Wie entlarvt man Klima-Unsinn in rechtsalternativen Medien?
Auf Social Media tummeln sich falsche und tendenziöse Informationen zu Klima- und Energiepolitik. Rechtsalternative Portale verbreiten sie mit den immer gleichen Strategien. Anruf bei Luis Paulitsch, der die verzerrenden Berichte analysiert hat.
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Rechtsalternative Portale wie der „Deutschland-Kurier“ oder „Tichys Einblick“ verbreiten seit einigen Jahren verstärkt Klimaskepsis und Klima-Desinformationen, die über soziale Medien sehr viele Menschen erreichen.
Dadurch entstehe eine Art Parallelwelt mit klimaskeptischen Portalen, die immer die gleichen unseriösen Experten zitieren oder Studien verzerrend und selektiv wiedergeben. Das sagt der Medienethiker Luis Paulitsch. Er hat Klima-Beiträge von rechtsalternativen Medien untersucht, zu denen einschlägige Redaktionen Faktenchecks veröffentlicht haben.
Gefunden hat er Texte, die falsche Behauptungen zu Solarstrom verbreiten oder angebliche Dürren durch Windparks voraussagen. Das Problem: Nicht alle Beiträge seien offensichtliche Falschmeldungen.
„Was wir immer beobachten können – und das macht Klima-Desinformation auch so effektiv – ist, dass nicht einfach eine plumpe Falschmeldung ohne Quellen gebracht wird. Sondern sehr häufig beruft man sich auf ein vermeintliches Forschungsinstitut. Und wenn man sich aber dann diese Studien ansieht, sieht man, dass das sehr häufig Paper sind, die auf keinerlei wissenschaftlichen Standards beruhen.“
Für die Nutzer ist das oft schwer zu erkennen. Besonders dann, wenn zwar Studien seriöser Forschungsinstitute etwa aus China zitiert werden – nur eben falsch.
Wie kann man die Strategien rechtsalternativer Medien entlarven? Welcher Lobby-Verein taucht immer wieder in klimaskeptischen Beiträgen auf? Und was könnte auch der Klimajournalismus etablierter Medien besser machen? Darüber sprechen Holger Klein und Luis Paulitsch in der neuen Folge „Holger ruft an…“.
Der Gesprächspartner
Luis Paulitsch ist Jurist und Medienethiker aus Wien. Er war über viele Jahre Referent des Österreichischen Presserats und arbeitet seit 2024 für die Datum Stiftung für Journalismus und Demokratie. Paulitsch publiziert regelmäßig in Fachzeitschriften zu den Themen journalistische Ethik, Propaganda und Desinformation. Im Sommer 2025 erschien sein erstes Buch über „Alternative Medien“ bei Springer VS.
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