Hasswort (67)

Durchziehen

Wer scheitert, hat wohl einfach nicht „durchgezogen“: Das Hype-Wort ist längst überall, ob in Olympia-Kommentaren oder im Büro. Der Grund dafür könnte in einer beliebten RTL-Show liegen.

Manche harmlosen Wörter erfahren im Laufe ihres rhetorischen Daseins eine Aufladung, die ihnen nicht guttut. Durchziehen ist so ein schlichtes, sachdienliches Verb, das immer schon da war und lange Zeit einen völlig ausreichenden Einsatzbereich hatte. Vandalen zogen durch einen Landstrich und hinterließen dabei die berühmte Schneise der Verwüstung. Später zog auch mal eine Sturmfront durch den Wetterbericht, die Hippies vom zweiten Stock haben auf dem Balkon einen durchgezogen, oder eben: „Wenn die Grünen das wirklich durchziehen, gerät die Koalition ins Wanken.“ So.

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