InterviewMarc Rath über die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
„Ich ärgere mich heute noch, dass ich damals nicht einfach mit den Menschen geredet habe“
Vor Jahren entschied der Journalist Marc Rath, nicht zu den Pegida-Protesten nach Dresden zu fahren. Heute bereut er, nicht dort gewesen zu sein.
Später hätten auch seine Zeitungen zum Aufstieg der AfD beigetragen, glaubt der heutige Chefredakteur der „Volksstimme“ und der „Mitteldeutschen Zeitung“ in Sachsen-Anhalt. Was heißt das für die Berichterstattung vor der Wahl am 6. September?
Noch anderthalb Wochen bis zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Medien nennen sie auch „Schicksalswahl“. Aufmerksamkeit bekommt vor allem die AfD. In Umfragen liegt sie bei mehr als 40 Prozent. Dass die Partei vom Landesverfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wird, schreiben Lokalzeitungen in Sachsen-Anhalt oft gar nicht mehr dazu. AfD-Kandidaten werden genauso vorgestellt wie die von CDU, Linken, SPD, Grünen, BSW und FDP.
Parteien unterschiedlich zu behandeln, führe eher dazu, dass sich Menschen solidarisieren, glaubt Marc Rath, Chefredakteur der „Mitteldeutschen Zeitung“ und der „Volksstimme“, den beiden großen Tageszeitungen in Sachsen‑Anhalt. Rath findet, dass Lokaljournalismus immer noch Einfluss habe. Und dass Medien die Pegida-Proteste und die Bedenken der Menschen während der Corona-Zeit hätten ernster nehmen müssen.
Im Interview erzählt Rath, was er der Tiktok-Reichweite des AfD-Spitzenkandidaten entgegensetzt und wieso die Partei auf Social Media so groß geworden ist, wer überhaupt noch Lokalzeitungen liest und was er sich von überregionalen Medien am Wahlabend wünscht.
Der Gesprächspartner
Marc Rath ist Chefredakteur von beiden großen Regionalzeitungen in Sachsen-Anhalt: der „Mitteldeutschen Zeitung“ und der „Volksstimme“. Beide Zeitungen gehören der Bauer Media Group und haben zusammen eine AuflageAnzahl der Exemplare einer Zeitung oder Zeitschrift, die von einer Ausgabe gedruckt... von rund 246.000 Exemplaren, davon 53.000 digital. Rund 290 Redakteurinnen und Redakteure arbeiten dort.
Rath wurde 1966 in Solingen geboren und kam 1991 als junger JournalistPerson, die Informationen recherchiert, prüft und anschließend der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt,... nach Sachsen-Anhalt. Seitdem hat er die meiste Zeit als Lokaljournalist gearbeitet. 2014 deckte er in Stendal massiven Wahlbetrug auf. Um die Jahrtausendwende war er fünf Jahre lang Pressesprecher für zwei Landesministerien in Magdeburg und bei einem Verband in Berlin. 2018 bis 2022 war er Chefredakteur der „Landeszeitung für die Lüneburger Heide“, bevor er als Chefredakteur nach Sachsen-Anhalt zurückkam. Er lebt abwechselnd in Halle und in einem kleinen Dorf bei Tangermünde in der Altmark.
Übermedien: In anderthalb Wochen wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag und die Berichterstattung ist besorgt bis panisch. Passt das zu dem, was Sie im Alltag erleben?
Marc Rath: Gerade landet jedes Gespräch, das ich führe, in den ersten Sätzen bei dieser Wahl. Manche Menschen hoffen, dass sich endlich etwas ändert, aber mindestens genauso viele Menschen haben sehr viel Angst davor, was passieren könnte.
Sie wohnen bei Tangermünde in der Altmark – genau wie der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund. Lässt sich Ihr Job als Chefredakteur von Ihrem Privatleben trennen?
Ich sehe mich weniger als Chefredakteur, eher als Lokaljournalist. Und ja, wenn ich von meinem Dorf abends die 15 Kilometer nach Tangermünde zum Essen fahre, kann es sein, dass irgendwo jemand ruft: „Huhu, Herr Rath!“ Und dieser Jemand ist Herr Siegmund. Dann grüße ich freundlich zurück.
Altstadt von TangermündeFoto: Imago/Jürgen Ritter
Macht das den Job als Lokaljournalist schwieriger oder einfacher?
Ich finde diesen Kontrast spannend und versuche, überall hinzugehen. Ab und an gehe ich auch sonntags zu einem AfD-Stammtisch oder zu deren Bürgerforen. Ich schaue mir auch die „Silberlocken“, also Gregor Gysi, Bodo Ramelow und Dietmar Bartsch, oder Heidi Reichinnek in Magdeburg an. Ich möchte mir ein möglichst umfassendes Bild machen.
Wie viel Einfluss haben die „Mitteldeutsche Zeitung“ und die „Volksstimme“ überhaupt darauf, wie die Menschen am 6. September wählen?
Wenn man das wüsste. Wir sind nur ein Teil des Meinungsbildungsprozesses. Aber ich will unseren Einfluss nicht kleinreden. Auch die AfD schaut sehr genau hin, was wir machen. Das werte ich als Zeichen, dass man uns ernst nimmt.
Auch wenn unsere Auflagen zurückgehen, erreichen wir heute mehr Menschen als vor zehn Jahren. Unsere Kanäle „snack.politik“ auf Instagram und Tiktok oder unseren Politikpodcast „2,1 Millionen“ bieten wir zum Beispiel bewusst kostenlos an. Manche Menschen sehen unsere Artikel in WhatsApp-Gruppen, unterhalten sich über den Gartenzaun darüber oder die Zeitung geht von Hand zu Hand. Deswegen haben wir nach wie vor eine Relevanz, auch wenn wir gerne mehr Erträge dadurch hätten.
Ich erlebe hier in Bonn, dass Lokaljournalismus viele Leute gar nicht mehr erreicht. Ist das bei Ihnen genauso?
Die Frage ist, ob Menschen überhaupt noch Lokaljournalismus bekommen – oder nicht eher Regionaljournalismus. In unserem Nachbardorf zum Beispiel hat der Förderverein der freiwilligen Feuerwehr in Eigenleistung an das Feuerwehrdomizil noch ein kleines Gerätehaus angebaut, weil sie ein weiteres Einsatzfahrzeug bekommen haben. Die Kollegin, die die verschiedenen Ortsteile von Tangerhütte betreut, hat darüber eine Geschichte geschrieben. Sie macht jeden Tag Lokaljournalismus in einer Region mit 10.000 Menschen.
Als Festangestellte?
Das nicht, aber sie ist eine Pauschalistin mit einem festen Budget im Jahr. Ihre Geschichte landete dann in der WhatsApp-Gruppe des Feuerwehrvereins, wo ich auch Mitglied bin, und alle haben sich total gefreut. Auch wenn von den Mitgliedern sicherlich nur ein Bruchteil die Zeitung liest, ist es ihnen wichtig, dass die Lokalzeitung berichtet. Diese Relevanz hört schon an der Gemeindegrenze auf: Im benachbarten Tangermünde interessiert es allenfalls noch ein paar Feuerwehrleute, dass es in dem Ortsteil Ringfurth jetzt ein weiteres Gerätehaus gibt. Aber für wenige Hundert Menschen ist das wichtig. Viele Lokalzeitungen im Osten und auch im Westen leisten sich das gar nicht mehr.
Die MZ und die „Volksstimme“ haben zusammen eine Auflage von 246.000 Exemplaren. Das ist eine gute Haushaltsabdeckung bei 2,1Millionen Menschen in Sachsen-Anhalt insgesamt. Aber der erwähnte TikTok-Kanal„snack.politik“ hat gerade etwas mehr als 500 Follower. Ulrich Siegmund hat mehr als 600.000.
Manche unserer Videos kommen auf 15.000 Views. Damit erreichen wir junge Menschen, die nicht zur Zeitung greifen würden. Ulrich Siegmund hat eine beachtliche Followerzahl und ist bei Social Media sicherlich derjenige, der Sachsen-Anhalt am besten und am intensivsten durchdringt. Aber viele seiner Follower kommen nicht aus Sachsen-Anhalt. Die Zahlen sind deswegen schwer vergleichbar.
Sie haben gesagt, dass auch die AfD genau beobachtet, was in der Zeitung steht. Wie bekommen Sie das mit?
Weil die sich bei uns melden, unsere Arbeit kritisieren und bei Veranstaltungen darauf eingehen. Vor einem Jahr hat die AfD ein Familienfest veranstaltet, mit 5000 Menschen in Wolmirstedt. Über diese Parteiveranstaltung haben wir nicht berichtet, auch weil wir unterschätzt haben, wie viele Besucher dorthin kommen würden. Am nächsten Tag hat eine Handvoll Leute angerufen und sich beschwert. Das wirkte schon ein bisschen gesteuert.
Hätten wir gewusst, dass so viele Leute kommen, hätten wir uns das angeschaut. Nicht, um brav zu berichten, wie schön es war, sondern weil es ein Phänomen ist, dass es dieser Partei gelingt, Menschenmassen zu mobilisieren, die es in Sachsen-Anhalt nach der Wende eigentlich nie so gab. Wobei die „Silberlocken“ und Heidi Reichinnek das in großen Städten auch in ähnlicher Form hinbekommen.
Haben Ihre Zeitungen dazu beigetragen, dass die AfD in Sachsen-Anhalt jetzt so hohe Umfragewerte erzielt?
Ich wäre naiv, wenn ich das abstreite. In den Umfragen spiegelt sich ein allgemeines Unverständnis und Missmut über „die da oben“ – also die Art und Weise, wie in Magdeburg oder Berlin Politik gemacht wird. Aber wir sind natürlich ein Teil davon. Es kommt nicht so oft vor, dass Menschen auf uns zugehen und uns „Lügenpresse“ ins Gesicht sagen. Das macht allenfalls der zugereiste Demonstrant. Die Nähe, die wir zu den Leuten haben, führt dazu, dass man nicht immer einer Meinung ist, aber in der Regel vernünftig miteinander umgeht.
Aber ich denke viel darüber nach, ob wir uns diesem Unmut in den vergangenen Jahren ausreichend gewidmet haben. Die Corona-Zeit habe ich als Bruch erlebt. Am Anfang wurden uns die Informationen, die wir verbreitet haben, geradezu aus den Händen gerissen. Ich war damals in Lüneburg, aber das war in Sachsen-Anhalt nicht anders. Die Stimmung kippte, je mehr Restriktionen stattfinden mussten, weil die hinterfragt wurden und tiefe Einschnitte bei den Menschen hinterlassen haben.
Auch wenn wir uns über die wöchentlichen ganzseitigen Anzeigen des Bundesgesundheitsministeriums bei uns wirtschaftlich gefreut haben: Es war eine fatale Kombination, dass die Berichterstattung direkt neben Handlungsanweisungen, Empfehlungen oder der PR der Bundesregierung stand.
Wobei Misstrauen in Medien schon vorher Thema war.
Ja, das war ein Brandbeschleuniger für eine Entwicklung, die es vorher schon gab. Ich weiß noch, wie wir 2014 bei der „Volksstimme“ saßen und über die ersten Pegida-Demonstrationen in Dresden gesprochen haben. Von unserer Redaktion im Norden Sachsen-Anhalts war das sehr weit weg. Und keiner von uns konnte die Proteste nachvollziehen. Wir waren sehr froh, dass es Leserbriefe mit Sympathisanten der Bewegung gab, sodass die Zeitung einen gewissen Pluralismus wiedergeben konnte.
Erste Proteste der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) 2014 in DresdenFoto: Imago/Max Stein
Ich ärgere mich heute noch, warum ich damals nicht einfach hingefahren bin, mit den Menschen geredet habe und der Sache auf den Grund gegangen bin. Klar, ich war für die Altmark zuständig und hatte genug am Hals. Aber ich empfinde das heute schon für mich persönlich, aber auch für unsere Profession als ein gewisses Versagen. Das würde mir kein zweites Mal passieren.
Mit Versagen meinen Sie also nicht, dass Sie der AfD zu viel Raum gegeben haben. Sondern andersherum: Dass Sie den Emotionen oder Bedürfnissen der Menschen zu wenig Raum gegeben haben?
Ja. Die AfD ist auf Social Media aus zwei Gründen so stark geworden. Zum einen, weil sie direkt kommunizieren kann – ohne den journalistischen Blickwinkel. Sie können sagen, was sie wollen. Andererseits haben wir es ihnen vielleicht zu einfach gemacht. Menschen hatten den Eindruck, dass sie mit ihren Themen bei uns nicht vorkommen und woanders hingehen müssen. In Teilen ist das eine Scheinbehauptung, aber in Teilen ist leider auch etwas dran.
Ich erinnere mich an die große Flüchtlingsbewegung vor zehn Jahren. Da ging in Stendal das hartnäckige Gerücht durch die Stadt, eine Flüchtlingsfamilie sei mit einem vollen Einkaufswagen fröhlich grüßend aus dem Supermarkt gegangen, ohne zu bezahlen. Einer meiner Kollegen hat wirklich alle und alles abgefragt, um dem auf den Grund zu gehen. Da war nichts dran – und das hätten wir rausbekommen, wenn es wahr gewesen wäre. Aber das Gerücht hatte sich einfach so weiterverbreitet. Wir haben das dann in einem Artikel klargestellt, weil es so viele Menschen betraf. Vielleicht haben wir das bei anderen Themen zu selten gemacht.
Für die Wahlberichterstattung dieses Jahr haben Sie sich mit Rechtsextremismusexperten ausgetauscht. Was war das Ergebnis?
Das haben wir schon früher gemacht. Schon bei der Kommunal- und Europawahl 2024 wurde die AfD stärkste Kraft. Bei der Europawahl erzielten AfD und BSW zusammen 45 Prozent. Wir haben damals die Rechtsextremismus-Expertin Andrea Röpke zu einem halbtägigen Workshop eingeladen. Es ging um Raumpioniere – völkisch-national bestrebte Menschen, die Land oder alte Höfe kaufen und Anschluss in der Dorfgemeinschaft suchen, in Vereinen und der Kommunalpolitik. Wir haben gelernt, wie sie ticken und an welchen Codes man sie erkennen kann. Hinterher haben wir uns dann sehr genau angeschaut, wer auf den Kandidatenlisten stand.
Vor der jetzt anstehenden Landtagswahl haben wir uns mit David Begrich ausgetauscht, einem anerkannten Rechtsextremismusexperten aus Magdeburg. Schon 2024 haben wir ein paar Kollegen etabliert, die mit der AfD sehr intensiv in Kontakt stehen und deren Personal besser kennen. Sie sind direkte Ansprechpartner. Wenn ein Kollege zum Beispiel in einem Gemeinderat über einen besonders gut formulierten Antrag stolpert, obwohl die AfD-Fraktion bisher nicht im Ruf stand, so gut zu texten, geht es darum, herauszufinden: Wo kommt der her? Vielleicht gibt es den gleichen Antrag auch in Nachbarkreisen und es wird eine gemeinsame Geschichte daraus, weil dahinter womöglich eine Kampagne steckt.
Trotzdem haben Sie sich dagegen entschieden, die AfD in Artikeln grundsätzlich als „rechtsextrem“ zu bezeichnen, und das, obwohl der Landesverband Sachsen-Anhalt gesichert rechtsextremistisch ist. Warum?
Von dieser Einstufung als rechtsextremistisch weiß inzwischen jeder. Bei etwa der Hälfte unserer Texte ist es als Einordnung wichtig, da steht es auch drin. Aber es gibt nicht die Regel, dass das in den ersten beiden Absätzen auftauchen muss.
Negativ aufgefallen sind mir in Ihren Zeitungen vor allem Berichte über lokale Wahlkampfevents, Grillfeste und Podiumsdiskussionen. AfD-Politiker wurden oft nicht eingeordnet und unkritisch zitiert. Der Tenor war immer: Das Interesse war groß, Kind und Kegel waren dabei, für Verpflegung war gesorgt, alle hatten eine gute Zeit. In einem Artikel sagt ein AfD-Politiker, er kandidiere, damit seine Kinder und Enkel „eine gute Zukunft haben“. Auch hier: keine Einordnung als rechtsextrem.
Wir stellen alle sieben Parteien, die Chancen haben, in den Landtag zu kommen, relativ gleichberechtigt vor. Das hat mit Augenhöhe zu tun. Wenn ich die Parteien unterschiedlich behandle, führt das nicht dazu, dass jemand eine Partei nicht wählt. Die Menschen solidarisieren sich eher.
Bericht über Autogramme und Bier beim AfD-Grillfest in ZerbstScreenshot: „Volksstimme“
Ich sage das nicht, weil ich einen Konflikt fürchte. Die Personen müssen natürlich trotzdem kritisch hinterfragt werden. Der AfD-Politiker Tobias Rausch soll zum Beispiel vier Mitspieler aus seiner Fußballmannschaft mit Minijobs in seinem Abgeordnetenbüro versorgt haben. Das konnte man in der Zeitung genauso lesen.
Es ist am Ende eine spannende Frage: Wie mache ich Journalismus, der aufklärt, aber nicht anklagt? Dieser Spagat findet bei uns in einer anderen Qualität statt. Wir haben es eben nicht mit einer 15-Prozent-Partei zu tun, sondern mit einer sehr viel größeren. Die vielleicht aber auch so groß geworden ist, weil wir sie sehr lange als Ausgestoßene behandelt haben.
Ihre Zeitungen bringen also Recherchen und Analysen, die zeigen, wie problematisch und rechtsextrem die Partei ist, und stellen gleichzeitig die Kandidaten auf Augenhöhe vor. In einem dieser Artikel zweifelt ein Kandidat aus Gardelegen an, dass es den menschengemachten Klimawandel gibt. Das Zitat bleibt ohne Einordnung stehen. Kommt da Ihre Strategie nicht an Grenzen?
Das glaube ich nicht. Man muss das Gesamtprodukt sehen. Wer diese Zeitung liest, kann nicht auf den Gedanken kommen, dass der Mensch nicht am Klimawandel schuld ist. Wir haben viele Artikel, die sich mit den Ursachen und Folgen des menschengemachten Klimawandels beschäftigen. Aber schreibe ich das in jedem Text oder zu jedem Zitat dazu? Durch das Zitat wird deutlich, dass Sebastian Koch, um den es da geht, den menschengemachten Klimawandel bezweifelt.
Neben diesen klassischen Wahlformaten haben Sie auch viel rund um die AfD recherchiert. Zum Beispiel zu Wahlkreisbüros, die abgerechnet werden, aber unter den angegebenen Adressen nicht zu finden sind. Oder auch, dass ein AfD-Kandidat mit einem Baseballschläger einen 14-Jährigen attackiert haben soll. Sind solche Recherchen gefährlich für Journalisten?
Nein. Da sind wir wieder bei der großen Nähe im Lokaljournalismus: Es ist kein Geheimwissen, wo ich wohne. Man bekommt auch mal Beschimpfungen. Aber mir ist noch nie das Auto zerkratzt worden. Bei der AfD sind keine SA-Schlägertrupps.
Mir ist bewusst, dass das zum Beispiel in Sachsen anders ist. Im Süden Sachsen-Anhalts, der an Sachsen angrenzt, ist es schon etwas aggressiver als in der bevölkerungsarmen Altmark. In diesem Wahlkampf beobachten wir aber auch, dass die AfD auch aggressivere Anhänger anzieht. Ich bin mir nicht sicher, was bei denen vorgehen und passieren wird, wenn die Partei die angestrebte Mehrheit verfehlt.
Auch in diesem Interview geht es vor allem um die AfD, so wie in den meisten Berichten aus und über Sachsen-Anhalt. Sie berücksichtigen in Ihrer Berichterstattung alle Parteien. Was ist mit der Zivilgesellschaft?
Wir zeigen die ganze Bandbreite an Initiativen. In meiner Wahrnehmung machen die nicht nur in unseren Berichten den größeren Teil aus, sondern auch in dem, was die Menschen bewegt.
Am Wochenende habe ich an einem Wahlkampfstand einen ehemaligen namhaften Landespolitiker getroffen, längst weit im Ruhestand. Er sagt, im Land herrsche gerade eine Wechselstimmung. Aber wen wählt man, wenn man wechseln will? Die SPD plakatiert gerade „Erfahrung statt Experimente“. Manche Leute finden nicht gut, was die AfD macht, sagen aber trotzdem: Ich wähle die jetzt einfach mal.
Das heißt, das sind keine Leute mit gefestigtem rechtsextremen Weltbild.
Genau. Wir haben jetzt auch zwei Redaktionsbusse als Dialogmobile, mit denen wir herumfahren wollen. Es geht um das Signal: Wir sind da. Wir können auch in kleinste Orte, wo sonst nichts mehr stattfindet, oder allenfalls AfD‑Veranstaltungen. Man muss die Kraft haben, diese Orte zu bespielen. Und die haben wir eben. Es geht nicht darum, dass Journalismus parteipolitisch wird, sondern eine Plattform für Austausch zu schaffen.
Social-Media-Kanäle, ein Politikpodcast, ein neuer Newsletter, Redaktionsbusse – und das alles bei sinkenden Auflagen. Wie finanzieren Sie das? Ist das ein Zuschussgeschäft, eine Investition in die Demokratie?
Auf jeden Fall eine Investition in die Zukunft. Wir können damit Menschen erreichen. Klar muss es uns auch gelingen, dass wir in Lohn und Brot bleiben. Wir haben ein sehr kluges Logistikkonzept mit der sogenannten Hybridzustellung. Neben der Zeitung und dem Anzeigenblatt werden auch die Post, teilweise auch Pakete und in Zukunft auch weitere Dienstleistungen bis zur letzten Milchkanne geliefert. Insofern haben wir kein Interesse daran, irgendwelche Regionen abzuhängen wie anderswo, wo es nur noch eine digitale Zeitungsausgabe gibt. Letztendlich geht es um kluges Haushalten.
Was wünschen Sie sich von Medien für das Wahlwochenende, gerade auch von den überregionalen?
Am Wahlabend kein Alarmismus. Und dass sie davor und danach genau hinsehen. Wie fast überall in Deutschland tragen die Menschen hier in Sachsen-Anhalt ihr Herz nicht auf der Zunge, sondern öffnen sich erst, wenn man ihnen mit wirklichem Interesse begegnet. Dafür braucht es mehr als eine obligatorische Tagesreise von überregionalen Reportern. Sachsen-Anhalt ist nicht schwarz-weiß und kein Land der Neonazis.
Die Autorin
Foto: Evgeny Makarov
Annika Schneider ist Redakteurin bei Übermedien und HostEine Person, die ein Podcast- oder Videoformat moderiert und Gäste interviewt oder... des optimistischen Podcasts „Nice & Nötig“. Als freie Medienjournalistin hat sie als Moderatorin und Autorin beim Deutschlandfunk und WDR gearbeitet, außerdem als Kolumnistin beim MDR-Altpapier. Sie hat Journalistik und Politikwissenschaft in Eichstätt und Erlangen studiert und ihr Handwerk im Lokalen gelernt. Seit 2025 sitzt sie in der Nominierungskommission des Deutschen Radiopreises.
Mit den Rechtsextremismusexperten Andrea Röpke und David Begrich haben Sie eine gute Wahl getroffen. Herzlichen Glückwunsch!
Befolgen Sie unbedingt die Ratschläge dieser Experten. Wir wollen ja nicht, dass Volksstimme und Mitteldeutsche Zeitung in die Realität zurückfallen.
Jaa, vor Jahren war die Volksstimme als „AfD-Postille“ verschrien.
Trotzdem ist die Behauptung „Dass die Partei vom Landesverfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wird, schreiben Lokalzeitungen in Sachsen-Anhalt oft gar nicht mehr dazu.“ schlichthin falsch.
Es gibt keine Erwähnung der AfD in der Volksstimme, die ohne diesen Textbaustein auskäme.
Zu #2:
Das stimmt nicht. Im Interview sind mehrere Artikel aus der „Volksstimme“ über lokale AfD-Veranstaltungen verlinkt, in denen die Einstufung als rechtsextrem nicht erwähnt wird.
Großen Dank — dass es kein Podcast wurde —
lesen is einfach besser
Der Wahlkampf findet in GoogleAds, X Ads Manager und Meta Ads statt, nicht in der Lokalzeitung. Microtargeting. Dort bekommt jeder exakt die Botschaft ausgespielt, die er bereit ist zu glauben. Nennt sich dann Conversion, wenn er klickt. Diese Kampagnen sind finanziert, dagegen kommt kein organischer (recherchierter, geprüfter, wahrheitsgemäßer) Content von irgendeiner Zeitung an. Zumal diese Kampagnen ja auch inhaltlich gegen (unliebsame) Medien hetzen, also aktiv daran arbeiten, dass normale Zeitungen irrelevant werden (mit Labels wie Systempresse). „Neuland“ scheint in Deutschland ein Zustand zu sein (und im merkel’schen Sinn alternativlos ). Abschaffung der Schulpflicht passt da doch perfekt rein. Die AFD will ihre Wähler so doof halten, dass sie dauerhaft glauben, der Ausländer sei Schuld und dass die AFD etwas für ihn tue.
Wie immer geht das nur aus der Opferrolle hinaus, die alles rechtfertigt. Jetzt die Unmenschlichkeit, bald die offene Gewalt. Nur dieses Opfernarrativ kann einer faschistischen Bewegung gefühlte Legitimation verleihen. Stichworte Umvolkung, Genderwahn, Messermänner, Indoktrination (Schulpflicht), Vermischung (Rassenlehre), Systemmedien (jeder, der die AFD kritisiert), etc.
„In Teilen ist das eine Scheinbehauptung, aber in Teilen ist leider auch etwas dran.“
Die „ihre Themen“ … Welche sind das denn? Ausländer sind Schuld an allem? Es hatte doch einen Grund, warum „diese Themen“ nicht in seriösen Medien vorkamen – Weil das mindestens Strohmänner, wenn nicht gar stumpfe Lügennarrative sind. Die sind doch nur in andere Medien vorgedrungen, weil sie sich in den rechtsradikalen Netzwerkmedien gut verkauft haben und man davon ’ne Scheibe Geld abhaben wollte. Oder aber der Verlagsinhaber und/oder Chef.Red. selbst voll auf Linie sind (ich denke da an nius etc.). Ich warte immer noch auf den Tag, an dem ein AFD Mensch mal ein zielführendes Argument oder auch nur Thema bringt. Es kommen aber nur Nebelkerzen.
Mittlerweile sitzen die AFD Leute wöchentlich in jeder ÖR-Talkshow und glucksen „Ausländerkriminalität“ (die im vergangenen Jahr um ca. 2,5% zurückgegangen ist und nie hoch oder gar relevant für irgendwas war) vor sich her, als ob das echte Relevanz hätte. Die mediale (nicht inhaltliche) Relevanz wurde diesen Thesen verliehen, als sie außerhalb der rechtsbraunen Medien (in Form von rhetorischen Fragen, statt Aussagesätzen) reproduziert wurden – Aus „Ausländer Schuld an Allem.“ auf PI wurde dann langsam aber sicher „Ausländer Schuld an Allem?“ im Spiegel.
Die Fakten sagen, wir brauchen mehr Menschen in Deutschland und es gibt keine erhöhte Ausländerkriminalität. Jede Diskussion um gefühlte Wahrheiten von AFD-Funktionären hat „diese Themen“ in den Mainstream befördert. Und Konservatives-Feulleiton-Man hat jubiliert – Endlich stand ihm jemand zur Seite im Kampf gegen alles, was man nicht (mehr) versteht.
Alleine, dass man von „diese Themen“ spricht, sagt doch schon eigentlich alles. Herr Rath weiß selbst ganz genau, dass „diese Themen“ eben keine sind, er sie aber (aus wirtschaftlichen Gründen) dennoch reproduzieren muss.
„, wenn man ihnen mit wirklichem Interesse begegnet.“
Man muss denen nur zuhören? Was machen denn alle Medien seit 10 Jahren am Stück? AFD-Funktionäre, als Repräsentanten für AFD-Wähler, sitzen doch in jeder Talkshow. Eine Lüge wird auch nicht wahrer, wenn man sie 10x bei Markus Lanz wiederholen darf. Was denn zuhören? Mal Marcant gesehen, der fährt doch zu den AFD-Veranstaltungen und hört denen zu. Wie viel kann man denn noch zuhören? Und wie wenig können die eigentlich sagen? Da ist halt nichts, außer „Sorgen“, die von der AFD selbst geschürt wurden.
Wer hört sich denn meine Sorgen und Nöte an? Und wieso sollte ich jemanden zwingen wollen, sich diese anzuhören? Ist Zuhören auch ’ne Option oder ist das eine Einbahnstraße, die letztenendes auf Erpressung hinausläuft – nach dem Motto „Du bist für meine Sorgen verantwortlich, sonst wähle ich eine undemokratische Partei, um es dir mal so richtig zu zeigen!“
Ist es Zufall, dass die AFD eine Ostpartei ist? Weiß die AFD einfach nur sehr gut, wie sie das gefühlte Opfersein der Ostdeutschen effektiv in Wählerstimmen umwandelt? Und wieso wollen 40% der Ostdeutschen das glauben? Hörren wir ihnen mal wieder zu … wenn sie die Talking Points der AFD mal wieder in ein ZDF-Mikrofon wiederkäuen, in voller Überzeugung, das sei ihre eigene Meinung.
Wenn in Berlin keine Syrer mehr sind, dann hat Tangermünde wieder Vollbeschäftigung. Das ist doch letztenendes, was die AFD als Wahrheit verkaufen will.
Danke @ #5 Ich fürchte, da ist leider viel Wahres dran
Oh, da ist eine Ergänzung nötig.
Zwar sind Andrea Röpke und David Begrich schon gut. Aber warum nicht noch einen draufsetzen mit Beratungsleistungen von (Name von Redaktion entfernt)?
Als Einstieg sein obiges Essay (28. August 2026 um 11:37 Uhr) auf die Frontpage der Volksstimme und der Mitteldeutschen Zeitung, das wäre doch was.
Zu #7:
Lieber FrankD,
bitte bleiben Sie bei der Sache. Diese Kommentarspalte ist kein Ort, um andere Kommentatoren persönlich anzugehen.
Herzliche Grüße aus der Redaktion,
Annika Schneider
#5
Die AfD ist KEINE Ostpartei. Höcke, Gauland, Weidel, Lücke, Meuthen und das Geld, mit dem die Partei groß wurde, sowieso, stammen aus dem Westen. Geht mir echt auf die Nerven, das „dem Osten“ unterschieben zu wollen.
Meine schlichte Vermutung übrigens für den relativ höheren Wähleranteil ( die absolute Zahl der AfD-Wähler ist etwa mehr als doppelt so hoch in den alten Ländern) ist, dass es schlichtweg keine so starke Parteienbindung gibt in den neuen Ländern.
In Bayern bspw wählt man mit ausländerfeindlichen Ressentiments halt auch mal Freie Wähler oder weiterhin CSU und trotzdem wohnen laut aktueller Umfrage dort etwa 3mal so viele AfD-Wähler wie in Sachsen-Anhalt.
Ostdeutschland ist eben auch nicht besonders dicht besiedelt.
Das Problem ist, dass Ostdeutschland Probleme hat, und dass Parteien (oder Medien) diese anscheinend oder scheinbar nicht lösen.
Bzw., und das würde ich auch persönlich nehmen, dass die so tun, als wäre „der“ Ostdeutsche das Problem. Insofern muss man sich nicht wundern.
„Wir stellen alle sieben Parteien, die Chancen haben, in den Landtag zu kommen, relativ gleichberechtigt vor. Das hat mit Augenhöhe zu tun. Wenn ich die Parteien unterschiedlich behandle, führt das nicht dazu, dass jemand eine Partei nicht wählt. Die Menschen solidarisieren sich eher.“
Genau das ist der Trugschluss, der sich durch alle möglichen Medien durchzieht.
Wenn man eine gesichert rechtsextreme Partei „relativ gleichberechtigt“ behandelt, normalisiert man sie. Man normalisiert ihre Positionen und gibt ihnen die perfekte Rechtfertigung, sich als „Mitte der Gesellschaft“ darzustellen. Denn gleichberechtigt und auf Augenhöhe mit demokratischen Parteien dargestellt sind sie genau das. Mittedendrin.
Wenn während gleichberechtigter Behandlung über 40% der Wählerschaft diese Partei wählen, glaubt man wirklich, bei „ungleicher“ Behandlung wären es 50? Weil man Rechtsextremismus, Demokratiefeindlichkeit und Menschenfeindlichkeit als das benennt, was diese Partei ausmacht?
Die AfD wird nicht wegen der Berichterstattung gegen sie gewählt, sondern weil die Menschen davon überzeugt sind, dass es nicht schlimm wäre und es sie selbst nicht betreffen würde, wäre die AfD in einer Machtposition.
Sagen was ist. Berichten was ist. Das Wahlprogramm auseinandernehmen. Verdeutlichen, was die Folgen der Politik sind. Einordnen. Und zwar bei allen Parteien. Das wäre „gleiche Behandlung“. Nicht die Berichterstattung über das x-te Sommerfests.
Aus den neuen Bundesländern sind über Jahrzehnte massiv Menschen weggezogen – und zwar nicht zufällig verteilt, sondern überproportional junge, mobile, gut ausgebildete Menschen und insbesondere Frauen. Gleichzeitig sind in manche dieser Regionen auch überproportional viele Rechtsradikale und Menschen aus dem extrem rechten Milieu gezogen bzw. haben sich dort bewusst angesiedelt.
Wer dann glaubt, dass Brain Drain, Überalterung, ein zunehmender Männerüberschuss und eine veränderte politische Milieustruktur **keinen** Einfluss darauf haben würden, wie diese Regionen heute aussehen, glaubt letztlich an magische Demografie.
Wenn die Menschen, die bessere Chancen haben, eher gehen, während andere bleiben oder gezielt zuziehen, verändert sich eine Region zwangsläufig. Das betrifft Arbeitsmarkt, Altersstruktur, Geschlechterverhältnis, soziale Milieus – und eben auch politische Mehrheiten und die Sichtbarkeit rechter Strukturen.
Darauf hinzuweisen ist kein „Ossi-Bashing“. Es ist eine ziemlich banale Konsequenz aus selektiver Migration und Demografie. Man kann die Menschen, die geblieben sind, dafür weder kollektiv verantwortlich machen noch ihnen ihre Lebensrealität absprechen. Aber man kann auch nicht so tun, als seien Abwanderung, Zuwanderung und die daraus entstandene Zusammensetzung der Bevölkerung für die heutige Situation völlig irrelevant.
Dass man diese Zusammenhänge nicht aussprechen darf, weil es angeblich „Ossi-Bashing“ sei, hat deshalb weniger mit besonderer Sensibilität als mit einem Denkverbot zu tun. Und das Bemerkenswerte daran: Ausgerechnet diejenigen, die ständig gegen vermeintliche „Wokism“-Denkverbote wettern, errichten hier mitunter selbst welche.
Ich kenne Marc Rath nicht persönlich. Komme und wohne aber in der gleichen Gegend, wie er, in der Altmark, und nehme ihn dadurch seit Jahren wahr.
Ich glaube, er ist ein freundlicher Mensch, der guten Journalismus machen kann und sich darum auch wirklich bemüht.
Und trotzdem habe ich das Gefühl, dass ihm, und vielleicht auch ein paar anderen in der Redaktion der Volksstimme, in Teilen die Sensoren und Fühler für die Menschen bei uns und wie diese Ticken fehlen.
Ich komme zu der Einschätzung durch seine eigenen Aussagen. Er meint, bei Pegida hätten sie sich verschätzt. Er meint, dass das Sommerfest der AfD in Wolmirstedt so großen Anklang finden würde, hätten sie nicht erwartet – hätten sie sich verschätzt.
Und in einer Folge von vor einem Monat des genannten Podcast „2,1 Millonen“, in der er Hauptgast war, sagte er allen ernstes Folgendes: Er glaubt ganz fest daran, dass die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, maximal Mitte 30 Prozent kriegen wird, egal was die Umfragen, die auch damals schon die AfD bei über 40 Prozent sahen, was er wusste, sagen.
Also wirklich. Er meinte das total ernst.
Ich verstehe nicht, wie man sich dauernd so verschätzen kann. Als Einheimischer, der ich meine Mitmenschen hier seit allen Tagen die ich lebe kenne, kam und kommt nichts davon überraschend. Nicht, weil ich auch so ticken würde, sondern einfach weil ich seit fast 40 Jahren höre, was die Menschen hier so sagen und dadurch ja mitkriege, wie es in den Köpfen aussieht. Klar, manche Entwicklungen sind dann in ihrer Schnelligkeit und ihrem Umfang schon noch erstaunlich. Aber eben nicht überraschend.
Woran liegt es, dass er und seine Redaktion in den letzten Jahren bei diesen Themen so oft daneben lagen – und er weiterhin so seltsame Einschätzungen trifft?
Ich habe eine Vermutung. Ich möchte aber nicht, dass es unfair oder von oben herab klingt. Denn so ist es nicht gemeint. Es ist eine Vermutung, eine These mit Erklärungsanspruch. Meine Vermutung ist, dass es vielleicht doch noch daran liegt, dass er (und vielleicht auch einige einflussreiche Redaktionsmitglieder?) zugezogen sind. Zugezogen aus Westdeutschland.
Ich kriege das immer wieder mit. Auch bei anderen und in anderen Kontexten. Das macht oft etwas bis viel aus.
Da ist und blieb doch oft ein gewisser Graben, der dem zwischenmenschlichen Verständnis, Verstehen und in die Köpfe gucken im Weg ist. Nicht weil Ossi/Wessi nicht zusammengehen. Sondern, weil gerade zugezogene Westdeutsche, je nach beruflichem Metier, dann doch tiefer oder flacher in zwischenmenschlichen Beziehungen vor Ort angekommen und eingewurzelt sind. Gerade in den, relativ gesehen, bildungs- und einkommensschwachen Milieus, die wir hier ja viel haben.
Das kann an dir hier sonst eigentlich kaum vorbeigehen. Und mir fällt bislang keine andere Erklärung ein, die es für mich ähnlich gut erklärt.
Aber klar, unabhängig davon, ob meine These zutrifft, wird es wahrscheinlich eh ein Zusammenkommen verschiedener Erklärungsfaktoren sein.
Über Perspektiven- und Diskussionsbeiträge zu meiner These würde ich mich freuen.
@Anderer Max/#5:
Der Wahlkampf findet in GoogleAds, X Ads Manager und Meta Ads statt, nicht in der Lokalzeitung. Microtargeting. Dort bekommt jeder exakt die Botschaft ausgespielt, die er bereit ist zu glauben.
Dass jetzt AxD-Botschaften doch beim Nutzer landen, haben wir dem großen „Vorfeld“ der Partei zu verdanken, die es versteht die Algorithmen bestens zu bedienen. Da kommen populistische Botschaften und solche, die Hass, Angst und Neugier bedienen einfach besser durch. :-(
@14: Okay, dann bin ich noch auf einem alten Wissensstand gewesen, sorry! Danke für die Fortbildung!
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Mit den Rechtsextremismusexperten Andrea Röpke und David Begrich haben Sie eine gute Wahl getroffen. Herzlichen Glückwunsch!
Befolgen Sie unbedingt die Ratschläge dieser Experten. Wir wollen ja nicht, dass Volksstimme und Mitteldeutsche Zeitung in die Realität zurückfallen.
Jaa, vor Jahren war die Volksstimme als „AfD-Postille“ verschrien.
Trotzdem ist die Behauptung „Dass die Partei vom Landesverfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wird, schreiben Lokalzeitungen in Sachsen-Anhalt oft gar nicht mehr dazu.“ schlichthin falsch.
Es gibt keine Erwähnung der AfD in der Volksstimme, die ohne diesen Textbaustein auskäme.
Zu #2:
Das stimmt nicht. Im Interview sind mehrere Artikel aus der „Volksstimme“ über lokale AfD-Veranstaltungen verlinkt, in denen die Einstufung als rechtsextrem nicht erwähnt wird.
Großen Dank — dass es kein Podcast wurde —
lesen is einfach besser
Der Wahlkampf findet in GoogleAds, X Ads Manager und Meta Ads statt, nicht in der Lokalzeitung. Microtargeting. Dort bekommt jeder exakt die Botschaft ausgespielt, die er bereit ist zu glauben. Nennt sich dann Conversion, wenn er klickt. Diese Kampagnen sind finanziert, dagegen kommt kein organischer (recherchierter, geprüfter, wahrheitsgemäßer) Content von irgendeiner Zeitung an. Zumal diese Kampagnen ja auch inhaltlich gegen (unliebsame) Medien hetzen, also aktiv daran arbeiten, dass normale Zeitungen irrelevant werden (mit Labels wie Systempresse). „Neuland“ scheint in Deutschland ein Zustand zu sein (und im merkel’schen Sinn alternativlos ). Abschaffung der Schulpflicht passt da doch perfekt rein. Die AFD will ihre Wähler so doof halten, dass sie dauerhaft glauben, der Ausländer sei Schuld und dass die AFD etwas für ihn tue.
Wie immer geht das nur aus der Opferrolle hinaus, die alles rechtfertigt. Jetzt die Unmenschlichkeit, bald die offene Gewalt. Nur dieses Opfernarrativ kann einer faschistischen Bewegung gefühlte Legitimation verleihen. Stichworte Umvolkung, Genderwahn, Messermänner, Indoktrination (Schulpflicht), Vermischung (Rassenlehre), Systemmedien (jeder, der die AFD kritisiert), etc.
„In Teilen ist das eine Scheinbehauptung, aber in Teilen ist leider auch etwas dran.“
Die „ihre Themen“ … Welche sind das denn? Ausländer sind Schuld an allem? Es hatte doch einen Grund, warum „diese Themen“ nicht in seriösen Medien vorkamen – Weil das mindestens Strohmänner, wenn nicht gar stumpfe Lügennarrative sind. Die sind doch nur in andere Medien vorgedrungen, weil sie sich in den rechtsradikalen Netzwerkmedien gut verkauft haben und man davon ’ne Scheibe Geld abhaben wollte. Oder aber der Verlagsinhaber und/oder Chef.Red. selbst voll auf Linie sind (ich denke da an nius etc.). Ich warte immer noch auf den Tag, an dem ein AFD Mensch mal ein zielführendes Argument oder auch nur Thema bringt. Es kommen aber nur Nebelkerzen.
Mittlerweile sitzen die AFD Leute wöchentlich in jeder ÖR-Talkshow und glucksen „Ausländerkriminalität“ (die im vergangenen Jahr um ca. 2,5% zurückgegangen ist und nie hoch oder gar relevant für irgendwas war) vor sich her, als ob das echte Relevanz hätte. Die mediale (nicht inhaltliche) Relevanz wurde diesen Thesen verliehen, als sie außerhalb der rechtsbraunen Medien (in Form von rhetorischen Fragen, statt Aussagesätzen) reproduziert wurden – Aus „Ausländer Schuld an Allem.“ auf PI wurde dann langsam aber sicher „Ausländer Schuld an Allem?“ im Spiegel.
Die Fakten sagen, wir brauchen mehr Menschen in Deutschland und es gibt keine erhöhte Ausländerkriminalität. Jede Diskussion um gefühlte Wahrheiten von AFD-Funktionären hat „diese Themen“ in den Mainstream befördert. Und Konservatives-Feulleiton-Man hat jubiliert – Endlich stand ihm jemand zur Seite im Kampf gegen alles, was man nicht (mehr) versteht.
Alleine, dass man von „diese Themen“ spricht, sagt doch schon eigentlich alles. Herr Rath weiß selbst ganz genau, dass „diese Themen“ eben keine sind, er sie aber (aus wirtschaftlichen Gründen) dennoch reproduzieren muss.
„, wenn man ihnen mit wirklichem Interesse begegnet.“
Man muss denen nur zuhören? Was machen denn alle Medien seit 10 Jahren am Stück? AFD-Funktionäre, als Repräsentanten für AFD-Wähler, sitzen doch in jeder Talkshow. Eine Lüge wird auch nicht wahrer, wenn man sie 10x bei Markus Lanz wiederholen darf. Was denn zuhören? Mal Marcant gesehen, der fährt doch zu den AFD-Veranstaltungen und hört denen zu. Wie viel kann man denn noch zuhören? Und wie wenig können die eigentlich sagen? Da ist halt nichts, außer „Sorgen“, die von der AFD selbst geschürt wurden.
Wer hört sich denn meine Sorgen und Nöte an? Und wieso sollte ich jemanden zwingen wollen, sich diese anzuhören? Ist Zuhören auch ’ne Option oder ist das eine Einbahnstraße, die letztenendes auf Erpressung hinausläuft – nach dem Motto „Du bist für meine Sorgen verantwortlich, sonst wähle ich eine undemokratische Partei, um es dir mal so richtig zu zeigen!“
Ist es Zufall, dass die AFD eine Ostpartei ist? Weiß die AFD einfach nur sehr gut, wie sie das gefühlte Opfersein der Ostdeutschen effektiv in Wählerstimmen umwandelt? Und wieso wollen 40% der Ostdeutschen das glauben? Hörren wir ihnen mal wieder zu … wenn sie die Talking Points der AFD mal wieder in ein ZDF-Mikrofon wiederkäuen, in voller Überzeugung, das sei ihre eigene Meinung.
Wenn in Berlin keine Syrer mehr sind, dann hat Tangermünde wieder Vollbeschäftigung. Das ist doch letztenendes, was die AFD als Wahrheit verkaufen will.
Danke @ #5 Ich fürchte, da ist leider viel Wahres dran
Oh, da ist eine Ergänzung nötig.
Zwar sind Andrea Röpke und David Begrich schon gut. Aber warum nicht noch einen draufsetzen mit Beratungsleistungen von (Name von Redaktion entfernt)?
Als Einstieg sein obiges Essay (28. August 2026 um 11:37 Uhr) auf die Frontpage der Volksstimme und der Mitteldeutschen Zeitung, das wäre doch was.
Zu #7:
Lieber FrankD,
bitte bleiben Sie bei der Sache. Diese Kommentarspalte ist kein Ort, um andere Kommentatoren persönlich anzugehen.
Herzliche Grüße aus der Redaktion,
Annika Schneider
#5
Die AfD ist KEINE Ostpartei. Höcke, Gauland, Weidel, Lücke, Meuthen und das Geld, mit dem die Partei groß wurde, sowieso, stammen aus dem Westen. Geht mir echt auf die Nerven, das „dem Osten“ unterschieben zu wollen.
Meine schlichte Vermutung übrigens für den relativ höheren Wähleranteil ( die absolute Zahl der AfD-Wähler ist etwa mehr als doppelt so hoch in den alten Ländern) ist, dass es schlichtweg keine so starke Parteienbindung gibt in den neuen Ländern.
In Bayern bspw wählt man mit ausländerfeindlichen Ressentiments halt auch mal Freie Wähler oder weiterhin CSU und trotzdem wohnen laut aktueller Umfrage dort etwa 3mal so viele AfD-Wähler wie in Sachsen-Anhalt.
Ostdeutschland ist eben auch nicht besonders dicht besiedelt.
Das Problem ist, dass Ostdeutschland Probleme hat, und dass Parteien (oder Medien) diese anscheinend oder scheinbar nicht lösen.
Bzw., und das würde ich auch persönlich nehmen, dass die so tun, als wäre „der“ Ostdeutsche das Problem. Insofern muss man sich nicht wundern.
„Wir stellen alle sieben Parteien, die Chancen haben, in den Landtag zu kommen, relativ gleichberechtigt vor. Das hat mit Augenhöhe zu tun. Wenn ich die Parteien unterschiedlich behandle, führt das nicht dazu, dass jemand eine Partei nicht wählt. Die Menschen solidarisieren sich eher.“
Genau das ist der Trugschluss, der sich durch alle möglichen Medien durchzieht.
Wenn man eine gesichert rechtsextreme Partei „relativ gleichberechtigt“ behandelt, normalisiert man sie. Man normalisiert ihre Positionen und gibt ihnen die perfekte Rechtfertigung, sich als „Mitte der Gesellschaft“ darzustellen. Denn gleichberechtigt und auf Augenhöhe mit demokratischen Parteien dargestellt sind sie genau das. Mittedendrin.
Wenn während gleichberechtigter Behandlung über 40% der Wählerschaft diese Partei wählen, glaubt man wirklich, bei „ungleicher“ Behandlung wären es 50? Weil man Rechtsextremismus, Demokratiefeindlichkeit und Menschenfeindlichkeit als das benennt, was diese Partei ausmacht?
Die AfD wird nicht wegen der Berichterstattung gegen sie gewählt, sondern weil die Menschen davon überzeugt sind, dass es nicht schlimm wäre und es sie selbst nicht betreffen würde, wäre die AfD in einer Machtposition.
Sagen was ist. Berichten was ist. Das Wahlprogramm auseinandernehmen. Verdeutlichen, was die Folgen der Politik sind. Einordnen. Und zwar bei allen Parteien. Das wäre „gleiche Behandlung“. Nicht die Berichterstattung über das x-te Sommerfests.
Aus den neuen Bundesländern sind über Jahrzehnte massiv Menschen weggezogen – und zwar nicht zufällig verteilt, sondern überproportional junge, mobile, gut ausgebildete Menschen und insbesondere Frauen. Gleichzeitig sind in manche dieser Regionen auch überproportional viele Rechtsradikale und Menschen aus dem extrem rechten Milieu gezogen bzw. haben sich dort bewusst angesiedelt.
Wer dann glaubt, dass Brain Drain, Überalterung, ein zunehmender Männerüberschuss und eine veränderte politische Milieustruktur **keinen** Einfluss darauf haben würden, wie diese Regionen heute aussehen, glaubt letztlich an magische Demografie.
Wenn die Menschen, die bessere Chancen haben, eher gehen, während andere bleiben oder gezielt zuziehen, verändert sich eine Region zwangsläufig. Das betrifft Arbeitsmarkt, Altersstruktur, Geschlechterverhältnis, soziale Milieus – und eben auch politische Mehrheiten und die Sichtbarkeit rechter Strukturen.
Darauf hinzuweisen ist kein „Ossi-Bashing“. Es ist eine ziemlich banale Konsequenz aus selektiver Migration und Demografie. Man kann die Menschen, die geblieben sind, dafür weder kollektiv verantwortlich machen noch ihnen ihre Lebensrealität absprechen. Aber man kann auch nicht so tun, als seien Abwanderung, Zuwanderung und die daraus entstandene Zusammensetzung der Bevölkerung für die heutige Situation völlig irrelevant.
Dass man diese Zusammenhänge nicht aussprechen darf, weil es angeblich „Ossi-Bashing“ sei, hat deshalb weniger mit besonderer Sensibilität als mit einem Denkverbot zu tun. Und das Bemerkenswerte daran: Ausgerechnet diejenigen, die ständig gegen vermeintliche „Wokism“-Denkverbote wettern, errichten hier mitunter selbst welche.
Ich kenne Marc Rath nicht persönlich. Komme und wohne aber in der gleichen Gegend, wie er, in der Altmark, und nehme ihn dadurch seit Jahren wahr.
Ich glaube, er ist ein freundlicher Mensch, der guten Journalismus machen kann und sich darum auch wirklich bemüht.
Und trotzdem habe ich das Gefühl, dass ihm, und vielleicht auch ein paar anderen in der Redaktion der Volksstimme, in Teilen die Sensoren und Fühler für die Menschen bei uns und wie diese Ticken fehlen.
Ich komme zu der Einschätzung durch seine eigenen Aussagen. Er meint, bei Pegida hätten sie sich verschätzt. Er meint, dass das Sommerfest der AfD in Wolmirstedt so großen Anklang finden würde, hätten sie nicht erwartet – hätten sie sich verschätzt.
Und in einer Folge von vor einem Monat des genannten Podcast „2,1 Millonen“, in der er Hauptgast war, sagte er allen ernstes Folgendes: Er glaubt ganz fest daran, dass die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, maximal Mitte 30 Prozent kriegen wird, egal was die Umfragen, die auch damals schon die AfD bei über 40 Prozent sahen, was er wusste, sagen.
Also wirklich. Er meinte das total ernst.
Ich verstehe nicht, wie man sich dauernd so verschätzen kann. Als Einheimischer, der ich meine Mitmenschen hier seit allen Tagen die ich lebe kenne, kam und kommt nichts davon überraschend. Nicht, weil ich auch so ticken würde, sondern einfach weil ich seit fast 40 Jahren höre, was die Menschen hier so sagen und dadurch ja mitkriege, wie es in den Köpfen aussieht. Klar, manche Entwicklungen sind dann in ihrer Schnelligkeit und ihrem Umfang schon noch erstaunlich. Aber eben nicht überraschend.
Woran liegt es, dass er und seine Redaktion in den letzten Jahren bei diesen Themen so oft daneben lagen – und er weiterhin so seltsame Einschätzungen trifft?
Ich habe eine Vermutung. Ich möchte aber nicht, dass es unfair oder von oben herab klingt. Denn so ist es nicht gemeint. Es ist eine Vermutung, eine These mit Erklärungsanspruch. Meine Vermutung ist, dass es vielleicht doch noch daran liegt, dass er (und vielleicht auch einige einflussreiche Redaktionsmitglieder?) zugezogen sind. Zugezogen aus Westdeutschland.
Ich kriege das immer wieder mit. Auch bei anderen und in anderen Kontexten. Das macht oft etwas bis viel aus.
Da ist und blieb doch oft ein gewisser Graben, der dem zwischenmenschlichen Verständnis, Verstehen und in die Köpfe gucken im Weg ist. Nicht weil Ossi/Wessi nicht zusammengehen. Sondern, weil gerade zugezogene Westdeutsche, je nach beruflichem Metier, dann doch tiefer oder flacher in zwischenmenschlichen Beziehungen vor Ort angekommen und eingewurzelt sind. Gerade in den, relativ gesehen, bildungs- und einkommensschwachen Milieus, die wir hier ja viel haben.
Das kann an dir hier sonst eigentlich kaum vorbeigehen. Und mir fällt bislang keine andere Erklärung ein, die es für mich ähnlich gut erklärt.
Aber klar, unabhängig davon, ob meine These zutrifft, wird es wahrscheinlich eh ein Zusammenkommen verschiedener Erklärungsfaktoren sein.
Über Perspektiven- und Diskussionsbeiträge zu meiner These würde ich mich freuen.
@Anderer Max/#5:
Mikrotargeting durch Politische Parteien soll reguliert werden (Transparenz und das Targeting politischer Werbung (TTPW-VO)/ PWTG (https://bmds.bund.de/service/gesetzgebungsverfahren/politische-werbung-transparenz-gesetz-pwtgO)
meta, tiktok und google/alfabet haben darauf aber gar keinen Bock und nehmen daher gar keine Werbeaufträge mehr von politischen Parteien an (https://netzpolitik.org/2026/wahlen-ohne-werbung-wie-google-und-meta-die-aktuellen-wahlkaempfe-veraendern/). Also auch kein Microtargeting.
Dass jetzt AxD-Botschaften doch beim Nutzer landen, haben wir dem großen „Vorfeld“ der Partei zu verdanken, die es versteht die Algorithmen bestens zu bedienen. Da kommen populistische Botschaften und solche, die Hass, Angst und Neugier bedienen einfach besser durch. :-(
@14: Okay, dann bin ich noch auf einem alten Wissensstand gewesen, sorry! Danke für die Fortbildung!