Müssen Korrespondenten in der Ukraine inzwischen darum kämpfen, im Nachrichtenchaos noch durchzudringen?
Seit fast vier Jahren führt Russland Krieg gegen die Ukraine. Wie können ausländische Reporter darüber berichten – und wie viel Aufmerksamkeit bekommt dieser Krieg angesichts andauernder Schreckensmeldungen aus aller Welt? Holger Klein ruft bei ARD-Korrespondent Vassili Golod an.
ARD-Korrespondent Vassili GolodFoto: WDR/Annika Fußwinkel
Als Holger Klein den ARD-Korrespondenten Vasilli Golod in Kiew erreicht, trägt Golod mehrere Pullover übereinander. Es sei bitterkalt, sagt er. Russland habe so heftig wie nie zuvor die Energieversorgung in der Ukraine angegriffen, was eine „extreme Belastung für alle hier“ sei – auch für Journalisten: 40 Stunden lang gab es keinen Strom. Im ARD-Studio waren irgendwann sogar die Reserveakkus leer.
Wie ist es inzwischen, aus dem Krieg in der Ukraine zu berichten? Und wie sehr müssen Reporter vor Ort um die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit buhlen bei all den vielen Meldungen von Krisen in der ganzen Welt, die Tag für Tag kursieren?
Sie müssten die Redaktionen immer öfter überzeugen, mit ihren Themen ins Programm zu kommen, sagt Golod. Weil das, was in der Ukraine passiere, aus der Ferne betrachtet so wirken könne, als sei es „immer das gleiche“.
Er wünsche sich mehr Mut von Redaktionen, auch außerhalb der ARD: „Dass sie sagen, wir berichten nicht über die 17. Trump-Äußerung, sondern über das, was tatsächlich in einem Land gar nicht so weit weg von Deutschland passiert.“ Eigene Themen setzen, findet Golod, das wäre wichtig. Und manchmal würde er sich auch einfach mal einen Anruf von Kollegen wünschen, die fragen: Wie geht‘s euch eigentlich?
Wie frei können sich die Reporter in der Ukraine derzeit bewegen? Welche Einschränkungen gibt es? Wie gehen sie mit russischer Desinformation um – und wie ist das überhaupt in der Ukraine: Arbeitet auch die dortige Regierung mit Falschbehauptungen? Unter anderem darüber sprechen Holger Klein und Vassili Golod in der neuen Folge des Übermedien-Podcasts „Holger ruft an“.
Der Gesprächspartner
Vassili Golod berichtet seit 2022 als Korrespondent aus der Ukraine, seit 2023 leitet er das ARD-Studio in Kiew. Zuvor arbeitete er im WDR-Newsroom als Reporter, Redakteur und Chef vom Dienst unter anderem für „Tagesschau“ und „Tagesthemen“. Während seines Volontariats beim WDR gründete er mit Jan Kawelke den Podcast „Machiavelli – Rap und Politik“, den er seit 2018 moderiert.
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