„Tagesschau“ zur Gewaltat in Stade

Details, die wenig Erkenntnis bringen

Die „Tagesschau“ berichtet über eine Gewalttat in Stade, bei der sechs Mitarbeitende der Jugendhilfe getötet wurden. Obwohl kurz nach der Tat noch viele Fragen offen sind, übernimmt sie ungesicherte Behauptungen über den mutmaßlichen Täter und nennt ohne Grund dessen Herkunft.
„Tagesschau“-Sprecherin Romy Hiller
„Tagesschau“-Sprecherin Romy HillerScreenshot: ARD

In der „Tagesschau“ am Montagabend sagte Sprecherin Romy Hiller einen Satz, der für eine Nachrichtensendung zunächst einmal recht gewöhnlich klingt. Doch er verrät viel über den Aktualitätsdruck von Nachrichtenmedien.

„Lange war zum Tathergang wenig bekannt, inzwischen aber gibt es mehr Details.“

Der Satz war Teil von Hillers Anmoderation zum ersten Beitrag der Sendung über eine brutale Gewalttat am Montagmittag in Stade bei Hamburg. In einer Einrichtung für Kinder und Mütter erschoss mutmaßlich ein 45-jähriger Mann sechs Mitarbeitende der Jugendhilfe. Sein Baby und dessen Mutter befanden sich zum Tatzeitpunkt ebenfalls in der Einrichtung.

Wenige Stunden nach de…

8 Kommentare

  1. Ja, wenn man keinen Schrott bringt wie die anderen, stellt sich direkt die Sinnfrage.
    („Tragödie“ ist mMn eine Triggerwarnung, aber das ist nur das halbe Argument…)

  2. Eine Staatsanwaltschaft kann keinen Haftbefehl „erlassen“, nur beantragen. Die Entscheidung darüber trifft dann ein Richter.

  3. Auf Linked-In sah ich neulich zufällig einen Post eines WELT-Redakteurs. Er mokierte sich mit Screenshots darüber am Beispiel eines Posts der Polizei auf X, dass die „dpa“ in ihrer Pressemeldung die Angabe zur Nationalität nicht übernahm.
    Das wird so weitergehen und das findet Zustimmung im „Volk“ – jetzt erst recht. Presserat und journalistische Kriterien hin oder her.

  4. Liebe Lisa,
    ein Haftbefehl wird von einer Richterin/einem Richter erlassen, die Staatsanwaltschaft beantragt ihn – § 114 StPO
    Viele Grüße, Burkhard Plemper

  5. Was daran sollte denn überhaupt eine „Familientragödie“ oder „Beziehungstat“ sein? Täter und Opfer standen doch in keinerlei Beziehung zueinander. Das macht die Bezeichnungen noch absurder.

Einen Kommentar schreiben

Mit dem Absenden stimmen Sie zu, dass Ihre Angaben gemäß unseren Datenschutzhinweisen gespeichert werden. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.