Der Schuhverkäufer und der schöne Schein
Dieser Artikel ist zuerst am 22. November 2025 in unserem exklusiven Mitglieder-Newsletter erschienen. Mit einem Übermedien-Abo bekommen Sie diesen jeden Samstag in Ihr Postfach.
Da soll noch einmal jemand sagen, ARD, ZDF und Co. böten keine Perspektivenvielfalt! Zwar finden sich in den Mediatheken der Öffentlich-Rechtlichen ab kommendem Montag gleich zwei Dokumentationen über denselben Unternehmer. Allerdings könnten diese unterschiedlicher kaum sein.
Zum einen ist da, schon länger, der 30-minütige Film aus der ARD-Reihe „Money Maker“ von 2023. Es geht darin um Stepan Timoshin, der mit dem Wiederverkauf von Sneakern, dem sogenannten Reselling, zum „Jungmillionär“ wurde.

Und zum anderen erschien am Montag eine neue 3sat-Doku über denselben Stepan Timoshin – der vor einem Jahr mit 23 Jahren Präsident des Fußball-Zweitligisten Hertha BSC werden und den Verein mit seinen Mill…

Irgendwie bin ich ja bei allen mißtrauisch, doe sich in der Öffentlichkeit als superreich inszenieren.
Der wirkliche Reichtum lebt im Verborgenen.
Bis auf die wenigen Ausnahmen, die genau davon leben uns ihren Reichtum vorzuspielen und davon wirklich gut leben können.
„Der wirkliche Reichtum lebt im Verborgenen.“
So wie bei Musk, Bezos und Zuckerberg? Oder sind die gar nicht „wirklich“ reich?
Richtig rund wir der Artikel durch das Auftauchen von Steinhövel als Rechtsbeistand.
Keine weiteren Fragen Euer Ehren.
Du musst hier im Kommentarfeld pöbeln, oder? Das ist ein Zwang?
Nur, weil Du die Namen von drei Superreichen aufzählst, deren Namen Du kennst?
Wie sieht denn z.B. der reichste Deutsche aus?
Können Sie bitte das Duzen unterlassen? Ich weiß nicht, warum ausgerechnet Sie meinen, mich ungefragt duzen zu dürfen. Und ich weiß auch nicht, warum Sie glauben, jegliche Kritik als „Pöbelei“ verunglimpfen zu können.
Dieter Schwarz sagt mir tatsächlich wenig, aber als Hamburger weiß ich natürlich einiges über Michael Kühne – auch so ein Steuervermeider, der besser Steuern zahlen sollte, als den großen Mäzen zu geben. Zumal sein Reichtum in Branchen erwirtschaftet wurde, die wie kaum andere auf intakte Infrastruktur und gesellschaftlichen Frieden angewiesen sind: Logistik, Luftfahrt und so weiter.
Aber finanzieren darf das dann der Mittelstand mit seinen Steuern.
Und nebenbei: „Altes Geld“ vs. „Neureiche“ ist ein solches Klischee, dass es mir ehrlich gesagt zu billig wäre, damit um die Ecke zu kommen.
Hallo Herr Butterchicken, das Problem ist, dass sie mit ihrer Aussage die klassischen Narrative des alten Geldes mit stilvollen, zurück gezogenem Leben und einem nahezu Samariter gleichem Dasein streuen, auch wenn sie es vielleicht gar nicht wollen. Es gibt halt solche und solche, wie überall. und eine pauschalisiernde Aussage zu treffen ist nun einmal nicht korrekt.
Wo hat Butterchicken was von „altes Geld“ gesagt oder gar „Samariter gleichem Dasein“?
Nur, dass die meisten Reichen sich ihren Reichtum möglichst nicht anmerken lassen. (Was ich an deren Stelle auch nicht täte, ehrlich gesagt.)
„Mit Anfang 20 dann Privatjet, Luxusautos, Wohnung in der Schweiz, Hochzeit an der Côte d’Azur … all das, wovon andere noch mit 50 träumen.“
Floskel. Übermedien-unwürdig. .
Viele der „Höher, schneller, weiter“-Aufstreber mit erhöhter Medienpräsenz halte ich – wie Timoshin – für Anti-Vorbilder: Narzisstisch getrieben, allzu oft dominate Eltern, denen sie es recht machen wollen, nicht selten ohne moralischen Kompass, die sich selbst als Gewinner sehen. Müssen sie auch, denn der wackelige Selbstwert hält es sonst nicht aus.
Allzu oft arbeiten sie mit fragwürdiger Männlichkeitssymbolik (auch bei Tomoshin zu sehen: dickste Karre, „Krieger“-Mindset, etc.) und sind zum „Erfolg verdammt“.
Später dann gerne Absturz, Drogen, Depressionen, dann „geläutert“, was sich auch wieder prima vermarkten lässt. Politisch dann leider auch noch oft auf der rechtspopulistischen Seite.
Bitte weniger dieser Art von „Money-Maker“.
Es ist immer wieder bemerkenswert, wie der Tanz ums goldene Kalb zugleich mystifiziert, verklärt und letztlich gerechtfertigt wird – vor allem von Menschen, die selbst meilenweit davon entfernt sind, je zu diesem Kreis zu gehören. Jenen also, die man treffend als Opfer eines gesellschaftlichen Stockholm-Syndroms bezeichnen könnte, während sie sich selbst als Milliardäre mit vorübergehender Pechsträhne imaginieren