Ist das NSDAP-Recherchetool des „Spiegel“ wirklich verlässlich?
Waren Oma und Opa in der NSDAP? Mit der durchsuchbaren Datenbank des „Spiegel“ kommt man der Antwort etwas näher. Doch Gewissheit hat man nicht: In dem KI-gestützten Recherchetool verbergen sich auch Fehler. Warum hat es der „Spiegel“ trotzdem veröffentlicht? Anruf bei der Leiterin des Geschichtsressorts, Eva-Maria Schnurr.
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Seit Wochen bewirbt der „Spiegel“ sie prominent auf seiner Startseite: die durchsuchbare Datenbank, mit der Leserinnen und Leser zur NSDAP-Vergangenheit ihrer Verwandten recherchieren können. Machbar wurde das, weil die US-Nationalarchive im März den Mitgliederkatalog der NSDAP online veröffentlichten. Das nahm nicht nur der „Spiegel“, sondern auch die „Zeit“ zum Anlass, aus den vielen Daten mithilfe von Künstlicher Intelligenz ein Recherchetool zu bauen. Auch „Correctiv“ und „Katapult“ versuchten sich an einer gemeinsamen Datenbank, mussten diese jedoch wegen unsauberer Quellenarbeit wieder offline nehmen.
Aber wie valide ist das Ganze eigentlich? Der „Spiegel“ musste sich auch Kritik gefallen lassen: Nicht immer würden Namen richtig erkannt, weitere online einsehbare Dokumente nicht wie versprochen verlinkt oder gar irreführende Treffer ausgegeben.
Der „Spiegel“ verkauft das Recherchetool bewusst als ein „Experiment mit offenem Ausgang“. Eva-Maria Schnurr, Leiterin des Geschichtsressorts, sagt im Gespräch mit Holger Klein, dass sich Fehler bei einer solchen Datenbank nicht komplett vermeiden ließen.
„Vieles von dem, was kritisiert wird, sind Folgefehler, also: Die Daten sind von der KI falsch gelesen worden.“
Die Redaktion sei fortlaufend dabei, Mängel auszubügeln und das Tool zu verbessern.
Warum hat sich die Redaktion trotzdem für die Veröffentlichung einer unfertigen Datenbank entschieden? Warum steht das Tool, das auf öffentlichen Daten basiert, hinter der Paywall? Und geht die Relevanz der NSDAP-Datenbank über die der eigenen Familiengeschichte hinaus? Darüber sprechen Holger Klein und Eva-Maria Schnurr in der neuen Folge des Übermedien-Podcasts „Holger ruft an…“.
Die Gesprächspartnerin
Eva-Maria Schnurr, Jahrgang 1974, hat Geschichte in Köln studiert und dort später auch promoviert. Sie hat eine studienbegleitende Ausbildung an der Journalistenschule IfP gemacht und nach dem Studium die Henri-Nannen-Schule besucht. Von 2003 bis 2013 war sie als freie Journalistin Teil des Journalistenverbunds Plan 17 und schrieb unter anderem für „Zeit“, „Stern“ und „Handelsblatt“. Seit 2013 ist sie Redakteurin beim „Spiegel“, wo sie seit 2019 das Geschichts-Ressort leitet.
Moin,
Das mit dem Wikipedia Vergleich war ein klassischer Strohmann, da hätte ich mir Nachfassen gewünscht:
Öffentlich machen und meldbar zum Zwecke der Aufbereitung vs. freie Editierbarkeit und Commons/Open source, sind inhaltlich wirklich sehr weit voneinander entfernt.
Ebenso wäre es schön gewesen, nochmals eine kritische Auflistung der Fehlerquellen aus erste Hand zu hören. Dann hätte man ja auch daran klären können, ob es nur falsch negative Fehler gibt.
Ich habe gehört, Unvollständigkeit und Fehlerhafte Erfassung. Ob das alles war, ist mir jetzt leider nicht klar. Das wichtigste ist ja meistens nicht Fehlerfreiheit sondern eine klare Einordnung. Die war mir zu sehr zerstückelt.
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Moin,
Das mit dem Wikipedia Vergleich war ein klassischer Strohmann, da hätte ich mir Nachfassen gewünscht:
Öffentlich machen und meldbar zum Zwecke der Aufbereitung vs. freie Editierbarkeit und Commons/Open source, sind inhaltlich wirklich sehr weit voneinander entfernt.
Ebenso wäre es schön gewesen, nochmals eine kritische Auflistung der Fehlerquellen aus erste Hand zu hören. Dann hätte man ja auch daran klären können, ob es nur falsch negative Fehler gibt.
Ich habe gehört, Unvollständigkeit und Fehlerhafte Erfassung. Ob das alles war, ist mir jetzt leider nicht klar. Das wichtigste ist ja meistens nicht Fehlerfreiheit sondern eine klare Einordnung. Die war mir zu sehr zerstückelt.