Klimaberichterstattung

Was ich einkaufe, sollte für Journalisten kein Thema sein

Weniger Fleisch, weniger Shopping, weniger Autofahren: Wenn die Klimakrise in Medien auftaucht, dann oft mit Tipps für einen klimafreundlichen Alltag. Dahinter steckt ein 20 Jahre alter PR-Trick der Ölindustrie. Denn die Debatte über „richtigen“ Konsum lenkt von viel wichtigeren Maßnahmen ab.

Am 4. Dezember ist in der Talkshow von Markus Lanz der Grünen-Bundesvorsitzende Felix Banaszak zu Gast. Es geht um den neuen Ton, neue Ziele der Partei. Und ganz am Rande auch um das Klima. Banaszak sitzt auf dem heißen Stuhl, direkt neben Lanz, der sich in typischer Lanz-Manier kaum auf seinem Sessel halten kann.

Direkt zu Beginn des Gesprächs geht es darum, dass der Grünen-Politiker kurz vorher das Auto als „Freiheit für viele Deutsche“ bezeichnet hat. Nun will Lanz wissen, ob Banaszak selbst ein Auto besitzt. Der Parteivorsitzende hat, laut eigener Aussage, „einen 25 Jahre alten VW Golf“, den er „superselten“ fährt und zu behalten gedenkt „bis er auseinanderfällt“. „Warum keinen Stromer?“, will Lanz wissen. Daraufhin rechtfertigt sich Banaszak umständlich für seinen Verbrenner.

1 Kommentare

  1. „Subventionen für Fast Fashion“
    Was sind das für Subventionen für Fast Fashion?

    Anderer Punkt: Ich finde mit diesem Verweis auf die BP-PR-Strategie macht man es sich als Verbraucher immer sehr einfach. „Ich kann Fleisch essen und fliegen, weil eigentlich ja BP am Klimawandel Schuld ist.“ Wenn Fleisch essen und Fliegen das Klima schädigt, dann trägt mein Konsum auch zum Klimawandel bei. Und dann ist ein Einstellen dieses Konsums gut für das Klima. Zu sagen „Nicht ich bin das Problem, der das Benzin im Auto verbrennt, sondern die Ölkonzerne, die es in der Raffinerie herstellen.“ verkennt total, dass die Ölkonzerne es ja nur herstellen, weil wir es verbrennen wollen.

    Ich sehe schon, dass Lösungen, die auf einer gewissensgeleiteten Verhaltensänderung der Verbraucher:innen nicht gut skalieren. Wahrscheinlich muss man mehr Leute zu irgendwas zwingen. Das entbindet aber nicht von der Verantwortung die sich aus dem eigenen Konsum ergibt.

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