Wochenschau (117)

Wenn Reality-Fernsehen gerechter ist als die Realität

Über Tage hinweg haben sich zwei Teilnehmerinnen der TV-Show „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ kontinuierlich angezickt und angemotzt. Model Janina Youssefian und ihre Konkurrentin, die „Bachelor“-Kandidatin Linda Nobat, standen sich dabei in nichts nach, was die Fähigkeit des verbalen Austeilens und Beschimpfens angeht. Sie pflegten eine aufgekratzte gegenseitige Ablehnung im RTL-Dschungelcamp. Wörter wie „Bitch“, „Scheiße“ oder „dumm“ flogen mit höherer Inzidenz umher als Omikron-Viren. Die im Zusammenschnitt der Sendung vermittelte Stimmung glich einer permanenten „Tic Tac Toe“-Pressekonferenz.

Am Montag jedoch überschritt Youssefian die Grenze des schlechten Geschmacks, aus leidenschaftlichen Anfeindungen wurde rassistische Diskriminerung: „Geh doch in Busch wieder zurück, wo du hingehörst.“ Diesen Satz, der sich nicht nur grammatikalisch falsch anhört, warf Janina Youssefian in einem heftigen Streit der Schwarzen Nobat zweimal laut und deutlich an den Kopf. Beim ersten Mal reagierte sie nicht auf den Inhalt. Aus der Aufzeichnung wird nicht klar, ob sie den Satz im Streit nicht gehört oder beschlossen hatte, nicht darauf einzugehen. Als Youssefian die Aussage wiederholt, ruft Nobat zurück: „Racist ass bitch!“

Linda Nobat
Linda Nobat am Tag nach dem Streit Screenshot: RTL

Auch die anderen, sonst nicht unbedingt für Feinfühligkeit bekannten Anwesenden spürten den Ruck, der gerade durchs Format gegangen war. Jasmin Herren schaltete sich ein und erklärte entrüstet: „Solche Aussagen sind scheiße.“ Man beleidige jemanden nicht auf Grundlage seiner Hautfarbe. Die Schauspielerin Anouschka Renzi versuchte Youssefian zu einer Entschuldigung zu bewegen und Tara Tabitha erklärte kopfschüttelnd: „Den Kommentar mit dem Busch kannst du wirklich nicht sagen.“ Am nächsten Morgen konstatiert Linda Nobat in der Runde: „Das hier ist nicht neu für mich“ und ergänzt im Dschungeltelefon: „Es heißt immer: das war nicht so gemeint.“

Unbeholfener Versuch der Selbstrehabilitation

Genau so formuliert Youssefian in der Folge einen Entschuldigungsversuch: „Das war nicht so gemeint“, sagt sie und versucht, Nobat in den Arm zu nehmen. „Das war nicht rassistisch gemeint“, wiederholt Youssefian, während sie ihre Konkurrentin noch im Arm hält. Sei jene denn etwa wirklich der Ansicht, Youssefian hätte etwas gegen Schwarze Haut? „Kannst du mich bitte loslassen?“, protestiert Nobat und erklärt, dass sie die Entschuldigung nicht annehmen könne.

Wir wurden in diesem Moment Zeugen eines unbeholfenen Versuchs der Selbstrehabilitation: Youssefian scheint begriffen zu haben, dass sie etwas Schlimmes gesagt hat – allerdings scheint sie noch nicht verstanden zu haben, warum ihre Aussage so schlimm gewesen ist.

Janina Youssefian im Dschungelcamp
Janina Youssefian am Tag nach dem Streit Screenshot: RTL

Nachdem Youssefian das Camp auf Anweisung von RTL verlassen musste, applaudierten die anderen Kandidaten und Kandidatinnen im anerkennenden „Rassismus hat keine Chance!“-Slow-Clap-Modus. Doch wo ist diese entschlossene solidarische Geste der Anständigen eigentlich am vorherigen Abend gewesen, als die betreffenden Worte fielen. Zumindest in der Sendung war davon nicht viel zu sehen. Von Jasmin Herren, Tara Tabitha und Anouschka Renzi abgesehen, fielen die Reaktionen eher verhalten aus. Die sonst sehr toughe und schlagfertige Nobat war angefasst: „Das ist das erste Mal in meinem Leben, dass etwas so gerecht gemacht wird, und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.“

Da war sie: Eine epische Gerechtigkeit, die eine Sendung normalerweise erst durch die formatinterne Erzählung herstellen und fabrizieren muss. Da blitzte plötzlich in der Reality-Show eine harte gesellschaftliche Realität auf. Nobat ist den alltäglichen Rassismus offenbar schon so gewöhnt, dass sie sich über dessen plötzliche Sanktionierung in einem Trash-Format überrascht zeigt. Darüber, dass derartige Äußerungen tatsächlich Konsequenzen haben. Hier sogar mit der Höchststrafe, die solch ein Format kennt: dem Entzug der Bühne.

Via Twitter verlautbarte RTL:

„Bei einem heftigen Streit hat Janina Youssefian Linda Nobat mit einer rassistischen Bemerkung beleidigt. RTL duldet ein derartiges Verhalten nicht und hat daher entschieden, dass Janina nicht mehr an der laufenden Staffel #IBES teilnehmen darf.

Und weiter:

Die Verantwortlichen haben Janina Youssefian über diese Entscheidung informiert und sie hat daraufhin umgehend das Dschungelcamp verlassen müssen. Ihr Mitwirkendenvertrag wurde gekündigt und sie wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt ihre Heimreise antreten. #IBES

Wir verurteilen jegliche Form von Rassismus sowie Diskriminierung auf das Schärfste. #IBES gibt Personen, die dieser Haltung nicht entsprechen, keine Bühne.“

Spielemacher mit Verantwortung

Wenn es etwas gibt, das Reality-TV-Formate wie „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“, „Promis unter Palmen“ oder das „Sommerhaus der Stars“, aber beispielsweise auch „Deutschland sucht den Superstar“, in den letzten beiden Jahren gelernt haben, dann: dass ihr Trash-TV-typischer Unernst nicht weiter mit den gesellschaftspolitischen Scheuklappen eines eskapistischen Amüsements jenseits von Gut und Böse aufrecht erhalten werden kann.

Die gesellschaftspolitischen Debatten und Prozesse sind Teil dessen, was die Teilnehmenden besprechen, inszenieren und performen. Die Produktion muss dazu eine Position beziehen, die sich in der Art übersetzt, wie sie diese mitgebrachten Debatten abbildet und mit den Aussagen und Handlungen ihrer Kandidaten umgeht. Der Versuch, vornehm apolitisch zu bleiben und die Zuschauer einfach so dem emotionskannibalisitischen Spektakel zu überlassen, ist keine Option. Denn als Spielemacher haben sie, so albern das in Bezug auf Ekel-Quatsch-Shows mit Kotzfruchtduschen und Raupenwettessen klingen mag, ebenfalls eine gesellschaftspolitische Verantwortung.

Weder die Sendungen noch ihre Teilnehmenden existieren in einem fluffigen Vakuum spaßgesellschaftlicher Unterhaltung. Beispiele? Etwa der folgenreich kultivierte Sexismus von Bastian Yotta oder Michael Wendler, der den Holocaust relativierte und deshalb von RTL bei DSDS auch buchstäblich relativiert und ausgefiltert wurde.

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2021 gab es einen Fall, in dem ein Sender dieser Verantwortung nicht nachgekommen war: Marcus Frank Adolf Prinz von Anhalt äußerte sich im Format „Promis unter Palmen“ homphob. Der ehemalige Menschenhändler, Bordellbesitzer und AfD-Unterstützer1)…der über obdachlose Menschen an anderer Stelle mal sagte: „Leute (…) die kein Engagement haben (…) sich selber darum zu kümmern, dass es ihnen besser geht, sind selber schuld. Dann sollen sie verrecken unter der Brücke. Ist mir auch egal“ hat mit der LGBTQI+-Community offenbar ein Problem.

Prinz Uncharming von Anhalt ließ im alkoholisierten Zustand seiner verbalen Übergriffigkeit und queerfeindlichen Ressentiments freien Lauf. Minutenlang äußerte er sich verächtlich und abwertend über die Homosexualität der Dragqueen Katy Bähm. Das blieb in der Sendung – ohne eine verantwortungsbewusste Form von Einordnung.

Ein anderes, besonders drastisches Beispiel im selben Format, andere Staffel, war das Mobbing gegen Claudia Obert. Obert wurde in einer erbärmlichen Gruppendynamik – mehrere Alpha-Figuren gegen eine Person – aufgrund ihres Alters und ihrer Art diskriminiert: In einem Streit zwischen der obstinat häufig angeheiterten und erfreulich unbelehrbaren Unternehmerin sowie der ehemaligen „Bachelor“-Teilnehmerin Carina Spack wurde sie von mehreren Teilnehmerinnen mit Verachtung überschüttet. Durch die formattypischen Allianzen, die sich zumeist im Verlauf des Geltungswettbewerbs bilden, wurde Obert als die Schwächste in der Gruppe erspäht. Sie wurde das auserkorene Ziel einer prominenten Villen-Gemeinschaft, die Renitenz der Frau musste durch kollektive Herabsetzung nun pädagogisch geächtet werden. Oberts nassforsche Persönlichkeit und die champagnergetränkte Kratzbürstigkeit einer erfahrenen Society-Lady – die ich persönlich einer verlogenen Angepasstheit vorziehe – machte sie sehr einsam in dem Haus voller histrionischer Highperformer.

Sie beleidigten, belästigten, demütigten die fast Sechzigjährige unbeirrt. Der dubiose Selbstoptimierungsdespot Bastian Yotta gesellte sich dazu, stellte sich an Oberts Bett und furzte grinsend in Richtung ihres Gesichts – er habe so schlimme Blähungen. „Immer in ihre Richtung“, feuerte Spack ihn an. Als Obert anmerkt, dass die drei doch das Haus für sich hätten und woanders lärmen könnten, kommentiert Spack: „Der Müll rappelt da hinten.“ Mit „Müll“ meinte sie Obert, die zudem als „Vieh“ und „Hure“ bezeichnet wurde. Als der 43-jährige Fitness- und Motivationscoach Yotta schließlich in das ans Schlafzimmer anliegende offene Bad ging, um Pickel auszudrücken, erklärte er lautstark und für Obert unüberhörbar: „Der Eiter erinnert mich an jemanden, den ich vor Kurzem erst gesehen habe.“ Sat.1 ließ diese Entmenschlichung damals unkommentiert laufen. Powered by Emotion.

Griechischer Chor als Gesellschaftskorrektiv

Dass auch im Dschungelcamp gestritten, geschnappt, gebissen, gekeift wird, ist nicht nur nicht neu, sondern erwünschter Bestandteil des Formats. Durch Kompetitivität und aufmerksamkeitshungrige Hangryness kultivierte Konflikte sind Teil einzelner Erzählungen der Teilnehmenden. In den erfolgreichsten Staffeln mausern sich die Underdogs zu Dschungelkönig*innen. Es ist eine spielerisch geförderte Heldenreise von Prominenten, die sich ekligen und körperlich anstrengenden Herausforderungen stellen, um am Ende Krone und Zepter zu verdienen.

Durch den Umstand, dass die Zuschauer wie ein griechischer Chor die Geschicke der Helden nicht nur verfolgen, sondern durch ihre Anrufe gewissermaßen schicksalhaft beeinflussen können, gibt es aber ein Element von interaktivem Gesellschaftskorrektiv. Ein unliebsamer Teilnehmer wird für sein Fehlverhalten mit der Wahl in die unangenehme Prüfung sanktioniert – oder schließlich mit dem Ausscheiden, weil für ihn weniger als für seine Konkurrenten angerufen wird. Im Verlauf der Sendung wird die epische Gerechtigkeit bestenfalls durch das erfolgreiche Geprüftwerden wiederhergestellt.

In der Vergangenheit zeigte sich immer wieder, dass die Kandidaten, die in der Inszenierung am unkooperativsten und antisozialsten wirkten, von den Zuschauern abgestraft wurden, indem sie in die demütigenden Dschungelprüfungen gewählt wurden; so als wolle man den Prominenten ihre Hybris austreiben. Das bedingt aber zugleich, dass umso genauer auf verurteilungswürdiges Verhalten geschaut wird und vielleicht genau hier, unter dieser TV-Lupe besonders sichtbar, die politischen Sollbruchstellen unser Gesellschaft wahrnehmbar werden.

Warum Youssefian gehen musste, Nobat aber nicht

In den sozialen Medien wurde der Ausschluss von Janina Youssefian zwar einerseits akzeptiert bis befürwortet, aber zugleich von einigen überraschenderweise auch der Ausschluss von Nobat gefordert. Die Logik: wenn die rassistische Beleidigung von Youssefian sanktioniert wird, dann sollten aber auch die Beleidigungen von Nobat in Richtung ihrer Mit-Camperin nicht ungestraft bleiben.

Man kann natürlich darüber debattieren, wie viel Vulgarität und Verbalaggressionen Formatmacher als Teil der Sendungsdynamik hinnehmen sollten, wenn nicht sogar heimlich wollen. Aber eine rassistische Diskriminierung mit einem „Verpiss dich aus meinem Blickfeld!“ gleichzusetzen, das verkennt den Schmerz der Geschichte, das postkoloniale Echo, welches anklingt, wenn man eine nicht-weiße Person dorthin zurückwünscht, wo sie angeblich herkommt. Es ist die Assoziation aus Hautfarbe und Unzivilisiertheit und die intendierte Abwertung, die aus dem Satz keine Unbedarftheit macht. Denn die Aussage funktioniert auf zweierlei Art: als Herabwürdigung der Person und als Herabwürdigung eines mit Klischeevorstellungen imaginierten und unterstellten Herkunftsortes dieser Person.

Die meisten, die Rassismuserfahrungen hatten, kennen den Satz vermutlich in ähnlicher Form, zum Beispiel „Bei euch macht man das wohl so, hier aber nicht!“, „Geh in dein Loch / die Wüste / den Dschungel / den Busch zurück, wo du herkommst!“ oder „Zuhause in Afrika / Asien / Südamerika kannst du das gerne so machen!“. Linda Nobat sagt etwas leider sehr Zutreffendes: es ist immer nie so gemeint – aber im Grunde, im Herzen der Person, die das ausspricht, eigentlich dann eben doch: ganz genau so.

Youssefian ist oder (bestenfalls) war sich dieser Reichweite offensichtlich nicht bewusst, aber auch das ist Teil des rassistischen Moments ihrer Aussage: die Ignoranz und Unwissenheit über die Härte dessen, was da gerade artikuliert wird. „Ignorance is bliss“ heißt ein hier gelebtes Privileg, sich nicht einmal über die über mehrer Jahrhunderte erzeugte Demütigung im Klaren sein zu müssen, die in diesem einen Satz enthalten ist.

Beide Streitenden zeitgleich rauszuwerfen, weil sie streiten, wäre eine Relativierung des Rassismus und würde das Verständnis um das Problem entkräften. Und es würde en passant die Idee bestärken, dass in der Grenzüberschreitung beides gleich schwer wiegt und die rassistischen Äußerungen nur ein Reaktion auf die Beleidigungen waren und damit so etwas wie verbale Notwehr. Selbst wenn der Eklat dankbar mitgenommen und ein paar Haltungsnoten kassiert wurden, zeugt der alleinige Ausschluss von Youssefian von einem Verständnis des Problems und war nur konsequent.

Fußnoten

Fußnoten
1 …der über obdachlose Menschen an anderer Stelle mal sagte: „Leute (…) die kein Engagement haben (…) sich selber darum zu kümmern, dass es ihnen besser geht, sind selber schuld. Dann sollen sie verrecken unter der Brücke. Ist mir auch egal“

10 Kommentare

  1. „(…) als Teil der Sendungsdynamik hinnehmen sollten, wenn nicht sogar heimlich wollen.“

    Das ist doch der Knackpunkt. RTL hätte das auch einfach nicht ausstrahlen und stattdessen eine Presseerklärung zum Rauswurf der Kandidatin veröffentlichen können.

    So ein Skandälchen ist ja auch gut für die Quote:
    https://www.quotenmeter.de/n/132010/dschungelcamp-zum-auftakt-in-der-zielgruppe-deutlich-geschwaecht
    Auch der „Google Trends“ Graph ist sehr interessant.

    Fielleich brauchen die ja alle nen Tsychoterrapeuten.

  2. @1 Also das Dschungelcamp war jahrelang erfolgreich genug. Da fängt bestimmt niemand zu gucken an gerade deswegen.
    Das nicht-Ausstrahlen wäre insofern schwierig, dass es ja ein einschneidender Moment der Staffel ist und sicher noch oft thematisiert werden wird unter den Campern.
    Und betreff Quote nochmal: Ganz im Gegenteil hätte RTL den Konflikt zwischen Linda und Janina ja durch ein Nicht-Sanktionieren am Leben erhalten können, um weitere „spektakuläre“ Szenen zu erzeugen.

  3. Ganz vorsichtig gefragt: kann es sein, dass Dschungelkamp einfach die bessere Sendung mit den besseren Machern ist? Zumindest im Vergleich mit anderen „Trashformaten“?
    Ich erinnere mich daran, wie die damaligen Moderatoren einen Preis nicht angenommen hatten, u.a. aus Pietät gegenüber dem im Vorjahr gestorbenen Dirk Bach.

    Dass all diese Sendungen die Eskalation brauchen, ist klar, aber das muss ja keinen davon abhalten, Grenzen zu setzen.

  4. »Trash-TV-Macher haben eine gesellschaftspolitische Verantwortung …«

    Verspürten Trash-TV-Macher eine gesellschaftspolitische Verantwortung, machten sie erst gar kein Trash-TV. Dieses Format lebt von und verdient an zugefügten Erniedrigungen. Warum ausgerechnet Rassismus in diesen lukrativen Sendeminuten ein No-Go sein soll, erschließt sich mir nicht. Aber immerhin erstaunlich, wieviel Kreide so ein Sender fressen kann, ohne daran publikumswirksam zu ersticken.

  5. @Mycroft
    Klar die bessere Sendung, allein, weil auch die Kandidaten alle schon das TV-Business kennen und da nicht völlig unbedarfte Menschen durch Dorf getrieben werden.

    Wenn es nach mir ginge, dann sollten die allerdings diese Ekelprüfungen weg lassen.
    Die sind unnötig und auch eher der langweilige Part an der Sendung.

  6. Liebe Frau El Ouassil,

    wieder mal hat mich Ihre Kolumne zum Nachdenken gebracht und bringt es noch.

    Spontan – also im Moment der Erstausstrahlung – hatte ich selber den Gedanken, beide Tiffen des Camps zu verweisen und empfand den Rauswurf von Frau Youssefian daher als unausgewogen, gar unfair.

    Nach der Lektüre Ihres Textes habe ich verstanden, dass ich damit falsch lag und erkenne den (garnicht so feinen) Unterschied zwischen Gossenslang und Alltagsrassismus. Und ziehe meinen Hut vor den Verantwortlichen beim RTL für die schnelle und konsequente Reaktion.

    Herzlichen Dank für Ihre Kolumne, sie zählt für mich zu den wichtigsten Angeboten auf Übermedien und ist definitiv ein wesentliches Argument dafür, mein Abo immer wieder zu verlängern.

  7. @4 Ich oute mich schamlos als Dauergucker des Dschungelcamps seit Staffel 1. Ansonsten schaute und schaue ich keine anderen Formate, nicht mal ausschnittsweise, kann also keine Vergleiche anstellen zu anderen Formaten. Ihre Analyse in Bezug auf das Dschungelcamp ist uninformiert und oberflächlich und somit falsch.
    Sie traf (und trifft?) z.B. viel eher auf TV Total zu, wo ganz normale Passanten von Strasseninterviews oder andere medial völlig unbedarfte Menschen vorgeführt und lächerlich gemacht wurden.

  8. @“#1 Anderer Max“

    Ich fand die Ausstrahlung gut und wichtig.
    In einem anderen Format gab es im Nachhinein die Information, dass ein Kandidat aufgrund seiner sexisitischen Äußerungen nahezu nicht in dem ausgestrahlten Material zu sehen war, da entstanden dann recht wilde Gerüchte und Bilder in verschiedensten Köpfen, da an dieser Stelle nicht klar kommuniziert wurde.

    Hier fand ich es absolut wichtig genau zu sehen wie der Streit abgelaufen ist. Es entspann sich dadurch eine wirklich interessante Diskussion in den Sozialen Netzwerken wo man viel deutlicher sehen konnte an wie Menschen, die sonst nicht von dem Thema Rassimus betroffen sind, nach und nach verstanden, was an der Stelle schief gelaufen ist, ich denke in Bezug auf Alltags-Rassismus, hat die Ausstrahlung einiges gebracht … leider auch viele Leute zu Tage gefördert, die es nicht verstanden haben aber viele andere, die gerne bereit sind dort zu reflektieren, wie es auch C. Praetorius im Kommentar #6 beschreibt, haben dadurch einen Einblick bekommen und ein bisschen mehr verstanden.

  9. – Irgendwie hatte es meinen Kommentar #9 verschluckt. –
    Wieder mal mit Gewinn (und Sprachgenuss) gelesen, obwohl – oder weil – ich solche Sendungen nicht anschaue. Danke, Samira! Hier aber noch die Bitte eines älteren Übonnenten mit zu kleinem Wortschatz: Könntet Ihr bei Vokabeln wie „obstinat“, „histrionisch“ oder „Hangryness“ Links zu einer Erklärung oder eine Fußnote setzen?

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