Nice & Nötig (13)

„Die Welt ist gar nicht so komplex, wir haben nur den Eindruck“

Die Doku-Podcasts von Khesrau Behroz laden zum Durchsuchten ein: fesselnde Recherchen, akribisch erzählt. In Serien wie „Cui bono“ oder „This is America“ geht es um die großen Themen der Gegenwart, maximal unterhaltsam verpackt. Müsste guter Journalismus viel öfter so klingen?
Podcast-Cover mit Khesrau Behroz, Podcaster
Foto: Maximilian Koenig

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Khesrau Behroz verwandelt journalistische Recherchen in Geschichten mit Sucht-Potenzial. Seine mehrteiligen Doku-Podcasts machten ihn zu einem der erfolgreichsten deutschen Podcaster – obwohl oder gerade weil er kein gelernter Journalist ist.

Sein erster großer Erfolg war 2021 eine sechsteilige Serie über den rbb-Moderator und späteren Verschwörungsideologen Ken Jebsen, „Cui bono: WTF happened to Ken Jebsen?“

Host Annika Schneider und Gast Khesrau Behroz
Aufzeichnung in Bonn am 2. OktoberFotos: Bonn Institute/Collage: Übermedien

Als Podcast-Host müsse man sich das Vertrauen des Publikums erst verdienen, findet Khesrau. In dieser Live-Aufzeichnung vom b future Festival in Bonn erzählt er, warum Journalismus mehr Menschen erreicht, wenn er moralischen Furor vermeidet, und warum er traurige Momente nie mit getragener Geigenmusik unterlegen würde. Aber es geht auch darum, was am Podcast-Boom nervt: Dramatisierungen, Cliffhanger und Hosts, die am liebsten von sich selbst erzählen.

Khesrau Behroz ist Autor, Host und Produzent von preisgekrönten und erfolgreichen Doku-Podcasts, über den Fußballspieler Mesut Özil, den YouTuber Drachenlord und das Justizopfer Amanda Knox und viele andere. Geboren wurde er 1987 in Kabul, aufgewachsen ist er in Kassel. 2021 gründete er die Produktionsfirma Undone. Für seine Podcasts kooperiert er auch mit öffentlich-rechtlichen Sendern wie der ARD.

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