Holger ruft an (91)

Wie kritisch sollten Medien mit der Ukraine umgehen?

"Bild"-Schlagzeilen "Putin spielt mit dem Weltkrieg" und "Hinweise auf ukrainische Flugabwehrrakete"
Ausrisse: „Bild“

Vergangenen Dienstag, gegen 20 Uhr: Eilmeldungen gehen raus. In Polen, direkt an der Grenze zur Ukraine, ist am Nachmittag eine Rakete eingeschlagen, zwei Menschen sind tot. „Bild“ titelt am nächsten Morgen: „2 Tote – Putin feuert Raketen nach Polen“. Und auch viele andere, etwa in digitalen Medien, haben ihr Urteil (bereits am Abend) gefällt: Putin war’s.

Doch ganz so klar, wie es viele haben wollten, ist die Sachlage nicht. Die Ermittlungen laufen noch. Aber es gibt Indizien, dass es sich um eine ukrainische Abwehrrakete gehandelt haben könnte. Ohnehin ist dieser Krieg, wie jeder Krieg, sehr komplex. Was wiederum einen besonderen medialen Umgang erfordert. Zum Beispiel, auch die Rolle und das Handeln der Ukraine kritisch zu hinterfragen und nicht voreilig (falsche) Schlüsse zu ziehen.

Der Reporter Moritz Gathmann hat darüber Ende Oktober bereits bei Übermedien geschrieben, Titel: „Solidarität mit der Ukraine darf kein Filter für Nachrichten sein“. Im Übermedien-Podcast mit Holger Klein erzählt er, worüber hinsichtlich des Krieges zu wenig berichtet wird, welche „Eigentore“ die ukrainische Regierung macht und wie man als Journalist mit dem Dilemma umgehen sollte, dass man einerseits solidarisch mit der Ukraine ist, andererseits auch deren Fehler und Falschinformationen klar benennen muss.

Die ganze Folge „Holger ruft an…“ mit Moritz Gathmann hören Sie hier:

(Sie können den Podcast auch über die Plattform oder App Ihrer Wahl hören. Hier ist der Feed.)


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Ein Kommentar

  1. Tut mir leid, solange Menschen zu Tausenden ohne Grund und eigenes Verschulden niedergemetzelt, verschleppt, beraubt und in Hunger und Erfrierung getrieben werden, bin ich weder in der Lage noch bereit über Eigentore dieses Volkes nachzudenken.

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