Wie sehr muss man für Themen aus dem Kongo in deutschen Redaktionen kämpfen?
Als freie Journalistin im Ostkongo berichtet Judith Raupp über den Alltag im Krieg – und hat es mit ihren Themenvorschlägen in deutschen Medien nicht immer leicht. Im Podcast mit Holger Klein erzählt sie von festen Vorstellungen über Afrika in Redaktionen und wie sich das auf die Berichterstattung auswirkt.
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In deutschen Medien ist vor allem dann über den Kongo zu lesen, wenn eine Ebola-Epidemie ausgebrochen ist oder Rebellengruppen neue Orte einnehmen. Wie die Menschen ihren Alltag unter dieser Besatzung bewältigen, ist für deutsche Redaktionen weniger relevant. Dabei ist es auch wichtig, diese Geschichten zu erzählen, findet die Journalistin Judith Raupp, die seit 15 Jahren im Ostkongo lebt. Allerdings sei es nicht leicht, Redaktionen von Geschichten abseits von Kämpfen und Krankheit zu überzeugen.
Im Podcast mit Holger Klein erzählt Judith Raupp, dass sie es den Menschen im Kongo schuldig sei, ein realistisches mediales Bild zu zeichnen. Das entspreche aber nicht immer den thematischen Erwartungen deutscher Redaktionen. „Ich merke immer wieder, dass es eine gewisse Vorstellung gibt, wie Afrika zu sein hätte“, sagt Raupp. Wenn ein Themenvorschlag „auch nur unterschwellig diesen Vorstellungen entspricht“, habe man es als freie Journalistin leichter mit einem Pitch „als wenn man den Vorstellungen nicht entspricht“.
Über welche Geschichten aus dem Kongo würde Judith Raupp gerne öfter schreiben? Setzen Medien zu selten eigene Auslandsthemen? Und warum sollten sich deutsche Leser eigentlich für das weit entfernte Kongo interessieren? Darüber sprechen Holger Klein und Judith Raupp in der neuen Folge „Holger ruft an…“.
Die Gesprächspartnerin
Judith Raupp kündigte 2010 bei der Süddeutschen Zeitung, um als Medientrainerin im Ostkongo JournalistInnen auszubilden. Sie arbeitet zudem als freie Reporterin in Goma u.a. für die SZ, die „Zeit“, den Deutschlandfunk und die NZZ und berichtet über den Alltag im Krieg. Das Trainer-Team, das sie für den Radioverband in der Provinz Nord-Kivu ausbildete, erhielt 2022 den Johann-Philipp-Palm-Preis für Meinungs- und PressefreiheitFür jede Demokratie unverzichtbar! In Artikel 5 des Grundgesetzes ist das Recht.... Derzeit ist sie auf Lesetour in Deutschland, um ihr Buch „Morgen gehe ich einkaufen, falls der Markt noch steht“, vorzustellen.
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