Steingarts Morning-Briefing: Aufwachen mit Gabors Ego

Es ist ja schwer, nichts von Gabor Steingart und seinem Morning-Briefing-Podcast mitzubekommen. Vor allem weil dort andauernd irgendwelche prominenten Menschen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu Gast sind – fast immer Männer, seltener Frauen.

Genau genommen sind es nicht die einzelnen Episoden oder die großartigen Inhalte des Podcasts, über die viel geredet wird. Es sind Gabor Steingart und sein pompöses PR-Drumherum: zum Beispiel das Redaktionsschiff, das er gerade bauen lässt und mit dem er nächstes Jahr in Berlin in die Spree stechen will – verziert mit dem Slogan: „100% Journalismus, keine Märchen“.

Doch so treffsicher die Marketing-Inszenierung auch sein mag, der Podcast trifft für mich auf vielen Ebenen daneben – in Ton und Machart, aber auch grundsätzlich in seiner Funktion als so genanntes Morning-Briefing.

Laut Duden ist so ein Briefing ein kurzes Informationsgespräch oder eine Einweisung. Und das kommt meiner idealen Vorstellung eines Morning-Briefing genannten Podcasts schon sehr nah: Mündlichkeit, Kürze, Aktualität, Übersicht und Information, die ich für den Tag wirklich brauche. Was muss ich unbedingt wissen, verstehen, wo muss ich mitreden können?

Steingarts Morning-Briefing liefert all das für mich nicht. Es ist eher eine Gabor-Steingart-Late-Night-Show, nur eben als Podcast am Morgen. Eine langatmige Einweisung in die Meinungswelt des Gastgebers und die Meinungswelt seiner Gäste, wie die Woche, in der ich den Podcast hörte, ganz gut zeigt.

Montag, 14.10.2019: Aufwachen mit Gabor Steingart

„Wir starten jetzt gemeinsam in diese neue Woche, heute ist nämlich Montag, der 14. Oktober“, spricht mich ein gut gelaunt klingender Gabor Steingart an. Dann fallen Schüsse, Raketen starten, entfernt sind Einschläge zu hören. Alles begleitet von dramatischen Streichern, und ich frage mich: Auf welches „wir“ habe ich mich hier eingelassen?

Wahrscheinlich ist es das „Wir“, in dem Steingart spätestens seit seinem Werbe-Video gerne spricht. Im Video findet sich auch der Nicht-Satz: „Täglich viele wir“. Und, tatsächlich: Steingart kann das „wir“ kaum lassen, auch im Podcast.

An diesem Oktobermontag geht es zuerst um das türkische Militär in Nordsyrien. Steingart spielt einen Audio-Mitschnitt eines Korrespondentenberichts des US-Senders ABC vor. Er sagt: „Hören wir zu, was uns Ian Pannell von ABC News zu berichten hat.“ Ich lasse mich nicht weiter davon irritieren, dass Ian Pannell von ABC dann mit „Yeah, good morning, Dan“ beginnt und Gabor mit keiner Silbe erwähnt.

Es folgt ein Audio-Mitschnitt von CNN, „Film ab“ sagt Regisseur Steingart und zu hören ist die Tonspur eines Videos, in dem Menschen in Nordsyrien erschossen werden. Zu diesem morgendlichen Kriegssoundtrack sagt Steingart:

„Ich weiß, wir müssen alle verdammt tapfer sein heute früh, aber da geht wahrscheinlich mehr in Flammen auf, als nur die Stellungen kurdischer Milizen, womöglich sogar das bedeutendste politische Großprojekt der Nachkriegszeit – wir nannten es ‚Der Westen‘.“

So wie der Podcast klanglich immer alle Register zieht, so fährt Steingart immer alle sprachlichen Geschütze auf. Man hört dabei, dass es auch eine Newsletter-Version des Briefings gibt. Und dass Gabor Steingart – früher bei „Wirtschaftswoche“, „Spiegel“ und „Handelsblatt“ – vom Text her denkt und nicht vom Audio. Wie viele andere auch macht er deshalb einen Fehler: Er ist verliebt in die eigene Schriftsprache, in Finessen und Wortspiele, die vielleicht geschrieben funktionieren, aber sehr selten nur beim Hören.

Steingart klingt für mich deswegen oft unfreiwillig komisch, sein Tonfall hat stellenweise etwas vom „Es war einmal“ einer Märchenonkel-Stimme. Das mag für einige Ohren vielleicht noch nach einem schön vorgetragenen Text klingen. Mit den Bedürfnissen des Mediums Audio, mit meinen Erwartungen an den Klang eines Podcasts hat das aber herzlich wenig zu tun.

Erst Gabor, dann Gabor und dann noch mal: Gabor

Es folgt eine drei Minuten lange Collage aus Zitaten vom Deutschlandtag der Jungen Union – ergänzt um Steingarts Gedanken und diverse muntere Musikbetten. Anschließend dann: ein gut vierminütiges Telefoninterview mit Carsten Linnemann, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Unionsfraktion, der von Steingart viele Steilvorlagen geliefert bekommt.

Linnemann nutzt sie natürlich. Er findet, zum Beispiel, dass es ein „sehr, sehr erfolgreicher Deutschlandtag“ war. Auf die Frage, wer dort die beste Figur für die Kanzlerkandidatur gemacht habe, antwortet Linnemann, es hätten „alle performt“ – und muss sich keine Nachfrage gefallen lassen.

Viel Rede, wenig Gegenrede: Selbstverständlich, dass Politiker gerne solche Interviews geben und danach auch gerne wiederkommen in Steingarts Show. Als Journalist dabei mitzuspielen, ohne Nachfragen, Widerspruch oder Gegenpositionen, ist für mich ein merkwürdiges Selbstverständnis als Mikrofonhalter, Verstärker und Lautsprecher in Personalunion.

Am Ende dieser Ausgabe – mit 18 Minuten noch relativ kurz – bleibt noch etwas Zeit für ein Nicht-Gespräch mit der Börsen-Reporterin Sophie Schimanski, die sehr beschäftigt ist, ihre Zettel maschinenhaft vorzulesen. Wieder das Schriftsprache-Problem im Audio, das dafür sorgt, dass es nicht mal einen Hauch eines Anscheins von Unterhaltung zwischen ihr und Steingart gibt.

Abschließend rettet dann ein Gitarren-Riff-Trenner unelegant hinüber in die beiden Schlussrubriken: „Und was, Gabor, geht eigentlich gar nicht?“ (so etwas wie „Der Gabor-Rant des Tages“) sowie „Okay, Gabor, was hat dich diesen Morgen wirklich überrascht?“ (so etwas wie „Gabors Internetfundstück des Tages“). Beide Fragen werden von einer Frau aus dem Off gestellt. Ja, das ist dann genau das schlimme Formatradio-Klischee, nach dem es klingt.

Es ist die Morning-Show mit Gabor Steingart, der im Podcast nur der Gabor ist. Beide Fragen geben ihm noch eine letzte Chance, vor der Verabschiedung etwas von Gabor Steingart in diesem Podcast unterzubekommen. Nicht, dass der hier am Ende vor lauter Briefing-Inhalten noch zu kurz kommt.

Dienstag, 15.10.2019: Late-Night-Standup am Morgen

Dienstagmorgen. Pianoklänge, bluesiger Gitarrenriff, dann die Sprecherin: „Steingarts Morning Briefing – Der Podcast“.

Einsatz Gabor mit seiner Markenzeichen-Begrüßung: „Einen schönen guten Morgen allerseits. Mein Name ist Gabor Steingart und wir starten jetzt gemeinsam in diesen neuen Tag.“ Er arbeitet sich heute mit szenischem Einstieg, Atmo und O-Tönen an der Regierungserklärung Boris Johnsons ab. Ein Briefing, das das Gestern verdaut, statt zu servieren, was heute wichtig wird.

Aber nicht nur thematisch, auch musikalisch erinnert mich das Briefing an das Gestern, genauer: an alte Late-Night-Shows. Was spätestens dann schräg wird, als in der musikalisch unterlegten Themenübersicht ein Ausschnitt aus einem Interview mit CNN-Chefkorrespondentin Clarissa Ward läuft. Während die Journalistin über Nordsyrien spricht, über Frauen und Kindern auf der Flucht, dudelt im Hintergrund munter die Hammond-Orgel. Makaber.

Nach ganzen drei Minuten Hörzeit sind Gabor und ich noch immer im superdynamischen Themenüberblick. Es ist der morgendliche Gabor-Standup auf dem noch zu verlegenden Shiny Floor im noch zu bauenden Redaktionsschiff. Ich fremdele damit extrem, wenn mich ein Podcast mit drei Minuten Geplänkel und Inhaltsangabe aufhält, bevor es endlich losgeht.

Als nächstes wendet sich Steingart, mit einem Lächeln in der Stimme und Late-Night-Talker-mäßig, mit einer rhetorischen Frage an mich, sein Publikum:

„Was darf man eigentlich noch sagen in diesem Land?“

Wie sich noch zeigen wird: Das ist sein Lieblingsthema diese Woche. Mehr noch: Es ist überhaupt das Lieblingsthema des Gabor Steingart. Nach viereinhalb Minuten ist der Einstieg, die ankündigende Themenübersicht, endlich geschafft. Die Gitarre erklingt ein letztes Mal. Ich stelle mir vor, wie Podcast-Gabor jetzt hinter seinem Show-Schreibtisch Platz nimmt.

Überraschend erklingt ein dramatisches Glockenspiel, gefolgt vom typischen Steingart-Podcast-Stakkato mit dem Hang zu ungewöhnlichen Sprechpausen:

„An der Grenze zwischen der Türkei und Syrien … manifestiert sich … was alles schief läuft auf der großen Bühne der Weltpolitik. Was … für ein mieses Stück, am liebsten würde man … noch vor der Pause … das Theater verlassen. Fest steht, unfassbares Leid geschieht …“

Die so genannte Hauptrolle schreibt Steingart dem türkischen Präsidenten Erdogan zu, und „als Statist sehen wir in der Rolle des Außenministers, Heiko Maas“. So ist das hier: Krieg als Theater auf der Weltbühne. Scharfsinn und Sprachwitz, steht ja auch so in der Podcast-Beschreibung. Währenddessen werden wieder Audio-Geschütze aufgefahren. Schüsse, Detonationen, Düsenjäger, alles feinste Stereo-Kriegsatmo, damit ich im Morgenschlummer auch bloß raffe: Hier geht’s um Krieg, um die schiere Dramatik. Effekte-Theater auf der Podcastbühne. Für mich ist das fast an der Grenze des Manipulativen.

Das Lieblingsthema: Die Meinungsfreiheit

Danach spielt Gabor eine Collage aus „markigen“ (Steingart) O-Tönen, die medienkritisch sein sollen und in vergangenen Ausgaben angeliefert wurden von Medienwissenschaftler Norbert Bolz („Gesinnungsjournalismus“) und Ex-Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen („Wo haben wir hier die Meinungsvielfalt, wo haben wir hier denn wenigstens die Versuche eines objektiven Journalismus in Deutschland? Und das kritisiere ich.“). All das ist wieder eine lange Rampe, dieses Mal nicht nur für Gabor, sondern für seinen Interviewgast: Schriftsteller Matthias Politycki, der gerade mit Andreas Urs Sommer das Buch „Haltung finden“ veröffentlicht hat.

Begleitet von fröhlichen Gitarrengeklimper mit Händeklatsch-Beat gibt mir Gabor noch vor dem Interview mit auf dem Weg:

„Ich dachte, dieses Gespräch könnte für alle diejenigen interessant sein, die – erstens – selbst unter diesem Diktat der Mehrheit leiden oder – zweitens – selbst zum Kreis dieser Meinungsdiktatoren gehören.“

Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Das ist der Grundtenor des Interviews, in dem es wieder in sehr einvernehmlicher Interviewatmosphäre um angebliche Tabus und Sprechverbote geht, um „Verkrümmungsdruck“ und „Haltungszwang“, um „lemminghafte Medien“ und „Haltungsjournalisten“ – fast immer im Allgemeinen, ohne Beispiele, höchstens mit „Öfters“- oder „Neulich“-Anekdotenbeweisen des Buchautors unterstützt.

„Heutzutage muss ich jeden Halbsatz sozusagen auf die Goldwaage legen, um nicht irgendwem Kanonenfutter zu bieten. Der Vorwurf, dass man in das ganz andere Lager gehört, kommt sehr schnell“, klagt Politycki und erklärt, dass es „Haltungsketten“ und einen Konformitätsdruck in der Debatte gebe:

„Wenn man anfängt, gegen die Klimakatastrophe anzutreten, dann ist man natürlich auch gegen den Automobilsalon und erst recht gegen SUVs, aber man ist irgendwie auch schon für veganes Essen, für Grundeinkommen, für – natürlich – eine liberale Flüchtlingspolitik“.

Meinungsfreiheit wird hier anscheinend missverstanden als ein Recht auf Deutungshoheit und Schutz vor zu viel Gegenrede. Nicht anders kann ich mir erklären, warum Debattenkultur angeblich davon abhängt, dass man bitte zeitgleich gegen die Klimakatastrophe antreten will, aber Diesel-SUVs toll finden und sieben Tage die Woche Fleisch essen möchte. Kann man, übrigens, ist nicht verboten. Nur ist das halt nicht mehr die gemütlichste Position für eine ernste Diskussion.

Auch in diesem Interview geht es, Überraschung, nicht um Widerspruch und Nachfragen, sondern um Konsens, ausgesprochen wie unausgesprochen. Die Langversion des Gesprächs gibt es am Samstag, in einem „Steingarts Morning Briefing Spezial“. Aber, puh, ehrlich gesagt: Mir reicht das schon. Nach 22 Minuten klemme ich mir die Börsen-Vorlese-Frau und die Gabor-Rubriken.

Mittwoch, 16.10.2019: Gabor und das „tapfere“ Scheuerlein

Klavier, Gitarre, die Frauenstimme zur Ankündigung und Gabor mit seinem „Wir starten jetzt gemeinsam in diesen neuen Tag“. Nach zwei Ausgaben hat sich das schon fest eingebrannt.

Heute erfahre ich, dass Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, Zitat: „die schwersten Stunden seiner politischen Karriere erlebt“ – ein Untersuchungsausschuss zur Maut zieht auf. Zieht auf? Ja! In Steingarts Morning-Briefing gewittert es, ein Sturm peitscht. Leise, subtil geht es in diesem Podcast nie zu.

Immerhin, am Telefon hat Gabor den, Metapher: „in den Sturm geratenen“ Verkehrsminister. Scharfsinn und Sprachwitz! Steingart sagt: „Seine Stimmung war noch gut im Vergleich zur wirklich miesen Telefonleitung.“ Dann dudelt wieder fleißig die Hammond-Orgel zur Themenübersicht: Shell-Jugendstudie, Fernsehdebatte der US-Demokraten, Börsen-Reporterei.

„Haben Sie Fehler gemacht?“, fragt Steingart den Verkehrsminister. Danach folgt eine lange, weitgehend unwidersprochene Rechtfertigungsarie von Andreas Scheuer, inklusive eines Rants gegen „investigatives Mutmaßen“ bei Journalisten, Selbstlob für die vorauseilende Transparenz seines Ministeriums einerseits und die anderen vielen wichtigen Großprojekte des Andreas Scheuer andererseits. An Scheuers Stelle muss man einfach in diesem Podcast gehen. Weil einem dort nichts passiert. Und selbst wenn: Steingarts Stecknadelspitzen-Sprachwitz hinterlässt allenfalls mickrige Wunden.

Zum Schluss fragt Steingart den Minister noch, ob er sich die Feierlaune zum Jubiläum der CSU-Landesgruppe an diesem Tag nicht vom Untersuchungsausschuss verderben lasse, bevor er ihn mit den Worten verabschiedet:

„Dann bedanke ich mich, Herr Scheuer, dass Sie so kurz nach der Einsetzung des Untersuchungsausschusses bereit waren, darüber mit mir zu sprechen. Und egal, wie die Sache ausgeht: Tapfer! Ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute und bis hoffentlich bald.“

Im Werbevideo von Gabor Steingart heißt es: „Wir bewundern die Mächtigen nicht. Wir beobachten sie“, „Wir glauben nicht, wir fragen“ und „Sie behaupten. Wir widersprechen. Sie haben ihre Wahrheit – wir suchen die dahinter.“

Ich hätte nicht gedacht, dass „Tapfer“-Bestärkungen an mächtige Politiker eine Form der Beobachtung oder des Widerspruchs sind. Aber wir beide, der Gabor und ich, wir sind schon längst beim äußerst innovativen Einsatz des The-Who-Songs „Talking about my generation“, als Überleitung zur Shell-Jugendstudie, die am Vortag vorgestellt wurde. Mir reicht das bis hierher.

Donnerstag, 17.10.2019: Anruf bei Bernd Lucke

Klavier, Gitarre, Sprecherin – die alte Leier. Wieder ein Einstieg mit O-Tönen, wieder aus den USA. Das alte Washington-Korrespondentenleben des Gabor Steingart lässt grüßen. Dieses Mal geht es nicht um Krieg, sondern um die Opioid-Krise. Wieder mit offensichtlich zu erkennenden Ausschnitten aus dem US-Fernsehen, heute auch mal ganz ohne Quellenangabe.

Zum ersten Mal in dieser Woche taucht auch Michael Bröcker auf, der von der „Rheinischen Post“ zu Steingarts Firma gewechselt ist, als „Schiffredakteur“. Er führt ein Telefoninterview mit Ursula Münch, Professorin für Innenpolitik und Vergleichende Regierungslehre. Thema: „Das doppelte Dilemma der Grünen“, zwischen Oppositionsarbeit auf Bundesebene und Regierungsarbeit auf Landesebene. Warum Bröcker das Interview führt: unklar.

Wenn es nicht Gabor Steingart macht, mutet es erst mal fremd an und wäre eigentlich erklärungsbedürftig. Bröcker reduziert aber die Irritationen, indem er das Interview einfach nach Podcast-Schule seines Chefs führt: Er stellt als Fragen verkleidete Feststellungen, an die er mal ein „…oder?“ anhängt, oder auch mal ein „…richtig?“. Das nächste Interview, zur Lage und Finanzierung deutscher Startups, führt dann wieder der Podcast-Namensgeber selbst.

Tiefpunkt dieser Ausgabe und der bisherigen Woche ist dann ein spätabendlicher Anruf bei AfD-Gründer Bernd Lucke, der sich nach dem stundentischen Protest gegen seine Vorlesung nun ausgiebig selbst bemitleidet und die Protestierenden als „Autonome“, „Randalierer“ und „Mob“ bezeichnet. Wieder also ist ein Mann zu Gast bei Steingart, wieder ist das Oberthema Meinungsfreiheit und Diskurs, wieder geht es um, seufz: Gegenwind und Kritik.

Zum ersten Mal in dieser Woche versucht sich Steingart im Gespräch mit Lucke an so etwas wie leicht kritischen Gegenfragen. Also, ansatzweise, in homöopatischen Dosen:

„Wenn wir mal von Ihrer Person abstrahieren, dann das ist das Ganze natürlich schon Ausdruck einer polarisierten Gesellschaft, zu der die Partei, die Sie mitgegründet haben, ihren Beitrag geleistet hat. Gibt es da Rückkoppelungen möglicherweise, zwischem dem, was Sie getan haben, warum Sie auch gegangen sind und dem, was Sie jetzt erlebt haben – hängt da alles mit allem vielleicht zusammen?“

Wenn ja vielleicht sowieso alles mit allem zusammenhängt, kann Lucke ja eigentlich auch nochmal betonen, dass es eine „gewisse Maßlosigkeit in der politischen Auseinandersetzung“ gebe, um folgenden Vergleich aufmachen:

„Wenn jemand wie ich im Hörsaal dann 90 Minuten lang als Nazischwein beschimpft wird, dann muss ich sagen, ist das eine Maßlosigkeit, die durch nichts entschuldbar ist. Ich meine, früher ist man als Judensau beschimpft worden bei uns. Wenn das heute vorkäme, würde sicherlich auch sofort eingegriffen werden. Aber jetzt heißt es also ‚Nazischwein‘, und ehrlich gesagt, ich finde das etwas, was wirklich jenseits allen Verhalten ist, was sich in irgendeiner Form rechtfertigen lässt.“

Steingart lässt das so stehen, ohne hörbare Reaktion auf den Vergleich. Stattdessen fragt er, ob dieser Protest nicht eine eigentlich erwünschte Form der politischen Reaktion sei.

Freitag, 18.10.2019: Gabor-Steingart-Kater

„Wir starten jetzt in diesen letzten Arbeitstag der Woche.“

Ich habe einen Gabor-Steingart-Kater. Mir kommt es nach dem Lucke-Interview-Unfall von gestern sehr kleinlich vor, mich noch daran zu stören, dass beim Einstiegsthema „Brexit-Krimi“ dann natürlich klischeehaft die superdramatische Filmmusik des Kino-Krimis „The International“ läuft.

Heute schließt sich ein Kreis, das große Thema von Montag – die Militäroffensive der Türkei in Syrien – ist auch heute das bestimmende Thema. Steingart spricht mit Kahraman Evsen, Präsident des Zentralrats der Kurden in Deutschland, der in Brüssel arbeitet, aber einen Rundumschlag liefern muss: Er soll von den Situationen von Betroffenen berichten, über seine persönlichen Gefühle reden, aber auch über die Gefühle und das Denken der Kurden in Deutschland, und er soll die Motive zum Abzug der USA ergründen.

In der Abschlussrubrik „Okay, Gabor, was hat dich heute Morgen wirklich überrascht?“ spielt Steingart dann einen Mitschnitt eines Berliner Konzerts des Liedermachers Heinz Rudolf Kunze. Kunze wendet sich darin ans Publikum, laut Steingart geht es „um das Eingemachte, zum Beispiel um die Willkommenskultur im Lande“. Kunze sagt:

„Wir sind die Menschen, die offen sind für die Welt. Nicht offen wie ein Scheunentor, das wäre unklug und würde hier zu einem Bürgerkrieg führen.“

Grobe weitere Stoßrichtung: „Wir haben ja nix gegen Fremde, aber…“ Im zweiten Ausschnitt des Konzerts geht es bei Kunze dann um die Schulbildung, bevor Steingart am Ende in seinem Abschlussstatement zusammenfasst: „Der Liedermacher als Mutmacher für all diejenigen, die sich den Mund nicht verbieten lassen und die einfach Lust haben, selbst zu denken.“

Am Ende der Woche kündigt Steingart an, sich für ein paar Tage aus dem Podcast zurückzuziehen, er geht in Schreibklausur für ein neues Buch, seine Kollegin Chelsea Spieker übernimmt. The show must go on, auch ohne den alles umspannenden Gabor Steingart – wie soll das nur klappen?


Podcast: „Steingarts Morning Briefing – Der Podcast“
Erscheinungsrhythmus: Montag bis Freitag, teilweise Samstagsausgaben
Episodenlänge: 20 bis 40 Minuten

Offizieller Claim: Jeden Morgen informiert Gabor Steingart im Podcast über das Weltgeschehen – mit Scharfsinn und Sprachwitz. Plus: Live-Bericht von der Wall Street. Plus: exklusive Interviews.
Inoffizieller Claim: 100% „Täglich Viele Wir“, keine Märchen. Plus: Viele Männer, viel Schriftsprache, Sprachwitz nicht garantiert. Dafür mit ordentlich Audio-Drama, Baby. Alle Drama-Regler auf 11, voller Schub voraus!

Geeignet für: Gabor-Steingart-Ultras und Fans von Zitaten aus anderen Medien
Nicht geeignet für: Nicht-Gabor-Steingart-Ultras

21 Kommentare

  1. „Steingart schreibt stets mit dem Vorschlaghammer, er übertreibt maßlos, überzieht gezielt und ohne Gnade, macht keine Gefangenen und kein Hehl daraus, dass er sich für sehr wichtig hält.“
    Dieses Zitat aus der FAZ trifft es eigentlich genauestens, man muss nur ’schreibt‘ durch ’spricht‘ ersetzen.

  2. Steingart nennt den Cast Morning-Briefing, weil das das Markenzeichen war, das er bereits als Herausgeber des Handelsblatts aufgebaut hatte und als solches große Reichweite besaß. Diesen Zusammenhang sollte man doch zumindest erwähnen, wenn man schon drei Absätze plus einen Teaser darüber schreibt, wie der Inhalt des Casts und die offizielle Duden-Version von Briefing für den Autor ganz persönlich auseinanderklaffen.

  3. Unnötig abfällig geschrieben. Bei der Reichweite und top dog-Dichte kann der Podcast objektiv nicht schlecht gemacht sein (unabhängig von persönlichen Vorlieben und Wortklauberei…).
    Btw: Hätte der Autor selbst mal einen erfolgreichen Podcast geschaffen, wäre seine Kritik glaubwürdiger.

  4. @3 Kann mich nur anschließen. Viel Häme, wenig wirklich substanzielles. z.B.: Wer sagt eigentlich, dass der Beitrag von der Börse ein Gespräch sein soll? Das wird hier erst behauptet um es dann mit dem Vorschlaghammer zu widerlegen. So zieht es durch den gesamten Bericht, den ich nach wenigen Absätzen nur noch überflogen habe – Zeitverschwendung.

  5. @3: „Bei der Reichweite und top dog-Dichte kann der Podcast objektiv nicht schlecht gemacht sein (unabhängig von persönlichen Vorlieben und Wortklauberei…).“
    Ernsthaft, weil es viele Leute hören und weil er dadurch auch mal jemanden ans Telefon bekommt der sich dort ausweinen darf kann es nicht schlecht gemacht sein? Auch noch „objektiv“? Die „top dog-Dichte“ bekommt er ja laut Artikel gerade weil es „objektiv“ redaktionell schlecht gemacht ist, weil man eben keine kritische Gegenfrage bekommt. Klar, ich würde auch wo hin gehen wo mich viele hören und ich nicht befürchten muss kritisiert zu werden.
    Aber hören will ich sowas halt nicht. Und nur das niemand auf Ideen kommt, ich will nicht nur dass der Lucke hinterfragt wird sondern auch die Merkel oder die Wagenknecht. Andauernd wird gefordert das unparteiisch berichtet wird, aber wenn die Parteilichkeit nur in die richtige Richtung geht ist es in Ordnung.
    Außerdem: „Leute, fresst Scheiße! Millionen Fliegen können nicht irren!“ – Dieter Hildebrandt

  6. Schon nach wenigen Absätzen wird klar, dass der Autor im Grunde nur Material für einen abfälligen, hämischen Beitrag über den Podcast und Steingarts bemerkenswertes Medien-Startup zusammentragen möchte. Das Projekt Steingarts ist spannend und vielleicht sogar richtungsweisend für eine Branche, die noch lange nicht weiß, wie die digitale Revolution für die Medien letztendlich ausgehen wird.

  7. #6: „Schon nach wenigen Absätzen wird klar, dass der Autor im Grunde nur Material für einen abfälligen, hämischen Beitrag über den Podcast und Steingarts bemerkenswertes Medien-Startup zusammentragen möchte.“

    Ja, und nach dem dritten nahezu gleichlautenden ‚Kommentar‘ ist auch klar, dass euch Steingart-Groupies nichts besseres einfällt, als dieses substanzlose mimimi-der-Autor-ist-so-gemein-mimimi. Nicht mal ein halbwegs gescheites Lob für Steingart ist machbar:

    „Das Projekt Steingarts ist spannend und vielleicht sogar richtungsweisend für eine Branche, die noch lange nicht weiß, wie die digitale Revolution für die Medien letztendlich ausgehen wird.“

    Komplett wirr. Vielleicht versuchen Sie noch mal mit einer Begründung nach dem Intro, also „spannend und vielleicht sogar richtungsweisend“ weil … ?

  8. @SOMEONESDAUGHTER
    Ja, natürlich. Wer hier nicht Beifall klatscht, muss ein Gabor-Steingart-Groupie sein. Wahrscheinlich sogar bezahlt, oder?

    So laufen Diskussionen im Jahr 2019: Leute mit abweichender Meinung sind willenlose Groupies, die zu rationalen Urteilen gar nicht fähig sind. Die Beiträge sind „komplett wirr“, „substanzlos“ und „mimimi-Beiträge“. Sie kommentieren hier in einer Art und Weise, die Sie bei den anderen glauben kritisieren zu müssen. Sie verlangen von anderen Begründungen und liefern selbst nur ad-hominem-Argumente. So nicht!

  9. #8: „So nicht!“

    Doch genau so. Sie spucken den Autoren an und besitzen die Frechheit, das für hinreichende ‚Kritik‘ zu halten. Und hält man Ihnen den Spiegel vor, plärren Sie herum, und fordern von anderen, was Sie nicht liefern: Begründungen, Argumente, Stichhaltiges. Wie lächerlich das ist, merken Sie gar nicht. So laufen Diskussionen im Jahr 2019 – mit Leuten wie Ihnen. Auf etwas anderes haben Sie kein Recht.

  10. @HHCL#8

    Ich finde die Kritik hier auch nicht sonderlich gelungen oder Überzeugend.
    Aber nicht, weil ich Steingart mag oder seinen Podcast, sondern weil ich die Schreiber der Podcast-Kolumne hier generell eher wenig überzeugend finde.
    Was daran liegen könnte, dass ich halt einen anderen geschmack habe. Und dementsprechend auch dazu führen könnte, dass ich den Steingart-Podcast vielleicht ganz gut finden würde, wenn ich ihn mir mal anhöre.

    Und ich bin mir einigermaßen sicher, wenn ich diese Kritik an dem Artikel, die noch nicht mal viel substanzielles enthält, an erster Stelle geschrieben hätte, dann hätte someonesdaughter nicht reagiert, wie hier reagiert wurde.

    Weil es eben nicht klingt, wie die Texte derjenigen, an die sich someonesdaughter gerichtet hat. Nämlich tatsächlich so, wie man sich das von einem Groupie vorstellt.

  11. #12: [Gekläffe]

    Als Bellen würde ich ihre Lautäusserungen nicht bezeichnen, das schaffen nur ausgewachsene Hunde, nicht Hündchen.Ab ins Körbchen!

    #11: „Weil es eben nicht klingt, wie die Texte derjenigen, an die sich someonesdaughter gerichtet hat. Nämlich tatsächlich so, wie man sich das von einem Groupie vorstellt.“

    Richtig. Schauen wir uns die ‚Kritik‘ ruhig noch einmal an:

    #3: „Unnötig abfällig geschrieben.“

    #4: „Viel Häme“

    #6:  „im Grunde nur Material für einen abfälligen, hämischen Beitrag“

    2 x „abfällig“, 2x „hämisch“, wobei sich der dritte Kommentator nicht mal mehr die Mühe macht, eigene Attribute zur Abwertung zu finden, sondern nur noch nachplappert. Und sich dann eine wirre Lobhudelei versteigt, der jegliche Begründung fehlt. Und die komplett merkbefreite Lautäusserung in #12 bestätigt die fehlende Substanz dieser Meute.

  12. Es ist wirklich bemerkenswert, dass Sie mit jedem Beitrag auf immer niveaulosere Weise Ihre mangelhafte Erziehung demonstrieren. Da muss „someone“ wohl nochmal nacharbeiten.

  13. #14: Intelligentere Lebewesen als Sie hätten wenigstens versucht, ihrer Kritik-Simulation noch so etwas wie Substanz hinzuzufügen.

    So demonstrieren Sie nur ein ums andere Mal, dass Sie eben nicht mehr können, als dümmliches ad hominem, wieder und wieder. Wie ein Hass-Bot. Falls Sie keiner sind, sind Sie ein abschreckendes Beispiel für intellektuelle und charakterliche Verwahrlosung. Ich wünsche Ihnen ein schönes Leben, Sie können’s brauchen.

  14. @SOMEONESDAUGHTER
    Dann schauen wir uns doch mal Ihre ach so zivilisierten Kommentare an:
    #7: klar, dass euch Steingart-Groupies nichts besseres einfällt
    #7: substanzlose mimimi-der-Autor-ist-so-gemein-mimimi
    #7: Komplett wirr.

    #10: Sie spucken den Autoren an und besitzen die Frechheit …
    #10: plärren Sie herum
    #10: Wie lächerlich das ist, merken Sie gar nicht.
    #10: Auf etwas anderes haben Sie kein Recht.

    #13: das schaffen nur ausgewachsene Hunde, nicht Hündchen.Ab ins Körbchen!
    #13: Und die komplett merkbefreite Lautäusserung in #12 bestätigt die fehlende Substanz dieser Meute.

    #15: Intelligentere Lebewesen
    #15: Hass-Bot
    #15: sind Sie ein abschreckendes Beispiel für intellektuelle und charakterliche Verwahrlosung

    Zusammenfassung: Ausschließlich Abwertung der anderen Kommentatoren durch Sie, die sie alle nicht angegriffen haben; erst ich habe das nach Ihrem ersten Kommentar getan.

    Nicht ein Argument, warum die anderen falsch liegen, sondern nur persönliche Angriffe, die bis zum Entzug des Rechtes auf angemessenen Umgang gehen und massiv beleidigend sind. (Den Zahn ziehe ich Ihnen gleich wieder: Ich bin nicht beleidigt. Dafür sind mir Foren-Trolle einfach zu unbedeutend.)

    Zeigen Sie mir mal die Stelle in meinem ersten Kommentar, wo ich den Autor des Artikels persönlich(!) angegriffen hätte! Ihrer Aussage nach, habe ich Ihn ja sogar „angespuckt“.

    „So demonstrieren Sie nur ein ums andere Mal, dass Sie eben nicht mehr können, als dümmliches ad hominem, wieder und wieder.“ – Das beschreibt Ihr auftreten hier sehr gut!

    Die größte Frechheit: Meine Äußerung Ihnen gegenüber schieben Sie dann auch gleich noch den anderen Kommentatoren in die Schuhe und machen aus allen eine „Meute“. Danke für die Gleichschaltung.

    Es gab übrigens durchaus Argumente, was am Artikel stört: Art der Schreibweise, Unterstellungen nur um sie dann zu widerlegen. Von Ihnen kein einziges; aber dafür waren Sie ja auch nicht hier, oder?

    Wer so schreibt wie Sie, ist als Moralapostel denkbar ungeeignet. Warum sollte sich von Ihnen jemand über angemessene Umgangsformen belehren lassen? Sie haben offensichtlich selbst keine.

    „Ich wünsche Ihnen ein schönes Leben, Sie können’s brauchen.“
    Ach Danke, dass ist nett von Ihnen. Küsschen!

  15. Ich habe von dem Podcast nichts mitbekommen, aber nach den Zitaten zu urteilen, habe ich auch nichts verpasst.

    Dieses ‚Wir‘ ging mir schon als Zivi im Krankenhaus auf den Geist. „Wir haben jetzt eine proktologische Untersuchung.“ Meistens musste sich dann doch nur einer bücken…

  16. Leider haben wir uns schon zu sehr an die Garborsteingardisierung im Journalismus gewöhnt. Deshalb finde ich es richtig, dass und wie der Autor unkritischem Journalismus den Spiegel vorhält. Wer es beim Kritisieren allen rechtmachen will, verschwendet meine Zeit.

  17. Tatsächlich kommen zahlreiche Seiten zu Wort, bspw. war Sarah Wagenknecht dieses Jahr mindestens zwei Mal im Podcast.

    Allerdings fällt auch mir die unkritische Art und Weise auf, wenn dann mal streitbare Personen und Forderungen befragt werden.

    Zudem kommt der Podcast und Gabor’s Erzählung extrem meinungsstark rüber – kann ich leider nicht besser beschreiben.

    Auch scheint er Hobby-Finanzjurist zu sein. Die EZB ist jeden Falls der Teufel.

  18. @HHCL, #14:

    „Nicht ein Argument, warum die anderen falsch liegen, …“

    Das ist der durchschaubare Versuch einer faulen Umkehrung. Wer Kritik übt, trägt die Beweislast. Und Argumente, die geeignet sind, die Kritik zu stützen, sind in den Kommentaren nun wirklich nicht zu finden.

    Abgesehen davon hat Someonsdaughter nicht behauptet, dass die anderen falsch liegen, sondern die Art und Weise der „Argumentation“ kritisiert. Und das durchaus begründet. Ein Gegenargumente hiergegen gab’s noch nicht zu lesen.

  19. Tja was soll ich sagen. Seitdem Fleischhauer nicht mehr beim Spiegel schreibt und die Kommentare von Altenbockum nur noch unwesentlich scharfsinniger sind als das CDU-Parteiprogramm benötige ich neue, im wahrsten Sinne aufregende Fenster in die konservative Geisteswelt.

    Diesen Zweck erfüllt das Morning-Briefing eigentlich ganz gut. Sogar die Interviews finde ich nicht unbedingt schlecht. Sie sind nicht sehr kritisch, aber das wäre bei einem m. E. klar konservativen Podcast auch zu viel verlangt. Dennoch ist es durchaus entlarvend, wenn man die Gesprächspartner einfach mal reden lässt.

    Und dann dieser altmodisch-anbiedernde Charme, angefangen bei der Musik, bis zu den Musikschnipseln und der sonoren Stimme von Gabor Steingart. Verknüpft mit der tiefen konservativen Überzeugung, dass eigentlich alles in Ordnung ist. Nur die Steuern sind was hoch, und diese politische Korrektheit und die Klimapanik, naja.

    Mein Fazit: Eine durchaus treffende Podcast-Kritik, die den eigentlichen Nutzen des Podcasts für mich unberücksichtigt lässt. Meine Frage wäre, ob es denn konservative – und halbwegs anständige und gebildete – Alternativ-Podcasts gibt, die hoffentlich auch die Ehre einer Rezension erhalten.

    Beste Grüße und herzlichen Dank an die Übermedien-Crew

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