Der blinde Fleck der FAZ
Die Nazizeit ist – mal wieder – in aller Munde. Das passiert alle paar Jahre, wenn die öffentliche Aufmerksamkeit über das normale historische Grundrauschen hinaus ein Thema aus dem „Dritten Reich“ findet, das besonders fasziniert. Aktuell bieten der „Spiegel“, die „Zeit“ und neuerdings auch die „Süddeutsche Zeitung“ Tools an, mit denen sich die nun frei verfügbare NSDAP-Mitgliederkartei durchsuchen lässt. Und noch einmal fragen sich deshalb jetzt viele Deutsche, was ihr (Ur-)Opa denn damals gemacht hat.
Aber auch abseits der Familienforschung ergeben sich immer neue Fragen. Fast jedes Ministerium und jede Behörde hat sich in den vergangenen 20 Jahren wissenschaftlich mit der eigenen Geschichte befasst, und die meisten großen Konzerne haben mal mehr, mal weniger seriöse Aufarbeitungen in Auftrag gegeben. Nun, wo diese Firmengeschichten vorliegen, rücken ihre Entscheidungsträger in den Blick, denn die waren nicht nur Vorstände in NS-Unternehmen, sondern nach dem Krieg oftmals …

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