Wie schön wäre eine Journalismus-Flatrate, mit der man Artikel von verschiedenen großen Magazinen und Zeitungen lesen kann. Das Start-up Unlock arbeitet genau daran. Für Gründerin Swantje Dake ist es gar nicht so leicht, die Zeitungsverlage davon zu überzeugen.
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Das kennt wohl jeder: Man klickt auf den Link zu einem interessanten Artikel – und kann dann den Text nicht lesen, ohne ein Abo abzuschließen. Selbst wer für guten Journalismus zahlen will, kann sich kaum Zugänge von allen großen Medienhäusern leisten.
Wie schön wäre es, einmal zu zahlen und dafür Artikel von „Zeit“, „Spiegel“, „FAZ“ und der Lokalzeitung zu lesen. Die Idee eines solchen „Spotify für Journalismus“ gibt es schon lange, aber sie ist immer wieder gescheitert.
Swantje Dake war früher als Chefredakteurin einer Regionalzeitung für Digitalthemen zuständig. Vor zwei Jahren hat sie mit ihrem Partner Peter Hornik das Angebot „Unlock“ gegründet. Für 15 Euro im Monat sollen die Nutzer:innen nicht alle, aber viele Artikel von verschiedenen Medienhäusern lesen dürfen. Eine Beta-Version ist schon online, ein paar Nachrichtenagenturen und Verlage sind schon dabei, aber noch fehlen die großen Namen.
In dieser Folge erzählt Swantje, warum viele Zeitungsverlage lieber ihre eigenen Abos verkaufen und warum sie trotzdem an ihre Idee glaubt. Sie erzählt, warum Deutsche weniger für Journalismus zahlen wollen als Menschen in anderen Ländern und wie es ist, wenn der Start-up-Partner gleichzeitig der Lebenspartner ist.
Swantje Dake ist Gründerin und Beraterin für Medienunternehmen. Sie hat bei der „Hamburger Morgenpost“ volontiert, einem Boulevardblatt. Danach war sie sieben Jahre beim Magazin „Stern“, wo sie unter anderem den Newsroom leitete. Bis 2023 war sie schließlich Chefredakteurin Digitales bei der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“.
Annika Schneider ist Redakteurin bei Übermedien und überzeugte Optimistin. Deswegen spricht sie im Podcast „Nice & Nötig“ mit Menschen, die in Medien und Journalismus etwas richtig Gutes auf die Beine stellen – und damit uns alle weiterbringen.
Was ich mir als Leser wünsche: eine leere Zeitungsseite, in die ich mir Artikel von bestimmten Autoren, Artikel zu bestimmten Themen, Artikel von bestimmten Verlagen einzeln abonnieren kann. Oder auch einzelne Artikel kaufen kann. So eine Art App Store für Artikel. Ich habe dazu mal ein Konzept angefangen, aber nicht weiter verfolgt, mir fehlen auch jegliche Kontakte in die Pressewelt.
Aber Angebot und Nachfrage würde eventuell dazu führen, dass Autoren anbiedernder Schreiben würden, um mehr Leser zum Kauf zu animieren. Wäre vielleicht gar nicht so gut.
Wünsche denen allen Erfolg, sehe aber an der aktuellen Umsetzung leider keinen Grund, warum es besser als bisherige gescheiterte sollte.
Mein Mindestportfolio sollte Spiegel und/oder SZ, FAZ, taz, Tagesspiegel umfassen. Ob kleinere Publikationen wie Freitag oder ND es sich leisten können, auf „Vollzahler“ zu verzichten, halte ich für fraglich.
Hoffentlich klappt das, ich wünsche es mir sehr. Mit meinen derzeitigen Abos bin ich mehr als ausgelastet, weitere Einzelabos kommen für mich daher, von den Kosten abgesehen, nicht in Frage. Aber zum Beispiel 30-60 Artikel pro Monat publikationsübergreifend lesen zu können, wäre eine tolle Ergänzung.
Generell muss natürlich die folgende Frage beantwortet werden: wie kann ein Geschäftsmodell aussehen, bei dem alle drei Seiten (Nutzer, Produzenten, Intermediär) genügend profitieren? Die großen Verlage scheinen aktuell ja kein oder nur geringes Potenzial darin zu sehen. Welche _neuen_ Nutzergruppen könnte man erschließen? Welches Zusatzgeschäft generieren?
Für Gründerin Swantje Dake ist es gar nicht so leicht, die Zeitungsverlage davon zu überzeugen.
Kann ich mir gut vorstellen. Einige Gründe wurden ja auch schon erkannt und genannt – u.a. der Verlust des direkten Kundenkontakts und damit einhergehend auch ein (vermuteter) Verlust von Zusatzgeschäften. Die Entertainment-Branche (Film, Serien, Musik, etc.) hatte diesen direkten Kontakt nie. Da waren immer Intermediäre zwischen Nutzer und den Produzenten (Radio, Plattenladen, Fernsehen, Kino samt Filmverleiher, etc.). Zudem stand die Entertainment-Branche durch (illegale) „Tauschbörsen“ unter massivem Druck. Da waren die großen Markteilnehmer sicher schneller davon zu überzeugen, um mit Streaming wenigstens einen Teil des Kuchens zurückerobern zu können. Aber auch da waren anfangs andere Ansichten verbreitet.
Journalismus ist zudem ein anderes Produkt. Aktualität spielt eine ganz entscheidende Rolle. Das sollte im ganzen Modell berücksichtigt werden.
Im übrigen hat noa|news over audio einen ganz ähnlichen Ansatz. Nur halt zum Hören. Was aber gleichzeitig einen Mehrwert für mich als Nutzer darstellt. Außerdem haben die auch schon ein paar große Namen mit an Board. Und ohne die großen Namen hätte ich sicher kein Abo abgeschlossen. Also ein oder mehrere „Zugpferde“ braucht’s m.E. schon, um das zum Fliegen zu bringen.
Und noch was: Spotify und Konsorten bezahlen viele Künstler:innen sehr schlecht. Große Stars wollen und bekommen aber spezielle Deals…
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Was ich mir als Leser wünsche: eine leere Zeitungsseite, in die ich mir Artikel von bestimmten Autoren, Artikel zu bestimmten Themen, Artikel von bestimmten Verlagen einzeln abonnieren kann. Oder auch einzelne Artikel kaufen kann. So eine Art App Store für Artikel. Ich habe dazu mal ein Konzept angefangen, aber nicht weiter verfolgt, mir fehlen auch jegliche Kontakte in die Pressewelt.
Aber Angebot und Nachfrage würde eventuell dazu führen, dass Autoren anbiedernder Schreiben würden, um mehr Leser zum Kauf zu animieren. Wäre vielleicht gar nicht so gut.
Wünsche denen allen Erfolg, sehe aber an der aktuellen Umsetzung leider keinen Grund, warum es besser als bisherige gescheiterte sollte.
Mein Mindestportfolio sollte Spiegel und/oder SZ, FAZ, taz, Tagesspiegel umfassen. Ob kleinere Publikationen wie Freitag oder ND es sich leisten können, auf „Vollzahler“ zu verzichten, halte ich für fraglich.
Hoffentlich klappt das, ich wünsche es mir sehr. Mit meinen derzeitigen Abos bin ich mehr als ausgelastet, weitere Einzelabos kommen für mich daher, von den Kosten abgesehen, nicht in Frage. Aber zum Beispiel 30-60 Artikel pro Monat publikationsübergreifend lesen zu können, wäre eine tolle Ergänzung.
Generell muss natürlich die folgende Frage beantwortet werden: wie kann ein Geschäftsmodell aussehen, bei dem alle drei Seiten (Nutzer, Produzenten, Intermediär) genügend profitieren? Die großen Verlage scheinen aktuell ja kein oder nur geringes Potenzial darin zu sehen. Welche _neuen_ Nutzergruppen könnte man erschließen? Welches Zusatzgeschäft generieren?
Kann ich mir gut vorstellen. Einige Gründe wurden ja auch schon erkannt und genannt – u.a. der Verlust des direkten Kundenkontakts und damit einhergehend auch ein (vermuteter) Verlust von Zusatzgeschäften. Die Entertainment-Branche (Film, Serien, Musik, etc.) hatte diesen direkten Kontakt nie. Da waren immer Intermediäre zwischen Nutzer und den Produzenten (Radio, Plattenladen, Fernsehen, Kino samt Filmverleiher, etc.). Zudem stand die Entertainment-Branche durch (illegale) „Tauschbörsen“ unter massivem Druck. Da waren die großen Markteilnehmer sicher schneller davon zu überzeugen, um mit Streaming wenigstens einen Teil des Kuchens zurückerobern zu können. Aber auch da waren anfangs andere Ansichten verbreitet.
Journalismus ist zudem ein anderes Produkt. Aktualität spielt eine ganz entscheidende Rolle. Das sollte im ganzen Modell berücksichtigt werden.
Im übrigen hat noa|news over audio einen ganz ähnlichen Ansatz. Nur halt zum Hören. Was aber gleichzeitig einen Mehrwert für mich als Nutzer darstellt. Außerdem haben die auch schon ein paar große Namen mit an Board. Und ohne die großen Namen hätte ich sicher kein Abo abgeschlossen. Also ein oder mehrere „Zugpferde“ braucht’s m.E. schon, um das zum Fliegen zu bringen.
Und noch was: Spotify und Konsorten bezahlen viele Künstler:innen sehr schlecht. Große Stars wollen und bekommen aber spezielle Deals…