„Upday“

Springers KI-Schleuder will keine KI-Bilder mehr verwenden

Das Portal „Upday“ schreibt automatisiert Nachrichten von anderen Medien ab. Bisher wurden viele der Texte mit teilweise irreführenden KI-Bildern illustriert. Zumindest das soll nach einer Übermedien-Anfrage nun ein Ende haben.

Womöglich haben sie derzeit in der „Upday“-Redaktion so viel zu tun wie noch nie. Denn bei der Nachrichtenschleuder von Axel Springer, die normalerweise ihre Inhalte mit KI generiert, sei das Team gerade dabei, alle KI-Bilder zu identifizieren und zu entfernen. „Es werden bei Upday keine weiteren KI-generierten Bilder mehr benutzt“, kündigt ein Sprecher auf Nachfrage von Übermedien an.

Der Seite sah man das am Mittwoch zum Teil auch an. Bei vielen Artikeln fehlten die Bilder.

Screenshot der KI-Nachrichtenseite "Upday" am 19.8.2026
Screenshot von „Upday“ am 19.8.2026

Huch? Wie kommt es denn nun zu diesem Umdenken? 

Klau bei der „Tageschau“

Wir hatten bereits im Juli über „Upday“ berichtet und darüber, dass es dort anscheinend allen egal ist, was die KI so ausspuckt. Hauptsache, man kann ein bisschen ausprobieren, was dabei rauskommt, wenn man KI nutzt. Der Springer-Verlag beteuerte auf Übermedien-Nachfrage zwar, dass bei „Upday“ alle Inhalte vor Veröffentlichung noch einmal von Menschen „überprüft, gegebenenfalls angepasst, geändert oder entfernt“ würden. Doch das ist äußerst zweifelhaft.

Anlass für unseren Text war ein wütender LinkedIn-Beitrag des „Tagesschau“-Redakteurs Peter Hornung, weil „Upday“ exklusive Informationen und Zitate aus einem seiner Berichte verwendet hatte – ohne jegliche Quellenangabe. Auch bei einer weiteren „Tagesschau“-Reportage über den Ukraine-Krieg hatte „Upday“ dreist abgeschrieben.

Korrektur dauerte Wochen

Auf unsere Anfrage hin räumte Springer dies als Fehler ein und kündigte an, die Texte zu korrigieren. Was allerdings zunächst wochenlang nicht geschah. Erst als wir nun noch einmal nachgehakt haben, wurden die Texte korrigiert und die Quellen im Text ergänzt.

Im Juli berichteten wir auch über die zum Teil irreführende Bebilderung der „Upday“-Texte. Denn neben klassischen Fotos von Nachrichtenagenturen verwendete „Upday“ bisher oft auch KI-generierte Bilder, die den Eindruck erweckten, echte Orte zu zeigen. Wie etwa den letzten „Führer-Bunker“ in Berlin, der in Wirklichkeit ganz anders aussieht. 

Screenshot einer Upday-Meldung mit der Überschrift: "Bausenator will letzten Reichskanzlei-Bunker abreißen - Denkmalamt sieht hohe Bedeutung"
Fake-Führer-BunkerScreenshot: Upday

Springer behauptete auf unsere Nachfrage, dass „Upday“ ja gar nicht so viele KI-Bilder nutze. Es würden „primär verifizierte, echte Bilder“ verwendet. In „Einzelfällen“ könne es sein, dass „symbolische Illustrationen mit KI erstellt werden“, schrieb ein Unternehmenssprecher. 

Was, nun ja, nicht zutrifft. Denn weder handelt es sich bei der Verwendung von KI-Bildern bei „Upday“ um „Einzelfälle“, noch kann man die verwendeten KI-Bilder als symbolische Illustrationen bezeichnen. 

Visuelle Fake-News

Wenn es um Meldungen über konkrete Orte geht, etwa die Straße von Hormus oder das Weiße Haus in Washington, sind KI-Bilder nichts als visuelle Fake-News, weil sie nicht die tatsächlichen baulichen oder geografischen Gegebenheiten zeigen – da hilft auch der Hinweis „AI Generated Stock Image“ nicht.

KI-generiertes Bild, das die Straße von Hormus zeigen soll.
So stellt sich die KI von „Upday“ die Straße von Hormus vor. Screenshot: Upday

Wir haben also noch einmal bei Springer nachgefragt, warum man bei „Upday“ KI-Bilder zu Nachrichtentexten für angemessen hält, etwa eine Fake-Ansicht des Ortes Kusra im Westjordanland oder die angebliche „Residenz“ des kurdischen Premiers. Die von uns kritisierten KI-Fotos wurden daraufhin entfernt und der Springer-Sprecher teilte auf Anfrage mit: „Das Team schaut sich jetzt die Inhalte der vergangenen Monate an, um weitere KI-Bilder zu entfernen“. Es könne etwas dauern, bis alle gelöscht seien. 

Als nächstes könnte sich das Team dann vielleicht mal die ganze Seite anschauen. Und überlegen, ob so ein Schrottportal nicht komplett überflüssig ist. Denn auch wenn „Upday“ Fotos verwendet, die nicht KI-generiert sind, läuft es schief. Ein Text über den argentinischen Fußballer Lionel Messi, zum Beispiel, ist seit Wochen mit dem Bild seines spanischen WM-Kontrahenten Ferran Torres illustriert. Dabei steht unter dem Text sogar, dass er nach „Faktenprüfung“ aktualisiert worden sei. Das faktisch falsche Foto ist dabei offensichtlich niemandem aufgefallen.

Schlagzeile: "39 Jahre alt, drittes WM-Finale: Messi spricht von Schmerz und Heilung", darunter Foto des spanischen Torschützen Torres
Keine KI, aber auch kein MessiScreenshot: Upday

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