Danke, ARD!

Das Erste hat wieder die Bambi-Verleihung übertragen, die große Verlagswerbeveranstaltung von Dr. Hubert Burda („Bunte“, „Focus“). Und der Vertrag wurde offenbar verlängert. WDR-Intendant Tom Buhrow sichert zu, dass die öffentlich-rechtliche Bambi-Gala „für immer in der ARD“ bleibt.

Quelle: „Bambi 2019“ (Das Erste) 21.11.2019
Schnitt: Boris Rosenkranz

6 Kommentare

  1. Die Branche feiert sich selber, mit unseren Gebührengeldern vermutlich noch dazu, was soll man dazu noch sagen?

    Ich habe gestern Abend z.B. einen katzbuckelnden EU-Kommissar gesehen, der es wirklich geschafft hat, dass mir übel würde. Diesmal versuchte er sich (zur allgemeinen Erleichterung aller) zwar nicht in Englisch aber es reichte auch so: Mit einfach nicht enden wollenden Kratzfüssen vor der belgischen Königin, das war wirklich peinlich, sogar ihr selber, vermute ich mal.

    Was diese Königin macht und wofür sie dann auch den Preis erhalten hat, das ist ja aller Ehren wert aber musste die Laudatio dazu denn wirklich auf so einem Schleimteppich daher geschlittert kommen?

    Da hat mir die Krankengeschichte der neuen EU-Kommissionspräsidentin am Ende doch besser gefallen, sie sprach lange und eindringlich von ihren Visionen, die sie in bezug auf Europa hat.

    Immerhin fanden es die meisten im Saal dann wohl aber doch gut, dass überhaupt noch jemand Visionen von Europa hat und man war nach ihrer Rede allgemein ergriffen, gerade so, als hätte sich ein (nicht mehr ganz so junger) Radikalinski Spätabends dreimal „Bandiera Rossa“ hintereinander reingezogen.

    All das hatte mit dem tatsächlichen Zustand der EU zwar nur wenig zu tun, es zeigte auch keine Ursachen oder gar Lösungen auf aber es war wirklich sehr schön anzuhören, zumal die Rede auch erst zu einem Zeitpunkt kam, wo die meisten ihr wohlverdientes Feierabendbier schon fast ausgetrunken haben dürften, das machte das Zuschauen vor dem Fernseher vermutlich doch etwas einfacher.

    Mein Gott, die EU droht ernsthaft (!) auseinanderzubrechen, England wird bald raus sein, wann genau auch immer – aber auf jeden Fall noch bevor der Berliner Flughafen fertig ist.

    Der Euro ist eine tickende Zeitbombe geworden, die östlichen EU-Länder bleiben nur noch aus dem Grund drin, weswegen sie vorrangig auch gekommen waren, der Transferleistungen wegen nämlich, bilden ansonsten mit der Visegrad-Gruppe aber einen Staat im Staat.

    Die Südländer sind vielleicht am realistischsten: Sie ahnen, dass die Party bald vorbei sein könnte und hauen vorher noch Mal kräftig auf den Putz. Sparen will keiner, Italien nicht und Frankreich erst recht nicht.

    Und die nördlichen Länder sind fassungslos und verstehen das zwar alles nicht, zahlen aber immerhin munter weiter, das ist für den Rest eh das wichtigste.

    Und dann kommt die Uschi abends zu den Leuten ins Wohnzimmer und redet so einen Quatsch wie gestern Abend.

    Schönen und erhebenden Quatsch, tadellos frisiert vorgetragen und sogar frei gesprochen aber halt trotzdem nur Quatsch.

  2. „England wird bald raus sein, wann genau auch immer – aber auf jeden Fall noch bevor der Berliner Flughafen fertig ist.“

    Vielen Dank, musste echt lachen! :D

  3. England aus der EU bevor der BER in Betrieb geht? Ich würde nicht mehr drauf wetten…

    Ganz allgemein: Mein Heimatsender NDR buttert mir in einer Tour die Titel privatwirtschaftlicher Medien unter die Nase, mit denen man kooperiert, gemeinsam investigativ recherchiert oder im Bunde aktioniert. Tom Buhrow, wie hier im Video gezeigt, ist nur möchtegernschillernde Spitze des sprichwörtlichen Eisbergs. Da scheinen allmählich Maßstäbe verloren zu gehen, die den eigenen Auftrag beschreiben. Burda und einige andere wird’s freuen…

  4. Einen köstlichen Verriss hat Anja Rützel auf SPON-Online geschrieben.

    https://www.spiegel.de/kultur/tv/bambi-verleihung-2019-gefuehlt-drei-jahre-a-1297701.html

    Dazu mein Kommentar:
    1. Ein Kitz erhielt in der Kategorie „Comedy“ der zum Liebling eines verblödeten Publikums aufgestiegene Chris Tall. Als ich Herrn Nast alias Chris Tall vor Jahren erstmals zur Kenntnis nahm, dachte ich, dass irgendwo eine KiTa undicht geworden sein muss. Sein Markenzeichen, mit dem er als Tabubrecher das Schenkel klopfende Publikum begeisterte, waren Witze über Schwarze, Schwule und Behinderte. Seine Witze über Schwarze sind dermaßen geschmacklos, dass es sich erübrigt, hier ein Beispiel zu nennen. Als er erstmalig in der 1Life-Arena in Köln auftrat, gab er folgenden Kloppeer zum Besten: „Lasst uns die Bude abfackeln – jetzt ist Chris-Tall-Nacht!“

    2. Günter Öttinger ist doch derjenige, der auf der Beerdigung von Hans Filbinger in seiner Trauerrede meinte, Filbinger sei ein großer Antifaschist gewesen und habe nie Schuld am Tode von Naziregimegegner auf sich geladen . Es ist für mich unfassbar, dass so ein Altnaziversteher im öffentl.-rechtl. TV mit seinen ständigen Bekenntnissen gegen Rassismus, Sexismus und Antisemitismus eine Laudatio halten darf.

    3. Bei der Ehrung der Schauspieler des Film „Das perfekte Geheimnis“ und auch in vielen Medien und Talkshows wird so getan, als ob es sich bei der Dramaturgie um eine deutsche Weltpremiere handele. Dabei ist dieser Film nur ein Remake des ital. Kinofilm „Völlig Unbekannte“, der als der am häufigsten kopierte Film ins Guinnes-Buch der Rekorde einging.

  5. Jedes Jahr bin ich empört über diese Burda-Werbung, die ich mitfinanzieren muss. Gut, dass es andere Möglichkeiten gibt, diesem Skandal auszuweichen ( Netflix etc.) Eigentlich habe ich die Funktion öffentlich -rechtlicher Sender immer für richtig gehalten und auch gern mitfinanziert, aber diese über Stunden dauernde Werbesendung ist ein Nagel zum Sarg der ARD…..

  6. @5 (Grantilezza): Wie auch die andere Dauerwerbesendung die die Macher uns als Sport verkaufen wollen, die aber eigentlich mit dem ÖR-Auftrag nichts mehr zu tun hat: Fußball-Bundesliga.

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