Enthüllt: Ex-„Bild“-Chef fällt auf jeden Unsinn herein

Dies ist ein Buch, das die Wahrheit über den Niedergang der „Bild“-Zeitung verrät, und der Mann, der sie enthüllt, ist kein geringerer, als der, dem die Welt etwas Besonderes verdankt: die – wie er es selbst formuliert – „wahrscheinlich schönste aller Schlagzeilen, seit Bismarck vor ewigen Zeiten ‚Deutschland‘ geschaffen hatte“; die Schlagzeile, die am 13. November 1989, ein paar Tage nach dem Mauerfall, auf „Bild“ prangte; diese Schlagzeile:

gutenmorgen

Huh. Tja nun.

Peter Bartels war damals kurzzeitig gemeinsam mit Hans-Hermann Tiedje Chefredakteur der „Bild“-Zeitung. Der Fall der Mauer und die deutsche Einheit fielen zufällig in seine 19-monatige Amtszeit.

Jetzt, 25 Jahre später, packt er aus. Rechnet ab. Mit dem Mann, der ungefähr zehn Mal so lange „Bild“-Chef sein durfte wie er. Und die Zeit nutzte, das Blatt gründlich zu ruinieren. Zu einer „Propagandamaschine im Dienste der Machtelite zu machen“. Und zu einem Schatten seiner selbst. Kai Diekmann gelang es, die verkaufte Auflage der „Bild“-Zeitung von über vier Millionen auf unter zwei Millionen fallen zu lassen. Wie hat er das bloß geschafft?

Ein nicht enden wollender Wutauswurf

Bleiben wir, bevor wir zu den Enthüllungen kommen, noch kurz beim Enthüller. Peter Bartels prägte in den siebziger und achtziger Jahren „Bild“ als Unterhaltungschef, kämpfte (laut Klappentext) „quasi Schulter an Schulter mit ‚Spiegel‘-Herausgeber Rudolf Augstein für die Wiedervereinigung“ und hatte nach seinem Rauswurf bei Springer diverse Engagements bei lauten billigen Blättern wie „Super!“, „täglich Alles“ oder „Revue“, die selten lang anhielten oder gut ausgingen.

Bartels weiß nicht, ob er verrückt geworden ist oder alle anderen verrückt geworden sind, aber so groß ist der Unterschied in der Praxis ja nicht. Fassungslos schaut er auf eine Welt, die er nicht mehr versteht. Plötzlich sind überall Frauen an der Macht, Deutschland ist voller Moslems, und die „Bild“-Zeitung rennt nicht jeden Tag gegen diesen Wahnsinn an.

Peter Bartels ist wütend und verzweifelt, vielleicht nicht zuletzt auch darüber, dass in einem Buch alle Buchstaben die gleiche Größe haben und man gar nicht so gut SCHREIEN kann wie in einer Boulevardzeitung, weshalb er sich mit unendlich vielen Ausrufezeichen und doppelten Ausrufezeichen und oft sogar doppelten Fragezeichen behilft.

Der Text liest sich wie ein nicht enden wollender Facebook-Eintrag, ein Wutauswurf, den vor dem Absenden natürlich niemand mehr Korrektur gelesen hat, um den größten Unsinn, die hilflosesten Formulierungen und die peinlichsten Fehler herauszustreichen. Mehrere Anekdoten erzählt Bartels ohne erkennbares Erinnern mehrmals. Mehrere Anekdoten erzählt Bartels ohne erkennbares Erinnern mehrmals.

Es ist ein endloser Stream of Unconsciousness.

Die Pegidahaftigkeit des Peter Bartels

Wenn Bartels sich an Philip Rösler erinnert, erinnert er sich an den „FDP-Vietnamesen“. Wenn Bartels an Dunja Hayali denkt, denkt er an „die iranische Paradelesbe vom ZDF-Morgenmagazin“. Wenn er Peter Altmeier sieht, sieht er immer wieder „Meat Loaf“. So einer ist Bartels. „Die Deutschen mögen es eher schlicht“, schreibt der Deutsche Peter Bartels einmal.

Er ist, wie gesagt, wütend. „Es soll offenbar vernichtet werden, was uns bisher heilig war“, armfuchtelt er. „Was wir uns zweieinhalb Jahrtausende lang mit Blut, Schweiß und Tränen erkämpft, erlitten, erarbeitet haben – unser christliches Abendland!“

Das steht, programmatisch, gleich auf der ersten Seite. Da wissen die Leser sofort, woran sie sind. Aber es sind ohnehin die Leser des Kopp-Verlages, die sich sonst mit wohligem Schaudern von Udo Ulfkotte die Apokalypse ausmalen lassen, aus dessen Buch „Mekka Deutschland“ Bartels der Einfachheit halber viele Absätze zitiert.

Das ist also der Mann, der die „Bild“-Zeitung in diesem angeblichen „Enthüllungsbuch“ kritisiert, und das ist die Richtung, aus der er sie kritisiert. Bartels meint, kurz gesagt, dass die „Bild“-Zeitung im Niedergang begriffen sei, weil sie nicht die Zeitung der Pegida-Spaziergänger und AfD-Wähler und Ulfkotte-Leser und Moslemfeinde ist.

Das ist, einerseits, erschütternd zu lesen, insbesondere in der ganzen gedanklichen Armut und sprachlichen Hilflosigkeit des Peter Bartels: dass das Problem der „Bild“-Zeitung gewesen sein soll, dass sie zu wenig Krawall gemacht, zu wenige Ressentiments verbreitet, zu wenig Hetze betrieben haben soll. Und da ist, andererseits, etwas dran: dass Kai Diekmann in außerordentlichem Maß die Nähe zu den Mächtigen suchte und um die Zustimmung der Eliten und vermeintlich cooler Cliquen buhlte, anstatt sich um die Nähe zum Leservolk zu sorgen.

Das eine, Bartels‘ Pegidahaftigkeit, verhindert fast vollständig eine ernsthafte, ernst zu nehmende Auseinandersetzung mit dem anderen, Diekmanns Machtnähe und Gefallsucht und Erfolglosigkeit.

Er fällt auch auf jeden Unsinn herein

Bartels glaubt, dass die großen Medien ihre Leser selbst vertrieben haben, zu Facebook und Twitter, in die Social Networks. Dadurch, dass sie gegen das Volk angeschrieben haben, das laut Bartels zu recht Angst hat vor den Horden von Muslimen, die „Muslim-Mama Merkel“ ins Land holt. Sie versuchten, die Menschen umzuerziehen, genau wie damals und damals und damals:

Für die „Umerziehung“ von Millionen gibt es ja Beispiele in Hitlers Österreich/Deutschland, in Honeckers DDR, Stalins Sowjetunion, Maos China … Was, bitte schön, ist formal denn anders, wenn man mal von unserer inzwischen fast futuristischen Informationstechnik absieht? (…)

Findet denn zurzeit in diesem unseren Lande nicht der größte Versuch einer flächendeckenden „Umerziehung“ statt, wie seit tausend Jahren nicht mehr?

Bartels glaubt alles, was in sein Weltbild passt. Er glaubt, dass man „Wirtschaftsflüchtlinge“ an den Smartphones und ihrer schicken Kleidung erkennt. Er fällt auch auf jeden Unsinn herein. Er schreibt, um nur drei Beispiele herauszugreifen:

In London gibt es schon heute mehr Moscheen als christliche Kirchen: 1700 Moscheen, 39 anglikanische Kirchen! Erstaunlich?

Ja, und falsch, und zwar beide Zahlen: 1700 Moscheen gibt es in Großbritannien, und 39 anglikanische Kirchen in der City of London, dem alten Stadtkern.

Er schreibt:

Laut einer BBC-Umfrage unter Muslimen (2015) unterstützen 49 Prozent von ihnen selbstverständlich Hassprediger (…)

Ja, so wurde das auf diversen islamphoben Internetseiten berichtet. Tatsächlich aber sagten 49 Prozent der befragten Muslime, dass Hassprediger den Anschluss an die Mainstream-Meinung von Muslimen verloren hätten; 45 Prozent waren anderer Meinung. Sympathie für Leute, die gegen „westliche Interessen“ kämpfen wollen, drückten nur elf Prozent der Befragten aus.

Und er empört sich über eine (tatsächlich ungewöhnlich aufklärerische) „Bild“-Geschichte „7 Vorurteile über Flüchtlinge“, unter anderem, weil es darin heißt:

3. Vorurteil
Flüchtlinge kriegen mehr Geld als Hartz-IV-Empfänger.
Falsch! Hartz-IV-Empfänger bekommen 399 Euro, Flüchtlinge 359 Euro … dazu 143 Euro im Monat Taschengeld.

Bartels erwidert darauf, entrüstet:

Schamlos! Jeder Viertklässler entlarvt diese Bild-Lüge im Kopf: 359 + 143 = 502 Euro für den „Flüchtling“. Der deutsche „Hartzer“ muss mit rund 100 Euro weniger auskommen.

Mancher Schüler hätte aber bis zur vierten Klasse nicht nur das Rechnen, sondern auch das Lesen gelernt und bemerkt, dass die 143 Euro Taschengeld schon Teil der 359 Euro sind, die Flüchtlinge insgesamt bekommen. Sie erhalten 143 Euro plus 216 Euro, wenn sie nicht mehr in einer Erstaufnahme-Einrichtung sind, wo der Bedarf durch Sachleistungen gedeckt wird. Macht 359 Euro.

Und dann hat er eine Ahnung von einer Theorie

Bartels zitiert falsche Zahlen und Tatsachen, die er irgendwo bei anderen Moslem- und Flüchtlingshassern gelesen hat, und fragt dann entrüstet, warum die „Bild“-Zeitung diese Skandale nicht in größtmöglichen Schlagzeilen anprangert. Die Antwort lautet – er ahnt es nicht – dass selbst die „Bild“-Zeitung, so viel Mühe sie sich auch immer wieder gibt, nicht jede falsche Zahl und Tatsache in die Welt hinausposaunen kann. Tatsächlich gibt es Falschdarstellungen über Muslime, die man nur bei Ulfkotte und Co. findet, und nicht in der „Bild“-Zeitung. Und manchen Falschdarstellungen wirkt „Bild“ sogar aktiv entgegen – vergebens, bei Leuten wie Peter Bartels.

Der rätselt, warum „wir Christen in Europa“ uns nicht gegen die Islamisierung wehren, und fragt: „Weil uns eine halbe Milliarde latent irrationaler bis mörderischer Moslembärte, die ihre Frauen unterjochen und unsere als ‚Huren‘ und ‚Fleisch‘ vergewaltigen, vor Angst lähmen?“

Immerhin hat Bartels eine Ahnung von einer Theorie, warum große Medien nichts gegen den Islam tun, was den „Sinneswandel“ auch bei Konservativen herbeigeführt habe:

Kohls Sohn hat – in allen Ehren (!!) – eine türkische Muslima geheiratet. Papa Kohl war dann Trauzeuge bei der zweiten Hochzeit von Bild-Chef Kai Diekmann mit seiner zauberhaften Zahnärztin Dr. Katja Kessler.

Und dann war der Kai Trauzeuge bei der zweiten Hochzeit von Dr. Helmut Kohl, dem „Kanzler der Einheit“, mit dessen zweiter junger Frau, der Volkswirtin Dr. Maike Richter.

Noch ein – kleines – Aperçu, weil wir gerade dabei sind und dies manches vielleicht abrundet: Thomas Bellut, ZDF-Intendant (der größte Fernsehkanal Europas), ist ebenfalls mit einer Muslima verheiratet: Hülya Özkan, sie war mal ZDF-Moderatorin …

So erklärt sich für den Super-Rechercheur auch das Schweigen des ZDF nach den Vorfällen in der Silvesternacht:

Auch dieser vom herrschaftlich situierte Sender hatte es fertiggebracht, in den 19-Uhr-heute-Nachrichten am Neujahrsabend vom Sexamoklauf der Migrantenmeuten „vorsorglich erst mal“ nix zu bringen. Obwohl man alles wusste, wie Tage später der Stellvertretende ZDF-Chefredakteur Theveßen sich nicht entblödete, auch noch zu gestehen.

Hülya Özkan, Ehefrau von ZDF-Intendant Thomas Bellut, seinem obersten Chef, wird sicher bei Allah ein Wort für ihn einlegen.

(alles [sic!])

Man könnte das alles natürlich als Wahn eines alten Mannes abtun, der damit nicht klarkommt, dass die Welt nicht mehr so ist, wie sie mal war, aber ich fürchte, dass auch dieses Buch wieder ein Bestseller wird und es eben nicht nur der Wahn eines einzelnen ist.

Seine guten Tipps habe Diekmann fast alle ignoriert

Aber zurück zur Frage, wie Kai Diekmann es geschafft hat, die „Bild“-Auflage so zu schrumpfen. Bartels wirft ihm vor, viele Jahre ein Blatt für Leser gemacht zu haben, die er nicht hat: „Falsche Zielgruppe, falscher Sound.“ Er hätte auf jemanden hören sollen, der weiß, was die Leser lesen wollen, konkret auf Peter Bartels. Irgendwann sei er sogar zur Hilfe gerufen worden und habe eine Woche lang täglich eine Blattkritik geschrieben. Die guten Tipps darin habe Diekmann aber fast alle ignoriert.

Kai Diekmann war kein Chefredakteur wie einige seiner erfolgreichen Vorgänger. Er hatte keinen Mut. Er traute sich nicht, mich einfach anzuheuern, als was für eine Art Kostenstelle auch immer.

Als „Schranze“ bezeichnet er ihn, „dessen Merkmale von jeher Gefallsucht, Schmeichelei und eine Prise Heuchelei waren. Ob es um die Macht an sich, die CDU, ging oder nur um eine irgendwie ‚mächtige‘ Person.“

Lange Zeit war Diekmann in der Redaktion ganz abwesend, was nach dem Urteil von Bartels gar nicht geht, aber auch wenn er nicht in Kalifornien war, verbrachte er viel Zeit damit, den „Spiegel“ zu ärgern oder ein irres Blog aufzusetzen. Nachdem er die Geschichte mit Diekmanns endloser Obsession mit der „taz“ und seinem Riesenpenis erzählt hat, fragt Bartels nicht zu unrecht:

Ahnen Sie, lieber ehemaliger Bild-Leser, womit der Herr seine Zeit verplempert hat, statt für Sie ein Blatt zu machen, das Ihnen gefällt?

Unter Diekmann habe sich „Bild“ mit Leuten und Themen beschäftigt, die den Lesern egal waren, schreibt Bartels, und besonders „bescheuert“ sei gewesen, wie er versucht hätte, „Bild“ „eine Art britischen, sophisticated Sound zu unterlegen“. Mit Wortspiel-Schlagzeilen wie „Jane Fonda Cannes immer noch“, „Da schmilzt unser HERZigova“ oder „Die (h)eiserne Kanzlerin.“ – „Und kein Chefredakteur, kein Textchef, kein Korrektor nimmt den offensichtlich durchgeknallten Gossen-Goethes den Griffel aus den Reimhändchen.“ Wie wahr.

„Bild“ habe versucht, den Falschen zu gefallen, den Jungen, Coolen, Wenigen, habe sich an alles angepasst, „was klein, aber laut war. Oder grell. Oder hipp. Oder cool. Oder einfach nur angesagt.“

Daraus erklärt sich für Bartels auch die politische Positionierung, und entsprechend gerät er in Fahrt:

Wer nicht für die marginale Minderheit (2-3 Prozent) der Schwulen war, war homophob. Wer nicht für die Abtreibung bis zum fast lebensfähigen Baby war, war gegen die Selbstverwirklichung der Frauen! Wer nicht für die unbegrenzte Zuwanderung von sogenannten Flüchtlingen war, war ein Nazi. Jesus wurde zum Juden reduziert, Nikolaus war ein Türke. (…)

Ohne wirkliche Not und gegen den erklärten Willen ihrer Stammleserschaft ist Bild ein stillschweigendes Appeasement mit dieser Gutmenschenminderheit eingegangen, die der Mehrheit längst nicht mehr nur die „Flüchtlingsbereicherung“ vorschreibt, sondern seit Langem auch, was man zu essen und zu trinken hat – am besten gleich „halal“, also moslemisch (nur gedschächtete Schafe, Ziegen etc.!) –, wie man zu leben, was man zu glauben hat. Vor allem, was man nicht darf. Kein Fleisch (es sei denn, siehe oben!), am besten auch keine Eier, keine Zigaretten. Und weg mit den ungiftigen guten, alten Osram-Glühbirnen.

Die Glühbirnen, die Moslems und alles.

Man muss, wenn man das liest, froh sein, dass nicht Peter Bartels, sondern Kai Diekmann viele Jahre Chefredakteur der „Bild“-Zeitung war, aber die Frage ist natürlich interessant und berechtigt: Kann der rasante und überdurchschnittliche Auflagenrückgang der „Bild“-Zeitung auch damit zu tun haben, dass das Blatt – analog zu Merkels CDU – in die Mitte gerückt ist und plötzlich rechts von sich Lücken offen ließ? Wäre eine „Bild“-Zeitung erfolgreicher, die zum Beispiel, wie von Bartels gefordert, in radikale und lautstärkste Opposition zur Flüchtlingspolitik der Regierung gegangen wäre? Die sich, ebenfalls zum Beispiel, nicht von einem radikalen Scharfmacher wie Nicolaus Fest, ein langjähriger enger Vertrauten Kai Diekmanns und eine Art Intellektuellen-Version des prolligen Peter Bartels, getrennt hätte?

Bartels malt sich aus, wie „Bild“ auf Merkels „Wir schaffen das“ hätte reagieren müssen:

Ein Schrei hätte von Bild durch das Land donnern müssen: Nein! Wir schaffen das nicht, Frau Merkel! Und: Wir wollen es auch nicht schaffen. Sollen wir die Bayern zu Moslems machen? Die Sachsen? Die Schwaben? Weil der passdeutsche Türke Cem Özdemir so schön Schwäbisch schwätze kann? Und Hessen, NRW, Rheinland-Pfalz? Weil Moslems ja keinen Wein trinken dürfen, sie damit genau die richtigen Weinbauern der nächsten Generation wären? Wenn sie dann endlich Deutsch gelernt haben?

Und wessen Geld, Frau Kanzlerin, wollen Sie denn da mit vollen Händen für die „Flüchtlinge“ eigentlich ausgeben? So viel können Sie bei ihrem Honecker doch gar nicht gespart haben??!

(…) so – oder so ähnlich, oder meinetwegen auch ganz anders – hätte sich Kai Diekmann an die Seite seiner Leser stellen müssen. Was glauben Sie, was passiert wäre?

Das „Mädchen“ Angela, das einst verklemmt auf meinem Sofa kauerte und noch nicht wusste, welcher Westpartei sie demnächst „beitreten“ würde, dieses Mädchen wäre wie unter einem Peitschenknall zusammengezuckt. Und ihr Oberbüroleiter „Meat Loaf“ hätte wahrscheinlich vor Schreck gleich zwei Kilo verloren.

Wie sähe die Auflagenkurve von „Bild“ aus, wenn sie so wäre, wie Bartels es fordert? Und wie die Republik?

Und noch eine Frage ist offen: Was treibt Diekmann an?

Die Nähe seiner „Bild“ zur Macht ist frappierend. Den traurigen Versuch, sich als Außerparlamentarische Opposition gegen die Große Koalition zu positionieren, hat „Bild“ schnell wieder aufgegeben. Und selbst bei Themen, bei denen sie die Bundesregierung in Kampagnen angreift, wie der Griechenland- und der Euro-Krise, setzt sie sich gleichzeitig immer wieder von Parteien wie der AfD ab, selbst wenn die in weiten Teilen „Bild“-Positionen vertritt.

Wie lässt sich all das erklären, auch die „Refugees Welcome“-Kampagne von „Bild“? Bartels hat einen Verdacht. Diekmann sei schließlich Mitglied des Vereins der Atlantik-Brücke, einem mächtigen Netzwerk, einer „Bruderschaft“, in der man sich gegenseitig den Rücken freihalte.

Und, jetzt kommt’s: Was für eine Bedeutung hat der langjährige Chefredakteur in der Tafelrunde dieser modernen „Tempelritter“, Herr Bartels?

Was für eine Bedeutung Kai Diekmann in der Tafelrunde dieser modernen „Tempelritter“ hat, kann auch ich nur ahnen. Aber ich „ahne“ ebenfalls, warum er fünfzehn Jahre Chefredakteur der größten Zeitung Europas bleiben konnte, obwohl er die Auflage mehr als halbierte …

Enthüllungsbücher sind auch nicht mehr, was sie mal waren.

Medien besser kritisieren. Mit Ihrer Unterstützung.

 
Medien besser kritisieren.

24 Kommentare

  1. „Die Art der Blattführung war in der Tat einzigartig. Um hautnah am Geschehen zu sein, bezog Bartels im Redaktionsgebäude eine Dienstwohnung. Dort, wo einst der Schreibtisch des Sportredakteurs stand, wurde die Naßzelle installiert. ‚Chefredakteur kackt mitten ins Büro‘, freute sich daraufhin sogar der ‚Stern‘. Auch sonst war die Einrichtung gediegen: Auf dem Schreibtisch wehte die österreichische Fahne, von der Wand grüßte ein Antilopen-Geweih und seine Sessel ließ der leidenschaftliche Großwildjäger mit Leopardenfell beziehen.“

    http://www.berliner-zeitung.de/der-fruehere–bild–chefredakteur-peter-bartels-soll-die–neue-revue–retten-der-grosswildjaeger-kehrt-zurueck-16582628

  2. Ach kommen Sie, Herr Niggemeier! Sie verreißen das Buch doch nur, weil Sie als „BILD“-Kritiker nicht in einem Atemzug mit dem Autor und dem Kopp-Verlag genannt werden wollen.

    In Wahrheit schimmert doch Ihre Bewunderung für das Buch durch:

    (…) Nachdem er die Geschichte mit Diekmanns endloser Obsession mit der „taz“ und seinem Riesenpenis erzählt hat, fragt Bartels nicht zu unrecht:

    Ahnen Sie, lieber ehemaliger Bild-Leser, womit der Herr seine Zeit verplempert hat, statt für Sie ein Blatt zu machen, das Ihnen gefällt?

    Erwischt!

  3. „Mehrere Anekdoten erzählt Bartels ohne erkennbares Erinnern mehrmals. Mehrere Anekdoten erzählt Bartels ohne erkennbares Erinnern mehrmals.“

    Ich gehöre noch nicht zu den privilegierten Ganzlesern – aber was ist das? Ein feinsinnig spiegelnder Florettangriff oder doch schon Verfallserscheinungen von SN??????????????????? !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  4. Trauriger Typ, dieser Bartels. Ein niveauloser Schmierlappen, den niemand mehr braucht – bis auf jene Leute, die „Lügenpresse“ schreien und sich rund um die Uhr in Lügen suhlen.

  5. Oh Herr, das Ende ist nah. Extrem-Hetzer greift Hetzblatt an. SN bildet sich seine Meinung: Das hat selbst Diekmann nicht verdient (anderes aber schon).

  6. Stefan Niggemeier, der in einem Artikel die Bildzeitung (zumindest ein bisschen) in Schutz nimmt – dass ich das mal erleben würde. :)

    Danke für den Artikel! Interessant, was es jenseits der Bildzeitung noch für weitere Abgründe gibt, von denen man als nicht zur Szene Gehörender sonst wohl nie erfahren würde. Offenbar ist diese Szene sogar erschreckend groß, wenn solche Bücher zu Verkaufsschlagern werden können.

    Eine Bitte für die Zukunft von Übermedien:
    Ich fände es toll, wenn nicht nur berechtigte, notwendige „Verrisse“ wie der vorliegende Text veröffentlicht würden, sondern auch (konstruktivere) Kritiken vom Büchern, die sich zu lesen lohnen. Solche guten Bücher gibt’s doch bestimmt auch.

  7. Endstation Kopp-Verlag.

    Immerhin ist die BILD wohl das einzige überhaupt noch existierende der diversen Schmier- und Krawallblätter, bei denen Bartels mal Chefredakteur war.

    Das lässt doch hoffen.

  8. Ich finde ja, dass das Buch „Angry White Men“ perfekt auf Bartels passt. Ein weißer Mann, der sich anscheinend benachteiligt fühlt, weil er nicht den Posten inne hat, den er seiner Meinung nach verdient hat. Dafür macht er dann alle verantwortlich, die nicht in sein Weltbild passen wie zum Beispiel Ausländer und Frauen in Führungspositionen. Früher war eben alles besser, als die weißen Männer noch das sagen hatten und nun versucht er, eine Entwicklung zu stoppen, die er selber nicht versteht und nicht mehr stoppen kann, weil sie bereits in vollem Gange ist.

  9. Während Bartels Buch nur so vor allem möglichen strotzt, gilt das leider nicht für diesen Artikel: Ein weiteres „t“ im Wort „strotz“ im Teaser würde ihm zum Beispiel gut tun.

  10. Oh Mann. Dass die Gruppe der (alten) weißen Männer immer so in einen Topf geworfen und dann anhand ihrer hässlichsten Exemplare charakterisiert werden muss … das nervt wirklich.

  11. Nein, Herr Niggemeier, dieses Mal nicht. Zugegeben, Sie haben mich schon des Öfteren dazu gebracht irgendwelchen Mist zu lesen, um zu testen, ob es wirklich so schlimm ist, wie Sie schreiben, aber dieses Mal nicht!
    Dieses Mal glaube ich Ihnen einfach.

  12. Stefan Niggemeier wurde mit dem BILDblog bekannt – als einer Institution, die den Mächtigen in Politik und Publizistik kritisch auf die Finger schaute. Heute profiliert er sich hier in Uebermedien als BILD-Versteher, schießt gegen den kleinen regierungskritischen Kopp-Verlag, argumentiert gegen öffentlich geäußerte Selbstkritik der Medien und für die Selbstzensur der Presse in Bezug auf die Herkunft von Straftätern. Omnis dies, omnis hora te mutat (Seneca).

  13. @ 4: „Kleiner Tipp: Über 10 Millionen Leser online.“

    Von denen nur 300.000 ein paar Kreuzer im Monat bezahlen. Ob Axel Springer darüber so glücklich gewesen wäre?

  14. @16: Und was hat das mit dem Thema zu tun?
    Derailing.

    „Stefan Niggemeier wurde mit dem BILDblog bekannt – als einer Institution, die den Mächtigen in Politik und Publizistik kritisch auf die Finger schaute. “
    – Sie nehmen die Schlussfolgerung vorweg und bieten nur noch Ihre Interpretation als Antwort an.

    „Heute profiliert er sich hier in Uebermedien als BILD-Versteher (…)“
    – Und wieder das gleiche: Ihre Schlussfolgerung wird als Axiom für Weiteres voraus gesetzt. Außerdem sind „xyz-Versteher“ ja eh per Definition die Bösen.

    „(…) schießt gegen den kleinen regierungskritischen Kopp-Verlag (…)“
    – Umkehr in die Opferrolle: Nicht ich habe gehetzt, sondern die anderen verbieten mir „zu sagen was ich sagen will und darf“. Ersetzte „ich“ mit „Kopp Verlag“.

    „(…) argumentiert gegen öffentlich geäußerte Selbstkritik der Medien (…)“
    – Strohmann-Argument: Dem Diskussionspartner wird eine andere Position in die Schuhe geschoben, als er tatsächlich vertritt.
    Siehe: http://uebermedien.de/2362/wenn-sich-selbstkritik-raecht/

    „(…) und für die Selbstzensur der Presse in Bezug auf die Herkunft von Straftätern. (…)“
    – Mit „Selbstzensur“ ist gemeint, dass SN dafür eintritt, das sich Journalisten bitte an Ziffer 12.1 des Pressekodex halten mögen, der besagt, dass die Nationalität eines Straftäters nicht genannt wird, sofern diese nicht relevant für die Straftat an sich ist.
    Bezug: http://uebermedien.de/2710/wenn-die-sorge-vor-diskriminierung-nicht-mehr-zeitgemaess-ist/

    „Omnis dies, omnis hora te mutat (…)“
    – Lateinisches Zitat, um die intellektuelle Überlegenheit des eigenen Gehirns zu kommunizieren.

    „(…) (Seneca).“
    – Vergleich mit einer Person, auf seinem Niveau. Dunning-Kruger Effekt.

  15. Auch interessant, was Hauke Brost (BILD- Urgestein, u.a. Textchef) dazu bei Facebook schreibt:

    „Replik auf ein grottenschlechtes Buch

    Lieber @Peter Bartels, Ex-BILD-Chefredakteur, habe Dein Buch über BILD nun tatsächlich bis zur letzten Seite gelesen. Das war schwer. Und das schaffen nicht viele, denke ich. Denn Du schreibst die Leser in den Schlaf. Du schreibst immer wieder dasselbe, variierst es nicht einmal, wiederholst Dich, erzählst die selbe Geschichte drei-, vier Mal, merkst es offenbar nicht, hast vergessen, was Du schon längst schriebst, ja, sag mal, warst Du beim Schreiben dauer-besoffen? Hast Du ein Drogenproblem? Bist Du senil, debil oder beides?
    Ich will mich hier nicht zu Deinen unsäglichen politischen Ansichten äußern, Deinen AfD- und Pegida-Lobeshymnen, Deiner krankhaften Phobie gegen alles Fremde, Deiner wohl altersbedingt-verkalkten Wut auf Kai Diekmann, den Jüngeren, der die Todsünde beging, Deine (sehr wohlfeilen) Ratschläge zu ignorieren. Das alles ist ebenso peinlich wie unwichtig. Auch Deine Verschwörungstheorien (Kopp-Verlag, wie unangenehm) habe ich eher mit gelangweiltem Stirnrunzeln und kopfschüttelndem Schmunzeln überlesen. Die Deppen sterben halt nicht aus. Und Du bist ganz eindeutig ein Depp, und zwar ein Volldepp.
    Was mir am Herzen liegt, ist dies: Wie kann ein Ex-BILD-Chefredakteur ein so grottenschlecht geschriebenes Buch auf den Markt bringen? Hattest Du keine Berater, keine Lektoren, keine Kritiker? Hast Du ganz allein gesessen in der Lüneburger Heide, hast Dir die Birne zugedröhnt, Nacht für Nacht Deinen Hass von der Seele gerülpst, am Ende auf „Speichern“ gedrückt und die vom Kopp-Verlag (das ist ja nun wirklich literarischer Fusspilz) haben es nicht einmal gegen gelesen?
    Lieber Peter: Jeder Praktikant hätte Dein hingerotztes Pamphlet mit über tausend Fragezeichen und Streichungen versehen. Und deshalb schreibe ich Dir diesen offenen Brief. Für BILD, für die BiLD-Kollegen, für alle, die ein Herz für den Boulevard-Journalismus haben, bist Du eine Schande.
    Ich finde es schade, dass Du Deine Chance so versemmelt hast. Denn ein BILD-Buch zu machen, ist ja per se keine schlechte Idee. Jeder möchte wissen, wie BILD tickt. Insofern: Gute Idee. Aber so unjournalistisch und schlecht gemacht, dass ich gerade eben erst mal duschen gegangen bin: Dieses Buch ist nicht nur schmutzig, es macht auch schmutzig.
    Ich war Redakteur bei BILD, schon unter Prinz, auch in Eurer Zeit. Tiedje und Bartels. Zwei Nullen machen Blatt. Wir haben uns damals über Euch und Eure Hahnenkämpfe totgelacht. Tiedje und Du wart die größten Selbstdarsteller der Neuzeit. „Wer kriegt das Zimmer von Prinz?“ Der eine dachte, er wäre schlau und kam am ersten Arbeitstag schon morgens um sechs, um es zu besetzen. Nur, schade: Der andere war bereits um fünf im Büro und hatte es besetzt. Wer von Euch bestand eigentlich damals auf einer eigenen Dusche im Büro, was AS viel Geld kostete? Das warst doch Du, oder? Als Blattmacher habt Ihr beide keine Spuren hinterlassen, sondern Ihr ward vorwiegend mit Euch selbst beschäftigt. Insofern war es okay, dass man Dich irgendwann gefeuert hat. Keinesfalls warst Du eine Leuchte als Chefredakteur der BILD. Ich hatte jedenfalls vor Euch und nach Euch bessere Journalisten als Chefredakteure. Du zumindest hattest weder Charisma noch neue Ideen, hast das Blatt weder nach vorn gebracht noch neue Akzente gesetzt, kurz gesagt: Nach meiner Erinnerung hast Du halt da gesessen, auf Hans-Hermann Tiedje gestarrt und Co-Chefredakteur gespielt. Also, ich wage mal das Bild: Du hattest stets den kleineren Schwanz, und Tiedje hatte den längeren. Das hast Du wohl bis heute nicht verkraftet.

    Ich traf Dich vor Jahren mal zufällig auf einer Tanke an der Hamburger Amsinckstraße. Ich sah einen kleinen, verbitterten, sehr alt gewordenen Mann in einem seltsamen Habitus, mit riesigem Cowboyhut, hohen Stiefeln, denen nur die Sporen fehlten, wie aus einem 50er-Jahre-Western entsprungen, mit flehender Geste: „Hauke, du kennst mich doch noch? Ich bin`s, Peter Bartels, der genialste Chefredakteur, den BILD je hatte!“. Dann habe ich nichts mehr von Dir gehört. Außer Streit mit Deinem Nachbarn (war der nicht vom SPIEGEL?), seltsamen Plänen von eigener Autobahnabfahrt und Hubschrauberlandeplätzen mit Ausnahmegenehmigung auf Deiner Ranch, die wahrscheinlich nur ein etwas größerer Garten war. Kann aber auch alles weit übertriebener Branchen-Talk gewesen sein. Peter Bartels war nun nicht mal mehr eine Recherche wert, sondern ein größenwahnsinniger Blattmacher von gestern. Ein alter Mann. Ein kranker Egozentriker. Einer, der zwar Jäger war, der aber den Schuss nicht mehr hörte. Ich denke, den Schuss hörst Du heute auch nicht mehr. Lieber Peter Bartels: Halte einfach die Klappe. Und schreibe nie wieder ein Buch. Wir sehen uns bestimmt mal wieder an einer Tanke an der Amsinckstraße, aber die Hand würde ich Dir dann nicht geben: Pegida- und AfD-Fans gebe ich nicht die Hand.

    PS: Ich poste diesen Brief an Dich ohne Foto Deines Buch-Covers, um für Deine gequirlte Pegida-Scheiße nicht auch noch optisch Reklame zu machen. Hinweis an potenzielle Käufer: Leute, braucht Ihr nicht kaufen. Ist Bullshit. Null Sterne.“

  16. Ich habe die Angewohnheit bei Wikipedia zu schauen, wenn mich mal was interessiert. So wollte ich aufgrund dieses Blogs mehr über Bartels erfahren. Und was find ich? Nix – das sagt doch schon alles.

  17. @Stefan Niggemeier: Amüsant, aber doch Zuviel der Ehre…?

    @Sven HH: Ich war in den 1990er Jahren vielfach Kombattant von H. Brost, habe ihn dabei immer als Bild-Gewächs, aber auch als fair und geradeheraus erlebt. Seine Replik trifft’s, wendet aber ebenfalls zu viel Energie auf – woran’s auch liegen mag.

    Das ist alles sehr, sehr retro. Ich meine das keinesfalls herablassend. Dazu fehlt mir die Höhe, von der aus ich mich herablassen könnte. Warten wir ab, wann Josef Joffe sein erstes Enthüllungsbuch schreibt.

  18. Wenn man den Artikel so liest, fragt man sich, was das eigentlich sein soll. Eine professionelle, neutrale Buchbesprechung ? Wohl eher nicht. Eine Buchkritik ? Eine Abrechnung alter, unverarbeiteter Probleme ? Der Versuch das Buch so schlecht wie möglich zu machen, in der Hoffnung Verkaufszahlen zu drücken ? Dazu hat man dann aber auch mit Zynismus, Hass, Vulgär Vokabular nicht gespart, um P. Bartels oder dem Verlag ordentlich eins auszuwischen; damit begibt sich Herr Niggemeier aber genau auf das Niveau, das er bei Bartels so nachdrücklich kritisiert und scheint von einer ähnlichen Motivation getrieben zu sein.

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