Hasswort (69)

Bezahlbarer Wohnraum

Unter „bezahlbarem Wohnraum“ stellen sich alle etwas anderes vor: von günstigen Mieten bis zum erschwinglichen Einfamilienhäuschen. Journalist:innen sollten den schwammigen Begriff kritisch hinterfragen und überlegen, was er konkret bedeutet. Oder ihn am besten gleich lassen. Sonst plappern sie schlimmstenfalls Immobilien-PR nach.
Autor Sebastian Fobbe

Fliegen wir gemeinsam über eine x-beliebige deutsche Stadt: Im Zentrum finden sich dicht gedrängte Mietwohnungen, am Stadtrand reihen sich freistehende Einfamilienhäuser aneinander. Im Norden vermietet eine Genossenschaft mehrere Wohnungen, im armen Süden ragen Hochhäuser aus dem Boden. Weil immer mehr Menschen in der Stadt leben wollen, ziehen Bagger und Kräne auf frischem Bauland gerade emsig Neubauten hoch.

In jeder Stadt tummeln sich verschiedene Wohnformen, viele Medien nutzen dafür aber oft nur den unkonkreten Begriff Wohnraum. Warum beschreiben sie nicht einfach das, worum es geht? Miethäuser, Eigentumswohnungen, Villen, Penthouse-Lofts, Klitschen …? „Wohnraum“ klingt so kalt und steril, nicht unbedingt wie ein Ort, an dem man sich gerne aufs Sofa fläzt.

Warum schwammig, wenn es auch konkret geht?<…

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