Marc Rath über die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

„Ich ärgere mich heute noch, dass ich damals nicht einfach mit den Menschen geredet habe“

Vor Jahren entschied der Journalist Marc Rath, nicht zu den Pegida-Protesten nach Dresden zu fahren. Heute bereut er, nicht dort gewesen zu sein. Später hätten auch seine Zeitungen zum Aufstieg der AfD beigetragen, glaubt der heutige Chefredakteur der „Volksstimme“ und der „Mitteldeutschen Zeitung“ in Sachsen-Anhalt. Was heißt das für die Berichterstattung vor der Wahl am 6. September?

Noch anderthalb Wochen bis zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Medien nennen sie auch „Schicksalswahl“. Aufmerksamkeit bekommt vor allem die AfD. In Umfragen liegt sie bei mehr als 40 Prozent. Dass die Partei vom Landesverfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wird, schreiben Lokalzeitungen in Sachsen-Anhalt oft gar nicht mehr dazu. AfD-Kandidaten werden genauso vorgestellt wie die von CDU, Linken, SPD, Grünen, BSW und FDP.

Parteien unterschiedlich zu behandeln, führe eher dazu, dass sich Menschen solidarisieren, glaubt Marc Rath, Chefredakteur der „Mitteldeutschen Zeitung“ und der „Volksstimme“, den beiden großen Tageszeitungen in Sachsen‑Anhalt. Rath findet, dass Lokaljournalismus immer noch Einfluss habe. Und dass Medien die Pegida-Proteste und die Bedenken der Menschen während der Corona-Zeit hätten ernster nehmen müssen.

Im Interview erzählt Rath, was er der Tiktok-Reichweite des AfD-Spitzenkandidaten entgegensetzt und wieso die Partei auf Social Media so groß geworden ist, wer überhaupt noch Lokalzeitungen liest und was er sich von überregionalen Medien am Wahlabend wünscht.


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