Podcast-Kritik (86)

„Böhler & Bröckerhoff“: Ein Labercast, aber ein guter

Exklusiv für Übonnenten
Vorschaubild des Podcasts "Böhler und Bröckerhoff", zufriedener Hörer

Eines der ältesten Podcast-Genres überhaupt ist der Labercast. Ein oder zwei, manchmal drei oder vier Menschen schalten das Mikrofon ein – und reden drauflos. Meist ohne Skript und große Vorbereitung. Dieses natürlich, spontan und damit ehrlich wirkende Gequatsche war es auch, weshalb ich mich früh für Podcasts begeistern konnte; eben weil es sich so deutlich vom klassischen Radio abhob.

Mittlerweile sind Podcastformate durchprofessionalisiert und werden stark vermarktet, darunter auch einige Labercasts. Schnell wurde der Branche nämlich klar, dass es vor allem gut funktioniert, zwei Menschen mit großen Namen für solch ein Format zusammenzustecken. „Lanz & Precht“ oder „Bauerfeind + Kuttner“ machen es erfolgreich vor. Und was sich gut verkauft, wird eben kopiert.

Eine gute Nachricht ist, dass es immer noch so ein Mittelding zwischen dem ursprünglich authentischen Gequatsche und den mitunter steril wirkenden Promi-Labercats gibt: Professionell aber herzlich, mit Recherchehintergrund und doch frei von der Leber weg.

Diesen Spagat schaffen Franziska Böhler und Daniel Bröckerhoff mit ihrem Podcast „Böhler & Bröckerhoff“. Böhler wurde als „Stimme der Pflege“ in Deutschland bekannt, sie arbeitete viele Jahre als Intensiv-Pflegerin im Krankenhaus und machte immer wieder in den Medien auf die Missstände in ihrem Beruf aufmerksam. Bröckerhoff ist Journalist und arbeitet als Nachrichtenmann beim NDR. Im Mai 2022 legten sie mit ihrem gemeinsamen Podcast los, schalten sich seither wöchentlich zusammen und allein das ist schon ein Wunder, wenn man ein wenig darüber weiß, welche Leben die beiden führen.

Böhler und Bröckerhoff sind oft schonungslos ehrlich

Denn Bröckerhoff hat zwei kleine Kinder – eines mit einer Muskelschwäche, das andere mit Autismus und dadurch in Pflegestufe 5. Dazu die Arbeit als Journalist. Auf Instagram zeigt sich Bröckerhoff schon lange sehr offen in den Storys als oft …

Ein Kommentar

  1. Klingt nach einem netten Podcast mit sympathischen Menschen. Die sind in meinen Augen ja leider rar geworden. Der Text geht ja kurz auf die Gründe ein (mehr oder weniger bekannte Personen unterhalten sich über irgendwas – und fühlen sich in diesem Mittelpunkt viel zu wohl und glauben viel zu sehr, dass auch banaler Quatsch aus ihrem Munde für andere interessant ist. Furchtbar, weshalb ich Podcasts meide, die eine/n bekannte/n Moderator/in haben).

    Ich werde mal reinhören. Danke für den Tipp.

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