Wie „Bild“ Peter Altmaier zum Feind der Demokratie machte

In ihrer Funktion als wichtigster inoffizieller Wahlhelfer der AfD hat die „Bild“-Zeitung Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) eine Falle gestellt. Altmaier ist hineingetappt. Und nun tappen reihenweise Journalisten und Politiker munter hinterher.

In ihrem neuen Frühstückstalk „Lilly live“ haben die „Bild“-Leute Lilly Wagner und Nikolaus Blome am Dienstag ein Spiel gespielt. „Ich möchte auch was aus Ihnen rauslocken“, sagt Wagner zu Altmaier und gluckst, sie habe deshalb ein „Blitz-Interview“ für ihn vorbereitet. Sie gibt ihm Sätze vor und er muss sagen, ob sie stimmen. „Sie können mit Ja oder Nein antworten“, erklärt Wagner. „Sie müssen mit Ja oder Nein antworten, um genau zu sein“, korrigiert Blome.

Der vorgegebene Satz lautet: „Es ist besser, AfD zu wählen, als nicht zu wählen.“

Altmaier sagt spontan: „Nein“. Und bleibt auf Nachfrage dabei, dass ein Nicht-Wähler besser sei als ein AfD-Wähler: „Aber selbstverständlich.“

„Bild“ skandalisiert das dann, in maximaler Lautstärke: Wie kann er nur? Wie kann ein Regierungsminister sowas sagen!

Bildlich gesprochen: „Bild“ fordert den CDU-Politiker auf, sich zwischen Pest und Cholera zu entscheiden. Er entscheidet sich für Pest oder Cholera. „Bild“ wirft ihm vor, dass er sich für eine schlimme Krankheit stark macht.

Und alle machen mit.

Die Nachrichtenagentur dpa meldet sofort, Altmaier habe unzufriedenen Bürgern „geraten“, besser auf eine Stimme bei der Bundestagswahl zu verzichten, als AfD zu wählen – dabei hat er im „Bild“-Talk nur gesagt, was ihm lieber ist: „Mein Recht ist es allerdings, meine Meinung zum Ausdruck zu bringen. Und ich sage das regelmäßig, dass ich glaube, dass die AfD nichts zum Besseren in diesem Land beitragen kann.“

Die Agentur AFP meldet ein paar Stunden später:

AfD-Spitzenkandidat Gauland wirft Altmaier Aufruf zum Wahlboykott vor

Tatsächlich hatte Altmaier das explizit nicht getan. Er hatte im „Bild“-Talk wörtlich gesagt:

Ich plädiere übrigens nicht fürs Nicht-Wählen, damit wir uns da ganz klar sind.

Dieser Satz fehlt übrigens in dem kurzen Video-Zusammenschnitt, den „Bild“ verbreitet. Altmaier weiter:

Ich plädiere dafür, dass alle zur Wahl gehen. Aber dass sie die Parteien wählen, die staatstragend sind.

Am Nachmittag kritisiert SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann Altmaier. Er finde es „falsch, Bürgern zu empfehlen, nicht zur Wahl zu gehen“, sagt er „Bild“, was wiederum von den Agenturen verbreitet wird. Oppermann weiter:

„Ich bin für klare Kante gegen die AfD – aber wir sollten um jeden potenziellen Protest-Wähler kämpfen und sie wieder von demokratischen Parteien überzeugen.“

Es klingt, als wäre das ein Widerspruch zu Altmaier. Es ist keiner.

Besonders verrückt ist, dass sich Justizminister Heiko Maas (SPD) auf das durchschaubare „Bild“-Spielchen einlässt – obwohl das Blatt ihn selbst schon in ähnlicher Weise aufs Glatteis geführt hat. Die Nachrichtenagentur dpa meldet:

Auch Justizminister Heiko Maas (SPD) kritisierte die Äußerungen Altmaiers. „Die AfD ist nationalistisch und fremdenfeindlich. Ihr Programm verstößt gegen unser Grundgesetz“, sagte Maas den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“ am Mittwoch. „Wer das verhindern will, der darf gerade nicht der Wahl fernbleiben. Unsere Demokratie lebt davon, dass sich möglichst viele Menschen an Wahlen beteiligen.“

Man möchte Maas an den Schultern fassen und schütteln und ihm ins Gesicht schreien, dass die Optionen, zwischen denen Altmaier wählen konnte, nicht waren: Nicht-Wählen oder Was-anderes-als-die-AfD-Wählen.

Innenminister Thomas de Maizière versteigt sich in die Behauptungen: „Hingehen muss man auf jeden Fall“ und: Es gebe „in Wahrheit keine Ausrede, nicht zur Wahl zu gehen“. Er rät: „Wenn man sich gar nicht entscheiden kann, soll man zur Not ungültig abstimmen.“ Um Wähler, die sich „nicht entscheiden“ ging es bis gerade gar nicht, und überhaupt war Ungültigwählen, nur zur Erinnerung, keine Option, die „Bild“ Altmaier gegeben hat. Vor allem aber zeigt de Maizières Statement die völlige Beklopptheit der Debatte: Es ist wichtig, dass möglichst viele Leute wählen, und sei es ungültig? Was ist dadurch gewonnen? Herr de Maizière, bitte antworten Sie mit Ja oder Nein: „Es ist besser, ungültig zu wählen, als AfD zu wählen.“ Ja? Hurra, die Wahlbeteiligung ist hoch, der Anteil der AfD ist niedrig – die Demokratie ist gerettet!

Die „Bild“-Schwesterzeitung „Welt“ wirft Altmaier heute wegen seiner Antwort sogar – synchron zur AfD – vor, undemokratisch zu sein. Sie schreibt in einem Kommentar:

Offenbar scheint Altmaier aber schon so lange die Vorzüge der Macht zu genießen, dass er das Regieren wesentlich einfacher fände, wenn er und seine Partei nicht immer wieder Wahlen gewinnen müssten. Aus seiner Warte heraus mag dies richtig sein, demokratisch ist es nicht. Überdies macht Altmaier genau das, was er und alle etablierten Parteien den Populisten vorwerfen: Er schließt sie aus. Dieses Verhalten ist eine der Ursachen dafür, dass die AfD derzeit so erfolgreich ist.

Das schließt die „Welt“ – noch einmal zu Erinnerung – daraus, dass Altmaier sich im kleinen fiesen „Bild“-Spiel nicht fürs Wählen der AfD aussprechen wollte.

Denn malen wir uns für einen kleinen Moment aus, was passiert wäre, wenn Altmaier in dem „Bild“-Spiel umgekehrt geantwortet hätte, als er es tat. „Bild“ hätte titeln können: „Kanzleramtsminister empfiehlt Nicht-Wählern, AfD zu wählen!“ – Oder, in einer nicht auszuschließenden Zuspitzung: „Altmaier ruft zur Wahl der AfD auf.“

„Bild“-Chef-Chef Julian Reichelt hat sich für seinen Kommentar zum Thema eigens den ihm schlecht sitzenden Anzug des überkorrekten Staatsbürgers angezogen. Er philosophiert darüber, dass das Recht, wählen zu dürfen, „ein so nobles und so hart und blutig erkämpftes Recht“ sei, dass er es als Pflicht empfinde.

Er doziert:

Politiker in einer Demokratie sollten nicht sagen und nicht einmal andeuten, dass es besser wäre, wenn gewisse Menschen lieber gar nicht wählen gehen würden. Das Recht zu wählen ist bei uns (ab 18) bedingungslos. Man muss in diesem Land zum Glück nicht die „richtigen“ Ansichten haben, um wählen zu dürfen.

Reichelt boxt Schatten. Altmaier hat nicht angedeutet, dass „gewisse Menschen“ lieber gar nicht wählen gehen sollten. Er hat auch niemandem das Recht abgesprochen, wählen zu gehen.

Reichelt behauptet, Altmaier habe „einen Fehler gemacht“, als er sagte, besser Nichtwähler als AfD-Wähler:

Vielmehr ist es Aufgabe eines Demokraten, Menschen davon zu überzeugen, nicht Feinde der Demokratie wie die AfD zu wählen.

Genau das hat Altmaier im „Bild“-Talk versucht. Aber vorher haben ihm die „Bild“-Leute nur die Entscheidung gegeben: Sollen die Menschen lieber die „Feinde der Demokratie“ wählen? Oder lieber nichts?

Reichelt endet, durchs knietiefe Pathos watend:

Zum Glück müssen wir unsere Demokratie, unsere Freiheit nicht mit Waffengewalt verteidigen. Wir verteidigen sie an der Wahlurne. Und wir verteidigen sie am besten, wenn wir unser nobelstes Recht nicht einmal andeutungsweise an die richtigen Ansichten koppeln.

Das hat, noch einmal, Altmaier nicht getan. Was „Bild“ aber getan hat: Sie hat dieses hart und blutig erkämpfte, noble, nobelste Recht für ein frivoles Spiel genutzt, bei dem sie Altmaier nur die Chance gab, sich auf die ein oder andere Weise als Demokratiefeind darzustellen. (Oder halt, was das beste gewesen wäre, am Spiel gar nicht teilzunehmen, was sie ihm sicher auch vorgeworfen hätte.) Dass Reichelt nun glaubt, er sei in einer Position, die heilige Ehre der Demokratie gegen Altmaier verteidigen zu können oder zu müssen, zeigt eine bestürzend verzerrte Selbstwahrnehmung. Es geht ihm und seinen Leuten um nichts Nobles. Es geht ihnen um Krawall.

Dass das der AfD nutzt, den „Feinden der Demokratie“, wie Reichelt sie nennt, nimmt „Bild“ dabei billigend in Kauf, denn was ist so ein edles Recht schon gegen eine geile Schlagzeile?

48 Kommentare

  1. Es gibt bestimmt auch fremden-, demokratie- und schwulenfeindliche Nichtwähler.
    Aber die fremden-, demokratie- und schwulenfeindliche Nichtwähler versuchen nicht, anderen Leuten ihre Fremden-, Femokratie- und Schwulenfeindlichkeit qua Wahl aufzudrücken.

    Insofern wären das vllt. doch die besseren Menschen.

  2. Ich mag ja nun weder Altmeier noch Bild/Welt. Deshalb beobachte ich das Ganze eher mit Schadenfreude. Und frage mich dabei, was die Bild-Zeitung reitet, ausgerechnet Frau Merkels (wohlgemerkt: persönlich Freundin von Frau Friede Springer) treuesten Vasallen reinzulegen ? Aber SN hat wohl recht: für eine geile Schlagzeile geht Bild über Leichen.

  3. Der Artikel ist gut, Herr Niggemeier. Die Frage ist nur, ob die entsprechenden Journalisten und Politiker, die sich jetzt „zu Wort melden“, tatsächlich irgendjemandem „in die Falle getappt“ sind. In eine Falle getappt ist wohl nur Altmaier selbst.

    Denn wenn man den jeweiligen Journalisten und (anderen) Politikern nicht gerade extrem schwach entwickelte logisch-analytische Fähigkeiten bis hart an die Grenze zur Dummheit attestieren möchte, dann muss man ihnen wohl unterstellen, dass sie sich blöder stellen, als sie sind – und dass dieses Spiel aus Kalkül mitspielen. Die Journalisten, um für Schlagzeilen zu sorgen; die Politiker, um sich mal wieder in die Medien zu bringen; und speziell die Politiker anderer Parteien auch noch, um einen CDU-Mann kritisieren zu können.

    Es kann natürlich auch sein, dass sie sich jeweils nicht angemessen informiert haben, bevor sie gegackert haben. Das ist aber doch wohl kaum anzunehmen – und wenn doch, so wäre es nicht weniger beunruhigend.

    So ist das halt in einem medialen und politischen System, in dem ein (sinnloser) Aufreger oft mehr wert ist als eine rationale Analyse, und in dem ein allzu hohes Maß an intellektueller Redlichkeit wohl eher ein Handicap als ein Vorteil ist.

  4. Danke fürs Aufschreiben! Habe mich bei der Berichterstattung schon die ganze Zeit gefragt, was die Aufregung soll. Völlig bekloppt, was da abgeht. Das so viele Medien auf den Zug aufspringen ist umso bedenklicher. Die Skandalisierung wird leider immer mehr zum Trumpf, ich hoffe nach der Wahl wird alles wieder etwas ruhiger.

    Glück für Altmaier, dass die Bild nicht gefragt hat: „Würden Sie lieber Kinder schänden oder eine Atombombe auf Deutschland werfen?“

  5. Ist natürlich etwas ungeschickt von Altmaier. Mit dem Verweis auf Pest und Cholera hätte er einfach die Antwort verweigern müssen.

  6. Lieber Herr Niggemeier,

    Ihr Artikel ist sehr gut, hat aber einen entscheidenden Fehler / Nachteil : Er steht leider nicht auf Seite 1 der Bild! Da gehört er hin, damit er die größtmögliche Verbreitung findet.

    Alternativ sollte als Schlagzeile auf Bild stehen : “Wir unterstützen die AFD. Damit wir kräftig an diesem Rummel verdienen können.“

    Viele Grüße aus Bremen

  7. Habe es mit Müh und Not geschafft, ob dieser Müllorgie von Bild & Konsorten (und der treuherzig depperten Kommentare aus der der SPD-Führungsreserve) nicht zu kotzen. Jetz will ich versuchen, Ihren voll zutreffenden Kommentar möglichst vielen bekannt zu machen. Ist mindestens so wichtig wie zur Wahl zu gehen und keinesfalls rechtsextrem zu wählen. Zwecks öffentlicher Denkhygiene! Verdammt nochmal. (Sorry für das Geschimpfe, das ist bestimmt undemokratisch, no?)

  8. Vielen Dank für den Kommentar. Als ich die Schlagzeile las, dachte ich mir schon, dass muss mal wieder irgendeine Schlagzeilenträchtige Verkürzung sein. Ansonsten kann ich mich meinen Vorrednern nur nachließen
    – ich befürchte eine geringe Wahrnehmung dieses Kommentars
    – er müsste prominent bei Bild stehen,
    – JR macht wieder ein Fass auf, wo ohne ihn keines wäre
    – die AFD gewinnt. Leider :(
    – Altmaier sollte wissen, mit wem er sich da einlässt. Leider ist die „Macht“ von Bild wohl so groß, dass zwischen mitmachen und aus dem Amt geschrieben werden nicht viel Spielraum ist.
    Daher, nochmals danke. Auf das viele Menschen diesen Kommentar wahrnehmen.

  9. Again what learned, aber eigentllich hätte man sich denken können, dass Altmaier nicht so blöd ist, eine solche Aussage zu treffen… tatsächlich war anders blöd…

  10. Die Frage aus #2 habe ich mir gerade beim Lesen auch gestellt: Wieso legt die Bild-Zeitung jemanden rein, der der CDU und der Kanzlerin treu ergeben ist?

    Wenn man mich vorher gefragt hätte, ob Peter Altmaier sich auf ein Interview mit der Bild-Zeitung einlassen sollte, dann hätte ich geantwortet: Der Mann ist treu und brav bei der CDU, er macht genau das, was Angela Merkel von ihm erwartet. Er ist quasi stromlinienförmig. Damit kann er bei der traditionell eher CDU-nahen und obrigkeitstreuen Bild-Zeitung nur Sympathien haben. Mir irgendjemandem angelegt hat er sich auch nicht, es sind keine alten Rechnungen offen, eine Gefahr für irgendjemanden stellt er auch nicht dar. Das ist also völlig ungefährlich, Peter Altmaier kann nichts passieren.

    Warum hätte ich in meiner Einschätzung derart danebengelegen?

    Hatten die beiden Interviewer von Anfang an vor, Peter Altmaier so hereinzulegen, war also der Fragesatz dafür bewusst ausgewählt? Oder haben erst im Nachhinein andere Mitarbeiter bei der Bild-Zeitung gemerkt, daß sich daraus ein Skandal stricken lässt?

    Was wäre passiert, wenn Peter Altmaier die Antwort auf die Frage verweigert hätte? Hätte die Bild-Zeitung dann irgendetwas anderes gegen ihn verwendet? Gibt es womöglich doch irgendeinen Grund, daß Peter Altmaier von der Bild-Zeitung nicht gemocht wird?

  11. Och je. Das kann man ja alles fragen. Ich habe darauf keine Antworten. Aber ich glaube auch, das führt in die Irre.

    Ich glaube nicht, dass „Bild“ sowas speziell plant. Und ich glaube auch nicht, dass sie speziell etwas gegen Altmaier haben müssen. Mehr als an allem anderen ist „Bild“ an Aufmerksamkeitsmaximierung interessiert. Sie machen so ein Spiel und dann gucken sie mal, was passiert. Und wenn etwas passiert, das sich skandalisieren lässt, dann schlagen sie maximalen Profit = maximale Aufmerksamkeit daraus.

    Nebenbei können sich Leute wie Reichelt auch noch in ihrer Illusion bestätigt fühlen, dass sie die wahren Demokraten und Demokratieverteidiger sind. Und ein paar arme Seelen glauben ihnen das womöglich sogar.

  12. Ich glaube, es ist zu einfach, wenn man pauschal sagt „Mehr als an allem anderen ist ‚Bild‘ an Aufmerksamkeitsmaximierung interessiert.“ Denn es gibt es auch Personen, die von der Bild-Zeitung hofiert und geliebt werden, wo auf die Ausmerksamkeitsmaximierung verzichtet wird.

    Ich denke da etwa an Horst Seehofer. Oder an Franz Beckenbauer. Diese Menschen können sich die größten Skandale erlauben, die Mitarbeiter der Bild-Zeitung machen daraus dann eher eine Minimierung. Mit denen machen sie kein Spiel und gucken dann mal, was passiert. Statt dessen führen sie eine Art beschützende Hand über diese Personen. Es tauchen plötzlich uneheliche Kinder auf, und es stellt sich heraus, daß die betreffenden Affairen den Journalisten schon monatelang bekannt waren. Aber sie haben alle dichtgehalten, auch die Mitarbeiter der Bild-Zeitung. Dabei hätten sie für die Aufmerksamkeitsmaximierung noch nicht einmal Tatsachen verdrehen müssen. Sie hätten bloß auszuplaudern brauchen, was sie wussten. Statt dessen haben sie sich loyal und verschwiegen verhalten.

    Was unterscheidet aus Sicht der Bild-Zeitung Horst Seehofer von Peter Altmeier? Wieso übt sie sich bei dem einen in Zurückhaltung, wohingegen sie den anderen in die Pfanne haut?

  13. Und selbst ohne diese ganzen Verzerrungen und Skandalisierungen: Selbstverständlich ist es besser, nicht zu wählen als rechtsextrem. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!

  14. Man muss sich fragen, weshalb diese Spitzenpolitiker immer noch denken, dass sie mit Bild noch irgendetwas gewinnen könnten.

    Schlimmer ist aber tatsächlich meine jüngste Beobachtung, die sich mit vielen Berichten in der Presse deckt, dass viele Menschen die Facebook-Timeline als Hauptnachrichtenquelle nutzen. Und da macht solch ein Bild-Artikel natürlich einiges aus

  15. Das mit der Facebook-Timeline kann ich wiederum nicht bestätigen. Ich kenne Menschen, die sind 10 Jahre jünger als ich und haben weder Fernseher noch Internet (auch kein Smartphone) und haben ein Abonnement einer gedruckten Tageszeitung.

    Menschen, die ich kenne, die einen Account bei Facebook haben, sind meist eher älter als ich, ihr Facebook-Account wurde ihnen vor Jahren mal von einem anderen Familienmitglied eingerichtet, hat für ein paar Monate Aktivitäten und ist seitdem verwaist. Diese Menschen haben meist einen E-Mail-Account bei einem Webmailer wie GMX, web.de oder T-Online und bekommen beim Aufruf von dessen Login-Seite auch gleich Nachrichten angezeigt.

    Was ich persönlich feststelle, ist die Tatsache, daß es recht schwer ist, bei Großereignissen/Terroranschlägen/Katastrophen inhaltlich folgen zu können, wenn man nicht von Anfang an online mitliest, sondern erst nachträglich online geht. Ich habe dazu vor ein paar Tagen in einem anderen Blog etwas kommentiert:
    http://blog.atari-frosch.de/2017/09/11/nine-eleven/#comments

  16. #3 trifft wahrscheinlich ganz gut den Kern der Sache. Und ergänzend: gibt es, quer durch die Lager, massig Politiker, die den hier beschriebenen Hintergrund verstanden haben, und in Interviews entsprechend antworteten („BILD gab Altmaier nur Pest oder Cholera zur Auswahl, im Nachsatz hat er sich erklärt – Thema für mich erledigt.“) – diese veröffentlicht dann aber kein Mensch, wodurch sich dieses Bild einer Riege kompletter Vollidioten ergibt?

  17. Ja, das war eine auf perfide Weise errichtete Falle, und Herr Altmaier ist hineingetappt. Ich frage mich nur, wieso sich Herr Niggemeier nicht empört hat, als man etwa Frau Petry und Herrn Gauland in vergleichbar perfider Weise interviewte. Dies ist kein Whataboutism. Wir erleben vielmehr generell einen massiven Niedergang der öffentlichen Streitkultur und einen gefährlichen Trend zur Skandalisierung. Wer dies aber kritisieren und verbessern möchte, muss die Bereitschaft aufbringen, Verfehlungen aller politischen Lager zu thematisieren. Leider sind wir davon noch weit entfernt, sodass im Augenblick nichts anderes übrig bleibt, als sich über Fälle „ausgleichender Gerechtigkeit“ wie diesen zu freuen.

  18. Wenn die Bild sich zu sehr Pro-AfD aus dem Fenster lehnt, könnte ihr das später noch mal auf die Füße fallen.
    In 5 Jahren will Julian Reichelt bestimmt nicht als Nazi-Symphatisant gelten, könnte der Karriere schaden. Obwohl, bei Compact dürfte noch Platz sein.

    Mit Mutti werden auch viele Journalisten in den Ruhestand gehen, weil sie von dem, was dan kommt überfordert sein werden.
    Steffen Seibert kann ja dann die Bild übernehmen.

  19. @Anderer Max: Jede Wette: Die „Bild“ wird, nachdem sie wochenlang im Sinne der AfD Stimmung gemacht hat, ihre Leser am Wochenende dringend ermahnen, nicht die AfD zu wählen. Das ist die gelebte Schizophrenie dieser Zeitung.

  20. Achso, erst die Zielgruppe möglichst weit nach rechts peitschen, um dann vor Extremismus zu „warnen“. Dabei kann man sich auch super als gemäßigter Demokratieretter inszenieren. Top Strategie!
    Die eine Hälfte kann die widersprüchlichen Informationen aus der kommenden BamS nicht verarbeiten, ist überfordert und bleibt gleich zuhaus, die andere Hälfte merkt am Sonntag, dass es ihr doch eigentlich viel besser geht, als die AfD / Bild es inszeniert hatte und wählt dann doch wie immer Mutti.
    Und am Montag danken wir alle Julian Reichelt dafür, dass die AfD nur 4,8% bekommen hat. Dafür hat die CDU nun die absolute Mehrheit.
    Aber, irgendwat is‘ ja immer.

  21. „Kanzleramtschef Altmaier von der CDU hat unzufriedenen Bürgern geraten, bei der anstehenden Bundestagswahl lieber keinen Stimmzettel abzugeben als die AfD zu wählen.“

    So leitete Deutschlandfunk-Redakteur Dietmar Reiche heute morgen die Presseschau ein (goo.gl/pT1TX5), die ich (neben Übermedien) relativ regelmäßig konsumiere. Das Format vermittelt den Anspruch, ein ausgewogenes Bild der Kommentarspalten deutscher (bzw. im anderen Format auch internationaler) Zeitungen zu zeichnen. Das hat sich aber heute – nicht zum ersten Mal – als Irreführung erwiesen.

    Die oben zitierte Einleitung entspricht 1:1 der verzerrenden Darstellung der dpa und führt den unterschätzten Einfluss der Presseagenturen vor Augen: Die Deutungshoheit liegt weniger bei den Kommentatoren, die (aus unterschiedlichsten Gründen) ihre journalistischen Kompetenzen aufgegeben haben, als vielmehr bei den Nachrichten-Händlern, vorneweg der Deutschen Presseagentur, News-Marktführer und Weichensteller der medialen Resonanz.

    Nochmal zurück zum Deutschlandfunk: Natürlich findet DLF-Redakteur Dietmar Reiche in den bevorzugten Blättern genügend Kommentare, die der dpa-Darstellung folgen. So werden drei Kommentare zitiert, die Altmaier ein „hohe(s) Maß an Arroganz gegenüber Protest-Wählern“ (Lausitzer Rundschau) und einen „Tabubruch“ (Handelsblatt), vorwerfen, denn „nicht zu wählen, das geht gar nicht“ (Ludwigsburger Kreiszeitung).

    Auf die Idee, auch nur einmal einen (dpa-)unabhängigen Journalisten (wie zum Beispiel Stefan Niggemeier) zu Wort kommen zu lassen, der das mediale Spiel hinter Altmaiers Aussage kritisch hinterfragt und durchschaut, kommt Reiche nicht.

    Man muss dem DLF wie so vielen anderen Medien mindestens Naivität vorwerfen, ihre eigene Glaubwürdigkeit aus vorauseilendem Gehorsam aufs Spiel zu setzen. So lässt auch ein Herr Reiche (stellvertretend für viele deutsche Nachrichtenredakteure) am Ende zu und macht sich mitschuldig, wenn öffentlich -rechtliche Medien schließlich als „Lügenpresse“ tituliert – und abgeschaltet werden.

  22. Die Auflage von BILD sinkt ja rapide. Der Einfluss bei den „Ungebildeten“ nimmt also drastisch ab.
    Vielleicht sollte man dieses Blatt tatsächlich an den Rundfunkbeiträgen beteiligen, damit es die Funktion weiter ausüben kann, die jetzt immer wichtiger wird:
    Die „Gebildeten“ in ihrem Glauben bestärken, dass sie bessere Menschen sind als die „Ungebildeten“. Denn könnte es als Anregung dafür etwas Schöneres geben als einen schmierigen BILD-Artikel?

  23. Offtopic: Ich möchte mich einfach mal bedanken das dieser Artikel frei zu lesen ist (ohne Abo).

  24. „Diese Zeitung ist ein Organ der Niedertracht. Es ist falsch, sie zu lesen. Jemand, der zu dieser Zeitung beiträgt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel. Es wäre verfehlt, zu einem ihrer Redakteure freundlich oder auch nur höflich zu sein. Man muss so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz gerade noch zulässt. Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun.“ – Max Goldt über die Bildzeitung,
    Zitiert nach Wikipedia.

  25. … dann sind also die Millionen Leser der BILD schlechte Menschen, inakzeptabel usw ?
    Dürfen millionen Bürger unseres Landes demnächst nicht mehr wählen, weil sie „falsch“ wählen ?
    Demokratie muß auch so etwas aushalten – Demokratie war noch nie einfach.
    Wenn sich „Politiker“ wie Herr Altmaier so einfach auf´s „Glatteis“ führen lassen, sollten dringend Überlegungen für eine Neubesetzung der Position erfolgen – oder die Eitelkeit herabgeschraubt und ein Eilkurs in Rhetorik belegt werden.

  26. Also auf das Ja-/Nein-Spiel hereinzufallen, ist ja die eine Sache, aber auf Nachfragen nicht zu merken, dass man sich zumindest auf Glatteis begeben hat, da hätte ich Herrn Altmaier mehr intellektuelle Fähigkeiten zugetraut.
    Bei Julian R. weiß man ja, dass er nicht logisch denken kann.

  27. Wer sagt denn, dass er es nicht gemerkt hat? Altmaier sagte: „Ich plädiere übrigens nicht fürs Nicht-Wählen, damit wir uns da ganz klar sind. Ich plädiere dafür, dass alle zur Wahl gehen. Aber dass sie die Parteien wählen, die staatstragend sind.“ Man kann über das Wort „staatstragend“ streiten, aber Altmaier plädiert eindeutig dafür, wählen zu gehen, aber nicht die AfD (und möglichst auch nicht die Linke). Damit wäre eigentlich der ganzen Aufregung die Grundlage entzogen.

  28. Stimmt. Aber vielleicht hätte er reagieren sollen, indem er sinngemäß sagt: „Das ist keine Frage, die man mit Ja oder Nein beantworten kann, weil….. Deshalb ziehe ich die Antwort zurück.“
    Ob Bild dann nicht trotzdem den Unsinn geschrieben hätte, weiß man natürlich nicht.

  29. Man muss kein Hellseher sein, um zu wissen, dass BILD Unsinn geschrieben hätte.

    Fehlt nur noch die Frage: „Herr Altmaier, wann haben Sie aufgehört, Ihre Frau zu schlagen? Sie dürfen nur mit Ja oder Nein antworten.“
    „Erstens ist das keine Entscheidungsfrage, zwotens bin ich nicht verheiratet, drittens lehne ich häusliche Gewalt ab, viertens auch außerhäusliche Gewalt, fünftens breche ich das Interview an dieser Stelle…“

    Schlagzeile: Altmaier weicht unangenehmen Fragen aus – hat er ein Gewaltproblem?

  30. @23:
    „Die „Gebildeten“ in ihrem Glauben bestärken, dass sie bessere Menschen sind als die „Ungebildeten“.“

    Ah, da versucht einer, den intellektuellen Klassenkampf zu inszenieren.
    „Die halten sich für was besseres“ – Und Zack: Schon wieder Opfer. Das geht aber auch immer so schnell.

  31. Ein Aspekt, der an der ganzen Geschichte kaum Beachtung findet, vermutlich weil die Debatte v.a. in den alten Bundesländern von menschen aus den alten Bundesländern ausgetragen wird, der aber der AfD direkt in die Hände spielt:

    In der DDR gab es Wahlzwang. (Oder besser: Zwang ohne wirkliche Wahl.)

    Wenn also jemand wie DeMaiziere sagt, es gebe keinen Grund, nicht zur Wahl zu gehen, dann klingt das genau nach diesem Wahlzwang, den Wähler über 45 (!) aus der DDR kennen. Also weite Teile der ostdeutschen Wählerschaft überhaupt.

    Wer Wahlen als Pflicht charakterisiert, und gleichzeitig diverse Parteien aus den Wahloptionen zumindest in der Debatte herausnimmt, verstärkt den Eindruck, es mit einem Regime zu tun zu haben, und es bei der AfD mit einer Oppositionspartei zu tun zu haben.

    Beide Eindrücke sind unzweifelhaft falsch. Aber die Debatte darüber, ob man wählt oder nicht, sollte mit mehr Feingefühl geführt werden, auch und gerade in Hinsicht auf ostdeutsche Wähler.

    Nichtwählen ist eben auch eine Freiheit, obs einem schmeckt oder nicht.

    So wie die Debatte läuft, nutzt sie erneut nur der AfD.

  32. Ich hasse Bild abgrundtief. Und Reichelt ebenso.
    Wegen solche Leuten mit solchen Charakterzügen geht die Welt zugrunde.
    Mehr kann ich dazu nicht mehr sagen…

  33. Vielen, vielen Dank für diesen Artikel!
    Ich hatte die Schlagzeile „Altmaier rät lieber nicht zu wählen statt die AfD zu wählen“ auf der Startseite meines E-Mail-Anbieters gesehen und sogleich mit dem Kopf geschüttelt, wie man so etwas empfehlen kann.
    In der Rundschau hab‘ ich dazu bisher nichts gelesen.

    Jetzt weiß ich warum.

    Es ist in der Tat DIESES Verdrehen von Tatsachen, das den „Lügenpresse“-Vorwurf in Einzelfällen immer mal wieder berechtigt erscheinen lässt und das unserer Demokratie insgesamt sehr schadet.

    Nach dem Motto „Lieber ’ne Wahl gegen die Rechten verlieren als ’ne gute Schlagzeile ausgelassen“.

  34. Man muss da Verständnis für die BILD haben. Falls die AfD als größte Oppositionspartei in den Bundestag einziehen sollten, was das wohl für die nächsten vier Jahre an potenziellen Schlagzeilen hergibt. So eine Chance kann man sich nicht entgehen lassen und außerdem sichert es vielleicht Arbeitsplätze beim Verlag, wenn die Auflage mal nicht mehr fallen sollte. (Das Niveau indessen fällt und fällt und …)

    Auch wenn Altmaier da klar formuliert und BILD ihm einen Strick dreht, er darf auf diese Frage einfach keine Antwort geben. Das ist Falle mit Ansage. Niemand zwingt ihn, das faule Spiel mitzuspielen.

  35. Wird Zeit dass Montag kommt, diese Hasskampagne von den Politikern über andere Politiker geht mir allmählich auf die Nerven. Mit Kindern würde man schimpfen bei so einer Schadenfreude

  36. Könnte bitte mal ein Datenjournalist eine Gegenüberstellung der Häufigkeit der Erwähnungen der BILD in anderen Medien mit und ohne der hier beschriebene BILD-Methodik ausarbeiten? Ich frage mich einfach wieviel Erwähnungen mehr BILD in den Medien bekommt wenn sie diese Art Journalismus intensivieren. Werbeeinnahmen aus Ja-Nein/Schwarz-Weiss Populismus.

  37. Kürzlich wurde hier ja ein sehr positiver Artikel über vier sog. „Faktenchecker“ veröffentlicht („Feuerwehrleute, die auf Brandstifter warten“). Kritische Fragen und Perspektiven habe ich in jenem Text leider zur Gänze vermisst.

    Meine Frage wäre nun: Hat einer jener vier Faktenchecker sich des Themas hier angenommen und irreführende Darstellungen von Altmaiers Äußerungen kritisiert? Es ist übrigens KEINE rhetorische Frage – ich weiß es wirklich nicht.

  38. Der Vollständigkeit halber, falls sich noch jemand Illusionen darüber macht, dass der pathologische, pardon, pathetische Julian Reichelt mal richtig liegen könnte:

    „Das Recht zu wählen ist bei uns (ab 18) bedingungslos.“

    Ist es nicht. Wikipedia:

    „Kein aktives (und passives) Wahlrecht haben in Deutschland Personen, die unter gesetzlicher Betreuung stehen (§ 1896 BGB), soweit die Betreuung für alle Angelegenheiten angeordnet ist, oder die sich in strafrechtlicher freiheitsentziehender Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus (§ 63 Strafgesetzbuch) befinden.“

    Den Teil mit den „bürgerlichen Ehrenrechten“ lasse ich mal weg weil ohne praktische Relevanz.

  39. Eure Basishypothese ist schon falsch: „Bild“ fordert den CDU-Politiker auf, sich zwischen Pest und Cholera zu entscheiden. Er entscheidet sich für Pest oder Cholera. “ — sorry, aber nein. Die AfD ist nicht Cholera. Die AfD ist eine demokratische Partei, und im Gegensatz zu allen anderen Parteien hat sie nicht ein Menschenleben auf dem Gewissen.

    „Über Medien“ hat übrigens mit keiner Zeile die verlogenen Nachrufe zu Heiner Geissler kommentiert. Herr Geissler war in seiner Zeit als Gesundheitsminister verantwortlich für den größten Medikamentenskandal seit Contergan, und für den Tod von mindestens 2500 Menschen. Dies wurde von allen Medien geflissentlich gnoriert – auch von euch. Armutszeugnis.

  40. „Die AfD ist nicht Cholera. “

    Das stimmt, damit beleidigt man sonst nur die Cholera.

    „und im Gegensatz zu allen anderen Parteien hat sie nicht ein Menschenleben auf dem Gewissen.“

    Die Magdeburger Gartenpartei auch nicht.

    Aber die AfD findet die Wehrmacht geiler als fast jede andere Partei. Demokratie heisst bei der AfD im Endeffekt ja nur: wer uns nicht mag, der darf nicht mehr mitspielen, wenn wir erstmal an der Macht sind. Der wird flugs aus dem Volk rausdekliniert.

  41. @Daniel Rehbein
    „Diese Menschen haben meist einen E-Mail-Account bei einem Webmailer wie GMX, web.de oder T-Online und bekommen beim Aufruf von dessen Login-Seite auch gleich Nachrichten angezeigt.“

    Man könnte diesen Menschen ein entsprechendes Mail-Programm einrichten, das die neuesten Mails einfach auf Abruf vom Mail-Provider holt oder auch entsprechend verschickt, ganz ohne Aufruf der jeweiligen Start-Webseite.

  42. Der Herr Reichelt hat auf jeden Fall das eine oder andere Schräubchen zum fester anziehen. Das wurde spätestens bei seinem Auftritt in der „Hart aber fair“-Sendung vom April diesen Jahres deutlich als es um den angeblichen syrischen Bombenangriff auf ein syrisches Dorf mit Giftgasfreisetzung ging.
    Er ließ keine Gelegenheit aus, um einen anderen Talk-Gast, Ulrich Scholz, Ex-Planungsstabsoffizier der NATO, zu beleidigen. Frank Plasberg erinnerte diesen Reichelt nur daran dass Herr Scholz deutlich älter sei als er und er ihm gegenüber deshalb etwas freundlicher sein sollte.

    Eigentlich hatte ich gehofft dass dieser „Auftritt“ des Bild-Chefredakteurs entsprechend Wirkung bei den Auflagenzahlen für das II. Quartal zeigen würde, aber leider gab es nur einen ganz leichten Rückgang.

    „„Die AfD ist nationalistisch und fremdenfeindlich. Ihr Programm verstößt gegen unser Grundgesetz““

    Na dann hätte doch der Bundeswahlausschuss (zusammengesetzt aus CDU/CSU, SPD, Grüne und Die Linke) die Zulassung der AfD zur Bundestagswahl ablehnen können? Nach dem Rücktritt (Abwahl?) von Bernd Lucke ist die AfD mit Höcke, Gauland und von Storch zu einer blau lackierten NPD geworden.

  43. Es ist ein Skandal sondersgleichen, wenn ein Minister dazu aufruft, dass AfD-Wähler nicht wählen sollen. Er missbraucht meines Erachtens sein Amt. Es gibt mehrere Gerichtsurteile, die besagen, dass Amtsträger wie Bürgermeister oder Minister, die von der Allgemeinheit bezahlt werden, neutral sein müssen.
    Die AfD wird als „Feind der Demokratie“ dargestellt. Das ist ein starkes Stück. Die AfD fordert Demokratie nach Schweizer Vorbild. Wer für mehr Demokratie eintritt, ist ein Feind der Demokratie? Absurder geht es nicht. Das Parteiprogramm der AfD wurde in vorbildlicher Weise basisdemokratisch erarbeitet. Der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Maaßen, hat mehrfach und unmissverständlich klargestellt, dass die AfD eine völlig verfassungskonforme Partei ist. Was soll der absurde Vorwurf, die AfD sei ein „Feind der Demokratie“?

  44. @kreuzrotter (#43):
    Wer soll denn dieser „man“ sein, der den Menschen einen E-Mail-Client einrichtet?

    Ich kann jedem, der solchen Menschen irgendetwas am Rechner einrichten will, nur mit deutlichen Worten davon abraten: Laß es bloß sein! Wenn danach irgendetwas am Rechner nicht funktioniert, bist Du schuld! Wenn demnächst durch irgendeine Fehlbedienung eine Exeltabelle falsche Ergebnisse liefert, bist Du schuld! Wenn die Deutsche Bahn AG Fahrplanwechsel hat und deshalb bei der Online-Fahrplanauskunft ungünstigere Verbindungen stehen, bist Du schuld! Wenn demnächst ein neuer Drucker angeschafft wird und der nicht auf Anhieb funktioniert, bist Du schuld! Das, was Du da in guter Absicht eingerichtet hast, wird dann sowieso bei nächster Gelegenheit von jemand anders wieder rückgängig gemacht. Denn vorher hat Excel ja niemals Probleme gehabt. Und vorher hat die Fahrplanauskunft immer tolle Verbindungen angezeigt. Und vorher haben alle Drucker immer sofort funktioniert. Also laß bloß die Finger von den Rechnern ahnungsloser Anwender!

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