierteljahrhundert seitdem vergangen, und man könnte denken, die Menschen hätten sich weiterentwickelt. Aber nein, es ist immer noch so: Eine Gruppe, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, gegen Rechtspopulismus anzuschreiben, gegen das Festhalten an traditionellen Rollenbildern, gegen Schubladendenken und Vorverurteilungen, ist in Wirklichkeit total konservativ, verurteilt Menschen aufgrund überkommender (Sexual-)Moralvorstellungen, stellt also die traditionellen Rollenbilder gar nicht in Frage.

  20. „Dafür, dass der Autor sich hinter einem Pseudonym verberge, gebe es einen „sehr triftigen Grund“, den er nicht öffentlich nennen könne.“

    Für das Opfer nicht. So so. Und natürlich in jedem Artikel und jeder miesen Rechtfertigung dazu den Namen dieser Person weiter pushen.

    Sagen wir es mal so, Correktivs Beiträge zur AfD sind alle handwerklich nicht sonderlich fabelhaft. Man muss sich vom Affekt frei machen. Wenn Du schon gegen jemanden bist, und das nicht verbergen kannst, muss Du es 300% genau treiben, aber statt dessen arbeiten die Redakteure von Correktiv im Thema AfD extra schlampig. Das war beim Parteiprogrammentwurf so, das ist beim Positionscheck so. Mann, Mann, Mann, Schraven…

    Es könnte ja sein, dass diese Frau eine Familie hat… Kinder, Enkel usw. Oder sonstige „sehr trifftige Gründe“. Aber der Schmierfink darf alles, die Kandidatin der falschen Partei nichts.

    Wollen wir es wirklich, dass Sifftwitterer und die Netzgüllefahrer anfangen Journalisten und Redaktionsmitarbeiter mit ihren GayRomeo Profilen zu outen?

  21. Schraven?
    Ah:

    David Schraven @David_Schraven

    @Jochen diverse Sichtweisen in der Zeit sind gut. Aber es wär besser zu sagen, dass Moritz Gathmann für Russlands Propagandadienst schafft
    17:01 – 8 Mar 2014

    Jochen Wegner

    @Jochen

    .@David_Schraven Danke. Wir haben dies unter den Beiträgen kenntlich gemacht und die Zusammenarbeit beendet.
    19:14 – 8 Mar 2014

    http://meedia.de/2014/03/12/zeit-online-und-der-fall-gathmann-wenn-aus-prinzipientreue-prinzipienreiterei-wird/

    „Und Schravens Verhalten, so Stieber, grenze “schon an Rufmord”, gibt er bei Newsroom.de zu Protokoll.“

  22. Hallo Herr Niggemeier,
    Es sind ja schon einige Vergleiche mit anderen Politikern gemacht worden. Ich würde denen gerne noch einen hinzufügen. Erinnern Sie sich noch an diesen Artikel von 2012:
    http://www.stefan-niggemeier.de/blog/13674/der-ewige-junggeselle-peter-altmaier-und-die-selbstzensur-der-taz/

    Mir ist er sofort eingefallen, als ich den Beitrag oben gelesen habe. Daran können sie vielleicht erkennen, wie sehr ich mich damals darüber aufgeregt habe. Ausgerechnet ein Bildblogger, wo die sich doch sonst immer auf die Seite der Promis stellen, deren Privatleben in die Öffentlichkeit gezerrt wird.
    Sie deuten ja oben Gegenargumente zu derartigen Vergleichen bereits an:

    „Natürlich gibt es Beispiele dafür, dass das Privatleben von Politikern politisch ist. Das gilt umso mehr,
    je prominenter ein Politiker ist und je klarer sein privates Verhalten öffentlichen Forderungen oder Beteuerungen widerspricht. Dass sich die AfD-Kandidatin
    abfällig über Prostitution geäußert hätte, behauptet aber nicht einmal Correctiv.“

    1. Ein Minister ist viel prominenter als eine Kandidatin auf einer Wahlliste.
    2. Die AFD-Kandidatin hat noch bei keiner Abstimmung zu Prostitution mitgemacht.
    3. Die sexuelle Orientierung ist viel wichtiger als ein Beruf.

    Damit wir uns diesen Zwischenschritt sparen, 3 Gedanken als Antwort darauf:

    1. Kein Politiker ist so wichtig, dass er mir Rechenschaft über sein Privatleben schuldig ist.
    2. Wenn einzig die Teilnahme an diesbezüglichen Abstimmungen schon reicht um befangen zu sein, dann kann man auch den Beruf als Prostituierte thematisieren, denn schließlich werden im Landtag auch zu diesem Thema mal Gesetze verabschiedet, da muss die betreffende Kandidatin sich dann selber noch nicht einmal äußern oder in einem Ausschuss dazu gewesen sein.
    3. Ein Beruf ist wichtiger als sexuelle Orientierung. Als Prostituierte zu arbeiten kann man sich aussuchen, schwul sein nicht.

    Verstehen Sie mich nicht falsch: In dem Artikel oben argumentieren sie gut und richtig. Ich wünschte nur, dass Sie das damals auch schon getan hätten.

    Halten sie mich jetzt für nachtragend? Hoffentlich nicht.

  23. Hmm, heißt das jetzt: „Auch in einer extrem konservativen Partei wie der AfD gibt es Leute, die mal Fünfe grade sein lassen können, yay!“ oder: „Auch Menschen, die traditionelle Familienbilder nicht direkt hochhalten, können der AfD was abgewinnen, Mist!“

    Ach, und in der PDS war sie auch mal, ’94-’96.
    Kann es eigentlich sein, dass ihre Vorgeschichte parteiintern ein offenes Geheimnis ist, und sie trotzdem auf Listenplatz 10 kam, oder deswegen, weil die AfD nicht mit so vielen Mandaten rechnet?

  24. Der Text über Peter Altmeier ist anders. Da geht es darum, daß Peter Altmeier die Presse für eine Homestory einlädt, sie also privat zu sich nach Hause holt, und wie er dann um einen Aspekt dieses Privatlebens herumlaviert. Es geht insbesondere darum, daß er nicht nur ein Chance vertut, Schwul- und Lesbischsein offensiv als gleichberechtigt darzustellen, sondern daß er sogar mit seinem Abstimmungsverhalten dagegen opponiert.

    In dem Correctiv-Artikel geht es nicht darum, Prostitution als gewöhnlichen Berufsweg zu akzeptieren. Er ist keine Aufforderung, offensiv zu diesem Beruf zu stehen. Sondern dieser Beruf wird von den Autoren des Artikel als schwerer Makel angesehen und gebrandmarkt.

    Man vergleiche diesen Artikel über Iris Dworeck-Danielowski doch mal mit der allgemeinen Berichterstattung über Alice Weidel: In beiden Fällen ist die Aussage richtig, daß das Leben der betreffenden Politikerin wohl nicht im Einklang mit den Moralvorstellung der meistens Parteimitglieder steht. Doch während die Journalisten, die über Alice Weidel schreiben, die lesbische Orientierung als gesellschaftlich akzeptiert ansehen und die Position in der Partei kritisieren, sehen die Journalisten von Correctiv, die über Iris Dworeck-Danielowski schreiben, den Beruf als Prostituierter (ich benutze hier aus Gründen der Gleichstellung zu anderen Berufen das generische Maskulinum) nicht als gesellschaftlich akzeptiert, sondern als großen Skandal an. Das ist der große Unterschied zwischen der Berichterstattung über eine sexuelle Orientierung und über einen sexuell konnotierten Beruf.

  25. Ich würde gerne nebenbei anmerken wollen, dass die AfD nicht gegen die Gleichberechtigung, sondern gegen ihr EXTREM in der Form der Gleichmacherei a’la „Gender Studies“ ist. Ist schon ein inhaltlicher Unterschied, wie ich finde. Wäre die AfD nämlich tatsächlich auf dem 50ziger Jahre Trip, so würden nicht Petry, von Storch und Weidel, sondern ihre Männer im Vorstand der Partei kräftig mitmischen und sie dürften stattdessen zu Hause mit’nem Dutt auf’m Kopf am Kohleofen-Herd Krautrouladen wickeln, stimmt’s?!

  26. @DANIEL REHBEIN, #27: Es ging in dem Text auch um die Homestory. Aber nicht nur. Es gibt auch Gemeinsamkeiten und daraus resultierende Unstimmigkeiten in Niggemeiers Argumentation. Er findet es hier falsch jemandem auf diese Weise vorzuwerfen mal Prostituierte (oder sagen wir einfach Sexarbeiter, ist ja sowieso der richtigere Begriff) gewesen zu sein. Damals war er aber offenbar dafür Leute auch gegen ihren Willen als homosexuell zu outen. Weidel ist ein perfektes Beispiel: Bis zu Ihrem Kommentar wusste ich nicht, dass sie mit einer Frau zusammenlebt. Wenn die Medien die Tatsache hinnehmen, dass auch lesbische Frauen stockkonservative Haltungen vertreten können, freut mich das. Sie muss sich für ihre politische Meinung rechtfertigen aber nicht dafür lesbisch zu sein.

    Allerdings ist das doch grade der springende Punkt: Hätte Correctiv eine Kandidatin geoutet, hätte es Niggi dann richtig gefunden? Mit der Begründung, dass sexuelle Orientierung ja immer politisch ist?

  27. @ Jack_X #24
    Danke für den Link auf den bemerkenswerten Fall.
    Schraven und correctiv wirkten also schon immer als Blockwarte im Sinne einer stillen Meinungspolizei. Inzwischen ist das Ganze durch die Fake-News-Kampagne offiziell anerkannt und von der „Open Software Foundation“ finanziert, also wirklich „gemeinnützige Recherche“.
    Gerade deshalb muss man staunen, dass sich Schraven in dem aktuellen Fall auf so schlüpfriges Parkett begeben hat. Das dürfte aus Sicht der neuen offiziellen Rolle ein schwerer Fehler gewesen sein, da hervorragend für die Transparenz der Zusammenhänge.
    Auch die im selben Artikel erwähnten offiziösen Faktenfinder der Tagesschau haben sich gerade furchtbar blamiert und „Fake News im Kreis“ produziert. Man findet das u.a. bei Norbert Häring.

  28. Darauf hinzuweisen, dass doch offensichtliche Diskrepanz zwischen dem eigenen Verhalten und dem vertretenen Frauenbild besteht, wäre ja noch okay gewesen.
    Wobei auch da natürlich gilt: wie lange ist das her? Und man kann seine Meinung ja auch mal ändern. Dürfen alle.

    Aber dieses Reißerische, und dann noch so tun, als sei Prostitution was Verwerfliches…na, in Sachen 50er-Jahre-Moral steht der Correctiv-Artikel der AfD dann ja in nichts nach.

    Und andersrum: ja, dann hat Correctiv jetzt mal Mist gebaut. Kein Grund, sie auf den Scheiterhaufen zu stellen oder sich hämisch drüber zu freuen und daraus auf eine allgemeine Verschwörung gegen die armen, armen AfD-Kindelein zu schließen.

    Letztlich ist doch alles beinahe richtig gelaufen: jemand hat einen Fehler gemacht, die Übermedien und andere haben – sogar zu Gunsten der AfD – dies kritisiert. (Dass letzteres zugunsten der eigenen Opferlegende jetzt von so einigen ignoriert wird, ist natürlich klar, lässt sich aber auf lange Sicht nicht verhindern. Jeder macht mal Fehler, sowas musste früher oder später passieren.)

    Jetzt ist es an Correctiv, seinen Wert am Umgang mit dem eigenen Fehler zu zeigen.

  29. Man sollte die selbsternannten Herren der Fakten einfach nicht so ernst nehmen, wie sie dies offenbar selbst tun. Ist ja wirklich nicht das erste Mal, dass sie deutlich daneben liegen.

  30. Weder Correktiv noch Übermedien haben recherchiert, ob das – seit 2014 gelöschte(?) – Profil echt war. Das ist der eigentliche Skandal im Skandal.

    Der Skandal ist zum zweiten, dass nur noch halbseidende Immobilienmakler, vorbestrafte Kriminelle und Sexarbeiter sich offen dazu bekennen können „rechts“ oder „konservativ“ zu denken und mit ihren Vorschlägen an einer Wahl in NRW teilzunehmen, weil ein Klima der Einschüchterung und Angst entstanden ist. Wer nicht den neoliberalen Grundkonsens teilt, der wird im Jahr 2017 von den Medienvertretern weggemobbt, im Zeichen von Toleranz und Demokratie.

    Wenn schon „bürgerliche“ Rechte so behandelt werden, die man früher in den 70/80ern beim CDU-Ortsverein erwartet hätte, wo sie nach 2,5 Promille das Horst-Wessel-Lied anstimmten, was bedeutet das für eine echte dem Anspruch nach revolutionäre Linke in unserem Lande, wenn Sie wieder unser Wirtschaftssystem und die damit verbundenen Interessen fundamental in Frage stellt?

    Soros-Finanzierung. Die reicht ja nicht mal für das Gehalt von Schraven. Das antisemitische Bashing von ihm nervt. Was prinzipiell gar nicht geht ist, dass Correktiv von der Bundeszentrale bezahlt wird, und dann harte Propaganda gegen Parteien macht, die zur Wahl stehen.

    Bei einem Fall in NRW würde ich auch – im Anbetracht der Springer-Causa G. Lachmann – immer fragen, welche Rolle ein für seine Diskretion bekannter Herr Pretzell bei der Propagierung solcher Informationen spielt. Wer lanziert so etwas, mit welchen Interessen? Wem wurde die Info noch angeboten?

    Würde man auch veröffentlichen, wenn man z.B. die Info kriegen würde, dass Merkel, Altmaier, Weidel usw. zusammen Homoparties gefeiert haben? Sicher nicht. Das ginge nicht. So wie keiner nachrecherchiert hat, was an den Vorwürfen gegen Kai D. dran ist…

    Wie in der Schule: Mobber gehen gegen die Schwachen und Herausforderer, nicht wirklich gegen die Mächtigen. Das ist nicht ok.

  31. Schön das mal auch ein „seriöses“ Medium sich etwas im Bereich der „Verschwörungstheoretiker“ bewegt. Es ist schade, dass Journalisten wie Stefan Laurin anscheinend massiv als Meinungsmanipulatoren tätig sind und dabei anscheinend gerne in Deckung bleiben.

    Es gibt auch eine Beziehung zu Gwup, eigentlich eine gute Sache, aber überschreitet meines erachtens öfters mal die Perpektive des Skeptikers und die persönliche Diffamierung wird die Hauptsache.

    Und dann wäre es interessant zu erfahren wie diese Autoren in wikipedia aktiv sind, da dort gwup – im grunde ein anonymer Blog – als vielfältige Quelle zitiert wird, was im Grunde gegen alle Regeln verstößt, aber jeder Versuch das nur etwas zu neutralisieren wird massiv verhindert. Bis hin zum sperren von Wikipedianutzer.

    Die Anti AFD Kampagnen sind mittlerweile auch bei Wikipedia massiv am laufen. Jeder der in den Verdacht gerät mit der Partei zu symphatisieren wird von Ämtern oder Bearbeitungen an relevanten Themen ausgeschlossen.

    Das Problem ist dabei das es offentichtlich sich selbst referenzierende Autoren sind. Die einen sammeln in ihrem Blogs alles was sie negatvies über Personen finden, andere schreiben in „seriösen“ Zeitungen und die dritte Gruppe füllt mit diesen Quellen die Wikipediaartikel.

    Ein wunderbares System mit dem Propaganda gemacht wird, ohne das es unmittelbar auffällt und nur ganz schwer zu durchschauen. Denn am Ende sieht es alles ganz selbstverständlich aus und jeder der einen anderen Standpunkt vertritt ist Teil der „Verschwörungstheoretiker“.

    Wollte ich nur mal gesagt haben, weil mir der zusammenhang zwischen Ruhrbarone und correctiv bisher noch gar nicht aufgefallen war.

  32. Dass sich hinter dem Pseudonym „Georg Kontekakis“ der Möchtegern-Journalist Stefan Laurin (Ruhrbarone) versteckt, ist so neu nicht. Seltsam erscheint Schravens Behauptung, „dafür, dass der Autor sich hinter einem Pseudonym verberge, gebe es einen ,sehr triftigen Grund‘, den er nicht öffentlich nennen könne“. Seltsam deshalb, weil Laurin gemeinsam mit seinem Pseudonym Kontekakis bei den Ruhrbaronen Artikel veröffentlicht – als „Autorengruppe“. Schraven war selbst einmal Teil dieser Stammtischler-Vereinigung und veröffentlicht dort regelmäßig mit einer Figur aus dem Dortmunder Karneval (kein Witz!) den Podcast „Wir und Heute“. Das selbst ernannte Correctiv unterstützt die Ruhrbarone durch Werbung auf deren Internetseite. Alte Seilschaften halt, die jetzt die Reputation des so vielversprechend gestarteten Correctivs versauen.

  33. @Ulf Möhrke: Laurin hat mir gestern auf Nachfrage geantwortet, dass er nicht an dem Artikel beteiligt war:

    Wäre ich dran beteiligt gewesen, hätte ich meinen Namen genannt. Den Namen haben schon bei den Ruhrbaronen verschiedene Autoren benutzt. Er war unser beliebtestes Pseudonym.

    Ich finde es erstmal plausibel, dass es ein Pseudonym gibt, das man immer wieder für verschiedene Zwecke benutzt und nicht nur für einen bestimmten Autoren steht. Haben Sie andere Informationen / Belege?

    Ich finde die Verschleierung des Ko-Autoren in diesem Fall trotzdem problematisch.

  34. Unter dem Denkmantel der Gemeinnützigkeit agiert Correctiv als Polit- PR-Agentur und lanciert die Botschaften ihrer Auftraggeber in den Medien. Oder glaubt jemand ernsthaft, dass Herr Schraven ein Jahresgehalt von weit über 100.000 Euro (siehe Geschäftsbericht) verdient, weil er ein großer Journalist ist?

  35. @struppi

    welche Verbindung zur GWUP?
    Dass Bartoschek sowohl hier als auch da öfter publiziert ist ja bekannt, aber welche sonstigen Verbindungen meinen Sie?

  36. Ich warte auf die Schlagzeile beim Postillon:
    „Verband der Prostituierten und Prostituiertinnen distanziert sich von Iris Dworeck-Danielowski“

    Ansonsten ist die Paralle zum Altmeier-Artikel in Wirklichkeit windschief. Mal abgesehen davon, dass man nicht weiß, warum Altmeier um sein Liebesleben (so vorhanden) herumlaviert, war ja nicht die Forderung, Altmeiers Homosexualität (wiederum: so vorhanden) zu Skandalisieren, sondern sachlich darüber berichten und in einen Zusammenhang (so vorhanden) zu dessen Abstimmungsverhalten zu setzen. Ob ein Homosexueller, der eine nicht besonders homosexuellenfreundliche Politik vertritt, ein „Skandal“ ist, kann man dann ja immer noch diskutieren.
    Hier wurde aber einfach mal festgelegt: „Ex-Prostituierte auf der AfD-Landesliste IST ein Skandal!einself!1!!“
    Wie weiter oben schon gesagt, sie kann ihre Einstellung ja geändert haben.

  37. at Ron Keller

    Haben Sie irgendwelche Beweise oder zumindest hinreichende Indizien für Ihre Behauptung, Correctiv sei in Wahrheit eine fremdgesteuerte PR-Agentur?

    Ich mag den Schraven ja auch nicht, aber für mich wäre das kein Grund, solche Unterstellungen zu verbreiten. Daß Übermedien dafür ein Forum bietet und solche Dinge unkommentiert stehen läßt, nun gut: jeder hat seinen eigenen Stil im Umgang mit unbeliebten Kollegen.

  38. @39 Stefan Niggemeier: Ich sehe ein, dass identische „Schreibe“, identische Formulierungen und identische Rechtschreibschwäche lediglich Indizien sind. Ich kümmere mich um die Ruhrbarone nicht mehr so sehr, schaue aber gern in meinen (leider etwas unsortierten) alten Ablagen nach dem „Missing Link“. Für mich war das seinerzeit nicht besonders wichtig, und es kann ja auch sein, dass mittlerweile tatsächlich mehrere Autoren als „Kontekakis“ aktiv sein dürfen. Falls ich etwas finde, melde ich mich aber gern.
    Ansonsten habe ich überhaupt nichts gegen Pseudonyme, man sollte sie jedoch aus berechtigter Vorsicht benutzen und nicht, um unerkannt als feiger Heckenschütze zu agieren.

  39. @MYCROFT, 42: Ist Feddersens Artikel denn eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema? Ist der nicht genau so plakativ wie das was Correctiv hier macht?

  40. @Calafati #45,
    aaaalso, so im direkten Vergleich, schon. Bei Feddersen und Niggemeiers Kommentar dazu ging es schon um die Frage, wie relevant die Sexualität von Politikern für die Berichterstattung ist, und ob sie deshalb tabu sein darf oder nicht; im Zusammenhang mit Homosexualität kommt noch die Frage hinzu, wie akzeptiert Homosexualität überhaupt sein kann, wenn die Homosexualität von Politikern und Promis allg. tabuisiert wird, deren Heterosexualität (so vorhanden) aber nicht. Persönlich könnte ich mir vorstellen, dass auch Heteroa-Promis es nicht besonders toll finden, wenn ihre Partnerschaften in der Zeitung stehen. D.h., ich bin hier tatsächlich auf Altemeiers Seite, wenn er sich dazu nicht äußern will.
    Ich verstehe aber auch Herrn Niggemeier, den es stört, dass schon die _Diskussion_ darüber unterbunden werden soll. (Mir fielen spontan drei weitere Gründe ein, warum Altemeier Single ist, und immer derselbe Grund, nicht darüber zu reden.)

    Die Analogie dazu wäre, dass man über die AfD-Kandidatin und wie sie mit ihrer Heterosexualität umgegangen ist, diskutiert, ohne den Fall gleich zu skandalisieren.

  41. @all
    „Nähe zum Kreml“ das kommt mir auch ein bisschen übermotiviert vor. Muss denn jede Regierung, die nicht exakt den moralischen Entwicklungsstand des Wertewestens widerspiegelt, pausenlos attackiert werden? In ein paar Jahrzehnten ist es bei unseren jungen Städtern vielleicht en vogue, dass sie über nicht kriminelle Pädophile reden, wie heute über LGBTQs. Sind wir heutigen deswegen ignorante Dumpfbacken? Ist diese „Nähe zum Kreml“ nicht vermutlich hauptsächlich ein Gift, das von Leuten mit imperialen Interessen ausgestreut wird, die den hybriden Krieg, den sie anderen unterstellen, selbst schon lange perfektioniert haben? Wer kassiert denn plötzlich eine erstinstanzliche Niederlage nach der anderen von internationalen Gerichten? Wer wird als einziger wegen allerdings überall praktiziertem Doping von Sportveranstaltungen ausgeschlossen? Wer wird über die Maßen kritisiert, wenn er weltliche Regierungen unterstützt, wo Wertebomber einfach jede Staatsordnung wegbomben, um das Land dem „kreativen Chaos“ zu überantworten? Ich habe mich mein Leben lang für einen standhaften Linken gehalten und darf nun hier lesen, dass „rechte und ganz rechte Kreisen“ Correctiv.org für ein Werkzeug der Mainstreams-Kämpfer halten. Ich finde gut, dass Fake News aufgedeckt werden, aber von einer akzeptablen NGO erwarte ich, dass sie bei den Recherche-Fällen nicht vorsortiert, oder es gar so läuft, wie bei den Panama-Papers und der SZ-Auswertung, die auf Biegen und Brechen in erster Linien Connections zu Putin präsentieren wollten. Abstract: Ich lehne all jene Teile des Mainstreams und Nicht-Mainstreams ab, die auf Hass, Missgunst, Imperialismus, Einseitigkeit und Uninformiertheit gründen.

  42. Am geilsten ist echt Kommentar 7: „Ich glaube dahinter steckt unser „Gutmenschen-Reflex“, auch die „andere Seite“ immer fair behandeln zu müssen.“ Also indem man versucht, nicht nur Gutmensch zu sein, wird man nur noch mehr Gutmensch. An diesem Paradoxon können sich Philosophen noch auf Jahre hinaus abarbeiten.

  43. Der Vergleich von Calafati zu Stefan Niggemeiers damaligem Blog-Eintrag zur Altmaier/taz-„Selbstzensur“ mag an mehreren Stellen schief sein. Allerdings argumentierte Stefan Niggemeier damals deutlich grundsätzlicher als nur entlang des Abstimmungsverhaltens von Altmaier und der freiwilligen Bild-Homestory über sein „Junggesellen-Schicksal“. Das Argument lautete: Die sexuelle Orientierung kann schon deshalb keine Privatsache sein, weil Heterosexuelle sich ja ständig seit jeher öffentlich mit allergrößter Selbstverständlichkeit und Akzeptanz zu ihrer sexuellen Orientierung bekennen (Heiratsrituale, das alltägliche Vorstellen des andersgeschlechtlichen Partners usw.).

    Das halte ich nach wie vor für einen Fehlschluss, da die Privatheit der sexuellen Orientierung (und das Recht, diese für sich zu behalten) nicht im Widerspruch zu unterschiedlicher gesellschaftlicher Akzeptanz eines verbreiteten öffentlichen Bekenntnisses Heterosexueller steht. Dass damals das Recht auf Privatheit eines CDU-Politikers bei einer spekulativen sexuellen Orientierung nicht zählen sollte, wohl aber jetzt bei der beruflichen Vergangenheit einer AfD-Politikern, darauf kann man dann durchaus mal hinweisen.

  44. @MYCROFT, 47: Es ging um die Diskussion des Themas anhand eines konkreten Beispiels. Das finde ich daran unsachlich. Wären die Beiträge allgemein geblieben und hätten sich ganz generell um den medialen Umgang mit Homosexuellen und Outings von Prominenten gedreht dann hätte ich damit überhaupt kein Problem. Stattdessen hat man sich ohne Not jemanden gesucht, der selbst keinerlei Anlass zur Berichterstattung gegeben hat (außer Fragen anders zu beantworten als Feddersen und Niggemeier das gerne gehabt hätten). Darum war es richtig von der TAZ den Artikel rauszuwerfen und deshalb hat mich Niggemeiers Blogeintrag so geärgert.

    @THOMAS SCHRABE
    Ganz nebenbei: Pädophilie mit Homosexualität in Verbindung zu bringen ist übrigens nie eine gute Idee.

  45. @Calafati: Altmaier, der die „Bild am Sonntag“ zu sich nach Hause einlädt und dort über seine angeblich gottgewollte Beziehungslosigkeit spricht, liefert keinen Anlass zur Berichterstattung?

  46. @Hanno: Tut mir leid, den angeblichen Fehlschluss kann ich nicht sehen. Auf die Idee, die eigene sexuelle Orientierung verschweigen zu müssen, kommen halt Heterosexuelle schlicht nicht. Dafür gibt es null Veranlassung, darüber muss ein Hetero einfach niemals nachdenken. Und leider fördert diese Denke eben auch die homophobe Forderung, Homosexuelle sollten doch bitte gefälligst nicht so penetrant als Homosexuelle in der Öffentlichkeit in Erscheinung treten. Also: Händchen halten. Oder gar küssen (ihhh).

  47. Was müsste er denn tun um Ihnen zu beweisen, dass sie nicht „gottgewollt“ war? Wenn er das glaubt, soll er dann lügen, aus Vorsicht vor Leuten, die das für unmöglich halten?

  48. @Inga: Über einen Heterosexuellen wären aber auch nie solche Artikel geschrieben worden. Das ist es ja. Altmaier aber soll sich gefälligst outen, weil das für alle besser wäre?

    @Stefan Niggemeier: Richtig. Die Spekulanten:-) müssen dann aber auch aushalten, wenn man ihr Verhalten unsachlich findet.

  49. @Inga: Stimmt, in der Regel kommen Heterosexuelle auf so eine Idee nicht. Was aber nichts daran ändert, dass sie das Recht dazu haben sollten. Bei sexuell anders orientierten Menschen ist es zweifellos aber (leider) immer noch von viel größerer Bedeutung. Ihnen wie allen anderen das Recht zuzugestehen, ihre sexuelle Orientierung nicht öffentlich zu machen, hat aber nichts mit der natürlich abzulehnenden homophoben Forderung zu tun, sie sollten doch „gefälligst nicht so penetrant als Homosexuelle in der Öffentlichkeit in Erscheinung treten“. Das Recht sich jederzeit zur eigenen sexuellen Orientierung zu bekennen, steht für mich neben dem Recht, dies eben nicht, bzw. nicht öffentlich zu tun.

  50. @34: „Die „Open Society Foundation“ bezahlt natürlich Schraven für den Dienst, nicht die „Open Software Foundation“.

    Es ist also kein Bug, sondern ein Feature?

    @43: Das ist jetzt ein unfreiwillig ins autodestruktive abgleitender subversiver Witz, ja?
    Ihre Routinenachfrage-Posts zum Kreml-Zeilenhonorar anderer Kommentierer hier, die alle weiter ungelöscht in diesem Kommentarbereich müffeln sind das Eine.
    Dass sie Ihre #43 tatsächlich ernsthaft posten, noch im selben Strang, in dem Sie sich mit: „Daß Sie den David Schraven nicht leiden können, dürfte Ihnen nicht zum Nachteil gereichen“ produziert haben, ist schon ziemlich bizarr.
    Auf die Rückfrage, was Sie sich dabei denken, antorteten Sie mit „Was sich „Leute“ denken, weiß ich nicht“.

    Und jetzt kommen Sie daher mit „Daß Übermedien dafür ein Forum bietet und solche Dinge unkommentiert stehen läßt, nun gut: jeder hat seinen eigenen Stil im Umgang mit unbeliebten Kollegen.“

    Stil? Echt jetzt? Das kann doch nur noch eine missratene Aktion des subversiven Dadaismus sein? Oder schreiben Sie das eine mit Rechts und das andere mit Links und die beiden wissen nichts voneinander?

    Ernsthaft: Wie sieht Ihre Vorstellung zum Stil denn aus, wenn Sie nicht gerade auf der Maus ausrutschen?

  51. Das liebe ich an den Artikeln hier, es wird eine Haltung verteidigt, die für alle gleichermaßen gilt. „Dickhodige Breitbeinigkeit“ – Super Formulierung, passt zeitweise auch auf mich.
    Zwei Dinge sind mir aufgefallen beim überfliegen der Kommentare.
    Es wird auffallend viel darüber diskutiert über „Privatsache“ der sexuellen Ausrichtung. Bräuchten wir darüber überhaupt reden und es zur privatsache erklären, wenn dies ein allgemein anerkanntes Recht wäre und nicht laufend das eigene Kopfkino diskreminiert?
    Und dann der anonyme Co-Autor, vieleicht ist der naheliegendste Grund der, dass wenn er sein Name preis gibt, die Dame sagen könnte „Ja klar, den kenne ich, war mein Kunde, wollt ihr seine Vorlieben wissen?“ Finde ich eine witzige, aber durchaus mögliche Erklärung. Also komm raus aus der Deckung, Feigling, sonst müssen wir annehmen, das dies die Erklärung ist.

  52. at Symboltroll

    Ich versuche, den Sinn Ihrer Kritik mir gegenüber zu erkennen. Mag sein, daß Sie etwas „bizarr“ fehlinterpretiert haben.

    Meine Aussage: „Daß Sie den David Schraven nicht leiden können, dürfte Ihnen nicht zum Nachteil gereichen“ bedeutet doch nichts anderes als:
    David Schraven ist nicht sonderlich beliebt, hat sich in den zurückliegenden Jahren viele Gegner und Feinde gemacht, insofern steht Herr Niggemeier mit seiner ablehnenden Haltung ihm gegenüber nicht allein. Wer Schraven angreift, „dürfte“ (= wird vermutlich) immer mit Rückenwind rechnen können. Und ich schrieb auch, daß ich den Schraven ebenfalls nicht mag.

    Dennoch meine ich, daß Herr Niggemeier hier etwas übers Ziel hinausgeschossen ist. Und daß es besser wäre, wenn persönliche Animositäten nicht die Feder führen.

    Werter Forist Symboltroll, Sie sehen mich nun etwas ratsuchend und fragend. Da Sie ja sprachlich versiert sind („unfreiwillig ins autodestruktive abgleitender subversiver Witz“, „eine missratene Aktion des subversiven Dadaismus“), dürfte die Deutung meiner Aussagen doch für Sie eigentlich ein Leichtes sein.

    In diesem Zusammenhang fällt mir eine Anekdote ein, es ging um Herrn Hagenbuch (Niederrhein). Der war – zumindest zeitweise – der Ansicht, daß man Gespräche, ach was: sein gesamtes Leben! mit möglichst wenigen Wörtern bestreiten sollte. Etwa: „Aha“. Oder: „Soso.“ Damit ließen sich viele Zwistigkeiten vermeiden.

    (Man sollte aber ehrlich hinzufügen, daß Hagenbuch damit anläßlich einer Versammlung von Geflügelintensivhaltern in Groningen offenkundig gescheitert ist.)

  53. @Joachim: Jedenfalls wäre eine „Spekulation“ – wie sie der Autor hier ja verteidigen zu müssen glaubt – in einer Welt ohne Homophobie weit weniger gefährlich. Äußern müsste sich die betroffene Person aber auch dort nicht.

  54. Schon dieser Satz im Video zeigt, wie widerlich diese Agitatoren mit Menschen umgehen, die es wagen, anderer Meinung zu sein: Niggemeier und Heinser lagen zusammen im Bett und berichteten über den ESC. Also unsexuell lagen sie im Bett.

  55. #63 *gg*
    #60 – Hä? Kann leider nicht folgen auf was Sie sich beziehen. Ich meinte das die sexuelle Ausrichtung inzwischen egal sein sollte. Beim Co-Autor gehe ich aber davon aus der – möglicherweise – ein Kunde der Dame ist/war, die er als Prostituierte geoutet hat. Wenn man den Gedanken weiter spinnt, was könnte sie über ihn „outen“, wenn sie wüsste, wer er wäre. Warum sonst sollte man hierbei sonst ein Pseudonym verwenden?

  56. das ist von correctiv natürlich total billig und zeigt eigentlich, dass das stockkonservative „Überaufpasser“ und Sittenwächter sind.

    Plattformen wie z.B. kaufmich_com sind doch so erfolgreich, da sie es (mit Glück) geschafft haben, einen Markt zu treffen, der darauf wartetet, entdeckt zu werden.

    BEstimmt eine nicht kleine Zahl an Männern und Frauen haben GEldsorgen oder wollen sich etwas leisten und wünschten sich, auch mit Sex Geld verdienen zu können, könnten sie die Kunden gezielt aussuchen. Das geht als Nebenbei-Prostituierte dann doch leicht und mit vielleicht weniger HEmmungen über kaufmich, da prinzipiell kostenlos und ohne große Hindernisse bei der Registrierung.
    Es gibt da ja aus der BEobachtung nicht wenige junge/reife Frauen/Mädchen, die neben Ausbildung mit Prostitution noch ihren Luxus/Urlaub/Wohung/sonstigen Konsum finanzieren

    correctiv ist so von gestern, wenn sie hier einen Skandal wittern. Es ist eher Alltag und auch Politiker sind vor einer politischen Karriere Otto Normal oder Sandra Musterfrau.

  57. @ 50 Calafati „Ganz nebenbei: Pädophilie mit Homosexualität in Verbindung zu bringen ist übrigens nie eine gute Idee.“

    Ich habe anlässlich Ihrer Nebenbemerkung bei Wikipedia nachgelesen und sofort grundsätzliche Unterschiede gefunden. Es sind tatsächlich nicht zwei Sorten sexueller Präferenzen, wovon ich bisher ausgegangen bin. Während Pädophilie gar nicht erst als sexuelle Störung oder als (bedauerliche) sexuelle Präferenzen, sondern als psychische Störung angesprochen wird, ist im Homosexualität-Artikel zu lesen, dass sie sich nach heutiger Ansicht evolutionär entwickelt hat, also sich per Evolution als nützlich erwiesen hat. Wow.

    Das sind tatsächlich sehr augenfällige Unterschiede.

    Verwirrenderweise beginnt der zweite WP-Artikel-Absatz dann mit „In der Sexualwissenschaft wird diskutiert, ob Pädophilie als sexuelle Identität angesehen werden muss.“ Liest man unter sexueller Identität, findet sich das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Puh. Gar nicht überraschend, verlinkt auch der Homosexualität-Artikel zur sexuellen Identität.

    Ein Minenfeld!

    Die beste Lösung wäre, wenn man die Pädophilen wegen ihrer psychischen Störung einfach therapieren würde, was bei den Homosexuellen aber auch schon nicht funktioniert hat.

  58. Wenn jemand wie die AfD-Köln, Stellvertretende Vorsitzende Iris Dworeck-Danielowski sich für ein öffentliches Amt als Abgeordnete bewirbt, stehen Fakten ihres Lebens selbstverständlich im Interesse der Öffentlichkeit.
    Es mag sein, dass es Menschen gibt, die z. B. auch gegen eine Veröffentlichung einer schwerst kriminellen Machenschaft im Finanzwesen, eines Finanzministers Amok laufen würden, wenn diese Herren von diesem Finanzminister nur ordentlich geschmiert würden.
    Rein voyeuristischer Journalismus ist entbehrlich und oft widerwärtig. Hintergrundinformationen von gewählten Volksvertreter/innen soweit sie dann auch noch mit deren politischen Forderungen und Versprechungen in ursächlichem Zusammenhang stehen sind allemal hoch notwendig.
    Ein hohes Lob und ein Dankeschön an dem sehr geschätzter Herr David Schraven von CORRECTIV – Recherchen für die Gesellschaft gemeinnützige GmbH.

  59. @Stefan Niggemeier:

    Danke für den Artikel. Sollten Sie in dem Tweet von Christoph Herwatz nicht noch den Namen der Politikerin unkenntlich machen?

  60. @Thomas:
    Das ist eine als solche erkennbare Antwort. (Kein Sarkasmus)
    Das hier auf „beliebt“ oder „nicht beliebt“ runter zu ziehen und als Stilfrage im Umgang mit „unbeliebten Kollegen“ zu diskutieren zieht das Ganze allerdings auf das Niveau von Kollegenmobbing und blendet jeden Inhalt aus. Diese Sichtweise haben Sie vermutlich exklusiv.
    „Dürfte nicht zum Nachteil geraten“ geht dann erst recht mehr so in Richtung Judaslohn. (Oder Sorosknete, wie würde Naidoo das singen?)

    Sie raunen hier niedere Motive hinein und das nicht versehentlich. Ihre Assoziationsmethode wirkt ohnehin oft wie auf der Springer-Akademie erlernt. Vielleicht gerät Ihnen ihre Aktivität hier ja auch im Verlag nicht zum Nachteil?

    Inhaltlich ist die Sache doch eigentlich klar: Wer sich als (noch dazu Auftrags-) Faktenchecker betätigt, sollte sich selbst und seine Tätigkeit auch ziemlich eng führen, wenn er wirklich als solcher anerkannt werden will. Und dieser Artikel zeigt, dass Correctiv davon nicht nur noch sehr weit entfernt ist, sondern offenbar sogar freudig Kampagne betreibt.

    „Der war der Ansicht, daß man Gesprächemit möglichst wenigen Wörtern bestreiten sollte. Etwa: „Aha“. Oder: „Soso.““

    Trump ist recht gut darin. Bild auch. Und dann permanent wiederholen, das gehört dazu. Ihr Vorbild?

  61. Wieso stellt denn keiner die für Politiker wichtige Frage, ob die Einnahmen auch versteuert wurden?

  62. #68 – Danke für den tiefen Einblick. Scheinbar benötigen Sie demnach, diese Information um die AFD nicht zu wählen und wir sind alle geschmiert weil wir Schäubles Spendenkoffer nicht erwähnt haben. Habe ich das so richtig verstanden?
    Ich denke Correktiv ist zumindestens für mich komplett entbehrlich, brauche keine Moralapostel um mir eine Meinung bilden zu können. Und wenn den Herrn Schraven die Sorge vor „Erpressbarkeit“ einer AFD Politikerin umtreibt spricht das für sich. Allein das Wort Korrektur hat schon nichts mit Fakten zu tun, sondern Korrektur, gerne auch im Kontext der eigenen Meinung. Sechs, setzen.

  63. at Symboltroll

    Zumindest schreiben Sie ja, was mich betrifft, nicht mehr von Dadaismus. Insofern dürfte es Ihnen geglückt sein, das in diesem Forum notwendige Maß an Textverständnis auftzubringen.

    Das „beliebt/unbeliebt“-Seitenthema, was Ihnen nun als weiterer Kritikpunkt aufgefallen ist, hängt mit der „gewissen Breitbeinigkeit und Dickhodigkeit zusammen, mit der vor allem Correctiv-Chef David Schraven immer wieder auftritt“, insofern dürfte sich meine Einschätzung nur wenig von der Stefan Niggemeiers unterscheiden.

    Was den „Bild“-Vergleich betrifft: meinen Sie nicht, daß Ihr krawalliger Laut-Sprech eine größere Nähe zu Springer andeutet? Allerdings gibt es dort wohl nicht so viele Leute, die die wundervollen „Hagenbuch“-Geschichten von Hüsch mit Trump gleichsetzen würden. Denn das ist schon geradezu niederschmetternd niveaulos.

  64. Nachdem wir uns nun weitgehend einig darüber sind, daß der Berut Prostitution ein ganz gewöhnlicher ehrbarer Beruf ist und nicht zur Skandalisierung taugt, warum regt sich niemand darüber auf, wenn Jan Böhmermann den Begriff „Hurensohn“ als Schimpfwort benutzt?

    Es kann mir doch niemand erzählen, daß Herr Böhmermann diesen Begriff rein deskriptiv gemeint hat, so wie den „Hurensohn“ im Buchdruck. Sondern er ist ganz klar eine Herabwürdigung eines männlichen Menschen alleine aufgrund des Berufs mindestens eines der Elternteile.

    Ja, tatsächlich nur männliche Menschen! Es gibt es diesen Begriff als Schimpfwort nur für Männer. Es steckt darin also das Denkmuster, daß die männlichen Nachkommen für die Ehre der Familie verantwortlich sind, wohingegen die Töchter in andere Familien quasi weg-verheiratet werden. Ist das das Gesellschaftsbild des Jan Böhmermann?

    Es ist inzwischen gesellschaftlich anerkannt, daß eine Behinderung nicht zum Schimpfwort taugt, die sexuelle Orientierung nicht, die religiöse Überzeugung nicht. Aber der Beruf der Eltern taugt weiterhin als Schimpftwort, und dies bleibt sogar weitgehdn unwidersprochen?

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