Wie die deutschen Medien Udo Ulfkotte die Wahrheit über München verschwiegen

Für den Bestseller-Autor und Lügenpresse-Experten Udo Ulfkotte ist so ein schrecklicher Abend wie gestern immer auch eine Bestätigung, dass den deutschen Medien nicht zu trauen ist, dass ihnen aber alles zuzutrauen ist. Zum Beispiel, die Menschen bewusst über das Ausmaß des Schreckens im Unklaren zu lassen.

Am Freitagabend um 20:38 Uhr fragte er in routinierter Fassungslosigkeit auf seiner Facebook-Seite:

+++ Wieso muss ich ausländische Zeitungen lesen, um aus LONDON zu erfahren, was wirklich gerade in München los ist +++ mindestens 6 Tote , die Zahl meldet noch KEIN deutscher Journalist …++

Er verlinkte dazu auf einen Artikel der „Daily Mail“, einer rechten und chronisch unzuverlässigen Tageszeitung aus Großbritannien.

Aber wie konnten die schon melden, was um diese Zeit „noch KEIN deutscher Journalist“ meldete? Oder, umgekehrt gefragt: Was muss man sich für eine Nachrichtenlage vorstellen, wenn Udo Ulfkotte, Autor des Buches „Gekaufte Journalisten“, um 20:38 Uhr behauptet, dass „noch KEIN deutscher Journalist“ gemeldet habe, dass mindestens sechs Menschen getötet worden sein sollen?

„Focus Online“ verbreitet bereits diese Zahl, die man „aus Sicherheitskreisen“ erfahren habe, um 19:45 Uhr an prominenter Stelle:

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Screenshot: Focus Online

Um 19:55 meldet die Nachrichtenagentur AFP:

DRINGEND

Vermutlich sechs Tote bei Schießerei in München (AFP-Informationen)

Eine Minute später führt sie aus:

Ermittlerkreise: Vermutlich sechs Tote bei Schießerei in München

EILMELDUNG

München (AFP) – Bei der Schießerei in München hat es vermutlich mindestens sechs Tote sowie mehrere Verletzte gegeben. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Freitag aus Ermittlerkreisen. Offiziell wollte ein Polizeisprecher die Zahlen nicht bestätigen, „der Polizeieinsatz läuft“, sagte er.

In weiteren Meldungen um 20:08 Uhr und 20:14 Uhr wiederholt sie ihre Informationen.

Der Nachrichtensender N24 hat die Zahl ab kurz vor 20 Uhr in seinem Laufband:

Screenshot: N24

Der Nachrichtensender n-tv blendet sie gegen 20 Uhr zum ersten Mal ein:

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Screenshot: n-tv

Regionalzeitungen wie die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichteten:

Lokalzeitungen wie die „Berliner Zeitung“:

Privatsender wie ProSieben:

Im BR-Fernsehen sagt Stefan Scheider kurz vor der 20-Uhr-„Tagesschau“:

Ich höre auch, es laufen Agenturmeldungen im Nachrichtenticker, da ist die Rede von sechs Toten. Eine Meldung, die aber noch nicht bestätigt ist.

Um 20:20 Uhr berichtet Oliver Bendixen, der Polizeireporter des Bayerischen Rundfunks, von sechs Toten:

Um 20:28 Uhr meldet die Nachrichtenagentur Reuters in ihrem Liveticker:

Sechs Tote und viele Verletzte in München

(…) Die Zahl der Toten hat sich nach einem Bericht des Bayerischen Rundfunks auf sechs erhöht. Es gebe keine weiteren Tatorte.

„Spiegel Online“ informiert kurz darauf:

Screenshot: Spiegel Online

Knapp zehn Minuten später beklagt sich Lügenpresse-Spezialist Udo Ulfkotte, dass „KEIN deutscher Journalist“ melde, dass es sechs Tote gegeben haben soll.

41 Kommentare

  1. Ulfkotte sollte vielleicht auch mal diese „vertrauensunwürdigen“ deutsche Medien konsumieren, um über sie schlecht reden zu können.

    Und danach sollte er auch mal in Psychotherapie, nicht dass er eines Tages mal Amok läuft: Udo U.

  2. Bei aller Liebe zum eigentlich immer berechtigten Ulfkotte-Bashing – 20:38 Uhr in London bedeutet 19:38 Uhr in Deutschland…

  3. @Fred Grimm
    Bei Ihnen geht die Sonne im Westen auf? London is noch immer eine Stunde nach uns. Ansonsten schließe ich mich dem ersten Kommentar an, es gibt Ärzte und Mittel die Ulfkotte helfen könnten. Wenns erstmal eine chronische Psychose wird hilft ihm nur noch die Flucht zu Putin.

  4. Ein Artikel zum Fremdschämen. Hast Du keine andere Themen oder ist es Ausdruck einer gewachsenen Hassliebe?

    In dieser Woche hat die sogenannte Anti-IS-Koalition, die bekanntlich unter Beteiligung der Bundeswehr in Syrien völkerrechtswidrig Krieg führt, in der Ortschaft Manbij bei Bombenangriffen eine dreistellige Zahl an Zivilisten getötet, darunter einige Dutzend Kinder.

    Kannst Du uns mitteilen, warum ARD und ZDF darüber nicht berichtet haben? Dies zum Thema Lügenpresse. Diesen Skandal hättest Du aufgreifen können. Meines Wissens hat nur Telepolis berichtet

    http://www.heise.de/tp/artikel/48/48890/1.html

  5. Ich denke es gibt wichtigere Dinge , wie zb. die neuesten Wikileaks .
    Was halten sie denn davon , das die DNC Leaks klar darlegen wie durch Absprachen mit den großen US Medien versucht wurde Bernie Sanders zu verhindern. Und das ist unser demokratisches Vorbild Land.
    Ulfkotte mag vll. Stoff geben für eine Ehrenrettung der „Lügenpresse“ , aber es gäbe auch genügend Stoff mit dem Finger auf diese „Lügenpresse“ zu zeigen , welche die zivilen Opfer in Syrien und die Kriegsverbrechen der US finanzierten Rebellen wiedermal in ARD und ZDF verschweigen. Wir wissen genau das es kein Versehen ist und dieses systematische Vorgehen ganz schlecht für die Demokratie in Deutschland ist. Sie sehen, es gibt Wichtigeres als Ulfkotte !

  6. @6 Walter

    1.) nur weil es auf Telepolis erscheint, ist es nicht automatisch die Wahrheit
    2.) Telepolis ist keine Referenz, da erscheint fast so viel Müll wie beim Kopp-Verlag
    3.) die Quelle ist vage und abgesehen von der Überschrift bei Telepolis ist auch überall im Telepolis-Artikel der Konjunktiv dabei

    und überhaupt 4.)
    Übermedien kann sich die Themen selbst aussuchen und Udo Ulfkotte ist ein regelmäßig wiederkehrendes Thema bei Bildblog und Stefan Niggemeier, da Ulfkotte das Thema Medien betrifft und Übermedien/Bildblog nicht das Thema Krieg betreffen

  7. Hmmm, die Diskussion um die Zeit im Zusammenhang mit dem Artikel kann ich nicht nachvollziehen.
    Wenn jemand 20.38 Uhr in Deutschland eine Nachricht zur Kenntnis nimmt (oder ignoriert) und 19.38 Uhr geschieht das gleiche in London, dann, so muss man die vierte Dimension schon begreifen, dann nämlich, nehmen beide Menschen die Nachricht dennoch zum selben Zeitpunkt zur Kenntnis.

  8. Ich möchte eher andersherum fragen. Nicht „Wurde korrekt berichtet?“ sondern eher „Warum wird überhaupt über dieses Ereignis berichtet?“.

    Bei den verschiedenen Ereignissen, über die wir in den letzten Tagen informiert wurden (Nizza, Würzburg, München) handelt es sich doch offensichtlich um Suizide mit Mitnahme anderer Menschen. Und die Berichterstattung über Suizide erzeugt doch stets Nachahmer.

    Daß Menschen Suizid begehen und dabei noch andere mitnehmen, ist kein neues Phänomen. Ich erinnere mich daran, bereits in den 70ern und 80ern davon gelesen zu haben, daß Autofahrer bewusst als Geisterfahrer auf die Autobahn fahren, um noch eine ganze Familie in den Tod mitzunehmen. „Die Gesellschaft hat mir so viel Böses angetan, jetzt trete ich ab und zahle ich es ihr heim, indem ich noch ein paar andere Menschen mitnehme.“

    Eine Suche im Spiegel-Archiv führt z.B. zu diesem Artikel, in dem das Thema aufgegriffen wird:
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40615326.html

    Und auch aktuelle Fälle gibt es dazu im Netz:
    http://www.stern.de/panorama/wissen/mensch/3272026.html

    Bei solchen Fällen sterben auch eine ganze Reihe unschuldiger Personen, und der Täter kann nachher nicht mehr belangt werden, doch solche Taten sind zunächst nur in der Lokalpresse zu finden, überregional werden solche Taten erst Monate oder Jahre später unter dem Aspekt des Wissenschaftsjournalismus aufgegriffen.

    Der Täter von Nizza hat vor der Tat sein Hab und Gut verschenkt, z.B. große Geldsummen. Dies wird von vielen als Beleg dafür gesehen, daß er tatsächlich einer Terrorgruppe angehört habe. Allerdings aber ist „Verschenken persönlicher wertvoller Sachen“ ein bekanntes Warnsignal für Suizid-Absichten, siehe z.B. hier:
    http://invia-hamburg.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Pocketflyer__U25_.pdf

    Bemerkenswerterweise finde die Frage, warum erweiterten Suiziden in diesen Fällen so ein enormer publizistischer Raum eingeräumt wird, bisher bei keinem einzigen Presseartikel.

  9. Wer weiß, vielleicht hatte Ulfkotte sich in den Minuten vorher einfach nicht mehr informieren können, weil das Internet teilweise gestört war. Aber ich verstehe die ganze Diskussion darüber bei diesem grauenhaften Thema nicht.

  10. @Jessica, natürlich ist das anlassgebende Thema grauenvoll. Auf dieser Seite wird jedoch über U.U. diskutiert. Da er immer wieder schreckliche Themen aufgreift, um an ihnen zu demonstrieren, wie sie von unserer angeblichen Lügenpresse angeblich systematisch verschleiert werden, kommt es leider immer wieder zu solchen Berührungspunkten.

    Hier lag nun mal ein klarer Fall vor, bei dem U.U. das gesamte deutsche Nachrichtenwesen lauthals der Unterschlagung von Informationen bezichtigt hat, obwohl es zahlreiche klare Gegenbeweise gab. Und das muss man schon zur Sprache bringen, denn es verdeutlicht seine „Arbeitsweise“.

    Leider finden sich ja noch immer genügend Anhänger, die sagen, „das hier war vielleicht falsch, aber im Prinzip hat er Recht“. Hat er eben nicht!

  11. Ich fürchte, diese zweifellos integeren Widerreden erweisen dem in Rede stehenden Akteur, zu dessen Suchmaschinenrelevanz ich nicht durch erneute Wiederholung des Namens beitragen möchte, schlichtweg zu viel Ehre.

  12. Udo Ulfkotte ist ja nur einer von zahllosen Bedauernswerten, die keine Scheu haben, sich in aller Öffentlichkeit zu blamieren. So schrieb Burkhard Schröder, Sprecher der AfD Kreis Krefeld, in der Nacht zum Samstag auf seiner Facebookseite:

    „Nichts anderes habe ich erwartet. Tagesthemen von heute zum islamistischem Attentat in München:
    Der beschwichtigende Versuch, alles nicht nur zu verharmlosen- nein! Alles zu relativieren und gar den Verdacht auszusprechen, es könnte auch ein Attentat mit rechtem Hintergrund sein.
    Nichts anderes habe ich von den Öffentlich-rechtlichen Qualitätsmedien erwartet.
    Man spricht nicht bewusst nicht von einem islamisch begründetem Anschlag, sondern von einer Schießerei.
    Die angeblichen Betroffenheitsbekundungen der Bahnhofsklatscher, Islamverliebten und Multikulti Fans erzeugen bei mir nur einen Brechreiz.“

    Bei einem Funktionär irgendeiner anderen Partei hätte es zumindest einen lokalen Aufschrei gegeben. Bei der AfD sagt man sich: na, was soll´s, ist halt die AfD. Man gewöhnt sich an den Stuss, den diese Truppe da täglich von sich gibt.

  13. @12 Daniel Rehbein

    Es war für die Menschen in München sicherlich von Anfang an berichtenswert, um sich von der Gegend dort fernzuhalten und zu verstehen, weshalb der ÖPNV stillsteht.

    Ich hatte die Meldung am Freitag erst zur Tagesschau mitbekommen und als klar war, dass es sich nur um München handelte, war es für mich akut zumindest uninteressant.

    Es war unvermeidlich durch Radio oder Schlagzeilen in den Folgetagen weitere Details zu erfahren, aber es gibt keine News für mich und ich werde am besten den Wikipedia-Artikel dazu in 2 Wochen lesen, wenn es mich überhaupt noch interessieren sollte.
    Das darf man nicht mit Kopf-in-den-Sand-Stecken verwechseln, sondern das Filtern des Nachrichtenangebots nach echten Nachrichten: z.B. BND-Gesetz

    Ich fürchte aber, dass ich im TV beim Zappen den Bosbach wieder vermehrt sehen muss

  14. Jetzt mal ehrlich, während der Berichterstattung über das Ereignis in München drängte sich doch eine Frage geradezu zwingend und wie selbstverständlich auf:
    Wie würde Udo Ulfkotte die mediale Aufarbeitung in seinem Sinne instrumentalisieren?
    Man muss Übermedien dankbar sein, diese Frage prompt und überzeugend beantwortet zu haben, die Macher haben den Finger wie immer am Puls der Zeit!

  15. @20 Frank Reichelt

    Da sind Sie wohl der Einzige, dem sich diese Frage zwingend aufdrängte. Denken Sie wirklich ständig an diesen U.? Macht ihn das nicht bedeutsamer, als er ist?

  16. @14, Chris: ARD + ZDF haben nicht informiert. Kaum jemand kennt den Vorfall und nur das ist relevant. Frage Deinen Nachbarn. Wer glaubt, so eine Informationspolitik wäre Zufall oder Schlamperei, der benötigt in der Tat billige Aluhut-Vorwürfe, damit das eigene Weltbild hält.

    Es sind dort diese Woche mehr Zivilisten zu Tode gekommen, als bei den Vorfällen in Nizza oder Paris. Das nicht angemessen darüber berichtet wurde, sondern nur in Pseudo-Artikel unter ferner liefen, müsste medienkritsche Journalisten eigentlich umtreiben. Aber OK. Ulfkottes Fürze scheinen wichtiger zu sein.

  17. Kleiner technischer Hinweis: Diesem Artikel fehlt der Tag »Ulfis Welt«, sodass er nicht auf der verlinkten Übersichtsseite aller Artikel der Kolumne angezeigt wird.

  18. Ulfkotte verhält sich anscheinend ganz nach Bedarf mal mehr, mal weniger kritisch. Deutsche Medien berichten heute seit mehreren Stunden über die tödliche Machetenattacke in Reutlingen und informieren auch sogleich, daß der Attentäter ein 21jähriger syrischer Flüchtling ist. Über die Identität des Mordopfers und der überlebenden Verletzten erfährt man aber so gut wie nichts. Das könnte Ulfkotte kritisieren. Tut er aber nicht.

  19. Jessica,
    Sie müssen dem Ulfkotte aber auch Zeit geben, die Formulierungen zu finden, die er bei seiner Agitation benötigt. Jetzt hat er sie gefunden: das Opfer in Reutlingen stand in keiner Beziehung zum Täter, sondern war (Exklusiv-Recherche von U.U. auf Facebook) eine „Passantin“.
    Übrigens töten nur nicht-deutsche Männer Frauen. Bestimmt wird Ulfkotte auch das noch herausfinden.

  20. Muss meiner Wut mal Luft verschaffen:
    Seit dem schreklichen Amoklauf in München, bei dem der Täter es ja besonders auf andere gleichaltrige (muslimische) Jugendlichen abgesehen hatte, laufen die sogenannten „alternativen Medien“ Sturm dagegen und versuchen verzweifelt, einen ‪#‎deasch‬ Zusammenhang zu basteln.
    Ganz vorn mit dabei ist – wie üblich – der be(koppt)e Hassschreiber und ehemalige FAZ Journalist (Zitat):
    „Ein einzelner islamischer Attentäter kann ganz locker eine ganze Großstadt in Panik versetzen und in aller Ruhe morden. Unsere Sicherheitskräfte schauen politisch korrekt erst mal zu.“
    Das dieser Hassprediger offensichtlich keinerlei Ahnung von polizeilicher Arbeit hat, offenbart er ja eindrücklich selber. Wahrscheinlich hätte er sich gewünscht, dass die Polizei erstmal alle „Verdächtigen“ abknallt und dann schaut, ob es der Täter war. Anders kann ich leider diese Kritik nicht intepretieren…
    Zumal er dann schnell auf „seine“ Forderungen schwenkt:
    Besorgtbürger gründet „Bürgerwehren“!
    Macht natürlich Sinn: Die hätten zwar weder Würzburg noch München verhindern können, wären dann aber sicher losgestürt, um sich – im besten Falle – gegenseitig abzuknallen!
    Aber darum geht es ihm auch nicht! Er will einen Bürgerkrieg – der Feind ist schliesslich schon lange ausgemacht: Junge muslimische Männer! Für den Hassprediger aus dem Hause Kopp offensichtlich die Rechtfertigung, ab sofort auf diese „Jagd“ machen zu dürfen… Schliesslich könnten sich ja womöglich vielleicht darunter Terroristen befinden…
    Umso übler wird es dann, wenn er diese „Bürgerwehren“ rechtfertigt: In Mexico gäbe es ja welche, die sich gegen Drogenkartelle organisieren… (Muslimische Jugendliche gleich Drogendealer?) oder in Australien heldenhafte (weisse) Einwanderer, die unbewaffnete Flüchtlingsboote von anderen Einwanderern beschiessen:
    „…und mitunter auch einfach zu versenken.“
    Das es womöglich auch vollkommen Unschuldige sozusagen als Kollateralschaden treffen kann – egal! Ein „dunkelhäutiger“ Bulgare, der sich in ein Villenviertel verirrt… hat halt „Pech“ gehab. Lynchjustiz gesellschaftsfähig machen – das Ziel der neuen rechten „Sicherheitspolitik“! Weil dann kann man ja auch mal nach ner neuen „harten Hand“ rufen!

  21. @17TANGOZULU
    Das mag ja sein, aber seine durchaus vorhandene Prominenz beeinflussen Sie damit auch nicht. Und Prominenz muss ja nicht immer positiv besetzt sein. Wer seine Ressentimets zu bestimmten Themen rethorisch unterfüttert wissen möchte, wird ihn früher oder später finden. Wer sich mit bestimmten Behauptungen und deren Quelle auseinandersetzen möchte, wird ebenso auf ihn stoßen.
    Dennoch habe ich Ihnen zuliebe den Namen nun auch vermieden.
    Aber weshalb ihm in nun ausgerechnet in den Kommentaren hier zuviel Ehre zuteil wird, kann ich nicht nachvollziehen.
    @Frank Reichelt und Stefan Niggemeier (20 und 22):
    Ich musste lachen, schön wie ihr Euch im Laufe der Jahre nun so auf Anhieb versteht.

  22. @Jessica
    Wie haben Sie denn nur davon erfahren? Lesen Sie die Sun? Stand es im National Enquirer (gleich neben dem Elvis-lebt-Foto)? Hat der Udo live vom Tatort getwittert?
    Die deutschen Medien schweigen doch bestimmt wieder mal darüber.
    (zur Vorsicht: /nettgemeinte Ironie aus )

  23. @JUB68: Ich mäandere jetzt: UU war schon immer ein Wirrkopf, passte aber zwischendurch in den Comment der Herolde konservativen Bürgertums. Er konnte akademisierend und geheimtdienstkennerisch verbrämen, was pensionierte Chefärzte, Generäle und deren Epigonen halt so lesen wollen und selbst nicht so eloquent ausdrücken können. Bis selbst denen die Ausfälle zu offensichtlich wurden. Seither ist der Mann dort verbrannt und hat sich neuen Sphären zugewandt. Diese wiederum sind nicht durch rationale Informationsverarbeitung gekennzeichnet, d.h. Missionierung (womit auch immer) ist zwecklos. Das soll diese Sphäre nicht herabwürdigen; sie ist Bestandteil der Gesellschaft und wird halt nicht mehr durch Volksparteien domestiziert. Wir müssen sie wohl irgendwie demokratisch integrieren, werden sie aber nicht mit Argumenten erreichen. Auf diese Sphäre zielt das gesamte Agieren UUs im Sinne eines sich selbst bestätigenden Kreislaufs. Seinen Anhängern gegenüber nützt nicht der Hauch eines Arguments, das macht ihn dort nur größer. Man kann ihn algorhythmisch vielleicht tangieren, indem man unkommentiert seinen abseitigsten Behauptungen ein paar dürre Widerreden entgegenstellt, die auf die Keywords seiner Argumentation abzielen ( ohne seinenNamen zu wiederholen, das geht. Auf „F**kalien-Dschihad“ z.B. Hat er eindeutig das Trademark). Das auch gerne automatisiert. Aber wenn ein anerkannter Medienjournalist ihm eine Kolumne unter dem zärtlichen Titel „Ulfis Welt“ widmet, erhebt er ihn m.E. in den Stand derer, “ über die Niggemeier eine Kolume schreibt.

  24. @32 TangoZulu
    Mein erster Kontakt mit Herrn Ulfkotte war in den 90ern sein Buch Verschlusssache BND. Ich hatee mich tatsächlich vom Klappen- und Rückentext zum Kauf des Hardcovers animieren lassen.
    Zu Hause habe ich zum ersten mal in das Buch gelesen: Es war so zäh zu lesen, dass ich es aufgegeben hatte.

    Meine Lektion:
    1.) Lies auch mal ins Buch bevor du es kaufst
    2.) Ulfkotte ist wirr warr

    Ich habe das Buch noch hier, weil ich mich nicht traue, es in den offenen Bücherschrank hier im Stadtteil zu legen. Die Gefahr der Weiterverbreitung von diesem Buch ist mir zu groß. Aber ein Buch wegschmeissen kann ich auch nicht, das ist doch moralisch verboten ;-)

  25. @23, Walter
    Doch, lies
    @14
    (Aber – um Chris insoweit zu korrigieren – nimm vorher vielleicht doch kurz den Hut ab, egal, aus welchem Material der ist …)
    Statt Lügenpresse also wieder mal einfach (Mediennutzer-)Ignoranz …

  26. @33civichief: Für eine wissenschaftlich kommentierte Neuausgabe ist der Autor dann glücklicherweise doch noch nicht relevant genug;-)

    P.S. Mein Kommentar gestern Nacht war zugegenebermaßen auch kein Musterbeispiel für stringente Argumentationsführung.

  27. Hier Ulfkotte zum Massaker von Reutlingen. Hatte ja schon gehört, daß die Ermordete schwanger gewesen sei. Ulfkotte schreibt von „vier Kindern, das jüngste 8 Jahre alt, und die Frau war alleinerziehend“. Also alleinstehend und nochmal schwanger? Außerdem soll sie den Attentäter nicht persönlich gekannt haben, er sei kein Ex-Kollege von ihr gewesen.

    Tja alles sehr seltsam. Man weiß überhaupt nicht, was man noch glauben soll.

    **********

    Udo Ulfkotte
    Macheten-Terror: Die erbärmliche Lüge der deutschen Medien über den Mord in Reutlingen kommt langsam ans Licht.
    Anbei ein Artikel aus der polnischen Presse und eine kurze Zusammenfassung der Fakten.

    Die getötete Polin/Alleinerziehende Mutter hinterlässt vier Kinder. Das jüngste Kind ist 8 Jahre alt. Die Ermordete hatte keine Beziehung zu dem Syrer, er hat nicht in dem Imbiss gearbeitet!
    Vor 3 Monaten hat sie die Arbeit in dem Kebab Imbiss als Küchenhilfe aufgenommen um für die Familie/die Kinder das Geld zu verdienen. An dem Sonntag kam sie gerade nach dem Besuch der Familie in Polen zurück.
    Der Syrer ist arbeitslos und besuchte den Imbiss regelmäßig um dort seine Landsleute zu treffen. Er belästigte die Mitarbeiterin des Imbisses, deshalb wurde er mehrmals von den Mitarbeitern rausgeschmissen und vor die Tür gesetzt.
    Am Sonntag um ca. 16.30 Uhr kam der Syrer Muhamed mit einer riesigen Machete bewaffnet in den Imbiss durch den Hintereingang. Er griff die Mitarbeiterin Jolanta an. In blinder Wut begann er sie mit einer Machete zu schneiden…(…) Nach Reutlingen kommen bald die Kinder der Ermordeten um das Leichnam der Mutter zu identifizieren/bestätigen. Am Samstag wird in Reutlingen ein Trauermarsch stattfinden.

  28. @32 TANGOZULU
    Offensichtlich war Ihr Beitrag unter Nummer 17 für mich zu subtil.
    Sie kritisieren ja nun direkter, dass Ihnen eher missfällt, dass SN eine Art Serienkolummne eingerichtet hat, mit der regelmäßig über Absonderungen dieses Populisten berichtet (oder gespottet) wird.
    Aber so schön Sie Ihre Ansicht auch begründen, die Alternative, die mit Ihrer Begründung angeboten wird, heißt: Ignorieren wir ihn!
    Was im Vokabular seiner Anhänger sehr schnell in „Totschweigen“ umgedeutet werden kann. Der Schwachpunkt in Ihrer Argumentation ist dann der, dass Sie alle, die sich von „Ulfi“ beeinflussen lassen, schon aufgegeben haben.
    Und noch ein Detail:
    Der Titel der Serie wird von Ihnen als „zärtlich“ bezeichnet. Nach meiner Wahrnehmung wird hier aber jemand, der sich selbst sehr ernst nimmt, mit diesem Titel infantilisiert, also bezogen auf die Präsentation des eigenen Charakters auch herabgesetzt. Ich finde den Titel eher „bissig“ als „zärtlich“.
    Auf einer anderen Ebene kommen wir trotzdem zusammen, denn ich finde auch, dass SN es nicht nötig hat, so eine personenbezogene Serie zu kreieren. Nicht weil es U.U. erhebt, sondern weil es ein wenig zu verbissen wirkt. Eine allgemeinere Serie über verbitterte, alte, weiße Männer wäre sicherlich angemessener.

  29. @38 JUB68: Ich nenne es „Abbruch der Kommunikation“. Und zwar mit all denen, die dadurch Aufmersamkeit erregen, dass sie die Konventionen der Bürgerlichen Öffentlichkeit missachten – also nicht bereit sind, ein Mindestmaß an Argumentation und an Respekt vor anderen Auffassungen aufzubringen. UUs Wortmeldungen sind keine Beiträge zu einer öffentlichen Debatte, sondern Geschrei und Gefuchtel zur Profilierung im eigenen Lager. Ob dieses nun die Niggemeiersche Widerrede oder ein Ignorieren zum Anlass nimmt, seinen Herold hinterher noch lauter zu beklatschen, ist im Prinzip beliebig (hier stimme ich Ihnen zu, von dort erwarte ich keine Anknüpfungspunkte mehr für öffentliche Debatten). Dementsprechend kann ich z.B. auch nicht mehr über B.-v.-Storch-Virals lachen, a) weil’s billig ist und b) ihr zu viel Aufmerksamkeit zuwendet.
    Dabei liegt das Gift in der Dosis: Angemessen fand ich z.B. Niggemeiers Rezension des UU-Buches, weil es sich außergewöhnlich gut verkaufte und zumindest der Umfang eine ausführlichere Auseinandersetzung rechtfertigte. Dabei bestand die Chance, diejenigen zu erreichen, die vielleicht am Thema interessiert sind, aber die Quelle nicht einschätzen konnten. Umgekehrt: Auf eine einzelne Facebook-Sentenz von UU mit derart akribischer Nachweisführung zu reagieren, halte ich für asymmetrisch zu Gunsten der entstehenden Aufmerksamkeit für den Kritisierten. Plus: Es birgt das Risiko, selbst die Taktik der beliebigen Materialanhäufung zu repräsentieren, die ich normalerweise im anderen Lager beobachte. A propos Lager (letzter Aspekt, I swear!): Der Abbruch der Kommunikation mit UU und seiner Fundamentalistensphäre ist nicht grundsätzlich irreversibel, falls die Betreffenden zu demokratiegerechtem Verhalten zurückkehren.

  30. Artikel gefällt mir, habe sehr gelacht.

    Kannte Ulfkotte lange nicht und die Arbeit von Stefan Niggemeier hat ihn mir nahe gebracht. Für unbedarfte Mediennutzer oder -verweigerer also eine gute Informationsarbeit.
    Beiträge aus der mentalen Hölle – weiter so.

  31. Nun denn, Udo Ulfkotte besucht also irgendwann nach 19:44 MEZ die Internetseite von Daily Mail, liest den Artikel und wundert sich, dass die das schon um 18:44 (GMT) wussten.
    Kleiner Lügenpresse-Experten-Lapsus.

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