Jens Spahn und Springer

Der ganz normale „Spahn-Sinn“ 

Die einstige „Kanzlerhoffnung“ Jens Spahn ist nur noch einfacher Abgeordneter. Mit einem nach 18 Minuten wieder gelöschten Bericht hat „Bild“ einigen Anteil an diesem Abstieg. Hatte das Springer-Blatt Spahn nicht nach Kräften gefördert? Rückblick auf eine ganz besondere Beziehung. 
Jens Spahn guckt zur Seite, daneben die Logos von „Bild" und „Welt“
Besonderes Verhältnis: CDU-Politiker Jens Spahn und die Springer Medien „Welt“ und „Bild“Foto: dts Nachrichtenagentur

Ein Boulevard-Blatt veröffentlicht das Foto eines Politikers mit Baby auf dem Arm: Wahrscheinlich hätte sich niemand gewundert, wenn „Bild“ den Schnappschuss eines „Leserreporters“ vom Flughafen Olbia auf Sardinien einfach online gelassen hätte. Der Schaden für Jens Spahn war ohnehin angerichtet: Der CDU-Politiker war als neues Mitglied des Haushaltsausschusses zu seiner ersten Sitzung im Bundestag erwartet worden, hatte sich aber offenbar abgemeldet, angeblich wegen einer Erkrankung des Kindes. Das Foto aus Sardinien kam da natürlich ungelegen. 

Fragwürdige Lösch-Aktion

Noch interessanter wurde die Geschichte, als „Bild“-Chefredakteurin Marion Horn das Foto und den zugehörigen Artikel schnell wieder löschen ließ und sich die Redaktion bei Spahn sogar entschuldigte. Plötzlich ging es nicht mehr nur um den unvermeidlichen Rückzug aus dem Haushaltsausschuss – sondern auch um die Frage, ob „Bild“ Spahn mit dieser Lösch-Aktion vor dem Schlamassel bewahren wollte.

Gerade einmal 18 Minuten sei der Artikel „Familienurlaub statt Bundestag“ online gewesen, rechnete Robin Alexander im Podcast „Machtwechsel“ vor. Seine Podcast-Partnerin Dagmar Rosenfeld – wie Alexander mit Springer-Vergangenheit – sagte, der Beitrag sei „offenbar auch auf Intervention von Jens Spahn“ gelöscht worden. Eine Quelle dafür nannte sie nicht, und durch das vorsichtige „offenbar auch“ klang ihre Aussage eher wie ein besseres Gerücht. 

„Bild“ selbst lieferte eine eher kreative Begründung für das hektische Verschwindenlassen des Sardinien-Fotos. Es sei „in einem privaten Rahmen entstanden“ und damit habe „Bild“ gegen „seine eigenen Regeln verstoßen“, schrieb die Redaktion auf ihrer Seite für „Korrekturen“. Das sorgte innerhalb wie außerhalb der Redaktion für einige Lacher. 

Merkel beim Chinesen

Denn natürlich wäre es komplett neu, wenn „Bild“ plötzlich keine Aufnahmen mehr aus dem Privatbereich von Politikern oder Prominenten zeigt. So wurde Angela Merkel am Abend der Sachsen-Anhalt Wahl bei einem offenkundig privaten Besuch im China-Restaurant „abgeschossen“ – für „Bild“ kein Problem, ein unvorteilhaftes Foto der früheren Kanzlerin zu zeigen. 

„Bild“-Schlagzeile: Mitten im Wahl-Krimi: Merkel speist beim Chinesen
Screenshot: bild.de

Im Vergleich dazu hatte Spahns Sardinien-Trip eine klare politische Dimension: Weil der CDU-Politiker zeitgleich im Haushaltsausschuss fehlte, war das Foto des „Leserreporters“ mehr als ein privates Urlaubsmotiv. 

Deshalb brachte das Lösch-Manöver eine alte Frage zurück auf den Tisch: Behandelt „Bild“ Jens Spahn anders als andere Politiker? Der gelöschte Sardinien-Artikel war schließlich nur der vorläufige Schlusspunkt einer recht engen Beziehung zwischen einem ehrgeizigen Politiker und dem Springer-Verlag. 

Ein Aufstieg, begleitet von Exklusiv-Geschichten 

Ein Rückblick: Mit gerade einmal 22 zieht Spahn 2002 erstmals in den Bundestag ein. In wenigen Jahren macht er sich einen Namen als umtriebiger Gesundheitspolitiker. Spätestens ab 2013 äußert er sich bundesweit wahrnehmbar auch zu gesellschaftlichen Themen, gern in Springers „Welt“ und häufig recht frei von der Parteilinie – ob zur „Homo-Ehe“ oder, wenn er die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit den Grünen auslotet.  

In den folgenden Jahren nimmt Spahns Karriere Fahrt auf. Bei Koalitionsverhandlungen sitzt er mit am Tisch und zunehmend auch in den Talkshow-Sesseln der Nation. „Bild“ begleitet den Aufstieg, zitiert Spahn, bringt zunehmend Exklusiv-Geschichten. 

Ein Verhältnis zu beidseitigem Nutzen entsteht. Spahn oder dessen Umfeld lancieren Vorstöße, Papiere und Forderungen in „Bild“, die Redaktion weiß häufig als erste, was Spahn will und was in seinem Umfeld passiert – ob es um gesundheitspolitische Ideen oder um gesellschaftliche Debatten geht. 

2017 macht „Bild am Sonntag“ („BamS“) ein „Geheimtreffen“ zwischen Spahn, dem damaligen Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und FDP-Chef Christian Lindner öffentlich, bei dem die drei Männer angeblich eine „bürgerliche“ Regierung als Alternative zur amtierenden schwarz-roten Koalition geplant haben sollen. Im selben Jahr organisiert „Bild“ ein ungewöhnliches Doppelinterview: CDU-Präsidiumsmitglied Spahn diskutiert mit dem damaligen österreichischen Außenminister Sebastian Kurz über den Konservativismus. 

„Kanzlerhoffnung“, „Vordenker“, „Merkels bester Mann“

Der Draht ist kurz, erst recht während der Corona-Pandemie und Spahns Amtszeit als Bundesgesundheitsminister. Und er reißt auch später nie ab: Anfang 2023, inzwischen regiert die „Ampel“ und Spahn bleibt nur das Amt eines stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden, inszeniert die „BamS“ nach den Silvester-Krawallen einen „Brennpunkt-Spaziergang“ durch Neukölln und Spahn dabei als Mann mit „klarer Kante“. 

Bild-Schlagzeile sagt, was wir JETZT tun müssen!
Screenshot: Bild.de

Die Migrationspolitik, in der Spahn meist den Hardliner gibt, hat ihn schon zuvor oft mit den Springer-Redaktionen zusammengebracht. Exklusiv berichtet „Bild“ 2015 über eine von Spahn vorbereitete CDU-Initiative gegen „Import-Imame“ und für eine „Deutsch-Pflicht in Moscheen“. 2016 beschreibt sich Spahn in einem „Welt“-Interview als „burkaphob“ und fordert ein Burka-Verbot. „Bild“ ist voll des Lobes, denn: „Dieser Politiker sagt, was wir JETZT tun müssen!“ Als Spahn im „Bild-Talk“ verlangt, die illegale Migration auf „null“ zu reduzieren, kommentiert die Redaktion erfreut, dass da endlich mal einer „unbequeme Wahrheiten“ offen und „ohne Floskeln“ ausspreche. 

Mit positiven Attributen für Spahn geizt das Blatt nicht. Schon als Finanzstaatssekretär in der zweiten Reihe stehend, nennt die Redaktion ihn „Merkels bester Mann“. Er sei die „Zukunftshoffnung der CDU“, die „Kanzlerhoffnung“, gilt noch 2025 als „Vordenker“ seiner Partei.

„Top-Jobs“, exklusiv vermeldet in „Bild“

Spahns Karriereschritte kennen Springer-Medien fast immer früher als die Konkurrenz. Als Spahn 2014 erstmals ins Präsidium der CDU aufsteigen soll, berichtet „Welt“ zuerst. 2018 verkündet „Bild“ exklusiv Spahns (schließlich erfolglose) Kandidatur für den Parteivorsitz. Im April 2025 meldet das Blatt vorab: Spahn werde Fraktionsvorsitzender. Nur wenige Tage zuvor hatte er die Redaktion für ein ausführliches Interview im „Axel-Springer-Neubau“ besucht. 

Auch dass der „schillernde Politiker mit starkem Sendungsbewusstsein“ 2018 Gesundheitsminister wird, hat die „Bild am Sonntag“ vorab aus „CDU-Kreisen“ erfahren. Spahns Amtsantritt läutet jene Episode ein, in der der Kontakt zum Hause Springer womöglich am engsten ist. 

Bild-Schlagzeile: Spahn-Sinn, was der alles ändern will!
Screenshot: bild.de

Denn dort begleitet man Spahns Start besonders wohlwollend. „Spahn-Sinn, was der alles ändern will!“, titelt die Redaktion im März 2018. Das war nur einen Tag nach der Vereidigung. Der Autor scheint aus dem Häuschen angesichts der Umtriebigkeit Spahns. „Als wäre er schon ewig im Amt …“, formuliert er anerkennend: „Dieser Gesundheitsminister verspricht Tempo.“ 

Es sind Worte aus der Tastatur von Hanno Kautz. Der kannte Spahn schon seit dessen Einzug in den Bundestag – bevor Kautz 2007 zur „Bild“ wechselte, hatte er für die „Ärzte Zeitung“ über Gesundheitspolitik berichtet. Und nur wenige Wochen nach seiner „Spahn-Sinn“-Eloge holt Spahn Kautz als Sprecher ins Ministerium, was er später auch unter Nachfolger Karl Lauterbach (SPD) bleiben wird. 

Als Minister lotst Spahn noch einen zweiten Springer-Mann zu sich: Sebastian Pfeffer. Der hat als „BamS“-Redakteur das bemerkenswerte Doppelinterview mit Sebastian Kurz mitgeführt und Spahn noch Ende 2017 ausführlich zu den Koalitionsverhandlungen mit der SPD befragt – 2018 übernimmt er für den Minister die strategische Kommunikation und Social-Media-Arbeit. Dieselbe Aufgabe führt er später als persönlicher Sprecher des Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn fort.                         

Laschet-Spotting im Springer-Hochhaus 

Doch gab es neben der unzweifelhaften Nähe auch eine Sonderbehandlung für Spahn? Wollte „Bild“ den ihr offenbar zugeneigten Politiker gezielt als Kanzler aufbauen und dazu Negativ-Stories unterdrücken? 

Man kennt das ja aus anderen Bereichen. Rekord-Fußballer Lothar Matthäus etwa gilt als langjähriger Zuträger der Redaktion – es ist ein offenes Geheimnis, dass „Bild“ den Franken trotz seiner sehr überschaubaren Karriere als Coach gern zum Bundestrainer hochgeschrieben hätte.

Die These von einer Vorzugsbehandlung Spahns kursiert seit langem, begründet mit Indizien, die Medien in den vergangenen Tagen wieder gern hervorholten. Zu diesen zählt, dass sich Spahn und der frühere „Bild“-Chef Julian Reichelt duzen, wie die „taz“ 2018 schrieb – und beide als Teil eines Netzwerks mit dem früheren US-Botschafter Richard Grenell verortete, einer wichtigen Figur von Donald Trumps „MAGA“-Bewegung. 

Zu den Indizien gehören auch eine Reihe von Begegnungen außerhalb von journalistischen Anlässen. Spahn folgt zum Beispiel (wie einige andere Politiker auch) der Einladung, wenn Springer-Chef Matthias Döpfner Amazon-Gründer Jeff Bezos den Axel Springer Award 2018 verleiht, er hält zwei Jahre später sogar die Laudatio auf den damaligen Preisträger Elon Musk.

Und dann gibt es noch die Geschichte vom Fernseh-Triell der Kanzlerkandidat:innen Olaf Scholz (SPD), Armin Laschet (CDU) und Annalena Baerbock (Grüne) 2021. Wie der „Spiegel“ öffentlich machte, schaute Spahn die Debatte gemeinsam mit Julian Reichelt in dessen Büro in der Redaktion – bei Bier, Pizza und Witzen über den Kandidaten Laschet. 

Ein geselliges Public Viewing unter Freunden? Spahn selbst stellte den Ablauf später in einem Podcast der „Zeit“ etwas anders dar. Am Tag des Triells sei er für ein Interview, mal wieder, im Hause gewesen. Da habe man spontan beschlossen, gemeinsam zu schauen. 

Nicht einmal mehr „Möchtegern“

Richtig ist aber auch: Spahn ist keineswegs der einzige Politiker, der „Bild“ derart nahestand. Kai Diekman, der frühere Chefredakteur, schrieb selbst über seine Freundschaft mit dem verstorbenen Helmut Kohl. Auch dessen Nachfolger als Kanzler, Gerhard Schröder („Zum Regieren brauche ich ‚Bild‘, ‚BamS‘ und Glotze“) konnte sich lange eines besonders guten Verhältnisses zu der Springer-Redaktionen rühmen, ebenso wie Ex-Verkehrsminister Andreas Scheuer und der frühere FDP-Chef und Vizekanzler Christian Lindner.

Dass das Verhältnis über eine gewöhnliche  Beziehung zwischen Medienschaffenden und Politikern hinausging, zeigt jene von der „Zeit“ enthüllte Nachricht von Springer-Chef Mathias Döpfner, in dem er seinen Chefredakteur Reichelt kurz vor der Bundestagswahl 2021 aufforderte: „Please Stärke die FDP“. 

Ein Chatverlauf mit der Botschaft „Please Stärke Spahn“ ist nicht überliefert. Das Verhältnis scheint eher vergleichbar mit jenem, das die „Bild“-Zeitung lange zu Christian Wulff pflegte. Die Otto Brenner Stiftung hat es unter dem Titel „Ziemlich beste Partner“ einmal ausführlich empirisch analysiert. 

Dabei war die Nähe kein Schutzschild gegen Kritik. Das war so bei Wulff, dessen Verhältnis zur „Bild“ in seiner Amtszeit als Bundespräsident vollständig kippte, und ebenso bei Spahn. Der bekam sie auf fast allen Karrierestufen auch aus dem Hause Springer ab. Auch in Spahns vorerst letztem hohen Posten als Fraktionschef hatte „Bild“ keine Hemmungen, die Einschüchterungs- und Bedrohungsvorwürfe jüngerer Abgeordneter gegenüber ihrem Vorsitzenden öffentlich zu machen. 

Besonders hart geht „Bild“ in der Pandemie mit Spahn ins Gericht. Anfang 2021, als Spahns berühmtes Spendendinner aus dem Oktober 2020 bekannt wird, an dem der Minister teilnahm, nachdem er zuvor noch vor gesellschaftlichen Zusammenkünften gewarnt hatte: „Spahn predigt Abstand und trinkt Wein“, titelt die Redaktion – und sieht in Spahn nicht einmal mehr einen „Möchtegern-Kanzlerkandidat“. 

Bild-Schlagzeile: Spahn im Sturzflug
Screenshot: bild.de

Auch beim „Impf-Desaster“ ist „Bild“ nicht zimperlich. Ausgerechnet „Bild“-Chef Julian Reichelt, der später mit seinem Krawallblog „Nius“ kaum ein gutes Haar an den Corona-Impfstoffen lassen wird, greift Spahn dafür an, zu wenig Impfstoff beschafft zu haben. Er verschont den Minister nicht, öffnet ihm zugleich aber mit einem Interview die Bühne zur Selbstverteidigung und präsentiert kurz darauf exklusiv einen Brief Spahns, der die Verantwortung auf andere lenkt. 

Es ist ein Muster, das sich wiederholt. Über Spahns Masken-Deals recherchiert „Bild“ zwar nicht an vorderster Front, kritisiert aber deutlich die geplante „Vertuschung“ und veröffentlicht später den für Spahn problematischen Bericht der Aufklärungsbeauftragten Margaretha Sudhoff. Abermals übersteht das Verhältnis die Kritik – denn wieder ist die „Bild“-Zeitung für Spahn der Ort der Wahl, um in einem ausführlichen Interview seine Politik gegenüber der Kritik zu rechtfertigen.

Nur acht Minuten bleibt die Nachricht privat

Welchen einzigartigen Zugang „Bild“ zu Spahn hat, zeigt sich immer wieder dann, wenn sich die Exklusivmeldungen nicht auf das Politische beschränken. Als der damalige FDP-Chef Christian Lindner sich 2017 in eine Wohnung Spahns einmietet, kennt „Bild“ die Einzelheiten. Als Spahn „heimlich“ heiratet, schreibt die „BamS“ bereits am Folgetag darüber. Als sich der Minister im Herbst 2020 mit einer Corona-Infektion zu Hause isoliert, spricht er exklusiv mit „Bild“ über seinen Gesundheitszustand. Und noch im Frühjahr 2026 vertraut der CDU-Mann Klatschreporterin Tanja May erstmals Details über die lange Krankheitsgeschichte seines Vaters an – Fotos aus dem Familienalbum inklusive. 

Bild-Schlagzeile: CDU-Politiker Jens Spahn und sein Ehemann sind Papas geworden
Screenshot: bild.de

Logisch, dass May im Juli auch exklusiv ein Foto von Spahn mit Kinderwagen verbreiten kann: „Jens Spahn und sein Ehemann sind Papas geworden“, titelte das Blatt zu einem Zeitpunkt, zu dem „nur die Familie und der Kanzler“ vom „Vaterglück“ gewusst haben sollen. 

Besonders aufschlussreich ist, wie „Bild“ selbst die Abläufe dieser Exklusivmeldung später darstellt. Demnach hatten Spahn und sein Ehemann Daniel Funke ihre „engsten Freunde per WhatsApp-Nachricht informiert“. Acht Minuten später erschien die Nachricht bei „Bild“. Viele Umwege konnte die Information also nicht genommen haben. 

Kriseninterview bei Ronzheimer

Schon am Tag nach dem Scoop stehen nicht mehr die Vaterfreuden im Vordergrund. Als wäre es nicht genug, dass Spahn und Funke ihr Kind von einer Leihmutter in den USA zur Welt bringen ließen: Spahn selbst hatte sich politisch gegen die Leihmutterschaft ausgesprochen. „Bild“ hält sich auch hier mit Kritik nicht zurück, kommentiert Spahns Verhalten als „bigott“. 

Die Nähe aber bleibt. Durch ein Kriseninterview versucht der frisch gewordene Papa, seinen Job als Fraktionschef zu retten. Er wählt dafür den Podcast von „Bild“-Vizechef Paul Ronzheimer. Einen weiteren Tag danach muss er dennoch zurücktreten. So gesehen ist der Verzicht auf den Sitz im Haushaltsausschuss ironischerweise bereits der zweite Rücktritt, der mit einer „Bild“-Geschichte ins Rollen kam. 

Podcast-Thumnnail zum Ronzheimer-Podcast mit Jens Spahn
Screenshot: Youtube/Ronzheimer

Ob Spahn intervenierte oder warum das Foto wirklich gelöscht wurde, wissen wohl nur die Beteiligten. „Bild“ jedenfalls berichtete ungerührt, wie die Empörung bei Spahns Parteifreunden anwuchs. Als habe man selbst mit der ganzen Sache nichts zu tun, schrieb das Blatt: „Spahn verpasste eine wichtige Ausschusssitzung – und tauchte zeitgleich auf Urlaubsfotos aus Sardinien auf.“ 

Das Verhältnis von zwischen Jens Spahn und „Bild“ war lange Zeit ein enges. Beide Seiten haben daraus Profit geschlagen. Jens Spahn in noch höhere Ämter tragen kann es vorerst allerdings nicht. 

5 Kommentare

  1. Wer sich einmal auf Springer stützt, begibt sich in einen Kreislauf der (freiwilligen) Abhängigkeit. Mit jedem Skandal, ob echt oder nur herbeigeschrieben, „erzwingt“ Springer das nächste Exklusivinterview, die nächste Home Story, den nächsten Vorabzugang zu Informationen. Ein Preis, den Spahn bereit ist, zu zahlen.

  2. Ich finde diesen Artikel durchaus sehr interessant.
    Finde ich auf jeden Fall erhellend zur Beziehung zwischen Politiker*innen und Springer-Presse. Gerade als jemand, der nicht super viel Politik-Nachrichten liest, freue ich mich.

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