Ein Sieg fürs substanzlose Raunen: Gutjahr unterliegt Wisnewski

„Sagen, was ist“, das war der Anspruch, den „Spiegel“-Gründer Rudolf Augstein einst an den Journalismus formulierte. Das Credo von Gerhard Wisnewski, der sich auch Journalist nennt, lautet eher: „Sagen, was sein könnte.“ Aber so konkret ist er oft gar nicht. Besser noch träfe es der Satz: „Nicht einmal sagen, was sein könnte.“

Gerhard Wisnewski Foto: obs/Wisnewski Journalistenbüro

Man sollte nicht denken, dass das die Grundlage für eine publizistische Karriere sein kann, aber Wisnewski beweist das Gegenteil. Er hat aus dem Raunen ein Geschäftsmodell gemacht. Wisnewski ist in den Augen all derer, die überzeugt sind, dass es auf der Welt keine Zufälle gibt und alles anders ist, als man uns glauben machen will, eine Koryphäe. Die Leerstellen, die er beim Schreiben lässt, füllen sie beim Lesen und Weitererzählen routiniert und schillernd aus.

Zum Beispiel das Attentat von Nizza am französischen Nationalfeiertag 2016, als ein Mann mit einem LKW auf der Promenade 86 Menschen tötete. Wisnewski schreibt dazu in seinem Buch „verheimlicht – vertuscht – vergessen“:

Zu dumm aber auch! Gerade heute, am 14. Juli 2016, wo Präsident François Hollande in seinem Sommerinterview das Ende des Ausnahmezustandes für den 26. Juli versprochen hat. Aber nun hatte dieser schreckliche Attentäter auf der „Prom“ wahllos Menschen niedergewalzt, und aus war es mit dem versprochenen Ende des Notstands. Schon wieder!

Man muss sich diese Sätze mit leicht amüsiertem, ironisch-wissenden Tonfall vorgelesen vorstellen. Ungemein praktisch war dieses Attentat für den französischen Präsidenten, der laut Wisnewski aus einem vorübergehenden Ausnahmezustand am liebsten einen Dauerzustand machen wollte.

Fragt sich nur, wie man (…) den Zeitraum zwischen Mitte Januar [wenn der Ausnahmezustand auslaufen sollte] und den Präsidentschaftswahlen im April 2017 zu überbrücken gedenkt – etwa durch ein neues Attentat? Getreu dem etwas abgewandelten Motto: L’attentat – c’est moi?

Holla. Hat die französische Regierung die Attentate bestellt, um das Land in eine Diktatur zu verwandeln? Hat sie sie organisiert? Oder gar nur inszeniert?

Wisnewski spricht nichts davon aus. Er nennt nicht einmal Indizien dafür, dass die Regierung ihre Finger im Spiel hat. Er weiß nur, dass die Attentate für sie praktisch wären, das reicht, um den Verdacht anzudeuten.

Das ist die Masche des Gerhard Wisnewski.

„Attentate quasi vorher erschnüffeln“

Richard Gutjahr Foto: Sandro Halank CC-BY-SA 3.0

Manchmal trifft sie nicht staatliche Akteure, sondern einzelne Menschen. Zum Beispiel den ARD-Journalisten Richard Gutjahr. Der hatte das islamistische Attentat in Nizza gefilmt, weil er mit seiner Familie in einem Hotel dort war. Eine Woche später dann war er nicht weit entfernt vom Olympia-Einkaufszentrum in München, als dort ein Attentäter aus rechtsextremen Motiven neun Menschen erschoss. Von beiden Tatorten berichtete er in aktuellen Sendungen für die ARD.

Seitdem sind Gutjahr und seine Familie einer unglaublichen Welle von Angriffen ausgesetzt. Er wird verdächtigt, vorher von den Taten gewusst zu haben. Er wird von Verschwörungstheoretikern, Reichsbürgern und Antisemiten im Netz beschimpft, verhöhnt und beschuldigt, Teil einer Verschwörung zu sein, die durch inszenierte Terrorakte die Weltherrschaft erlangen will. Die Unterstellungen sind unterschiedlich extrem, aber seine Angreifer sind sich einig: Es kann kein Zufall sein, dass jemand bei zwei solchen Attentaten in der Nähe war. (Selbst wenn er in München arbeitet und längere Zeit bei Nizza lebte.)

Einer der ersten, die den Verschwörungssüchtigen Munition lieferte, war Gerhard Wisnewski. In einem Blog-Eintrag für die Online-Seiten des Kopp-Verlages behauptete er drei Tage nach dem Münchner Attentat, dass Gutjahrs Frau für den israelischen Geheimdienst gearbeitet habe. In seinem Buch „verheimlicht – vertuscht – vergessen“ breitete er Monate später all die vermeintlichen Puzzle-Stücke noch einmal aus. Süffisant fragt er:

Wer ist überhaupt dieser sagenhafte Herr Gutjahr? Und wo bekommt man eigentlich so einen atemberaubenden Riecher, dass man Attentate quasi schon im Voraus erschnüffeln kann?

(Quasi. Um sich dann mit seiner Familie in unmittelbarer Nähe eines dieser im Voraus erschnüffelten Attentate aufzuhalten?)

Weil Gutjahrs Frau nach eigenen Worten für Israel den „Krieg der Worte, Bilder und Ideen“ gewinnen will, fragt Wisnewski rätselhaft, aber bedeutungsschwanger: „Meint sie damit etwa auch die ‚Worte, Bilder und Ideen‘, die ihr famoser Ehegatte über die Attentate dieser Welt verbreitet?“

Und dann raunt er:

Immerhin kann man nun behaupten, dass der rasende Reporter Gutjahr den Geheimdiensten nahesteht – sogar sehr nahe. Ja, wahrscheinlich liegt er sogar mit ihnen im Bett. Also embedded, sozusagen. Kommt er etwa auf diesem Weg an seine heißen Informationen, vielleicht sogar über bevorstehende Attentate? Über seine Gattin vom israelischen Geheimdienst, die sich selbst zu den „Geistigen Verteidigungskräften“ ihres Landes zählt? Nicht doch: alles Verschwörungstheorie.

An dieser Stelle steht im Buch kein Zwinkersmiley. Wisnewski fährt fort:

Vielleicht bis auf die Tatsache, dass sich niemand anderer als der israelische Geheimdienst tatsächlich rühmt, Attentate vorhersagen zu können. Speziell Messerattacken, von denen Israel in den vergangenen Jahren vermehrt heimgesucht wurde (…). So kann man natürlich auch rechtzeitig Reporter hinschicken. Rein theoretisch.

Nachdem er das insinuiert hat, fügt er hinzu:

Da ich hier aber natürlich nichts insinuieren will, habe ich bei Gutjahr selbst nachgefragt:

  • War er wirklich rein zufällig bei beiden Attentaten anwesend?
  • Oder hatte er Vorwissen über die bevorstehenden Attentate von Nizza und München?
  • Wie kam er an dieses Wissen?
  • Welche Beziehungen unterhält er zu den Geheimdiensten?
  • Hatten Polizei und Geheimdienste Vorwissen über die Attentate?
  • Wenn es Vorwissen bei Polizei und Geheimdiensten gab: Inwiefern haben diese dann die Finger drin?
  • Nahm ihn in München tatsächlich die Polizei mit zum Tatort?
  • Wenn nicht, warum duldete die Polizei die Verfolgung durch eine ermittlungsfremde Person?

Leider traf keine Antwort bei mir ein.

Tatsächlich hatte Gutjahr ihm geantwortet, dass er gerne antworten werde. Wisnewski wartete das aber nicht ab, sondern veröffentlichte nicht einmal 24 Stunden nach seiner Anfrage seine Mossad-Theorie auf den Online-Seiten von Kopp. „Das nährt den Verdacht, dass der Autor zu keinem Zeitpunkt an meinen Antworten interessiert war, sondern die Fragen nur pro forma gestellt hat, um sich presserechtlich abzusichern“, sagt Gutjahr.

„Ein nicht enden wollender Alptraum“

Gegen den Blog-Eintrag war Gutjahr nicht vorgegangen: „Damals standen meine Familie und ich noch unter Schock. Wir hatten schlicht und ergreifend besseres zu tun, als uns mit so einer absurden Verschwörungstheorie zu befassen.“ Gegen das Buch sei er dann Mitte Februar 2017 aktiv geworden, nachdem er mehrfach darauf angesprochen worden sei. „Auf Amazon war es zu dem Zeitpunkt schon auf Platz eins der meistverkauften Medien-Bücher. Ich habe gemerkt, dass der Autor von alleine nicht aufhört und dass die Geschichte mit jedem neuen Terroranschlag, egal wo in der Welt, immer wieder neue Verbreitung findet.“

Gutjahr klagte gegen Kopp-Verlag und Wisnewski und hatte in erster Instanz Erfolg: Das Landgericht Köln untersagte es dem Verlag und seinem Autoren, den Verdacht zu erwecken, Gutjahr habe Vorwissen von den beiden Gewaltverbrechen gehabt, wie sie es im Buch taten. In zweiter Instanz aber kassierte das Oberlandesgericht Köln nun dieses Urteil und entschied zugunsten Wisnewskis (15 U 150/17).

Für Gutjahr war das ein Schock. „Die Nachricht von dem Urteil erreichte mich fast auf den Tag genau zwei Jahre nach Nizza. Ein nicht enden wollender Alptraum.“ Wisnewski hingegen feiert auf diversen Kanälen das Urteil als Sieg für die Pressefreiheit.

Doch die Sache ist komplizierter. Das Gericht wertete Wisnewskis Sätze über Gutjahr nämlich eigentlich nicht als zulässige journalistische Arbeit – sondern gar nicht als Journalismus.

Für Verdachtsberichterstattung gelten in Deutschland strenge Regeln, zum Beispiel muss ein „Mindestbestand an Beweistatsachen“ vorliegen. Aber die Darstellung Wisnewskis sei viel zu vage, um sich überhaupt als Verdachtsberichterstattung zu qualifizieren, urteilte das Gericht. Es scheint paradox: Gerade, dass Wisnewski in seinem Buch und Blog-Eintrag nichts Substantielles vorlegen konnte, das die Vermutung nahelegt, die er in Frageform formuliert, sprach hier zu seinen Gunsten.

„Sehr vage und substanzarm“

Die Passage, in der Wisnewski fragt, ob Gutjahr vielleicht vom israelischen Geheimdienst vorab über bevorstehende Attentate informiert wird, ist laut Gericht „sehr vage und substanzarm gehalten“. Wisnewski bestreite nicht einmal selbst,

dass greifbare Anhaltspunkte für seine Zweifel an einem „Zufall“ tatsächlich fehlen und sich eher nur aus seiner, dem Durchschnittsleser bekannten und [von Wisnewski] zum Markenzeichen gemachten Grund-Skepsis an allen offiziellen Nachrichten nähren. Dem Durchschnittsleser wird dabei deutlich, dass außer der – klar im Wege der Meinungsäußerung als unwahrscheinlich bewerteten – „zufälligen“ Anwesenheit des Klägers an beiden Tatorten in kurzer zeitlicher Abfolge und der eher substanzlosen Tätigkeitsbeschreibung der Ehefrau des Klägers, greifbare Anhaltspunkte fehlen.

Immer wieder betont das Gericht, wie dürftig die Fakten sind, die Wisnewski vorlegt, und von welch geringem Gewicht die Anhaltspunkte, die er für einen großen Skandal liefert. Wenn aber – auch für die Leser erkennbar – so wenig vorliege, um einen Verdacht zu erhärten, handele es sich im Zweifel nicht um eine (möglicherweise unzulässige) Verdachtsberichterstattung, sondern um eine (zulässige) Meinungsäußerung, ein Werturteil.

Es klingt, als würde das Gericht damit ausdrücklich das spezielle Geschäftsmodell von Wisnewski und ähnlichen Verschwörungssuggerieren legitimieren: Gerade dadurch, dass sie nur alles anzweifeln und ohne wirklich zwingende Belege oder Indizien herumvermuten, lassen sich ihre Berichte nicht angreifen. Das Urteil ist insofern kein Sieg für Journalisten, wie Wisnewski behauptet, sondern für substanzlose Rumrauner.

Der Anwalt und Medienrechtsexperte Thorsten Feldmann von der Berliner Kanzlei JBB warnt aber vor weitreichenden Schlüssen: „Man darf die grundsätzliche Bedeutung des Urteils nicht überschätzen. Streitgegenständlich war nur die konkrete Passage in dem Buch.“ Das Gericht habe es sich nicht leicht gemacht mit seiner Entscheidung: „Die Abwägung, ob es sich um eine Verdachtsberichterstattung handelt oder um ein Werturteil, ist immer sehr komplex – und das hätte man hier auch anders entscheiden können.“ Auf der anderen Seite könne man es auch begrüßen, dass sich das Gericht im Zweifel für die Meinungsfreiheit entschieden hat. „Die Justiz muss dann auch blind sein, ob die vermeintlich ‚Richtigen‘ davon profitieren.“

„In ein menschenverachtendes Licht gerückt“

Auch Markus Kompa, der Richard Gutjahr vor Gericht vertreten hat, sieht in dem Urteil eine „absolute Einzelfall-Entscheidung“: „Das Gericht hat sich durchaus anspruchsvoll Gedanken gemacht, aber die falschen Schlüsse gezogen. Wisnewski hat Suggestivfragen einem konspirativ besonders aufgeschlossenen Publikum serviert und den Fall einseitig dargestellt. Das hat das Gericht nicht entsprechend gewürdigt.“ Hier seien „fiktive Sachverhalte fabuliert“ worden, die Gutjahr „in ein menschenverachtendes Licht rückten.“

Das Gericht urteilte auch, dass Gutjahr die raunenden Fragen Wisnewskis über ihn hinnehmen müsse, obwohl sie „Zweifel an seiner Wahrheitsliebe“ streuen und sich damit auf sein berufliches Ansehen auswirken könnten. Letztlich sei davon aber „nur die Sozialsphäre des Klägers“ tangiert. Aussagen darüber dürften „nur in Fällen schwerwiegender Auswirkungen auf das Persönlichkeitsrecht“ juristisch eingeschränkt werden, „etwa dann, wenn eine Stigmatisierung, soziale Ausgrenzung oder eine Prangerwirkung“ zu befürchten seien. Dafür fehlten aber ausreichende Anhaltspunkte, weil er hier nur um die Buchveröffentlichung gehe – nicht die Internet-Kampagnen.

Medienrechtler Thorsten Feldmann sagt: „Die Justiz tut sich in der modernen Kommunikationswelt schwer damit, Sachverhalte insgesamt zu erfassen und zum Beispiel zu berücksichtigen: Welchen Einfluss hat eine initiale Äußerung auf die weitere Debatte? Das Urteil ist ein gutes Beispiel dafür, wie schwer es ist, das Problem juristisch an der Wurzel zu packen.“ Mit dem „Standardarsenal juristischer Maßnahmen“ bekomme man vieles, was in den sozialen Medien geteilt werde, nicht mehr eingefangen.

Auf die Frage, wie entscheidend Wisnewskis Suggestion für all das war, was danach über ihn und seine Familie hereinbrach, antwortet Richard Gutjahr nur: „Der Autor wusste zu jeder Sekunde, was er tut.“

Wisnewski stellt scheinbar nur suggestive Fragen. In der Folge machen andere daraus konkrete Vorwürfe und benutzen sie für eine Vernichtungskampagne, in der sie Gutjahr etwa der „Mittäterschaft“ beschuldigen. Es wirkt wie ein perfektes Zusammenspiel.

Richard Gutjahr glaubt nicht, dass Wisnewski über die Folgen seiner Veröffentlichung überrascht sein kann: „Wer regelmäßig Bücher schreibt, Interviews auf einschlägigen Verschwörungs-Seiten gibt und auf Kongressen des Kopp-Verlags auftritt, ist sich der Wirkung von Sprache durchaus bewusst“, sagt er. „Wer zudem seit Jahren auf diversen Seiten bloggt, einen Newsletter betreibt, in sozialen Netzwerken fast täglich aktiv ist, über 20.000 Abonnenten allein auf YouTube hat mit knapp 3 Millionen Video-Abrufen, den werden die heftigen Reaktionen des Publikums gegen mich und meine Familie nicht wirklich überrascht haben.“


Über die Welle an Verleumdungen und Verdächtigungen und wie er damit umgeht, hat Richtard Gutjahr bei einem „TED“-Talk und der „re:publica“ berichtet:

55 Kommentare

  1. Ein spannendes Thema für Übermedien wäre es auch, warum der Spiegel Bücher des Kopp-Verlages mit seinen „Bestseller“-Stickern bewirbt, wie es das Foto nahelegt. Der Hinweis wird von vielen als Qualitätszeichen missverstanden, insofern sollte der Spiegel ein Interesse daran haben, dass er nicht auf allem prangt, was nur gut verkauft wird.
    Wie läuft das ab? Vergibt der Spiegel nicht im Einzelfall und gegen Gebühr Lizenzen an die Verlage, die dann mit dem guten Namen des Nachrichtenmagazins werben dürfen? Ist es dem Spiegel ganz egal, an wen und wofür er die Lizenz vergibt, wenn nur bezahlt wird? Würde mich interessieren.

  2. „als dort ein Attentäter aus rechtsextremen Motiven neun Menschen erschoss“
    Das ist Gegenstand eines politischen Streits, nicht gesichert, noch nicht einmal naheliegend oder schlüssig:
    https://www.tagesschau.de/inland/muenchen-amok-107.html
    Der mutmaßliche Täter Ali alias David Sonboly war selbst Sohn iranischer Einwanderer und Besitzer eines Doppelpasses.
    Der (von einschlägigen „Experten“ ziemlich abstrakt konstruierte) rechtsextreme Hintergrund würde jedenfalls etwas Anderes meinen, als die meisten Leser darunter verstehen, nämlich kein Attentat von urdeutschen Rassisten, die keine Ausländer im Land haben wollen.
    Mit genau dieser falschen Assoziation versucht eine politische Kampagne unter anderem der zunehmend linksverwirrten Münchner SPD ihr trübes Süppchen zu kochen.

  3. @Stefan Nein, ich habe nur eine Küchenmaschine.

    Kann es sein, dass Sie meinen Punkt nicht verstanden haben? Selbstverständlich hat der Spiegel das Recht, Verlagen die Nutzung seines Logos zu erlauben oder eben auch zu untersagen. Und natürlich findet damit eine Bewerbung statt, an der der Spiegel qua Einwilligung beteiligt ist. Entweder nimmt er es hin oder er stommt sogar aktiv zu, dass der Kopp-Verlag mit seinem Logo arbeiten darf. Das wirft die von mir genannten Fragen auf, die ich für ein gutes Thema für Übermedien halte. Nichts davon wird in dem von Ihnen verlinkten Text beantwortet. Und nein, ich habe meine Küchenmaschine noch nicht befragt, ob das vielleicht schon mal irgendwo anders gestanden haben könnte 🙄

  4. @Andreas Müller:

    Haben Sie das Video gesehen, in dem ein alter Mann den Schützen noch während er auf seinem Amoklauf ist, als „Kanacken“ beschimpft und jener wütend erwidert, dass er Deutscher sei? So „abstrakt“ wie Sie hier behaupten, ist der Verdacht nicht.

  5. „Mit genau dieser falschen Assoziation versucht eine politische Kampagne unter anderem der zunehmend linksverwirrten Münchner SPD ihr trübes Süppchen zu kochen.“

    Ziemlich schrill, Ihr Statement. Aber klar Herr Müller, wie kann man nur einen Hitler-Verehrer und Fan des rechtsextremen Massenmörder Breivik ebenso wie der AfD, „fälschlicherweise“ als rechtsextremistisch motiviert bezeichnen …

    Da brennt bei den Rechtsverwirrten natürlich die Sicherung durch.
    Haben Sie den Link, den Sie liefern eigentlich mal angeklickt?

    „David S. tötete am 22. Juli 2016 im Münchner Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) neun Menschen, alle Todesopfer kamen aus Einwandererfamilien. David S. hatte Migranten als „Kakerlaken“, „Hunde“ und „ausländische Untermenschen“ bezeichnet und seine Tat am Jahrestag des Verbrechens von Utoya und Oslo begangen. (…) Neben Hartleb kamen noch zwei weitere Politikwissenschaftler zu dem Ergebnis, dass die Tat von David S. als politisch motiviert einzustufen sei. Die drei Forscher hatten im Auftrag der „Fachstelle für Demokratie der Stadt München“ die Ermittlungsakten ausgewertet und ihre Gutachten im Herbst vorgestellt – und damit der Sicht der Ermittlungsbehörden widersprochen.“

    Wie gut, dass Sie das einfach ignorieren können und sich ausschließlich auf die Minderheitenmeinung eines weiteren Gutachters beziehen können … Bisschen dünn, bisschen trüb, Ihre Suppe.

  6. @ Zet, #7

    Ja, Text und Debatte kannte ich. Dabei geht es darum, welche Bücher überhaupt auf die Liste kommen. Welche Verlage für welche Werke mit dem Spiegel-Logo werben dürfen, ist aber noch ein anderes Thema. Dazu hat sich der Spiegel in dem Text nicht geäußert, wenn mein hitzegeschwächtes Hirn das nicht völlig übersehen hat.

  7. „Der mutmaßliche Täter (…) war selbst Sohn iranischer Einwanderer und Besitzer eines Doppelpasses.“

    Und das immunisiert vor Rechtsextremismus?

    Btw., diese vollständige Namensnennung ist so eine Art Sturheit, hm?

  8. „Welche Verlage für welche Werke mit dem Spiegel-Logo werben dürfen, ist aber noch ein anderes Thema. “

    Aber nicht das Ihrer Frage. Die ging genau andersrum.

    Ansonsten: da steht Bestseller drauf. Das ist per definitionem ein Quantitätssiegel, kein Qualitätssiegel.

  9. #11: Und über die Geisteshaltung des rechtsextremen Massenmörders können Sie sich in Ihrem Link informieren. Als was würden Sie jemanden bezeichnen, der Migranten als „Kakerlaken“ und „Untermenschen“ bezeichnet und Hitler geil findet?

    Raus mit der Sprache!

  10. Lassen Sie sich nicht provozieren, hier geht es nur darum, eine provokative Aussage zu tätigen um Klicks für den eigenen Blog abzufischen ;)
    Die Klickzahlen der rechten Blogs sind alle stark rückläufig; das Geschäftsmodell mit der Hetze ist hoffentlich bald ein Strohfeuer im Rückspiegel.

  11. @#13
    Ach wissen Sie, das Bundesamt für Justiz steht unter der Leitung einer ideologischen Ministerin, die auch für den Familiennachzug für Gefährder gekämpft hat, bis sie von der SPD-Fraktion unter Andrea Nahles im Mai wieder eingenordet wurde. Im März hat die noch völlig freigedreht.
    https://www.spdfraktion.de/presse/statements/spd-bundestagsfraktion-keinen-familiennachzug-gefaehrder-geben

    @#14
    Danke, aber Ihre Extra-Werbung ist unnötig. Mein aktueller Blog-Beitrag läuft ganz hervorragend. Sehr viele Leute haben mit dem Urteil gemerkt, dass der NSU-Prozess in über 5 Jahren erschreckend wenig aufgeklärt hat. Da investieren Leser gerne eine halbe Stunde, um wenigstens einmal eine akribische, seriöse Arbeit über das zu lesen, was man objektiv wissen kann über die sabotierten Ermittlungen, die sich durch den ganzen NSU-Komplex wie ein roter Faden ziehen.

  12. Danke, aber Ihre Extra-Werbung ist unnötig. Die Werbung mache hier immer noch ich. Alsoooo: Die Lesedauer meines aktuellen Blog-Beitrags beträgt eine halbe Stunde und es handelt sich hierbei um meine vermutlich akribischste und seriöseste Arbeit ever! Schauen Sie doch mal vorbei. SEHR VIELE LEUTE sind schon da! Es geht um die NSU und Sabotage!

  13. #15: „Ach wissen Sie, das Bundesamt für Justiz steht unter der Leitung einer ideologischen Ministerin, …“

    Quatsch. Das Bundesamt für Justiz steht unter der Leitung eines Präsidenten, der heißt seit 2012 Heinz-Josef Friehe und gehört der CDU an. Ok, für Knallrechte gilt er damit natürlich als ‚linksversiffter Gutmensch‘ …

    Katharina Barley, die Sie hier aus ideologischen Gründen zu verunglimpfen versuchen, war bis zum 14.3.2018 – dem Tag an dem das Bundesamt für Justiz seine Bewertung der rechtsextremen Gewalttat über eine Pressemitteilung bekannt machte – Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie geschäftsführende Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Hatte also mit der Bewertung gar nichts zu tun.

    Bevor Sie in offenbar zunehmender Verzweiflung weiter hohl drehen und nachweislichen Unsinn zur Vermarktung Ihres Rechts-Außen-Blogs absondern, beantworten Sie doch einfach meine bereits gestellte Frage:

    Als was würden Sie jemanden bezeichnen, der Migranten als „Kakerlaken“ und „Untermenschen“ bezeichnet und Hitler geil findet?

  14. Wieso ignoriert ihr A. M. nicht einfach?
    Hat sich doch schon bei diversen Beiträgen gezeigt, dass eine „Diskussion“ mit ihm garnix bringt…

  15. #19. „Wieso ignoriert ihr A. M. nicht einfach?“

    Weil A.M. und Konsorten mit ihren Quatsch-Geschichten nicht weggehen, wenn man sie ignoriert. Sondern weiter alles mit sich und ihren Besorgtbürgermythen vollmachen.

  16. @#16
    „Ideologen sind immer die anderen“
    Sie bringen es wieder einmal genau auf den Punkt!

    @#18
    „Als was würden Sie jemanden bezeichnen, der Migranten als ‚Kakerlaken‘ und ‚Untermenschen‘ bezeichnet und Hitler geil findet?“
    Als Verrückten natürlich. Oder wollen Sie solchen Ideen unbedingt einen Sinn zubilligen? Ganz abgesehen von der Tatsache, dass der Täter selbst nicht weniger zu der von ihm verachteten Gruppe gehört als die meisten seiner Opfer, was der Idee gleich noch eine suizidale Komponente hinzufügt.
    Bei unklaren Motiven für irre Taten liefern ‚psychische Störungen‘ immer häufiger die letzte Erklärung. Gerade in letzter Zeit gab es wieder einige Fälle. Und tatsächlich stand diese Begründung auch am Anfang der OEZ-Attentats-Erklärungen:
    https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/gewalt-psychisch-krank-heisst-nicht-gefaehrlich-1.3093959

  17. Wenn man das OEZ-Attentat unbedingt in einen politischen Zusammenhang bringen will, dann sollte man schon auch berücksichtigen, dass es nur eines einer Serie von 3 Attentaten in einer Woche im Juli 2016 war: 18. Juli Würzburg, 22. Juli München, 24. Juli Ansbach.
    Warum eigentlich immer Bayern? Wollte da vielleicht jemand der bayerischen Politik mit Nachdruck erläutern, dass es besser ist, nicht länger so hart gegen die Berliner Politik zu opponieren? Aber damit wäre man schon wieder fast bei Gerhard Wisnewski.
    Psychische Krankheiten sind eine Erklärung, mit der es sich wirklich viel leichter schläft. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Wisnweski seinen Prozess eindeutig und zur Überraschung vieler gewonnen hat.

  18. Das hier bringt mich immer wieder ins Wanken:
    „(…) Teil einer Verschwörung zu sein, die durch inszenierte Terrorakte die Weltherrschaft erlangen will.“

    Da steckt ja ein sehr bestimmtes Weltbild hinter: Man geht davon aus, dass „die Regierungen“ zu so etwas tatsächlich fähig sind. Fähig nicht im moralischen, sondern im Sinne der tatsächlichen Durchsetzung.
    Das ist ja niedlich und irgendwie auch romantisch, anzunehmen, da wäre tatsächlich ein Big Brother, der tatsächlich irgendeine unsichtbare Kraft hat, mit der er das Weltgeschehen steuert.
    Dahinter mag die Angst vor der Wahrheit stecken, dass man allein ist und dass man seine Entscheidungen letztendlich selbst zu verantworten hat und nicht alles auf den großen Bruder im unsichtbaren Hintergrund schieben kann.
    Publizisten haben die Marktlücke schon lange erkannt und befeuern, wie o. g. Exemplar dann durch anhaltendes Geraune solche gefühlten Wahrheiten.
    Bestes Beispiel: Die Mondlandung. Ist es nicht irgendwie beruhigend zu wissen, dass ein Staat in der Lage ist, so ein Event zu faken?

  19. @ Anderer Max #23
    Wenn überhaupt, dann muss nie ein Ereignis „gefaket“ werden, sondern immer nur die Berichterstattung darüber. Das mag immer noch schwer sein, aber es ist natürlich viel, viel einfacher als die Herstellung des Ereignisses selbst, von dem der normale Mensch ja in jedem Fall nur die begrenzte Berichterstattung kennenlernt.
    Damit Sie nicht hinter einen sehr alten Wissensstand zurückfallen, diese aktuelle Leseempfehlung:
    https://paulschreyer.wordpress.com/2018/07/31/die-macht-der-symbole/

    Sie werden jetzt natürlich einwenden, dass dabei unweigerlich schwere Fehler gemacht werden, die den Fake unglaubwürdig machen würden. Da haben Sie natürlich Recht: die Fehler werden massenhaft gemacht und auch gefunden, zB im Falle des „Phantoms von Heilbronn“:
    https://hintermbusch.wordpress.com/2018/07/10/phantom-gegen-die-wissenschaft/
    Dann kommt aber die Rolle der vielen Obrigkeitsgläubigen, die diese unvermeidlichen Regie- und Logikfehler zu Zufällen, zu tragischen Irrtümern und dergleichen erklären, damit sie in ihrem frommen Glauben nicht gestört werden.
    Sie, lieber Maxl, gehören zu denjenigen, die die Aufgabe der Manipulation in den Bereich des Machbaren bewegen, weil Sie für abweichende Verschwörungstheorien sehr viel höhere Anforderungen definieren als für solche, die Ihnen von Autoritäten vorgesetzt werden.
    Walter Lippmann hatte das verstanden und präzise beschrieben.

  20. @ Andreas Müller: Letztlich gehen Sie in Ihrer vermeintlichen „Beweisführung“ ähnlich vor wie Gerd Wisnewski. Ihnen geht es in erster Linie um das „cui bono“. Damit kann man tatsächlich jede Art von Verschwörungstheorie spinnen. (Mit der Methode könnte man sogar behaupten, dass etwa Jürgen Elsässer ein Agent des Verfassungsschutz ist).

    Die wenigen Fakten, die bekannt sind, werden in den Theorien dagegen konsequent ignoriert bzw. als unerheblich betrachtet. Dass der Attentäter von München sich selbst als „Arier“ bezeichnet und Breivik als Vorbild nennt, geschenkt. Und dass Gutjahr seit Jahren in München lebt, wird dann auch einfach ausgeblendet. Passt ja nicht ins Bild.

    PS. Natürlich muss man Leuten wie Herrn Müller widersprechen, ansonsten glauben sie den Mist, den sie verzapfen, am Ende noch selbst.

  21. @ Holger P. #25
    Das ist nicht richtig. Zunächst einmal arbeite ich heraus, wie weit die Behauptungen über das „Phantom“ in Medien unter dem dokumentierten Stand des Wissens über DNA-Analyse lagen. Breit gestreute Dummheit ist an dieser Stelle zwar unwahrscheinlich, aber immer noch eine Option.
    Dann zeige ich, dass zum Beispiel die WELT Bilder beschnitten hat, um die Illusion von einer Frau, die wie ein Mann „wirkt“, zu retten. Damit sind wir über den möglichen Irrtum hinweg und bei der bewussten Erzeugung einer Illusion für das Publikum.
    Wenn das einmal herausgearbeitet ist, ergibt sich die Frage nach dem „Cui bono?“ von selbst: ein solcher Aufwand vieler Akteure muss einen Zweck haben, oder etwa nicht?
    Wie müsste denn jemand, der argumentiert, aber über keine öffentliche Autorität verfügt, vorgehen, um Ihren Ansprüche zu genügen?

    Mein Vorwurf an Gerhard Wisnewski ist, dass er seit langem die Zweifel an offiziellen Versionen von Ereignissen mit zu wenig geistigem Aufwand und am Fließband betreibt. Was er aber zum „RAF-Phantom“ geleistet hat, war eine intelligente Pionierarbeit, für die er auch persönliche Opfer gebracht hat.
    https://www.amazon.de/Das-RAF-Phantom-Wirtschaft-Terroristen/dp/3426800101
    Damals war auch noch Ekkehard Sieker dabei, der zuletzt mit Wolfgang Schorlau an der „Schützenden Hand“ gut gearbeitet hat. Auch dagegen wird kaum argumentiert, aber viel polemisiert mit Sätzen wie „Es interessiert mich nicht, wo ein Kilo Nazi-Hirn abgeblieben ist“.
    Solche Argumente sind lausiger als alles, was Gerhard Wisnewski je geschrieben hat. Und das sind eben Argumente einer Abgeordneten der Linken für die Staatsversion der Ereignisse. DAS ist der Punkt.

  22. @26: Herr Müller, Holger P. bezog sich gar nicht auf Ihren Artikel, sondern auf den Amoklauf in München. In Ihrer Argumentation folgen sie dem ausgetreteten Pfad eines jeden Verstörungstheoretikers. Sobald man Sie widerlegt, kommt ein „und was ist mit….?“

  23. „Wenn das einmal herausgearbeitet ist, ergibt sich die Frage nach dem „Cui bono?“ von selbst: ein solcher Aufwand vieler Akteure muss einen Zweck haben, oder etwa nicht?“

    Diese Frage ist schönes Beispiel für Verfolgungswahn.

    Während natürlich jeder Akteur seine selbstgewählten Ziele verfolgt, ist die Idee, dass eine Gemengelage aus verschiedenen Akteuren und Faktoren und Ereignissen samt und sondern EINEN Zweck habe, schlicht Wahn.

    Ich gehe einkaufen. Mein Nachbar geht einkaufen. Beide in den selben laden und beide am Samstag. Offenbar haben wir uns abgesprochen. Oder? (Und jetzt die Frage, welcher sinistre Zweck hinter dieser Absprache steckt.)

    Was Sie da machen, nennt sich Scheinkorrelation. Es ist so ungefähr das Gegenteil von jeder objektiven Analyse.

  24. @ Gebimmel #28
    Ich bin in nichts widerlegt worden. Ich habe nie behauptet, dass Gutjahr mit Sicherheit Vorwissen über das OEZ-Attentat hatte. Auch Wisnewski hat das übrigens nicht getan und genau deshalb den Prozess gewonnen. Gleichzeitig ist das sein Problem, das Stefan Niggemeier mit ‚Substanzlosem Raunen‘ beschreibt. Er will nur Zweifel an Behörden-VTs bestärken, mit einiger Berechtigung. Dass es gegen wirkliches Raunen keine erfolgreiche Klage geben kann, ist aber eigentlich auch klar.

    Die Beziehung von Sonboly mit Breivik ist rein virtueller Art, für uns nicht augenscheinlich überprüfbar. Wir müssen sie Behörden und Medien glauben. Ich glaube aber Behörden und Medien in Terrorfällen gar nichts mehr aufs Wort, aus Erfahrung.
    Meine Recherche zum ‚Phantom von Heilbronn‘ benötigt an keiner Stelle den Glauben an die Richtigkeit von Tatsachenbehauptungen, weil sie nur mit Differenzen verschiedener Quellen arbeitet, um eine betrügerische Absicht zu zeigen. Das ist grundsätzlich eine leichtere Aufgabe als die Rekonstruktion des wirklichen Geschehens.

    @Stefan Pannor #29
    Ihr Vergleich mit dem Einkaufen ist völlig unbrauchbar. Wie kommen Sie immer auf so unterkomplexen Unsinn?
    Eine Zeitung ernährt sich EIGENTLICH nicht davon, dass sie Behauptungen von Behörden dadurch glaubhafter macht, dass sie von ihnen erhaltene Phantombilder beschneidet. Mehr als die Dokumentation solcher rauchenden Colts kann niemand erhoffen, der sich an ein solches Thema macht.
    Ich verabschiede mich dann mal wieder aus diesem Thread. Aber heute ist nicht alle Tage. Ich komme wieder, keine Frage.

  25. Bundesamt für Justiz und Barley: komplett daneben, aber schwuppdiwupp schon wieder neue Murmeln gefunden, die er anderen vor die Füße rollen kann. So macht er es gern, der Herr Müller. Zeigst du ihm, dass er Unsinn erzählt, wechselt er sofort das Thema.

    Da hat Müller sein De-Railing aber wieder wundervoll hinbekommen. Und sich dann noch im Kontext rechter Gewaltverbrechen NSU-like mit einem Paulchen-Panther-Zitat zu verabschieden, das hat schon was: das ist sein Humor.

  26. @Holger P:
    „Natürlich muss man Leuten wie Herrn Müller widersprechen, ansonsten glauben sie den Mist, den sie verzapfen, am Ende noch selbst.“

    Und Sie meinen ernsthaft, dass Sie ihn überzeugen können? Das geht bei Verschwörungstheoretikern nicht.

    @Someonesdaughter:
    „Weil A.M. und Konsorten mit ihren Quatsch-Geschichten nicht weggehen, wenn man sie ignoriert. Sondern weiter alles mit sich und ihren Besorgtbürgermythen vollmachen.“

    Natürlich geht der weg wenn man nicht mit ihm redet. Oder meinen Sie, das macht ihm dann noch Spaß? Sehen Sie mal die Diskussionsspalte hier: Schon 8 unsinnige Kommentare von A.M. (von 31). Wenn ihn beim 1. Kommentar jeder ignoriert hätte, wärs vermutlich bei einem geblieben…
    Müsste sich halt nur jeder dran halten.

  27. Ich schreibe mal was zum Inhalt des Artikels:
    Ich habe mich 2010 tatsächlich vom SPIEGEL Aufkleber auf den Werken des Herrn Wisnewski blenden lassen und habe das damalige „VVV“ Buch gekauft und gelesen.
    Anfangs noch „schockiert“ über die Nachrichten, die man nicht zu lesen bekommen hat war dann doch recht schnell klar welche Art von Werk ich mir da hab unterjubeln lassen.
    Mein Fazit: Der SPIEGEL ist qualitativ nur noch ein Schatten seiner selbst und die Aufkleber sind nicht mal mehr den Kleber wert.
    P.S. Auch wenn das „Siegel“ per definition nur ein Quantitätssiegel darstellt, weckt es doch eher qualitative Assoziationen.

  28. „Und Sie meinen ernsthaft, dass Sie ihn überzeugen können? “

    Darum gehts nicht. Wie Theo schon angedeutet hat, ist da ein, nun, ich sags mal vorsichtig, rechtsaußenaffiner Mensch, der bizarre Verschwörungstheorien andeutet, um die Leser zu verunsichern hinsichtlich der Fakten. Und dessen Humor ganz eigenartig dem von Böhnhardt und Mundlos entspricht.

    Da geht es vor allem darum, die Ausbreitung seiner Wahnlogik zu diesem Thema zu begrenzen, indem man ihm sachlich, aber entschieden widerspricht. Denn so selbstverständlich irre, wie es für manche sofort aussieht, wirkt es auf andere nicht.

  29. onkel Hotte:

    „P.S. Auch wenn das „Siegel“ per definition nur ein Quantitätssiegel darstellt, weckt es doch eher qualitative Assoziationen.“

    Das ist sicher auch nicht unbeabsichtigt, allerdings ist es kein verliehenes Siegel und eben kein Qualitätssiegel. Mit der Qualität des SPIEGEL haben diese Aufkleber auf Büchern völlig anderer Verlage, die nicht in Zusammenarbeit mit dem SPIEGEL erstellt wurden und die (jedenfalls vor 2018) mit diesem Siegel werben, ohne dass der SPIEGEL hier etwas für den Inhalt kann, jedenfalls nichts zu tun. Die Kritik geht völlig in die Irre.

    Und ja, eigentlich sollte jedem klar sein, dass eine Bestverkauftenliste nichts über die Qualität eines Objekts aussagt. „Viele haben es gekauft“ heisst eben nicht „es ist gut“ oder „es gefällt mir“. (Es heisst nicht mal, dass es allen denen gefällt, die es gekauft haben.) Das ist ein selbstverstärkendes System: „Ich kauf mir das jetzt, wiel es viele andere bereits gekauft haben …“

    Oder kurz: Einfach mal Chartmusik hören …

  30. @34 Stefan Pannor, Someonesdaughter et. al.

    Ich habe bei all diesen Diskussionen mit den AMs und Waldemar Jacobis dieser Welt, die Sie so gerne und ausgiebig führen, den Eindruck, dass Sie den „normalen“ Übermedien-Leser latent unterschätzen. Es ist doch offensichtlich, dass diese Leute an irgendwelchen Diskussionen überhaupt nicht interessiert sind. Dass es sowieso nur auf Derailing und Whataboutism hinausläuft und sich endlos hinzieht. Und das man ihnen damit viel mehr Raum einräumt und ermöglicht als nötig. Mich als Leser bringt das nicht wesentlich weiter, es verlängert nur die Kommentarspalten um zahllose erwartbare Statements und die Übermedien-Betreiber müssen das auch noch prüfen und freigeben.

    Deshalb bin ich da ganz bei ICHICHICH und seinem Kommentar in @32. Offensichtlich unsinnige Kommentare kann man auch einfach mal stehen lassen, denn das können die anderen Leser auch selbst richtig einordnen.

    Aber gut, ich verstehe Ihren Standpunkt natürlich auch.

  31. Der Ansatz, diese speziellen Typen einfach mal ins Leere laufen zu lassen, wurde ja hier noch nicht wirklich ausprobiert. Also warum sollten wir nicht hier versuchsweise mal kollektiv diese Leute ignorieren? Ich wäre dafür.

  32. @ Theo #37
    „Der Ansatz, diese speziellen Typen einfach mal ins Leere laufen zu lassen, wurde ja hier noch nicht wirklich ausprobiert“
    Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

  33. @Theo
    Fun Fact: Don’t Feed The Troll ist alt. Und inzwischen gehen viele davon aus, dass er nicht mehr funktioniert …

  34. Wurde in Dresden ausprobiert. Ja, okay, offline. Aber dankenswerterweise hat Herr Bachman ein paar tausend RL-Trolle auf die Straße gezogen, denen nicht widerprochen wurde. Sie wissen, wie’s nicht ausging.

  35. Stefan Pannor:

    Aus meiner Sicht zu pauschal und zu unflexibel. Aber es steht natürlich jedem frei, dem Affen weiterhin Zucker zu geben, wenn man sich danach besser fühlt.

  36. @ #39-42
    Hat wieder nicht geklappt mit dem Ignorieren :-(
    Ich steige also nochmals in das ein, was Gerhard Wisnewski so treibt. Ich habe mir erstmals sein Jahrbuch 2017 (Autorenexemplar) bestellt, nachdem er überraschend den Prozess gewonnen hat. Wer hat schon gerne eine Meinung zu einem Buch, das er nicht kennt?
    Er beschäftigt sich u.a. auch mit dieser Sache, die mir im Februar 2016 ebenfalls spanisch vorgekommen war:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Eisenbahnunfall_von_Bad_Aibling
    Der angeblich durch eine Handyspiel abgelenkte Fahrdienstleiter hat schon eine Menge Fehler machen und sogar automatische Streckensicherungen manuell ausschalten müssen, damit sich das Unglück so ereignen konnte, wie es auch in Zeitungsberichten beschrieben wurde. Sehr viele. Eigentlich zu viele.

  37. Forts. zu #43.
    Wisnewski behauptet nun verschwörungsprkatisch in seinem Buch, die Sicherungsanlage sei analog und von einem Hacker von außen nicht zu hacken. Zusätzlich behauptet er auch, es habe eine Anfrage der Grünen gegeben über den Sicherheitszustand der Strecke.
    Dabei sei herausgekommen, dass just am Tag vor dem Unglück eine Wartung der automatischen Streckensicherungsanlage stattgefunden habe. Und da liegt Wisnewski keineswegs falsch, denn man findet die Anfrage und die Antwort der Bundesregierung auch im Netz:
    http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/18/080/1808055.pdf
    Und da steht wiederum tatsächlich auch das drin, was Wisnewski behauptet:
    „Die in der Antwort zu Frage 3 angesprochene Inspektion am Stelltisch und der Innenanlage fand am 8. Februar 2016 in der Zeit von 9:10 Uhr bis 15:36 Uhr statt. Da anschließend wieder ein regulärer Zugbetrieb erfolgte, kann hieraus kein Zusammenhang mit der Notwendigkeit von Ersatzhandlungen am Folgetag hergestellt werden“
    Au backe: Ersatzhandlungen. Das ist ja genau das, was der abgelenkte Fahrdienstleiter so exzessiv getrieben hat. Es ist doch sehr beruhigend, dass es da bei so vielen Zufällen keinen Zusammenhang gibt.
    Was immer man über W.s Arbeit sagen will, ist sie doch grundsätzlich realitätsbasiert und nicht offensichtlich gelogen. Und die Fragen, mit denen er sich beschäftigt, sind interessant für jeden, der aufgehört hat, alles blind zu glauben, was ihm von staatsnahen Medien oft und irgendwie immer öfter an Pleiten, Pech und Pannen sowie Einzeltäter-Terrorismus vorgesetzt wird.

  38. Theo: also würden Sie dumme Scheinkorrelationen wie den Mumpitz über mir, der so tut, als sei er stringent, um dann die Kurve zu verklausierter „Lügenpresse“-Schmiererei zu kriegen, einfach ignorieren, weil Menschen bekanntlich mit ihrer Propaganda aufhören, wenn denen keiner widerspricht?

    Oder was wäre Ihr Umgang mit dem Hirnkäse aus 43 und 44?

  39. @ Pannor #45
    Was regen Sie sich so furchtbar auf, wenn jemand Wisnewskis Buch tatsächlich gelesen und Behauptungen quergecheckt hat, bevor er es beurteilt? Ich habe nichts Falsches gesagt und alles ordentlich mit Quellen belegt.
    Sie dagegen werfen eigentlich immer ohne jeden Beleg mit Unflat um sich. Das ist doch ein großer Unterschied zwischen uns beiden!

  40. @Andreas Müller: Natürlich arbeitet Wisnewski „realitätsbasiert“. Realität ist, dass es in Frankreich Terroranschläge gab. Und Realität ist, dass in Frankreich der Ausnahmezustand verhängt und mehrmals wurde. Als Laie würde man das zweite als Konsequenz aus dem ersten interpretieren. Wisnewski dreht die Kausalkette um: Es gibt Terror, damit man den den Ausnahmezustand verlängern kann. Einen Beleg hat er dafür nicht. Aber natürlich ist das „realitätsbasiert“.

    Es ist auch Realität, dass Richard Gutjahr Augenzeuge eines Terroranschlages wurde und bei einem anderen Anschlag in der Nähe war. Er nimmt sich diese Realität und spinnt darum eine Fantasie. Und mit der füttert er eine ganze Gemeinschaft von Leuten, die aus dieser Fantasie eine anhaltende Vernichtungskampagne gegen einen Menschen und seine Familie machen. (Ich habe das Wort „Vernichtungskampagne“ oben bewusst gewählt. Um nichts anderes handelt es sich.)

    Was ich aber eigentlich sagen will: Sie können gern an anderer Stelle versuchen, Wisnewskis Ehre zu retten, und eigene Verschwörungstheorien entwickeln, warum er in den seriösen Medien nicht mehr vorkommt. Hier nicht. Und ich werde darüber mit Ihnen auch nicht diskutieren.

    Schauen Sie sich stattdessen gern (evtl. noch einmal) Gutjahrs TED-Video an. Das erdet ganz ungemein.

  41. „Was regen Sie sich so furchtbar auf, wenn jemand Wisnewskis Buch tatsächlich gelesen und Behauptungen quergecheckt hat“

    Tue ich gar nicht.

    An manchen Stellen ist die Erde flach. Müssen wir darum nicht zumindest in Betracht ziehen, dass die ganze Erde flach ist? Wollen DIE ™ uns was verheimlichen und wenn ja, warum?

    Dieser Mumpitz ist 1a faktenbasiert (ich kann ihnen damit auch beweisen, dass wir im Innern einer Hohlwelt leben), aber trotzdem natürlich Stuß.

    Ihr Problem ist, dass Sie aus der Gleichzeitigkeit zweier Ereignisse einen Zusammenhang herstellen. Klar, macht Wisnewski auch. Ist aber, wie gesagt, Hirnkäse, um es noch sehr sehr höflich zu formulieren. Ich weiß immer nicht, ob Menschen das wirklich ernst meinen, die so argumentierne, oder ob die damit nur auf Dummenfang gehen.

    Verschwörungstheorien sind halt der Wunsch, in einem chaotischen Universum Sinnzusammenhang zu erzeugen. Sie sind Ausdruck der Hilflosigkeit des Individuums vor der Masse an Zufall. Und manchmal schlägt diese Hilflosigkeit in Gewalt um. Weil nichts so shclimm ist – und den Menschen so brutal macht – wie die Möglichkeit der Erkenntnis, dass all diese Zusammenhänge, die das Universum ordnen, gar nicht existieren. Siehe Gutjahr, siehe aber auch Alex Jones und Sandy Hook und wie dort Familien gequält werden, weil menschen unbedingt glauben wollen, dass ein Massaker nicht stattgefunden habe. Siehe die Anhänger der VT, dass es die NSU-Morde nicht gab. Usw. usf..

    Antisemitismus entstand übrigens auch so: ein Brunnen war vergiftet, ein Jude war im Dorf. Da muss doch ein Zusammenhang bestehen? Viele Jahrhunderte später führte dieser Gedanke zur Shoah. Wie gesagt: die Vorstellung, dass zwischen zwei Dingen kein Zusmamenhang besteht, kann Menschen extrem brutal machen.

    Und darum werde ich Menschen wie Ihnen widersprechen, wenn Sie solchen Unfug schreiben.

  42. Stefan Pannor, #45

    Ja. Zumindest käme es auf den Versuch an. Im vorliegenden Fall haben ja weder sachliche noch polemische Entgegnungen irgendwas gebracht. Ob ein Troll dann wirklich so wichtig ist, dass man viel Zeit damit verbringt, dessen Unsinn geradezurücken – das muss jeder von uns für sich selbst entscheiden. Trolle sind ja auch vom Wesen her nicht alle gleich. Mein Eindruck nach langen Zuschauen im konkreten Fall ist: beschäftigt man sich mit ihm, freut er sich; selbst eine Schimpfkanonade empfindet er als Wertschätzung.

  43. Toll finde ich diese Argumentationsmuster:
    -Diskreditierung von Leuten und deren Motivation, deren Aussagen einem ned passen, weil dann ja alles aus deren Mund Unfug sein muss.
    -Verzweifeltes Suchen nach sinnvollen Dingen, die jemand vorgelegt hat, weil dann ja automatisch alles korrekt ist.
    Oder kurz: Derailing, Nebelkerzen.

  44. @48:
    „Verschwörungstheorien sind (…) Ausdruck der Hilflosigkeit des Individuums vor der Masse an Zufall.“
    Und der Angst vor der eigenen Verantwortung. Jemand anderen, größeren anzunehmen und ihn für alles verantwortlich machen zu können, beruhigt das eigene Gewissen sehr. Vor Allem, weil man sich eben auf der „guten“ Seite wähnt. Da heiligt der Zweck dann auch oftmals die Wortwahl.
    Das Ganze haben findige Publizisten erkannt und bedienen diese Zielgruppe(n) mit immer neuem Futter, gerne in Kooperation mit Produzenten und deren Werbeanzeigen.
    Das Prinzip „Jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung, aber nicht auf eigene Fakten“ wird aufgeweicht. Ziel ist nichts anderes, als Umsatz, egal ob mit Schlagzeilen oder physischen Produkten.
    Ich brauch‘ erst mal ein starkes Globuli um meine Elektrosmogsensitivität zu mildern. Danach gönne ich mir ein neues Kabel für meine HiFi-Anlage, mit dem meine Musik besser klingt und zum Abschluss des Tages öffne ich eine Flasche Rotwein, den guten, teuren, und beschwere mich dann bei meiner Frau über das Flüchtlingsproblem. Morgen erst mal das im Compact Magazin empfohlene Hundeabwehrspray kaufen.
    Und wehe einer behauptet, die Erde sei rund oder Chemotherapien wirksam! Die wollen mir doch nur irgendwas verkaufen!

  45. @ Anderer Max #51
    Sie können sich zum Besserwisser aufblasen, wie Sie wollen: es hilft halt doch nichts.
    Wisnewski hat den Prozess gewonnen und viele Leute sind von dem Rechtsstreit motiviert worden, doch mal in sein Buch zu schauen und sich ein eigenes Bild zu machen. Das ist die Bottomline.

  46. Ja, das Interesse ist immerhin so groß, dass es problemlos möglich ist, in einer öffentlichen Bibliothek in meiner näheren Umgebung ein Exemplar auszuleihen.

    Ich bin also geradezu überwältigt von diesem Andrang. Wahnsinn! o_O

  47. „viele Stimmen im Kopf“=“viele Leute“
    Und die haben auch ein recht auf Meinungsfreiheit!!elf!

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