Holger ruft an (244)

Wo bleibt der mediale Druck auf Politiker, sich zur Klimakrise zu äußern?

Kaum trifft eine Hitzewelle das Land, berichten Medien ununterbrochen darüber. Politiker-Statements zur Klimakrise wurden von Journalisten aber kaum eingefordert, sagt der Klimaexperte und ehemalige Journalist Jürgen Döschner.
Podcast-Titelbild mit Jürgen Döschner
Jürgen Döschner, Redaktionsleiter „brandmelder“Foto: Micha Theiner

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Die Hitzerekorde der vergangenen Wochen haben auch die Medien nicht kalt gelassen. Sämtliche Nachrichtenportale waren voll mit Servicemeldungen zur Hitzevermeidung, Wetterwarnungen sowie Texten über mangelnde Klimaanpassung in der Infrastruktur und Ursachen für den Klimawandel. ARD und ZDF zeigten sogar Sondersendungen zur Hitze. Bekommt die Klimakrise jetzt endlich die notwendige Aufmerksamkeit?

Vieles in der Berichterstattung sei schon besser geworden, findet der langjährige WDR-Energieexperte Jürgen Döschner. Doch noch immer gebe es strukturelle Probleme. Deshalb hat Döschner vor fünf Jahren das Netzwerk Klimajournalismus gegründet. Er ist dort Redaktionsleiter beim neuen Format „Brandmelder“, das genau diese Probleme aufzeigen will.

Im Übermedien-Podcast kritisiert Döschner, dass Medien zwar über die Hitze und ihre Ursachen berichteten, aber viel zu spät Statements von Politikern eingefordert hätten. Auch in Talkshows habe sich kein Politiker Fragen zur Klimapolitik stellen müssen. Döschner sagt: „Der Druck wurde von den Medien nicht aufgebaut.“

Wie kann das Klima auch abseits von Hitzewellen Teil der täglichen Berichterstattung werden? Warum braucht es dafür erst eine dramatische Hitzewelle? Und welche Rolle spielt ein womöglich klimamüdes Publikum? Darüber sprechen Holger Klein und Jürgen Döschner in der neuen Folge „Holger ruft an…“.

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