Woran krankt die Debatte über das Social-Media-Verbot?
Geradezu plump sei die Diskussion über ein Social-Media-Verbot, findet der Tech-Journalist Sebastian Meineck. Im Übermedien-Podcast erklärt er, welchen Anteil daran die Medienberichterstattung hat, welche wichtigen Perspektiven oft fehlen – und warum auch erwachsene Menschen von so einem Verbot betroffen wären.
Tech-Journalist Sebastian Meineck. Foto: Philipp Sipos
Es gibt so einiges, was Sebastian Meineck an der aktuellen Diskussion um ein Social-Media-Verbot für junge Menschen stört: „Das ist eine plumpe Debatte, oft völlig losgelöst von fachlich fundierten Positionen“, sagt der Tech-Journalist von „netzpolitik.org“ im Gespräch mit Podcast-Host Holger Klein.
Daran hätten allerdings auch die Medien ihren Anteil. „Die Berichterstattung folgt häufig einem starren Schema“, bemängelt Meineck. Es werde suggeriert, dass sich zwei starre Lager gegenüberstünden, Befürworter und Gegner eines Verbots. So würde ein komplexes Thema auf eine binäre Frage verengt: Social-Media-Verbot, ja oder nein?
In dieser neuen Folge von „Holger ruft an“ spricht Meineck daher über die vielfältigen Positionen dazwischen. So gebe es bereits Ansätze auf EU-Ebene, konkrete schädliche Funktionen wie das süchtig machende Design von sozialen Medien zu regulieren, ohne gleich ein komplettes Angebot für eine große Bevölkerungsgruppe zu verbieten. Außerdem erklärt er, welchen entscheidenden Aspekt viele Meinungsumfragen zu dem Thema vernachlässigen, warum auch erwachsene Menschen von so einem Verbot betroffen wären, und weshalb Sicherheitsbedenken nicht nur etwas für „Datenschutz-Feinschmecker“ sind.
Der Gesprächspartner
Sebastian Meineck ist Journalist und seit 2021 Redakteur bei netzpolitik.org. Zu seinen aktuellen Schwerpunkten gehören digitale Gewalt, Databroker, KI und Jugendmedienschutz. Er interessiert sich besonders für Methoden der Online-Recherche; darüber schreibt er einen Newsletter und gibt Workshops an Universitäten. Das Medium Magazin hat ihn 2020 zu einem der Top 30 unter 30 im Journalismus gekürt. Seine Arbeit wurde zweimal mit dem Grimme-Online-Award prämiert.
Danke für das Interview!
Ich hatte mir bisher keine Gedanken gemacht, wie ein SocialMedia-Verbot kontrolliert werden würde. So wie er das beschreibt, heißt das ja heruntergebrochen: Massive Einschränkung von Rechten Minderjähriger, was den Eindruck erwecken soll, es würde politisch Druck gemacht, während letztendlich nullkommanull die Plattformen in die Verantwortung genommen werden – im Gegenteil, sie hätten dadurch ja noch mehr Zugriff auf persönliche Daten..!
Wer sich über die Komplexität des Themas informieren will ist hier gut aufgehoben.
Klasse!
Ich danke sehr für den Beitrag.
Es gibt mehrere Ebenen.
Der Schutz der Kinder und Jugendlichen wäre am ehesten gewährleistet, wenn soziale Medien für alle, also auch Erwachsene, das tun würden, was ihr Name sagt.
Die Diskussion über Kinder und Jugendliche ist ein Ablenkungsmanöver.
Die vorhandenen pädagogischen und psychologischen Studien sind sehr komplex und – wie Wissenschaft so ist – widersprüchlich.
Es gibt einen nicht auflösbaren Widerspruch zwischen der Digitalisierung des schulischen Lehrens und Lernens und dem Versuch, soziale Medien zu verbieten.
Wie man große Medien dazu bekommen kann, über Sachverhalte sachangemessen zu berichten, ist mir allerdings ein Rätsel.
Das klingt für mich nach klassischer Symptombekämpfung.. das Problem bei der Wurzel zu packen und systematisch zu verbessern ( z.B. auch Stichpunkt Medienkompetenz bei jung und alt zu fördern ) wird lieber mit dem Vorschlaghammer draufgekloppt..
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Danke für das Interview!
Ich hatte mir bisher keine Gedanken gemacht, wie ein SocialMedia-Verbot kontrolliert werden würde. So wie er das beschreibt, heißt das ja heruntergebrochen: Massive Einschränkung von Rechten Minderjähriger, was den Eindruck erwecken soll, es würde politisch Druck gemacht, während letztendlich nullkommanull die Plattformen in die Verantwortung genommen werden – im Gegenteil, sie hätten dadurch ja noch mehr Zugriff auf persönliche Daten..!
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Klasse!
Ich danke sehr für den Beitrag.
Es gibt mehrere Ebenen.
Der Schutz der Kinder und Jugendlichen wäre am ehesten gewährleistet, wenn soziale Medien für alle, also auch Erwachsene, das tun würden, was ihr Name sagt.
Die Diskussion über Kinder und Jugendliche ist ein Ablenkungsmanöver.
Die vorhandenen pädagogischen und psychologischen Studien sind sehr komplex und – wie Wissenschaft so ist – widersprüchlich.
Es gibt einen nicht auflösbaren Widerspruch zwischen der Digitalisierung des schulischen Lehrens und Lernens und dem Versuch, soziale Medien zu verbieten.
Wie man große Medien dazu bekommen kann, über Sachverhalte sachangemessen zu berichten, ist mir allerdings ein Rätsel.
Das klingt für mich nach klassischer Symptombekämpfung.. das Problem bei der Wurzel zu packen und systematisch zu verbessern ( z.B. auch Stichpunkt Medienkompetenz bei jung und alt zu fördern ) wird lieber mit dem Vorschlaghammer draufgekloppt..