Der große Symbolbild-Adventskalender

Nach dem großen Advents-Schlagzeilenbasteln im vergangenen Jahr öffnen wir diesmal – dank fleißiger Sammelarbeit von Nömix – jeden Tag ein Türchen mit einem Highlight aus der kuriosen Welt der Symbolbilder.

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2 Kommentare

  1. Wenn ein Bild schief an der Wand hängt, macht es einen Unterschied, ob das Bild nur ein bischen schief hängt oder so richtig schräg. Wenn es nur ein bischen schief hängt, dann wirkt es unordentlich („gewollt, aber nicht gekonnt“), es stört das Auge, man muß immer wieder hinsehen und ärgert sich. Wenn das Bild richtig schräg hängt, dann sieht das eher nach Absicht aus, dann ist das bewusst gewollt, dann ist das Kunst.

    Die Symbolbilder, die ich hier bisher gesehen habe, fallen in die Kategorie „so richtig schräg“ (mit Ausnahme von Nummer 12). Sie sind ja eher witzig.

    Viel mehr stören mich bei Artikel die Bilder, ein bischen schief hängen. Also die Bilder, wo man den Eindruck hat, daß der Redakteuer gar keine Ahnung hat, was er da wirklich abgebildet hat:

    – Über einen Politiker in Niedersachsen wird getitelt „XY auf dem Abstellgleis“, und das wird illustriert mit dem Bild eines Prellbocks. Ich sehe jedoch, daß der Prellbock nicht in Deutschland steht, sondern in der Schweiz (die an ihm angebrachte Signaltafel ist ein roter Kreis mit weißem Schrägstrich).

    – Ein Artikel behandelt den Finanzbedarf der Berliner U-Bahn und ist mit dem Bild an einem Bahnsteig stehenden U-Bahn bebildert. Ich sehe, daß es eine U-Bahn in Hamburg ist (silberner Wagenkasten, rote Türen).

    – Es wird über eine Schlägerei unter Fußballfans in einer Straßenbahn in Bochum berichtet. Auf dem Bild ist eine Straßenbahn mit dem Logo der Duisburger Verkehrsgesellschaft zu sehen (die gar nicht in Bochum fahren könnte, weil sie eine andere Spurweite hat).

    Wenn man aber mit Menschen darüber spricht, dann ist in der Regel die Reaktion „Reg Dich doch nicht auf, es ist doch bloß ein Symbolbild“. Aber auch ein Symbolbild weckt doch Assoziationen. Wenn da zu einem Politiker ein Bild aus der Schweiz abgebildet wird, dann stellen sich dazu doch Fragen: Will der Mann seine Laufbahn komplett beendet und sogar die Europäische Union verlassen? Hat der Mann Verstrickungen mit politischen Affairen in der Schweiz?

    Oder es sagen Leute „Sei doch nicht so kleinlich. Man weiß doch, was gemeint ist“. Aber dann könnte man zu jedem Artikel auch einfach ein abstraktes Gemälde abbilden – oder es auch ganz sein lassen. In diese Kathegorie fällt hier auch das Bild Nr. 12: Ist es kleinlich, zwischen einem Faustschlag und einer Bedrohung mit einer Pistole zu unterscheiden? Man kann ja den Artikel lesen, dann weiß man, was gemeint ist.

    Man mich aber vor allem stört: Ein Redakteuer bindet einfach ein Bild ein, von dem er gar nicht weiß, was darauf zu sehen ist. Er weiß weder, wo es entstanden ist, noch, wann es entstanden ist, noch, wer es aufgenommen hat. Was hat das noch mit einer seriösen Berichterstattung zu tun?

    P.S.: Ich verwende auch manchmal Symbolbilder. Aber ich photographiere sie selbst.
    https://twitter.com/bilderbein/status/1064586106170195969

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