Gendern bei ARD und ZDF

Eine kleine Pause, die einige Leute aufregt

„Jetzt schnallen Sie sich an“, sagte Claus Kleber am 5. Januar 2020 im „heute journal“, „aber legen Sie die Prophezeihungen der Expert*innen bitte auf keine Goldwaage“.

Es war eines der ersten Gendersternchen in den ZDF-Nachrichten. Gesprochen klingt es wie eine kleine Pause zwischen dem Wortstamm und der Endung: Expert – Pause – innen. Eine Pause, die einige Leute ziemlich aufregt.

Claus Kleber: Gendern für den „Erkenntnis-Gewinn“ ZDF / Montage: Ü

Kleber selbst will um den stimmlosen glottalen Plosiv, wie die hörbare Lücke linguistisch korrekt heißt, nicht zu viel Tamtam machen. „Gelegentlich spiele ich mit dieser Mode-Erscheinung, das ist alles“, schreibt er auf Nachfrage von Übermedien. Und weiter:

„Der stimmlose glottale Plosiv gehört zu einem Strauß von Möglichkeiten, darauf aufmerksam zu machen, dass in unserer gesellschaftlichen und medialen Realität nach wie vor sinnlose Gender-Unterschiede gemacht werden. Wo im Bruchteil einer Sekunde noch Erkenntnis-Gewinne erzielt werden können (Chef-Ärzt*innen, Fernfahrer*innen), nutze ich das. Aber eben nicht als Kreuzzug zur Veränderung der deutschen Sprache.“

Claus Kleber war bisher nicht als großer Feminist aufgefallen. 2017 sollte er den Negativpreis „Saure Gurke“ erhalten, weil er die Schauspielerin Maria Furtwängler mit Fragen konfrontiert hatte, die einige als chauvinistisch empfunden hatten. Kleber nahm den Preis damals nicht an. Dass ausgerechnet er nun als einer der ersten den Genderstern in den „heute“-Nachrichten hörbar machte, hat auch seine Kollegin Petra Gerster überzeugt.

„Manchmal muss man sich einfach einen Ruck geben“

Gerster, die ihre Fernsehkarriere in den 1980er-Jahren bei dem Frauenmagazin „Mona Lisa“ begonnen hat, spricht in ihren Moderationstexten schon länger von „Regierenden“ oder „Länderchefinnen und -Chefs“.

Petra Gerster: „Das generische Maskulinum hat mich lange nicht gestört“ ZDF

„Gegen das gesprochene Sternchen habe ich mich aber lange gesperrt, weil ich dachte, es klänge nicht schön.“ Bei Kleber habe sie gemerkt, dass man sich an die hörbare Lücke durchaus gewöhnen kann. „Manchmal muss man sich einfach einen Ruck geben“, sagt Gerster. Seit einigen Wochen spricht sie nun die Lücke ab und zu mit.

In ihrem Sender sei das Thema immer wieder besprochen wurden, auch mit der Chefredaktion. Zwar gibt es im ZDF, wie in vielen öffentlich-rechtlichen Anstalten mittlerweile einen Leitfaden für gendergerechtes Sprechen. Feste Vorgaben, wie gesprochen werden soll, gibt es aber nicht. Es ist keine Pflicht.

Nach Gersters erster Sendung mit Genderstern seien etwa 60 Beschwerden in der Redaktion angekommen, erzählt sie. Das sei außergewöhnlich viel. Die meisten Reaktionen seien von Männern gewesen, die die gesprochene Lücke als „Zumutung“ empfunden hätten. Sie selbst habe „böse Briefe“ von Zuschauern bekommen – ob sie denn jetzt bald auch von „Papierkörb*innen“ sprechen würde, zum Beispiel. Mittlerweile beschwerten sich weniger.

Auch Karen Schmied hat erlebt, wie sehr das Thema polarisiert. Schmied ist Programmchefin von Radio Fritz, dem jungen Sender des Rundfunks Berlin Brandenburg (RBB). Im August hatte Radio Fritz angekündigt, in Nachrichtensendungen ab sofort konsequent den Genderstern mitzusprechen. Fritz ist damit der erste Radiosender der ARD, der durchgehend gendert.

„Extrem emotionale“ Reaktionen

Zwölf Jahre ist Karen Schmied nun Programmchefin von Fritz. Keine Entscheidung seither habe so heftige Reaktionen ausgelöst: „Eine Welle von Reaktionen ist über uns gerollt, damit hatten wir nicht gerechnet“, sagt Schmied. Meinungsmäßig seien die Reaktionen ausgeglichen gewesen: Rund die Hälfte habe die Entscheidung gut gefunden, die andere Hälfte schlecht. „Was beide Lager aber verbunden hat, war: Sie waren extrem emotional.“

Das zeigt sich auch im Internet. Klickt man sich durch soziale Netzwerke und Kommentare unter Artikeln, die die Entscheidung von Radio Fritz vermelden, feiern die einen die Entscheidung als Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit. Die anderen werfen dem Sender vor, die deutsche Sprache zu entstellen und sie einer Ideologie zu unterwerfen.

Der Brandenburger Landesverband der AfD etwa veröffentlichte eine Stellungnahme zu der Entscheidung von Fritz, schrieb von „zwangsgebührenfinanzierter Sprachverhunzung“, die einer „Vergewaltigung“ gleichkomme, einer „Abschaffung der deutschen Sprache, die fundamentaler Bestandteil unserer gemeinsamen Identität als Volk ist“.

Wie viele Beschwerden insgesamt bei Fritz ankamen, hat Programmchefin Schmied nicht gezählt. „Auffällig war aber, dass die meisten Reaktionen von Menschen kamen, die sich mit dem Thema Gendern beschäftigen, aber gar nicht unser Programm hören.“

Radio Fritz ist ein kleiner Sender, der sich an ein Publikum zwischen 14 und 29 Jahren richtet. Ihrer Zielgruppe, sagt Schmied, sei das Thema Gendern sehr wichtig. Jetzt, wo sich der Genderstern im Programm etabliert habe und die Aufregung abgeebbt ist, erreichen Radio Fritz kaum noch Reaktionen.

„Entspricht nicht dem allgemeinen Sprachgefühl“

Als kleiner, junger Sender genießt Fritz in der großen ARD-Familie auch eine gewisse Freiheit. In der „Tagesschau“ oder den „Tagesthemen“, zum Beispiel, wird bisher nur selten gegendert. Das ist auch nicht gewollt: Der Genderstern entspreche derzeit nicht dem allgemeinen Sprachgefühl und solle daher in der Hauptnachrichtensendung der ARD nicht verwendet werden, sagte Marcus Bornheim, Chef von ARD aktuell, Ende August dem „Tagesspiegel“.  In ihren Beiträgen auf Instagram aber, der Plattform, auf der sie das junge Publikum erreichen will, nutzt die Redaktion Gendersterne oder -Doppelpunkte.

Die Zuschauer*innen des ZDF sind im Schnitt über 60 Jahre alt. Petra Gerster weiß, dass Gendern für dieses Publikum nicht so selbstverständlich ist wie für das eines jungen Radiosenders:

„Ich bin Feministin seit meiner Jugend, aber auch mich hat das generische Maskulinum lange nicht gestört. Erst durch Diskussionen mit jungen Frauen, auch in meiner Familie, habe ich gemerkt, wie wichtig sprachliche Sensibilität ist.“

Dennoch will Gerster das Gendern nicht „mit dem Bulldozer“ durchdrücken, sondern auch Rücksicht auf die Hörgewohnheiten der Zuschauer*innen nehmen. Sie wechselt die Formen ab, setzt das Sternchen nur da ein, wo es der Kontext hergibt. „Neandertaler*innen würde ich eher nicht sagen. Das entbehrte nicht einer gewissen Komik. Und so lange nicht bewiesen ist, dass ein großer Teil der Täter bei Kinderpornografie weiblich ist, werde ich auch da weiter nur von Tätern sprechen.“

Gerade im konservativen und rechten Lager stößt das Gendern in den öffentlich-rechtlichen Sendern auf Kritik und Häme. Im Sommer hatte Walter Krämer, der Vorsitzende der Stiftung Deutscher Sprache, zahlreiche Rundfunk- und Fernsehräte von ARD, ZDF und Deutschlandfunk angeschrieben und sich über den angeblich rechtschreibwidrigen und Männer diskriminierenden Einsatz des Gendersterns beschwert.

Auch die rechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“ polemisiert dagegen. Chefredakteur Dieter Stein sieht hinter dem Gendern eine „todernste, brutale Machtfrage“. Er twittert: „Woher nehmen ARD, ZDF und der öffentlich-rechtliche Rundfunk eigentlich das Recht, ohne demokratische Legitimation putschartig linksradikales Gendersprech im Sendebetrieb durchzusetzen?“.

Dabei hat sich das Gendern alles andere als putschartig in die Programme eingeschlichen. Im Gegenteil: Viele Öffentlich-Rechtliche sind bei dem Thema bemerkenswert transparent. Der SWR-Hörfunk hat Redakteur*innen on air die Vor- und Nachteile des Genderns diskutieren lassen, der Deutschlandfunk hat in eigener Sache berichtet und diskutiert. Das Medienmagazin des WDR hat sogar seine Hörer*innen abstimmen lassen. Das Ergebnis: Mehr als die Hälfte der Hörer*innen befürwortet das Gendern im Programm.

Auch das ZDF hat das Gendern im Programm öffentlich thematisiert. „Die Redaktionen entscheiden selbst, welche Form der Ansprache für das jeweilige Format am besten geeignet ist“, schreibt der Sender auf Facebook. Es gebe keine Vorgaben. Wie emotional das Thema ist, zeigt sich auch hier: Über 1.600 Kommentare finden sich unter dem Beitrag – gut zehnmal mehr als üblich.

Nur 20 Prozent O-Tongeber*innen in den Nachrichten

Den gendernden Moderator*innen der „heute“-Sendung steht an anderer Stelle eine weniger gute Geschlechterbilanz gegenüber. Im zurückliegenden Jahr kamen in der Nachrichtensendung wesentlich weniger Frauen zu Wort als in den Jahren zuvor. Das Branchenmagazin „kress Report“ hat gezählt, dass in den „heute“-Beiträgen nur etwa knapp 20 Prozent der O-Tongeber*innen weiblich sind. Bei der „Tagesschau“ im Esten und bei den Nachrichten im Schweizer und im britischen Fernsehen sieht es ähnlich aus.

Während die Nachrichten-Moderator*innen in ihrer Sprache also sehr genau darauf achten, alle Geschlechter einzubedenken, sind es in den Beiträgen und Interviews trotzdem überwiegend Männer, die die Welt erklären dürfen. Oder die Pandemie. Oder die Politik. Aber wie passt das zusammen?

„Vielleicht sogar sehr gut“, sagt Petra Gerster. „Wir erleben derzeit einen gravierenden Rückschritt in der Gleichberechtigung. Im Bundestag sitzen heute weniger Frauen als vor 20 Jahren. Ich finde es gerade deswegen wichtig, dass Sprache sensibler wird und alle Geschlechter einschließt.“

Gerster und ihrer Redaktion war schon vorher aufgefallen, dass in diesem Jahr und besonders während der ersten Corona-Welle deutlich mehr Männer in der „heute“-Sendung befragt wurden. Sie haben seitdem, sagt Gerster, Listen mit weiblichen Expertinnen angelegt und bemühen sich nun sehr, mehr Frauen ins Programm zu holen.

Nachtrag, 7.12.2020. Im „Medienmagazin“ von Radio Eins (RBB) haben sich RBB-Intendantin Patricia Schlesinger und BR-Informationsdirektor Thomas Hinrichs zum Thema geäußert.

Patricia Schlesinger will es Moderator*innen überlassen, ob sie den Genderstern mitsprechen oder nicht. Ihr selbst falle das Sternchen schwer, auch optisch finde sie es nicht schön, es sei „eine Vergewaltigung der Sprache“.

Thomas Hinrichs sagt, der BR wolle die Menschen nicht „bevormunden“ oder „erziehen“. Solange die Mehrheit der Bevölkerung den Genderstern nicht spreche, „werden wir es auch nicht sprechen. Ganz einfach!“. Als Ausnahme nennt Hinrichs Sendungen mit junger Zielgruppe, dort werde es auch beim BR gemacht. Es aber grundsätzlich den Moderator*innen zu überlassen, lehnt Hinrichs ab. Das ganze Interview können Sie hier hören.

92 Kommentare

  1. Ja, ja. Dieter Stein, Walter Krämer und die AfD. Damit auch alle merken, dass man mindestens kurz vor vor Nazi sein muss, wenn einem das Gendern in Augen und Ohren wehtut.

    Ihr habt doch gewonnen! Freut Euch an den „…r*innen“-Würgelauten dreimal im Satz, aber verlangt bitte nicht noch alle drei Wochen moralische und politische Zustimmung.

  2. Wie groß in Prozent muss ein „großer“ Teil einer Gruppe sein, um ihn zu gendern?
    „Neandertaler*innen würde ich eher nicht sagen. Das entbehrte nicht einer gewissen Komik. Und so lange nicht bewiesen ist, dass ein großer Teil der Täter bei Kinderpornografie weiblich ist, werde ich auch da weiter nur von Tätern sprechen.“
    Neandertalerinnen und -taler. Wo wäre das Problem? Aber Täterinnen unter den Tisch fallen lassen.

  3. @4: Ja, klar. Ich würge aber trotzdem eher selten, wenn ich z.B. Kellner*innen sage. Bei mir klingt das dann nach Kellna-innen. Das ist bei mir der gleiche Laut wie bei beinhalten. Kein Problem.

  4. Vielen Dank an Medienredakteurieren*_In (m/w/d) From_I*m (m/w/d).
    Das ist doch eine doppelplus gute Nachricht, wenn nicht nur Moderator_I*n (m/w/d) Wil*_Il (m/w/d), sondern auch Nachrichtensprecher*_In (m/w/d) Klebende (m/w/d) mitmacht. Diesem Beispiel sollten alle Nachrichtensprecher*_Innen (m/w/d) und Modartor*_Innen (m/w/d) folgen. Das gendersche Neusprech wirkt ja nicht nur positiv auf den Sprachfluss und die Textlesbarkeit, es würde darüberhinaus unseren ausländischen Mitbürger*_Innen (m/w/d) die Integration erleichtern. Was glauben Sie, wie das die NazI*_nnen (m/w/d), RechtspopulistI_*nnen (m/w/d) und Rechtsradikal*I_nnen (m/w/d) wütend macht.

  5. @ Nashorn (#6):

    Ich beziehe mich da auf eine wiederholte Erfahrung im Deutschlandfunk. Aber ist auch egal. Mein Grundproblem ist ein anderes. Es hat sich – auf Basis einer m.E. falschen Theorie – ein Verständnis von Sprache durchgesetzt, das auf eine Dauer-Politisierung hinausläuft. Jeder Satz wird zur politischen Ich-Botschaft: Ich bin woke, wer nicht mitmacht ist wie Dieter Stein, Walter Krämer, AfD.

    Und es hört nie auf. Es kann gar nicht aufhören, weil sich a) die erhofften Veränderungen durch Sprachpolitik nicht einstellen werden und b) inzwischen in jeder Stadtverwaltung und in jeder ÖR-Redaktion Leute sitzen, die für die Sprachkorrektur bezahlt werden.

    Flüchtlinge? Schon lange böses Wort! Geflüchtete? Wird gerade böse – „geflüchtete Menschen“ muss es jetzt heißen (bis zur nächsten Volte in zwei Jahren). Überhaupt muss man seit kurzem überall „Menschen“ davorsetzen. „Menschen jüdischen Glaubens“, „Menschen muslimischen Glaubens“, „Menschen mit Behinderungen“ – wer das nicht sagt, spreche den Leuten ihr Menschsein ab, heißt es. Was für ein Unsinn. Als gäbe es auch Topfpflanzen muslimischen Glaubens!

    Als ich kürzlich bei der Arbeit in einem Text das Wort „Judenvernichtung“ benutzte, belehrte mich eine Praktikantin, dies entspreche nicht mehr „dem Stand der Wissenschaft“. Es müsse stattdessen „als Jüd*innen gelesene vernichtete Menschen“ heißen. (Vielleicht kann sie das ja mal Raul Hilberg erzählen, der den Nazis nur knapp entkommen ist und später das Standardwerk „Die Vernichtung der europäischen Juden“ verfasste.*)

    Diese politisch korrekten Zurichtungsmaßnahmen basieren auf einem gedankenarmen Moralismus, der – ganz entgegen seiner Intention – jegliches Gefühl aus der Sprache vertreibt, jegliche Poesie und jegliche Ambivalenz. Da es in Instituten entworfen und von Beauftragten durchgesetzt wird, hat es durchaus etwas von „Neusprech“ (auch wenn ich den Akteuren ihren guten Willen gar nicht absprechen will).

    Ich bin es so satt…

    *Vermutlich würde sie Hilberg Sexismus vorwerfen, weil er nicht gegendert hat.

  6. Nachtrag: Ich distanziere mich von Jörn. Dass auch er das Wort „Neusprech“ verwendet, habe ich erst nach Verfassung meines Beitrags #8 gelesen. Seine politische Intention hat mit meiner nichts zu tun.

  7. #2
    Klar haben »wir« gewonnen. Das Weitsichtige, Visionäre gewinnt immer. Sonst hätte sich der Homo erectus niemals aufgerichtet.

  8. „Das Weitsichtige, Visionäre gewinnt immer. Sonst hätte sich der Homo erectus niemals aufgerichtet.“
    Äh, das war natürliche Selektion.

  9. @MFD (#10):

    Sie klingen wie ein Silicon-Valley-Transhumanist. Die haben auch so esoterische Vorstellungen von der Evolution. Tatsächlich passt das gut zu einer Linken, die Triumphe auf dem Feld von Sprachregelungen feiert, während das Kapital dabei ist, die Menschheit abzuschaffen.

    Früher, lange vor meiner Geburt, gab es mal eine Fortschrittsskepsis in der Linken, die ich heute sehr schätze: Die „Dialektik der Aufklärung“ wäre zu nennen, oder „Die Antiquiertheit des Menschen“ von Günther Anders. Heute ist jede Abscheulichkeit willkommen, solange die Protagonisten nur betonen, wie divers das Personal ist, dass sie bei der Abschaffung der Humanität beschäftigen.

    (Sorry, bin heute finster drauf. Stehe aber zu der Position.)

  10. Dass auch er das Wort „Neusprech“ verwendet, habe ich erst nach Verfassung meines Beitrags #8 gelesen.

    Und schon haben wir einen Grund, das pöse Wort Neusprech im Zusammenhang mit dem genderschen Neusprech zu verbieten.
    Es geht voran.
    Im Übrigen habe ich darüber hinaus die Worte „und“, „an“, „positiv“, „auf“, „auch“ und „nicht“ verwendet. Diese werden also nicht mehr über Ihre Lippen gehen.
    Die Zukunft ist wortkarg. Und dann sprachlos.

    Seine politische Intention hat mit meiner nichts zu tun.

    Da ich mich bei Medienredakteurieren*_In (m/w/d) From_I*m (m/w/d) bedankt habe, bedeutet das ja, dass sie dagegen sind. Oder was ganz anders.
    Es bleibt kompliziert.

  11. Früher, lange vor meiner Geburt, gab es mal eine Fortschrittsskepsis in der Linken

    Sie haben ja gerade gesagt, dass meine politische Intention nicht die Ihre ist. Es wird Sie also nicht wundern, wenn ich das Gegenteil feststelle.

    Früher, lange vor meiner Geburt, aber auch noch ein paar Jahre danach, war die Linke fortschrittsfreundlich. Genaugenommen beruht der Marxismus auf dem Glauben an den Fortschritt.
    Der Fortschritt in Wissenschaft und Technik wird eine Gesellschaft ermöglichen, in der jeder nach seinen Fähigkeiten arbeitet und nach seinen Bedürfnissen lebt. Die Produktivität machts möglich.

    Noch in den 60ern wurden massenhaft Bücher publiziert, die den Fortschritt verherrlichten. Da gab es fliegende Autos, einen absterbenden Staat, Urlaubsflüge zum Mars und solche Sachen. Utopisch, überdreht, aber nicht unsympathisch.

    Die Wende setzte ein, als die Grünen das linke Territorium zu besetzen anfingen. Auf einmal waren Atomkraftwerke pfui bäh. Und fliegende Autos waren gar kein Zukunftsziel mehr, sogar fahrende Autos sollten endlich weg.

    Die Zukunftsvisionen wurden allesamt eingestampft. Heuer ist die linke Zukunft die Energiesparvariante der Gegenwart, unter der Fuchtel eines sich in jede Verästelung des gesellschaftlichen und privaten Lebens einmischenden Staats.
    Das ist ohnehin intellektuell recht armselig. Und im Hinblick darauf, dass China die Supermacht des 21. Jahrhunderts wird, ist es selbstmörderisch.

  12. „Und schon haben wir einen Grund, das pöse Wort Neusprech im Zusammenhang mit dem genderschen Neusprech zu verbieten.
    Es geht voran.
    […]
    Die Zukunft ist wortkarg. Und dann sprachlos. “

    Warum haben Leute wie Sie hingegen eigentlich das so dringende Bedürfnis geschlechtergerechte Sprache eigentlich unbedingt mit Neusprech in Verbindung zu bringen.

    Bin ich übrigens der einzige, der diese ständigen orwechsche Vergleiche im Bezug auf die moderne Sprachentwicklung für völlig Paradox hält?

    Das Neusprech von Orwell basierte auf der Idee die Sprache zu vereinfachen, dass komplexen und damit kritischen Denken ummöglich gemacht werden sollte.

    Die Beschäftigung mit politisch korrekter-und geschlechtergerechter Sprache fordert doch dabei das genaue Gegenteil. Man muss sich doch mit der Thematik überhaupt erstmal beschäftigen, warum man bestimmte Ausdrücke nicht mehr verwenden sollte (weil sie bestimmte Gruppen stigmatisieren können oder die bisherige Benutzung des Wortes nicht mit dem beschriebenden übereinstimmt) oder warum man durch Gender* und vergleichbares den angesprochenen Personenkreis erweitert.

    Das Ganze ist offensichtilich eine Erweiterung des eigenen Horizonts und die Förderung der eignen kognitiven Fähigkeiten im Bezug zu einer aufgeklärten Sprachnutzung. Wie man dies zu einem angeblichen, das Denken unterdrückende, Neusprech verklären kann…. mir ists unverständlich.

  13. „Finster“ ist gut. 😇 Ein kleines Sternchen bzw. ein kurzes Päuschen ist keine „Abscheulichkeit“, sondern nur, äh, … ein kleines Sternchen bzw. ein kurzes Päuschen.

  14. @Jörn, #7
    Ihre Parodie trifft nicht annähernd die Realität. In der Tat wird doch außer im Amtsdeutsch nach eleganten Lösungen gesucht und jede offensichtlich krumme Formulierung vermieden.

    Allgemein:
    Ich finde Petra Gersters Analyse treffend. Die kurze Pause ist nach einer gewissen Gewöhnung ist durchaus gar nicht so holprig.

    @Kritischer Kritiker
    Ich habe das Gefühl, hier wird gegen Pappkameraden gekämpft. Diese zugegeben skurile Bitte der Umformulierung seitens der Praktikantin ist doch nicht repräsentativ. Es ist doch wie im Artikel beschrieben eher so, dass man für Gendern, politisch korrekte Ausdrücke, etc. sehr viel Gegenwind bekommt als dass man fürs Gegenteil gescholten wird.
    Da sie das Wort „Judenvernichtung“ ansprechen: Ich habe heute im Unterricht bewusst darauf geachtet, nicht von „Vernichtung“ zu sprechen, sondern es „Mord“ zu nennen, weil mir die Vernichtung als ein zu neutrales Wort erschien (als Euphemismus, den ich aus dem Militärjargon kenne) und das Wort ist, dass die Täter womöglich nutzten. Sie führen Raul Hilberg als Kronzeugen an, der das nicht so sieht. Gut, ich kann mich geirrt haben und meine Interpretation der Wörter war übertrieben. Vielleicht aber auch nicht und meine Formulierung war in meinem Kontext und als Nachkomme der Täter und nicht der Opfer sinnvoller. Letztlich meine freie Entscheidung, wieviele Gedanken ich mir darüber machen möchte. (Ich sage übrigens auch gerne im Unterricht: „Der Eine oder die andere wird es bemerkt haben…“ um Schülerinnen aktiv mit anzusprechen. )
    Nichtsdestotrotz würde ich es Ihnen widerum nicht vorwerfen, wenn Sie es in einem Vortrag anders machen. Und diese Toleranz scheint mir – auch auf die Gefahr hin, zu sehr von mich auf andere zu schließen – eher der repräsentative Fall zu sein als die stereotypisch gezeichneten vermeintlich humorlosen, bärbeißigen, überkorrekten Feministinnen, die sich kopflos ereifern über jedwede nicht ganz getroffene Formulierung. Haben Sie da wirklich so oft andere Erfahrungen gemacht? In was für einem Umfeld denn?
    Bei einer Sache bin ich ganz bei Ihnen und auf der Linie von Wolfgang M. Schmitt* übrigens : Der Kapitalismus lacht sich ins Fäustchen, wenn die Linken sich mit den berechtigten Anliegen Feminismus und Minderheitenschutz als Kompensation für das Liegenlassen der sozialen Frage zufrieden geben. (Natürlich könnte es allerdings ein Sowohl-als-auch geben.)

    *In meiner Vorstellung sind Sie ihm übrigens sehr ähnlich aufgrund der Ansichten, die sie äußern und dem Duktus, den Sie verwenden. Als Kompliment gemeint.

  15. @ MFD (#16):

    Mit „Abscheulichkeit“ sind natürlich die Projekte der Transhumanisten gemeint, nicht das Gendersternchen.

    @ Peter Sievert (#17):

    Ich habe das Gefühl, hier wird gegen Pappkameraden gekämpft. Diese zugegeben skurile Bitte der Umformulierung seitens der Praktikantin ist doch nicht repräsentativ.

    Die Praktikantin ist nicht repräsentativ, kann sich aber als Avantgarde fühlen. Sie hat sich das ja nicht ausgedacht, sondern so spricht man halt in manchem Uni-Seminar – und in zehn Jahren wandert es dann in die Leitfäden für Redaktionen und Behörden. Im Deutschlandfunk heißt es seit kurzem häufiger nicht mehr „Menschen mit Migrationshintergrund“, sondern „als migrantisch gelesene Menschen“. Eine umständliche, korrekte Wendung wird durch eine noch umständlichere, noch korrektere ersetzt.

    Mir wichtig: Ich kritisiere nicht die Ziele (Diskriminierung zu bekämpfen, Gleichstellung zu fördern, etc.), sondern das in meinen Augen untaugliche Mittel der Sprachpolitik, das Sprache zunehmend verhunzt und zu einem Minenfeld macht. Die Formel Sprache konstruiert Wirklichkeit = Sprachpolitik verbessert Wirklichkeit geht nicht auf.

    Was die „Judenvernichtung“ betrifft: Ich halte das für einen treffenden Begriff, gerade weil in ihm das entmenschlichende und massenhafte des Verbrechens mitschwingt. Und Täter, die sich wie Kammerjäger fühlten, und gerade deshalb die schlimmsten Mörder der Geschichte waren. Aber da geht es nicht um richtig oder falsch, sondern um Assoziationsfelder, die bei allen etwas anders ausfallen.

    Ich finde solche Mehrdeutigkeiten bereichernd, und deshalb leide ich unter einer Sprachpolitik, die sie abschaffen will und dafür absurde Regeln erfindet – wie die, dass man immer „Mensch“ sagen müsse, weil man sonst das Menschsein einer Person negiere.

    Ich sage übrigens auch gerne im Unterricht: „Der Eine oder die andere wird es bemerkt haben…“ um Schülerinnen aktiv mit anzusprechen.

    Ich bin kein Lehrer, aber ich mache das ähnlich. Und in Texten wechsle ich gerne ab – also z.B. „Ärztinnen und Pfleger“ statt „Ärzt*innen und Pfleger*innen“ oder „Ärzte und Krankenschwestern“. Das ist ein spielerischer Umgang mit Geschlechterzuschreibungen. Aber sobald es anfängt, krampfig und nach politischer Regel zu klingen, beschränke ich mich auf das generische (!) Maskulinum.

    In meiner Vorstellung sind Sie ihm übrigens sehr ähnlich aufgrund der Ansichten, die sie äußern und dem Duktus, den Sie verwenden.

    Sehr schmeichelhaft! Herr Schmitt ist mindestens zehn Jahre jünger als ich, hat mehr Haare und ist definitiv besser angezogen. ;-)

  16. Vernichtung ist zu neutral?
    Okeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee
    Offenbar sind die Assoziationen und Konnotationen eines Wortes nicht festgelegt. Aber echt jetzt?

    Angenommen, Studenten bekämen Punktabzüge, weil sie in einer Arbeit nicht richtig geänderten. Welche Einbußen beim ersten Gehalt nach Abschluss hätte das?

  17. @Mycroft
    Vernichtung enthält halt nicht zwangsläufig eine negative Konnotation. Das ist einfach so. Ich habe Ihnen ja geschrieben, woher meine Ansicht kommt, nämlich aus dem Militärischen, wo die Vernichtung von Zielen der (positiv gemeinte) Zweck einer Mission ist. Oder Unkrautvernichtung –> auch hier steht Vernichtung in einer positiven Konnonation.

    Ihre Frage nach den Gehaltseinbußen halte ich für weit hergeholt und spekulativ. Aber hier mal eine Gegenfrage: Angenommen, mit dem gleichen Abschluss in Maschinenbau ist man weiblich und nicht männlich. Welche Gehaltseinbußen bedeutet das?

  18. @Peter Sievert (17.)

    Da sie das Wort „Judenvernichtung“ ansprechen: Ich habe heute im Unterricht bewusst darauf geachtet, nicht von „Vernichtung“ zu sprechen, sondern es „Mord“ zu nennen

    Ich glaube, dass wir zu den meisten Fragen gegensätzliche Positionen einnehmen. Außer in diesem Fall.

    In Kindheit und Jugend übernimmt man eben das, was einem vorgesetzt wird. Aber seit so um die Jahrtausendwende frage ich mich immer wieder, warum man (egal ob in diesem oder anderen Fällen) nicht einfach die angemessenen Worte/Bezeichner verwenden sollte, die sonst immer für die Beschreibung des Sachverhalts verwendet werden.

    Warum ist es in diesem Fall nicht üblich, Mord als Mord zu bezeichnen?
    Ich verstehe es nicht. Das ist jetzt keine Provokation, ich versehe es wirklich nicht.

  19. Okay, angefangen bei dem Gendersternchen, geht es dann im Sauseschritt zur Nichtbeachtung der sozialen Frage bei den heutigen Linken, zum Orwellschen Neusprech ( was wirklich komplett absurd ist ) , zur „Judenvernichtung“ und … Da kann ja eigentlich nicht mehr viel kommen.
    Fällt es nur mir auf oder bemerkt sonst noch jemand, dass das Gendern allein selbst den entschiedensten Gegnern nicht zu reichen scheint, sondern dass sofort 2-12 zusätzliche Strohmänner aus dem Hut gezaubert werden müssen, weil mensch sich doch sonst allzu blöd vorkäme.

  20. #1. ANDERER MAX
    Kannst du mir was von deinem Popcorn abgeben?

    #22. FRANK GEMEIN
    Sehe ich ähnlich. Man kommt in dieser Art Debatte immer schnell vom Hölzchen aufs Stöckchen.

    Es ist immer das gleiche. Sehr viele Menschen sind der konservativen Überzeugung, jegliche Art von Änderung ist schlecht. Das ist aber Fortschritt und glücklicherweise ist noch jeder Konservative gestorben und jede neue Generation macht dann den Fortschritt (bis diese wieder die Alten sind ;o) ).

    Länge Rede kurzer Sinn: In 50 Jahren gibt es mit ziemlicher Sicherheit das Gender Problem nicht mehr.

  21. „Ich habe Ihnen ja geschrieben, woher meine Ansicht kommt, nämlich aus dem Militärischen, wo die Vernichtung von Zielen der (positiv gemeinte) Zweck einer Mission ist.“
    Hmm, muss ich mich rechtfertigen, wenn ich eine militärische Konnotation nicht für positiv halte? Wenn jemand ihre Schüler vernichten wollte, hielten die das für positiv?

    „Oder Unkrautvernichtung“ Ok, das überzeugt mich – Juden mit Unkraut gleichzusetzen macht Kinder und Jugendliche unbewusst zu Nazis.
    Aber, um meinen Gedankengang festzuhalten: wenn ich einen Juden töte, ist das Mord, aber keine Vernichtung. Vernichtung ist die Steigerung, ergo ist Mord die Abschwächung/Verharmlosung.

    „Ihre Frage nach den Gehaltseinbußen halte ich für weit hergeholt und spekulativ.“ Die Frage war zunächst, ob Gendern Einfluss auf die Note hat. Aber gut, meine Studienzeit ist schon länger her.
    „Angenommen, mit dem gleichen Abschluss in Maschinenbau ist man weiblich und nicht männlich. Welche Gehaltseinbußen bedeutet das?“
    Gar keine. Der Gender-Pay-Gap ist größtenteils ein Narrativ. Bzw., ein Einkommensgap im niedrigen einstelligen Prozentbereich gibt es, aber nicht bei Einstiegsgehältern, sondern im späteren Karriereverlauf, und nicht zwischen Männern und Frauen, sondern zwischen Müttern und Kinderlosen.

  22. @Mycroft
    Sprache lässt halt Interpretationsspielraum. Ich wollte jetzt auch wirklich gar nicht durchfechten, welche Wendung angemessener ist und dass meine Sichtweise die korrekte war. Schrieb ja bereits vAa „Ich kann mich geirrt haben“. Aber nehmen Sie das nicht als völlige Zustimmung Ihrer Argumentation.

  23. Also mein Popcorn schmeckt schon pappig. So neu ist die Diskussion ja nicht. Und die obligatorischen Nazis sind schon dabei.

  24. „Sprache lässt halt Interpretationsspielraum.“
    Nun, ich nehme die Diskussionen über korrekte Sprache, z.B. gegen generisches Maskulinum und für Gendern, für die richtige Vokabel und um die Frage, ob „trans“ ein Adjektiv oder eine Vorsilbe ist, inzwischen so wahr, dass alle Interpretationspielräume geschlossen werden müssen.
    Wer nicht das „einzig richtige“ Wort, die „einzig richtige“ Formulierung oder halt das „einzig richtige“ frisch erfundene Sonderzeichen verwendet, benutzt nicht etwa eine falsche, weil falsch interpretierbare Sprache, sondern ist automatisch ein böser Mensch.

    Wenn ich Ihnen persönlich insofern Unrecht getan habe, bitte ich um Entschuldigung.

  25. @Mycroft
    Sie sind nicht nur ein böser Mensch, sondern ein Nazi, wie etliche Übonnenten.
    Bleibt Kommentar #27 so stehen?

  26. Der Genderstern oder -doppelpunkt ist explizit inklusiv. Dass er weder flüssig zu lesen noch zu sprechen ist kann niemand absprechen. Aber er erfüllt den Zweck ein Statement abzugeben. Allein der Impuls bedachter mit Sprache umzugehen ist ein wichtiges Signal. Ob es sich durchsetzt zeigt die Zeit. Die deutsche Sprache enthält nun einmal das generisches Maskulinum. Das ist nicht meines Erachtens mehr ausreichend in der heutigen Zeit.

    Was allerdings überhaupt nicht funktioniert ist der Umkehrschluss. Wer das Gendern ableht ist zwangsläufig konservativ. Möglichst noch rechts. Alle anderen sind notwendigerweise links. Das stimmt nicht ansatzweise und vergiftet jede Auseinandersetzung.

    Ich bin übrigens froh dass ein Berufsalltag hauptsächlich englischsprachig ist.

  27. @Frank Reichelt #29
    Ich habe in #27 niemanden als Nazi bezeichnet. Das haben Sie in meinen Kommentar gelesen. Das Thema „Nazis“ ist schon dabei.

  28. „Ich habe in #27 niemanden als Nazi bezeichnet.“
    Die dt. Sprache hat halt Interpretationsspielraum. Ist das im Englischen etwa anders?

  29. @Mycroft
    „Die dt. Sprache hat halt Interpretationsspielraum. Ist das im Englischen etwa anders?“
    Durchaus nicht. Die englische Sprache ist per se toleranter in ihrer Auslegung.

  30. Mein Eindruck ist immer noch, das der als Pause gesprochene Genderstern den Sprachfluss stört, auffällt (was er ja wohl auch soll) und vom eigentlichen Inhalt ablenkt.

    Die Intention ist nachvollziehbar, aber ich frage mich, ob es an der Ungleichbehandlung überhaupt was ändert? Und wenn man sich eventuell doch daran gewöhnt und nicht jedesmal darüber stolpert, erfüllt es dann seinen Zweck noch? Machen wir dann die Pausen länger?

  31. „Die englische Sprache ist per se toleranter in ihrer Auslegung.“ Dann müssten Sie im Englischen also noch mehr darauf achten, was Sie sagen und schreiben, oder?
    Offenbar gelingt es Ihnen nichtmal im Dt., sich unmissverständlich auszudrücken.

  32. Na wenigstens teilweise finden die Kommentare zum Thema zurück, wobei auch wieder der Beweis angetreten wird, dass diejenigen, die eine Nazikeule entdeckt haben wollen, die Diskussion quantitativ weit mehr belasten, als diese ominösen Nazikeulen selber. „Hat hier ein Linksgrünversiffter NAZI gesagt?“
    Vielleicht hilft es noch, den Kommentatoren zu empfehlen, nun den Artikel auch zu lesen, so sie es noch nicht gemacht haben. Es geht im Wesentlichen um den Furor, den Kleber und Gerster erfahren, weil sie, nicht durchgängig, aber immer öfter, publikumswirksam Gendern. Daraus nun wieder das Gegenteil konstruieren zu wollen, mag zwar dem unoriginellen Narrativ der angeblichen Sprachpolizei der Feminis:innen entsprechen, das einige so sehr brauchen, wie eben das Nazikeulen Narrativ , es steht da nur gar nicht.

    Und der Sprachfluss! Jedes Mal, wenn ich Überraschungs …. Ei sage, muss ich quasi meine gesamte Sprachmelodie mühsam rekontruieren. Schlimm schlimm.

    B.T.W.:
    @MYCROFT: Wenn Sie einstellige Gender Pay Gaps zur Grundlage nehmen wollen, so ist das die bereits bereinigte Zahl. Eben auch bereinigt von der eingeschränkten Lebensarbeitszeit durch Mutterschaft.
    Diese dann noch einmal abziehen zu wollen wäre unlauter.
    Die unbereinigte Zahl ist, meine ich, bei 21 %.

    Die Frage ist auch, warum eine Mutterschaft das Einkommen beschneidet, nicht aber die Vaterschaft.

    Oder eben: Ist doch egal, warum das schief läuft, wenn wir sehen, dass es schief läuft.

  33. Nur 13-Mal „Nazi“ bis hierhin, da geht noch was!

    Hier eine alternative Meinung:
    „Ich finde das Gendern an sich anstrengend, weil ich es nicht gewohnt bin und es den finalen Satz etwas komplizierter macht. Wenn sich dadurch jedoch mehr Menschen inkludiert fühlen, stehe ich dahinter, denn ich bin ein aufgeklärter, empathischer Mensch, der sich durch eine kurze Sprechpause nicht persönlich angegriffen fühlt.“

    So, jetzt wo das aus der Welt ist:
    NAZI, HITLER, NEUSPRECH, LINKSGRÜN, WÜRGELAUTE, NAZIINNEN, WOKE, MENSCHEN (!sic), TRANSHUMANIST, ARMSELIG, VERNICHTUNG, MORD!
    Nix darf man mehr sagen!

    @9:
    https://trends.google.de/trends/explore?geo=DE&q=Fl%C3%BCchtling,Gefl%C3%BCchtete
    Flüchtling liegt weiterhin vorne und ist auch weiterhin der definierte Fachbegriff, z. B. bei der UN.
    Noch etwas Geduld mit der Opferrolle, kommt bald!

    @2:
    „Ihr habt doch gewonnen!“
    Durchhalten Kameraden – Nur die Schlacht nicht den Krieg!

  34. @39: „Hier eine alternative Meinung:
    ‚Ich finde das Gendern an sich anstrengend, weil ich es nicht gewohnt bin und es den finalen Satz etwas komplizierter macht. Wenn sich dadurch jedoch mehr Menschen inkludiert fühlen, stehe ich dahinter, denn ich bin ein aufgeklärter, empathischer Mensch, der sich durch eine kurze Sprechpause nicht persönlich angegriffen fühlt.'“

    Danke für diesen Beitrag. Das hat mir Schreibarbeit erspart. Ich stimme mit der Einschränkung zu, dass mich das Gendern offenbar etwas weniger fordert.

    Zur Diskussion noch ein Gedanke: Interessant finde ich immer die Anmerkung – die ich hier teils ausdrücklich, teil zwischen den Zeilen lese (u.a. #7, #12, #24) –, dass ein Wertschätzen einer inkludierenden Sprache als politisch links betrachtet wird. Heißt das denn, dass sich CDU-WählerInnen nicht im Geringsten um nicht-weiße, nicht-mindestens-mittelalte Männer aus der Mittelschicht und abwärts scheren???!!

  35. Für diejenigen mit dem Sprachfluss-Problem sei folgendes gesagt:

    Ich sage auch „Drei Meter Fünfzig“, wenn ich in einem Text 3,50 m lese, ohne drüber nachzudenken. D.h. man gewöhnt sich an alles (auch an dat dativ :o) ).

  36. @40: „CDU-WählerInnen“
    Da kommt mir spontan „Maria 2.0“ in den Kopf. Selbst in der katholischen Kirche tut sich was. Gut so.

  37. „Wenn Sie einstellige Gender Pay Gaps zur Grundlage nehmen wollen, so ist das die bereits bereinigte Zahl.“ Ich weiß.

    „Eben auch bereinigt von der eingeschränkten Lebensarbeitszeit durch Mutterschaft.“ Beim GPG werden Stundenlöhne verglichen, nicht Monatseinkommen, aber ja.

    „Diese dann noch einmal abziehen zu wollen wäre unlauter.“ Habe ich nicht gemacht. Ich wollte darauf hinaus, dass Mutterschaft die _Haupt_ursache für den bereinigten GPG ist, und sexistische Personalchefs(m/w/d) die Nebenursache.

    „Die unbereinigte Zahl ist, meine ich, bei 21 %.“ Auf SPD-Plakaten habe ich auch schon 25% gelesen. Scheinbar bezahlt man Männern bis zu einem Drittel mehr Geld. In Wahrheit werden hier Maschinenbauer(m/w/d) und Kindergärtner(m/w/d) in einen Topf geschmissen. Wenn Sie schon das Thema „lautere Zahlen“ ansprechen, lassen Sie die bitte ganz weg.

    „Die Frage ist auch, warum eine Mutterschaft das Einkommen beschneidet, nicht aber die Vaterschaft.“ Väter machen statistisch mehr Erwerbsarbeit als kinderlose Männer, Mütter weniger als kinderlose Frauen. Mehr Erwerbsarbeit heißt mehr Berufserfahrung heißt mehr Gehaltserhöhungen heißt noch mehr Geld pro Zeiteinheit.

    „Ist doch egal, warum das schief läuft, wenn wir sehen, dass es schief läuft.“ Nur, wenn man es nicht ändern will. Wenn man es ändern will, ist es wichtig, die Ursache des Schieflaufens zu erkennen.

    Um zum Thema zurückzukommen, man müsste Väter zwingen, nicht so viel Erwerbsarbeit zu leisten, und Mütter, die so entstehenden Einkommensverluste auszugleichen. Wie das durch Verschlusslaute erreicht werden kann – hallo Thema – bin ich neugierig zu erfahren.

    Nebenbei, Gendern nur bei Gruppen, bei denen es für Frauen von Vorteil ist, mitgenannt zu werden, aber nicht Neandertalerinnen und Kinderpornotäterinnen – wie hilft das der Gesellschaft weiter?

  38. @43: „(…) nur bei Gruppen, bei denen es für Frauen von Vorteil ist (…)“ Wer fordert das denn oder wo ist das Praxis? Also ernsthafte Frage, habe das so explizit noch nie gelesen, dass das nur für Positives gemacht werden solle.

  39. @44: Anderer Max meint hier diese Textstelle:
    „Sie wechselt die Formen ab, setzt das Sternchen nur da ein, wo es der Kontext hergibt. „Neandertaler*innen würde ich eher nicht sagen. Das entbehrte nicht einer gewissen Komik. Und so lange nicht bewiesen ist, dass ein großer Teil der Täter bei Kinderpornografie weiblich ist, werde ich auch da weiter nur von Tätern sprechen.“

    Wobei hier, @43, nicht die Rede „von Vorteil“ ist, sondern von „Komik“ und dem Geschlecht der Mehrheit der Tätergruppe.
    Allerdings finde ich beide Argumente wenig stichhaltig. Es geht beim Gendern ja eben darum, NICHT NUR über die (oft genug nur vermeintliche) Mehrheit zu sprechen, sondern möglichst alle einzuschließen. Und dass es also auch weibliche Neandertaler gegeben haben muss sowie weibliche Täter in Sachen Kinderpornografie gibt, sind Tatsachen.

  40. @MYCROFT
    mal von Hinten aufrollen:
    „Nebenbei, Gendern nur bei Gruppen, bei denen es für Frauen von Vorteil ist, mitgenannt zu werden, aber nicht Neandertalerinnen und Kinderpornotäterinnen – wie hilft das der Gesellschaft weiter?“

    Die mikroskopisch kleine Täterinnen Zahl bei Kinderpornografie ist bekannt. Und die Neandertalerinnen, die durch das generische Maskulinum aktuell verschwiegen werden, dürfte sich auch in Grenzen halten.
    Und hier wird das zum Punkt:
    Es gibt vorgebliche Argumente gegen das Gendern, die man bestenfalls als Korintenka***** bezeichnen kann.
    Kann man machen, ist dann halt blöd und wenig zielführend.
    Niemand achtet schwitzend darauf, jetzt aber bloss auf gar keinen Fall eine Möglichkeit zum Gendern zu verpassen.

    Das ist nur ein Bild aus der alternden Cis-Männer Blase oder ein weiterer dummer Scherz Kategorie D. Nuhr, aber nicht die Wirklichkeit.

    Eine Welle vornehmlich älterer Cis-Männer, die sich fast schwitzend die Zunge abbeisst, bei dem Versuch, vorgeblich tiefen entspannt, Feminist:innen unentspannte Verbote-Orgien unterzuschieben.

    Wenn Männer als Väter produktiver sind, als Kinderlose und es bei Frauen umgekehrt ist, dann muss man wohl keine Langzeitstudien konzipieren, um nach den Gründen zu forschen. „Rollenbilder“ wäre da ein ganz heisser Tip.

    Wer da gerade bei wem mehr Verantwortung sieht und sich aufbürdet, resp. aufgebürdet bekommt, kann man auch ohne Studie ermitteln.

    Und dann kommt das wohl Wichtigste: Die Löhne und Gehälter werden gar nicht wirklich nach Leistung und Wert der Arbeit für die Arbeitgeber allein bestimmt.
    Und da gibt es Studien: Exakt identische Bewerbungen kinderloser Bewerber:innen resultieren je nach Vornamen in extrem unterschiedlichen Bewertungen. Es wurde also gar nicht die Lohnhöhe abgefragt, sondern die Einschätzung der Qualifikation der Bewerber:innen. Mit einem weiblichen Vornamen ist man halt weniger qualifiziert. Ebenso übrigens auch als Mohammed oder Bogomir.

    Die Menschen arbeiten viel zu viel. Es wird immer mehr. Die Pro Kopf Belastung hat, natürlich auch gerade durch die Frauenarbeitsquote, gewaltig zugelegt. Beide Geschlechter müssten sich als mehr Zeit für die Familie erstreiten. Und dann auch die Lasten gerechter aufteilen.

    Dann hätte sich das schnell erledigt, mit der unterschiedlichen „Produktivität“. Zeit ist die Währung der Gegenwart und Zukunft.

  41. „Also ernsthafte Frage, habe das so explizit noch nie gelesen, dass das nur für Positives gemacht werden solle.“
    Siehe oben – Neandertaler werden in der Praxis als „männlich“ gefrämt (und umgekehrt, zwangsläufigerweise), und Kinderpornos gelten als noch weniger positiv als ausgestorbene Steinzeitmenschen.
    Die Diskrepanz zwischen dem, was mit Knacklauten, Beidnennung und ähnlichen theoretisch erreicht werden soll – Abbau geschlechtsspezifischer Vorurteile – und dem, was in der Praxis erzeugt wird – Aufbau geschlechtsspezifischer Vorurteile – ist derartig groß, dass mir Sprachfluss und Ungewohntheit als Argumente egal sind.

    Vor allem, wenn in einem Medium, das konsequent generisches Maskulinum verwendet, von Neandertalern und Kinderpornohändlern die Rede ist, gehe ich davon aus, dass Neandertalerinnen und Kinderpornohändlerinnen mitgemeint sind.
    Wenn ein Medium in _allen_ anderen Fällen irgendeine Form der Genderung vorkommt, aber in genau zwei Fällen nicht, gehe ich davon aus, dass hier das exklusive Maskulinum gemeint ist, denn sonst würde das Medium das ja nicht verwenden. Ergo sind HIER, nicht im anderen, Kinderpornohändlerinnen und Neandertalerinnen nicht mitgemeint. Und das ist, je nachdem, ungenau, irreführend oder falsch.

  42. Bei Tarifverträgen dürfen sich Bedingungen gegenüber einem Einzelvertrag nur verbessern, niemals verschlechtern. Wäre auch ja Unsinn, wenn man zur Verbesserung einer Situation deutliche Verschlechterungen hinnehmen müsste.

    Ich sehe diese Pause als Versuch, eine allgemein gültige Regelung einzuführen, die die Situation nur verschlimmbessert. Wer bis dato dagegen war, der wird sich von der Verschlimmerung der Situation niemals überzeugen lassen. Da hilft nicht „sich einen Ruck“ zu geben. Das hilft, wenn man mit dem Fleisch essen, Auto fahren oder rauchen aufhören möchte, da kann man sich einen Ruck geben, aber etwas zu tun, was mich selbst zu einem meiner Meinung nach nicht zu Ende denkenden Mensch degradiert, ist nicht des Rätsels Lösung. Heißt nicht, dass ich es schlecht finde, dass man nach einer Lösung sucht.

    In einer Form wie von „den Regierenden“ zu sprechen, oder beide Formen zu verwenden, also „Länderchefinnen- und Länderchefs“, halte ich für eine sprachlich bessere Lösung als diese Pause. Die ganze Diskussion scheint sich sowieso nur auf den Sprachgebrauch von Menschen zu beziehen, die von der sprachlichen Realität auf der Straße absolut nichts mitbekommen.

  43. Ich kann sowohl der Argumentation von Mycroft, als auch der dem Quantitäts-Argument von A-SID was abgewinnen.

    „Neandertaler“ stellt für mich eine Ausnahme dar, weil es ja eigentlich „homo neanderthalensis“ ist. Der Anteil dürfte, wie beim homo sapiens auch bei ca. 50-50 liegen, tippe ich mal.
    (Menschinnen gibt’s ja auch nicht … Genau wie „Rechtsradikalinnen“-Strohmänner. Neandertaler hat nur das „Pech“, auf „er“ zu enden, was es maskulin erscheinen lässt. Außerdem war der erste gefundene Neandertaler wohl männlich)

    Grundsätzlich: Vielleicht beschäftigt man sich erst mal mit Regel-, statt mit (mühsam konstruierten) Sonderfällen. Nur eine Idee.

  44. @Mycroft und Anderer Max: Erstmal sorry fürs Verwechseln der Namen in #45. Ich meinte natürlich „@Anderer Max: Mycroft meint hier diese Textstelle….“

    #47:
    „Siehe oben – Neandertaler werden in der Praxis als „männlich“ gefrämt (und umgekehrt, zwangsläufigerweise), und Kinderpornos gelten als noch weniger positiv als ausgestorbene Steinzeitmenschen.“
    Zugegeben, so kann man das tatsächlich auffassen. So gesehen, liegen unseren beiden Interpretationen (nur bei positiver Konnotation zu gendern vs. dann nicht, wenn der Anteil der Ausgeschlossenen klein genug ist), allerdings gar nicht so weit auseinander.
    Ich halte beide Intentionen für grundsätzlich falsch. Vielmehr geht es meiner Ansicht nach darum, möglichst(!) auf eine geschlechterneutrale (im Sinne einer inkludierenden Wortwahl) zu achten. Wird ein Satz aber zu umständlich oder zu lang, lässt sich relativ leicht der pragmatische Weg gehen und im Einzelfall eben die maskuline oder feminine Form verwenden.
    So mache ich das jedenfalls: Im Editorial richte ich mich an die Leserinnen und Leser. In einem längeren Text kann es aber durchaus Absätze geben, die ich nicht durch Formulierungen wie „Anwenderinnen und Anwender“ o.ä. unnötig längen will.
    Mit diesem Weg bleibt mein Gewissen rein. Und ich habe noch von keinem Leser und keiner Leserin gehört, der/die sich aufregt, weil in einem Text dreimal die weibliche Form verschluckt oder gar in drei Fällen ausschließlich die weibliche verwendet wurde.

  45. @MYCROFT:
    Das Positiv oder Negativ bringen ja Sie ins Spiel. Wenn eine Bezeichnung gegendert wird, dann ist das zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine Leistung und keine Selbstverständlichkeit. Alles andere zu behaupten wäre Ideologie.
    Warum sollte jemand auf die Idee kommen, Konsumenten von Kinderpornografie zu gendern, wenn es doch fast ausschliesslich Männer sind? In NRW gab es einmal eine Studie, bei der von 167 tatverdächtigen 3 weiblich waren. Und da handelte es sich wohl eher um Zuträger, als Konsumenten.

    Aber Sie dürfen das Wort natürlich gendern , wenn Ihnen daran liegt.
    Ob Sie die Verwendung gegenderter Sprache konsistent finden, ist eigentlich komplett unwichtig.
    Niemand aber nimmt Ihnen-, oder den anderen Bedenkenträgern ab, dass es sich dabei tatsächlich um Ihr Gerechtigkeitsgefühl handelt, welches da revoltiert.

    Es gibt keine lebenden Neandertalerinnen, die sich an dem generischen Maskulinium stoßen könnten. Sie können aber Neandertaler gerne gendern, es hält Sie doch niemand ab, wenn es wichtig für Ihr Seelenheil ist.

    Sehen Sie, es geht einfach gar nicht darum, generische maskulina abzuschaffen wo immer das geht.

    Wo kein Opfer da kein Kläger.

  46. „Das Positiv oder Negativ bringen ja Sie ins Spiel.“ Weil Kinderpornos so eine wertneutrale Sache sind? Beispiel ist nicht von mir.

    „Warum sollte jemand auf die Idee kommen, Konsumenten von Kinderpornografie zu gendern, wenn es doch fast ausschliesslich Männer sind?“ Ist das so? Vllt. gibt es aufgrund von Wahrnehmungsbias eine höhere Dunkelziffer bei Frauen, und es wäre zur Bekämpfung desselben wichtig, diese Frauen nicht sprachlich unsichtbar zu machen.
    „Und da handelte es sich wohl eher um Zuträger, als Konsumenten.“ Zuträgerinnen bzw. Konsumentinnen. Außerdem, ist das jetzt nicht so schlimm oder schlimmer? Ansonsten, wenn wir die rd. 2 % (3/167) mal als Anteil an Frauen nehmen, bei dem man noch nicht gendern muss, kann ich ja auch Dachdecker sagen. Oder Maurer, Gerüstbauer, Fliesenleger, Zimmerleute (hey, ist ja schon genderneutral)…

    „Ob Sie die Verwendung gegenderter Sprache konsistent finden, ist eigentlich komplett unwichtig.“ Einerseits ja, andererseits, wenn es nicht nur darum geht, möglichst präzise zu sprechen und zu schreiben, sondern auch um _moralisch_ richtig zu sprechen und zu schreiben, nuuuun, wenn jemand meine Art, das generische Maskulinum zu verwenden, für „unmoralisch“ hält, sich selbst aber Ausnahmen erlaubt, ist das wie mit dem Wasser und dem Wein, nicht?

    „Niemand aber nimmt Ihnen-, oder den anderen Bedenkenträgern ab, dass es sich dabei tatsächlich um Ihr Gerechtigkeitsgefühl handelt, welches da revoltiert.“ Und ich nehme den Genderern(m/w/d) nicht ab, dass es deren Gerechtigkeitsgefühl ist, weshalb sie gendern.

    „Sehen Sie, es geht einfach gar nicht darum, generische maskulina abzuschaffen wo immer das geht.“ Sondern nur, wo es jemanden in den Kram passt. Habe ich schon kapiert.

    „Vielleicht beschäftigt man sich erst mal mit Regel-, statt mit (mühsam konstruierten) Sonderfällen. Nur eine Idee.“ Die Ausnahmefälle wurden nicht von mir ins Spiel gebracht, sondern von einer Frau, die insgesamt pro Gendern ist. Wenn die nicht „Verbrecherinnen“ oder „Täterinnen“ sagen will, ist das nicht meine Schuld.

  47. @MYCROFT:
    Sie müssen das nicht begreifen, wenn Sie nicht wollen. Ist ein wenig wie bei der antiautoritären Erziehung.

    Sehen Sie, wenn Sie Regeln mitbestimmen wollen, dann müssen Sie auch das Spiel spielen. Wenn Sie Regeln bestimmen wollen, die Sie danach aussuchen wollen, dass auch andere das Spiel nicht mehr spielen, dann werden Sie halt als quengelnde Nervensäge behandelt und ansonsten ignoriert.

    Wenn Sie meinen, Kinderpornografie Konsumenten müsse gegendert werden, dann tun Sie das und fertig. Wenn Sie nicht gendern wollen, dann hören Sie auf zu quengeln und ebenso fertig.

    Es geht darum eine Gerechtigkeit zu schaffen und dazu gehört es, dass die, die sich dieser Entwicklung anschliessen, die Regeln machen, und dass die, die es nicht tun, sich halt gehackt legen können.

    Und das war es dann jetzt auch, denn dieses Gelaber geht mir schon wieder tierisch auf den Senkel.
    Es führt zu nichts. Soll es auch gar nicht. Es ist einfach nur dumpf destruktives Gequengel.

    Angeblich setzt es sich doch eh nicht durch, weil gendern ja so albern ist.

    Na dann relaxt doch endlich mal und schaut zu und liefert nicht zum 12 Millionsten Male denselben Sermon dagegen ab.

  48. „(..) nicht von mir ins Spiel gebracht (..)“
    Der Appell war auch eher allgemein gedacht.

    Dinge, wie KrankenpflegerIn statt Krankenschwester oder Reinigungskraft statt Putzfrau (hier bitte Facility MangerIn Witz einfügen) haben wir gesellschaftlich ja auch ganz gut verwunden.

  49. „Sehen Sie, wenn Sie Regeln mitbestimmen wollen, dann müssen Sie auch das Spiel spielen.“ Nein. Ich halte die Regeln dieses Spiels für willkürliche Einzelfallentscheidungen von Menschen, die zugleich Spieler und Schiedsrichter sein wollen, und die mich dafür kritisieren, dass ich nicht mitspielen will.
    „Wenn Sie Regeln bestimmen wollen, die Sie danach aussuchen wollen, dass auch andere das Spiel nicht mehr spielen,“ Hä? Wenn Gerster einfach konsequent gendern würde, wäre mir das relativ egal. Das System, mit dem sie vorgeht, kommt mir wie bereits mehrfach erklärt willkürlich und voreingenommen vor. Aber gut, dann „spiele“ ich mal mit: Frau Gerster gendert nicht Neandertalerinnen und -taler und Täterinnen und -täter, also sucht sie sich die Regeln so aus, dass andere nicht mehr mitspielen wollen.

    „Wenn Sie meinen, Kinderpornografie Konsumenten müsse gegendert werden, dann tun Sie das und fertig.“ Wenn _Sie_ meinen, man müsse gendern, es aber selbst nicht tun, ist das Wasser predigen und Wein saufen. _Ich_ habe Kinderpornografiekonsumentinnen nicht „gegendert“, ich habe die mutmaßlichen drei weiblichen Konsumenten mit der standardsprachlichen Movierung „Konsumentinnen“ versehen. Bei konkreten Personen, die explizit weiblich sind, ist generisches Maskulinum halt falsch.

    „Angeblich setzt es sich doch eh nicht durch, weil gendern ja so albern ist.“ Angeblich soll es auch sexistische Vorurteile abbauen, und genau DAS bestreite ich.

    „Na dann relaxt doch endlich mal und schaut zu und liefert nicht zum 12 Millionsten Male denselben Sermon dagegen ab.“ Niemand zwingt Sie, anderer Leute Argumentationen zu verteidigen.

    „Reinigungskraft statt Putzfrau (hier bitte Facility MangerIn Witz enfügen) haben wir gesellschaftlich ja auch ganz gut verwunden.“
    Ja, weil DAS logisch und konsequent ist.

  50. „Gähn. Das langweilt jetzt doch sehr.“ Wie gesagt, niemand zwingt Sie, freies Land und so. Sie sind jetzt ein bisschen der Typ, der jeden Tag im Zug sein Leberwurstbutterbrot aus dem Fenster wirft…

  51. Bei der „Kimderpornographie“ – Argumentation würde ich ja gerne mal wissen, ob „Manager“ gegendert wird/werden soll.
    Soweit ich weiß ist da der Anteil an Frauen auch nicht höher…
    Eine gewisse Logik sollte das schon haben.

  52. @ICHBINICH:
    Sie sehen aber schon einen Unterschied darin, dass es ein Ziel sein kann, zukünftig mehr Managerinnen zu haben, wobei es sicher kein Ziel ist, die Zahl der Konsumentinnen von Kinderpornografie zu erhöhen?

    Vielleicht wird es auch das gegenderte Stehpinkler:innen dereinst geben, was dem aber entgegen steht ist, dass diejenigen, die, wie Sie, diese „Gerechtigkeiten“ einfordern könnten, dann auch für die Umsetzung sorgen müssten.
    Ich vermag da Ihre Position nicht abzuschätzen, aber rein realistisch werden es nicht diejenigen sein, die am Spielfeldrand stehen und sich das Hirn zermartern, welches Wort sie nun noch aufs Feld werfen könnten, um das Spiel abzuwürgen, die da besondere Beachtung finden.

    Wie aber auch an anderer Stelle zu lesen, ist es bigott einerseits die Unterlassung des Genderns zu fordern und andererseits die Inkonsequenz beim Gendern zu beklagen. Bigott und gar zu durchsichtig.

    Wer sich beteiligt mag auch das Für- und Wider einiger Begriffe thematisieren. Die anderen … sind na eben Gähn.

  53. @48: „Bei Tarifverträgen dürfen sich Bedingungen gegenüber einem Einzelvertrag nur verbessern, niemals verschlechtern.“ – so nicht richtig. Meinen Sie vielleicht den umgekehrten Fall (Bei Einzelverträgen dürfen sich Bedingungen gegenüber einem Tarifvertrag nur verbessern, niemals verschlechtern, vgl. § 4 Abs. 3 TVG)?

  54. „dass es ein Ziel sein kann, zukünftig mehr Managerinnen zu haben, wobei es sicher kein Ziel ist, die Zahl der Konsumentinnen von Kinderpornografie zu erhöhen?“ Keine Frau konsumiert Kinderpornos, weil irgendwo „Kinderpornokonsument*innen“ oder dergleichen steht. Keine Kinderpornokonsumentin hört auf damit, nur weil überall „Kinderpornokonsumenten“ steht. Gendern oder nicht gendern hat auf die konkrete Anzahl der Kinderkonsumentinnen keinen Einfluss.

    Was einen Einfluss hat, ist die Strafverfolgung, aber da es in diesem Bereich viele Klischees und Vorurteile gibt, die Anzeigen und Ermittlungen erschweren, könnte es helfen, Kinderpornokonsumentinnen auch sprachlich sichtbar zu machen – also das, was sonst gefordert wird, Gerechtigkeit durch Gendern.

    „aber rein realistisch werden es nicht diejenigen sein, die am Spielfeldrand stehen und sich das Hirn zermartern, welches Wort sie nun noch aufs Feld werfen könnten,“ Stimmt, Taten zählen mehr als Worte.
    Die Wirklichkeit zu ändern, indem man Wörter ändert, erscheint daher weniger zielführend, als die Wirklichkeit direkt zu ändern.

  55. „Das Medienmagazin des WDR hat sogar seine Hörer*innen abstimmen lassen. Das Ergebnis: Mehr als die Hälfte der Hörer*innen befürwortet das Gendern im Programm.“

    Wir wissen nicht, wie viele Leute sich daran beteiligt haben. Wir wissen auch nicht, ob das Abstimmungsergebnis repräsentativ ist für alle Hörerinnen des WDR.

    Aber wenn es hilft, den x-ten Aufguss zum Thema zu füllen, so what? Nichts gegen Anne Fromm – aber auf Dauer ist das langweilig, wie Übermedien sich bemüht, die Akzeptanz des gesprochenen Sternchens zu stärken. Wäre es denn so schlimm, mal jmd. mit anderer Haltung darüber schreiben zu lassen?

  56. @MYCROFT:
    „Keine Frau konsumiert Kinderpornos, weil irgendwo „Kinderpornokonsument*innen“ oder dergleichen steht. Keine Kinderpornokonsumentin hört auf damit, nur weil überall „Kinderpornokonsumenten“ steht. Gendern oder nicht gendern hat auf die konkrete Anzahl der Kinderkonsumentinnen keinen Einfluss.“

    Letztlich macht durch das, was Sie da schreiben, alles das, was Sie zu dem Thema schreiben, nur noch weniger Sinn.

    Der Begriff Manager:innen war mein Beispiel. Und ja, wenn es für kleine Mädchen als role-model neben Prinzessin und Hausfrau noch andere sprachlich offene Traumberufe gibt, so ist das positiv.

    Auch der Strohmann / Scheinwiderspruch sprachliche Änderung vs. Wirklichkeitsänderung ist doch eher hilflos. Es gibt natürlich kein Ent- oder Weder. Es gibt sogar mehr als nur ein Sowohl als Auch, es gibt ein B weil vorher A da war. Nach dem Begriff kam die Handlung hinzu.

    Macht manifestiert sich in Sprache. Und zwar nicht nur, aber eben auch patriarchale Macht.

    Wenn Sie das nicht glauben mögen, nun gut, „man“ hat es mehrfach vernommen. Die Wissenschaft ist da extrem anderer Meinung und es ist müßig, darüber zu streiten.

    Machen Sie einen Versuch und lesen Sie Hegels „Wissenschaft der Logik“. Sie werden erkennen, wie sehr der fortwährende sprachliche Dialog, der aus dem linearen Denken einen sich selbst reflektierenden Gedanken formt, von dem Material, den Worten und ihrer Semantik, abhängt.

  57. „Der Begriff Manager:innen war mein Beispiel. Und ja, wenn es für kleine Mädchen als role-model neben Prinzessin und Hausfrau noch andere sprachlich offene Traumberufe gibt, so ist das positiv.“ Insofern ja, aber bewirkt die Formulierung „Manager:innen“ o.glw, dass mehr kleine Mädchen oder junge Frauen Managerposten wollen, als die bisherige Formulierung „Manager“? Das wird verschiedentlich behauptet, aber nie belegt. Nebenbei ist Managerin so etwas ähnliches wie Prinzessin. Hat viel Geld und kommandiert andere Leute herum. Ist ja egal, wieviel Mist die bei VW bauen, Hauptsache, Frauen dürfen beim Mistmachen mitmachen.

    „Es gibt natürlich kein Ent- oder Weder.“ Ja, ok. Man kann für Gendersternchen und andere Genderzeichen sein, und hat trotzdem noch Kapazitäten frei, um für soziale Gleichheit zu kämpfen. Aber das gilt auch, wenn man nicht gendert. Und ich vermute zumindest bei einigen wie gesagt, dass soziale Gleichheit nur vorgeschoben ist.

    „Macht manifestiert sich in Sprache. Und zwar nicht nur, aber eben auch patriarchale Macht.“ Das heißt, der Genderstern ist ein Machtspielchen? Wer hätte das gedacht.

    „Sie werden erkennen, wie sehr der fortwährende sprachliche Dialog, der aus dem linearen Denken einen sich selbst reflektierenden Gedanken formt, von dem Material, den Worten und ihrer Semantik, abhängt.“ Ja, und wenn man nur die positiven Personengruppen gendert und die negativen im Maskulinum lässt, will man vermutlich, dass sich bestimmte Gedanken formen und andere nicht. Unabhängig davon, wie sehr mich der Mechanismus überzeugt, die Intention dahinter kritisiere ich.

  58. „Ja, und wenn man nur die positiven Personengruppen gendert und die negativen im Maskulinum lässt, will man vermutlich, dass sich bestimmte Gedanken formen und andere nicht. Unabhängig davon, wie sehr mich der Mechanismus überzeugt, die Intention dahinter kritisiere ich.“

    Wie gesagt, solange Sie das Gendern ablehnen, interessiert es auch niemanden, was Sie gerne auch ge-Gendert sehen würden.
    Ich weiss, manche Menschen lösen sich schwer von der Vorstellung, sie müssten nur ein Stöckchen hinhalten und jeder würde bereitwillig darüber hüpfen, aber das (Lösen) klappt ja vielleicht doch irgendwann.

    Ich bin Vegetarier. Es interessiert mich überhaupt nicht, ob es Schlachter:innen oder Metzger:innen gibt. Ebenso interessiert mich ihr diesbezügliches Gerechtigkeitsgefühl ( welches nach einigen Jahrtausenden Patriarchat dann urplötzlich bei einigen geradezu explodiert will es scheinen ) nicht mal am Rande.

    Nehme ich mir einfach so heraus.

    Wenn Sie sich also einsetzen wollen: Die Welt steht Ihnen offen. Unzureichend dagegen ist aber:
    „Die müssen das jetzt gefälligst auch gendern, wegen meines Gerechtigkeitsempfindens“.

    Nope, mimimi Faktor 2000, so wird das nix.

  59. „Wie gesagt, solange Sie das Gendern ablehnen, interessiert es auch niemanden, was Sie gerne auch ge-Gendert sehen würden.“ Ich muss nicht Moslem sein, um mich zum Alkoholverbot zu äußern. Aber solange die Genderer(m/w/d) nicht konsequent gendern, brauche ich das auch nicht. Ich muss nicht päpstlicher sein als der Papst.

    „@65: „Das wird verschiedentlich behauptet, aber nie belegt.“

    Doch doch, hier ein Artikel aus 2015 über eine entsprechende Studie:“
    Ja, das. Ist die Studie inzwischen mal reproduziert worden?
    Ob sechs- bis zwölfjährige Kinder sich zutrauen, einen bestimmten Beruf zu erlernen, sagt weiterhin nichts darüber aus, ob sie den tatsächlich mal ergreifen. Der Studie zufolge würden die Kinder auch Müllmänner für den anspruchsvolleren Beruf im Vergleich zu Bankkaufmänner und -frauen halten.

    Man könnte ja einfach die geschlechtsspezifische Berufswahl in Ländern mit Sprachen, die ein generisches Maskulinum haben, vergleichen mit der in Ländern mit Utrum oder ganz ohne Genus. Wenn generisches Maskulinum einen Einfluss darauf hat, müsste man den ja erkennen können.

  60. Aber solange die Genderer(m/w/d) nicht konsequent gendern, brauche ich das auch nicht. Ich muss nicht päpstlicher sein als der Papst.

    Sie müssen aber auch nicht konsequent nörgeln.
    Können Sie aber, was zur Folge hat, dass viele Leute dann einfach nur Gähnen.
    Und zumindest einer seine Meinung dahingehend ändert, Ihre Beiträge nicht mehr(!) interessant zu finden. Auch eine Leistung.

  61. @FRANK GEMEIN

    „Sie sehen aber schon einen Unterschied darin, dass es ein Ziel sein kann, zukünftig mehr Managerinnen zu haben, wobei es sicher kein Ziel ist, die Zahl der Konsumentinnen von Kinderpornografie zu erhöhen?“

    Ja. Aber ich bin prinzipiell für Ehrlichkeit. Dann sagt das halt so und schiebt nicht den Strohmann: „solange es nicht viele Frauen gibt, die Kinderpornographie konsumieren, gender ich die nicht“ vors Loch.
    Denn das ist unehrlich.

    Ich glaube nicht dass gendern die Anzahl an Managerinnen erhöht, aber — da bin ich ganz bei Ihnen — mir ist das Thema egal also macht das doch wie ihr es wollt. Es stört mich auch nicht so sehr, dass ich deswegen den Sender wechseln würde.
    Wie gesagt fände ich nur generell Ehrlichkeit in der Debatte sinnvoll.

  62. „Sie müssen aber auch nicht konsequent nörgeln.“ Denn mit inkonsequenten Nörgeln erreicht man mehr?

    „Und zumindest einer seine Meinung dahingehend ändert, Ihre Beiträge nicht mehr(!) interessant zu finden.“ Ach, wie schade. Um „interessant“ zu sein, muss man also beitragen, was andere gerne lesen oder hören wollen. Das erklärt natürlich auch Fernsehformate wie „Ich bin ein Bachelor, holt mich hier raus“ oder wie das heißt.
    Sicher schreibe ich hier nur, damit mich die Leute „interessant“ finden, weil das Interesse von Leuten, denen meine Meinung offenbar doch egal ist, irgendwie zugleich wichtig und nicht für mich existent ist…

  63. das Interesse von Leuten, denen meine Meinung offenbar doch egal ist,

    Ach Mensch.
    Ich meine, es gab mal Zeiten, wo Sie das Ausrufezeichen in den Klammern richtig gedeutet hätten.
    Scheint vorbei zu sein. Schade, dann erwarte ich eben nur noch auf Gähn-Niveau.

  64. „Ich meine, es gab mal Zeiten, wo Sie das Ausrufezeichen in den Klammern richtig gedeutet hätten.“ Vermutlich, dass Sie meinten, dass jemand (Sie?) meine Beiträge früher (Ausrufezeichen!) interessant fand, jetzt aber nicht mehr?

    Falls ich damit falsch liege, ist meine Intelligenz halt geringer, als Sie vermutet haben. Sorry dafür.

    Falls ich damit richtig liege: meine früheren Beiträge geben meine Meinung genauso wieder wie meine heutigen. Wer sie jetzt(!) nicht „mehr“ interessant findet, interessierte sich demnach schon vorher nicht für meine Meinung _an sich_, sondern höchstens für meine Meinung zu bestimmten Themen, die soi interessierten. Ist natürlich ok, wenn jemand sich nicht für meine Meinung interessiert, aber auch nicht meine Schuld. Ich sehe jedenfalls keinen Sinn darin, mich für andere zu verbiegen, also sparen Sie sich die Psychotricks.

  65. Zitat Mycroft: „Nein. Ich halte die Regeln dieses Spiels für willkürliche Einzelfallentscheidungen von Menschen, die zugleich Spieler und Schiedsrichter sein wollen, und die mich dafür kritisieren, dass ich nicht mitspielen will.“

    Es kritisiert Sie doch niemand.
    Da ist diese seltsame Wahrnehmung, die typisch ist. Wer nicht gendert, wird doch überhaupt nicht kritisiert. Im Gegenteil werden doch diejenigen, die gendern, stark kritisiert und geschmäht. In den eigenen Texten kann nun mal jeder seine Ansichten ausdrücken. Gegen Gendern Sturm zu laufen heißt, diese Freiheit einschränken zu wollen.
    Und dann aber rumopfern? Seltsam.

  66. @Mycroft:
    In #65 stellten Sie die Frage:
    „(…) bewirkt die Formulierung „Manager:innen“ o.glw, dass mehr kleine Mädchen oder junge Frauen Managerposten wollen, als die bisherige Formulierung „Manager“?
    Die Studie kommt zu dem Schluss: Ja, mit der Einschränkung, dass es dort nicht konkret um den Begriff „Managerin“ ging, sondern um andere Begriffe.
    Ihre Antwort darauf ist in #68: „sagt weiterhin nichts darüber aus, ob sie den tatsächlich mal ergreifen“
    Sie verschieben den Torpfosten.

    „Ist die Studie inzwischen mal reproduziert worden?“
    Weiß ich nicht, aber wenn Sie das so interessiert, schauen Sie doch mal nach. Außerdem, welchen zusätzlichen Erkenntnisgewinn bringt es, wenn man im regelmäßigen Turnus feststellt, dass sich Mädchen von einer weiblichen Formulierung eher angesprochen fühlen? Wenn das in einer 2020 Studie noch mal festgestellt wird, hören Sie dann auf zu nörgeln? Ich denke nicht. Irgendwas wird sich immer finden, damit man seinen Standpunkt nicht überdenken muss.

  67. @MYCROFT:
    „Ich halte die Regeln dieses Spiels für willkürliche Einzelfallentscheidungen von Menschen, die zugleich Spieler und Schiedsrichter sein wollen, und die mich dafür kritisieren, dass ich nicht mitspielen will.“
    Der letzte Teil ist bereits widerlegt (siehe oben und im Artikel).
    Ich weiss, das Narrativ von den Horden marodierender linker Femnist:innen, die jedem, der nicht fehlerfrei in 5 verschiedenen Tempi und 8 Deklinationen gendert, sofort die Fortpflanzungsinstrumente entfernen, ist in Teilen der Gesellschaft sehr beliebt.
    Ich persönlich bin sehr schlecht im Gendern, vergesse das dauernd und bewege mich zeitweise auf sehr gefährlichem Terrain, von der Hafenstraße bis zur Roten Flora. Nein, ist nicht so. Gibt nicht mal ein böses Raunen. Mag Individuen geben, die darob frei drehen. Ich kenne keine und Spinner:innen ( ;-) ) gibt es halt überall.

    Ebenso ist es gerechtfertigt, wenn Menschen nur die Begriffe Gendern, die ihnen ein Anliegen sind. Das ist hier keine Dressur, von keiner Seite.

  68. „Es kritisiert Sie doch niemand.“
    Um einen Buchtitel zum Thema zu zitieren, ist politisch korrekte Sprache „Eine Frage der Moral“, d.h., wer nicht gendert, ist ein unmoralischer, also schlechter Mensch. Das schließt mich insoweit ein, als dass ich nicht immer (m/w/d) schreibe oder „soe“. Also kritisiert mich jemand.
    „Gegen Gendern Sturm zu laufen heißt, diese Freiheit einschränken zu wollen.“ Ich führe keine metaphorischen Angriffskriege, und ich kritisiere Gendern nicht generell, sondern an der Stelle, wo ich Diskrepanzen zwischen behaupteter und erkennbarer Zielsetzung erkenne. Wer iose Freiheit davon eingeschränkt sieht, soll sich halt besser erklären.

    „Die Studie kommt zu dem Schluss: Ja, mit der Einschränkung, dass es dort nicht konkret um den Begriff „Managerin“ ging“ Ok, davon abgesehen befasst sich die Studie mit 6-12-jährigen Kindern. Nicht gerade Gersters Hauptzielgruppe.
    „Sie verschieben den Torpfosten.“ Torpfosten ist, dass Gendern dazu führen soll, dass mehr _Frauen_ bestimmte Berufe ergreifen. Darüber macht die Studie gar keine Aussage; sie bildet möglicherweise nur ab, dass 6-12-Jährige leichter zu beeinflussen sind als Jugendliche oder Erwachsene, denn sie befasst sich nicht etwa mit Abschlussklassen, in denen Berufsentscheidungen getroffen werden.
    „Weiß ich nicht,“ Das war ja auch eine rhetorische Frage.
    „aber wenn Sie das so interessiert, schauen Sie doch mal nach.“ Die gute alte „googel doch selber!“-Taktik. Ich frage deshalb, weil nur rund 2/5 aller psychologische Untersuchungen reproduziert werden können. Es ist also wahrscheinlicher, dass ein Reproduktionsversuch dieser Studie scheitert.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Reproduzierbarkeit_(Psychologie)#Das_Reproducibility_Project
    „Außerdem, welchen zusätzlichen Erkenntnisgewinn bringt es, wenn man im regelmäßigen Turnus feststellt…“ Keinen zusätzlichen, nur den Beweis, dass die erste Studie überhaupt richtig lag.
    „dass sich Mädchen von einer weiblichen Formulierung eher angesprochen fühlen?“ Es geht mir, wie gesagt, auch nicht darum, ob sich 6-12-jährige Mädchen angesprochen fühlen von Sendungen, die sie sich kaum ansehen, sondern darum, ob man mit Gendern das Interesse von Frauen an Manager- oder anderen männlich dominierten Berufen erhöhen kann, wie behauptet.
    „Wenn das in einer 2020 Studie noch mal festgestellt wird, hören Sie dann auf zu nörgeln?“ gähn
    „Irgendwas wird sich immer finden, damit man seinen Standpunkt nicht überdenken muss.“ Achja, haben Sie inzwischen eine Untersuchung gefunden, ob die Sprache eines Landes einen Einfluss auf die geschlechtsspezifische Berufswahl seiner Bevölkerung hat? Ich vermute nicht, weil Sie sie schon längst zitiert hätten, frage aber aus Höflichkeit.

  69. @MYCROFT:
    „Um einen Buchtitel zum Thema zu zitieren, ist politisch korrekte Sprache „Eine Frage der Moral“, d.h., wer nicht gendert, ist ein unmoralischer, also schlechter Mensch“

    Nein, das ist extrem weit hergeholt.
    Sie nennen den TITEL einer Streitschrift behaupten, Nichtbeachtung (eines kleinen Teiles) des Thematisierten würde im Umkehrschluss bedeuten, Sie würden der Unmoral bezichtigt.

    Natürlich gehen Sie nicht darauf ein, welche Rolle das Gendern in dem Werk einnimmt, natürlich liefern Sie keine Zitate, natürlich ist es nicht so, dass, wenn jemand sich aus moralischen Gründen bspw. gezwungen fühlte, in der örtlichen Tafel mitzuarbeiten, er damit durch sein Vorbild behaupten würde, alle, die es nicht ebenso machen, seien unmoralisch. Dennoch ist die Mitarbeit dort zweifellos der Moral geschuldet.

    Es wäre also dediziert notwendig am Text zu belegen, dass Stefanowitsch dort diejenigen, die nicht Gendern, der Unmoral bezichtige.

    Viel mehr geht es um ein Narrativ:
    Die (linksliberalen) Eliten, die via PC die Gesellschaft drangsalieren und manipulieren.

    Stefanowitsch arbeitet heraus, dass PC beileibe keine neue Mode ist, sondern schon immer eingefordert wurde.

    Entgegen den Hierarchien gab es die Unterdrückung bestimmter Begrifflichkeiten schon immer und die Sanktionen war wahrhaft ernst zu nehmen. Ob man es Gotteslästerung, Blasphemie, Majestätsbeleidigung oder sonst wie nannte. Werke wie das „Lingua Tertii Imperii“ bieten ein ganzes Füllhorn an Beispielen.

    Was sich geändert hat ist, dass nun Minderheiten ihre Rechte einfordern, bestimmte Begrifflichkeiten auch nicht mehr zu akzeptieren, die sie benachteiligen.

    Und der Furor dagegen ist orchestriert und nicht selten infam.

    Also, nein, I don’t buy it!

  70. @MYCROFT:
    Weiterer inflationär auftretender Trick:
    >>>Ok, davon abgesehen befasst sich die Studie mit 6-12-jährigen Kindern. Nicht gerade Gersters Hauptzielgruppe.<<<

    Sie sprechen an anderer Stelle vom "Torpfosten verschieben".

    Das wäre ein ganz klassisches Beispiel eben dafür. Wenn wir eine Studie finden wollen, die den Einfluss von geschlechtsneutralen Berufsbezeichnungen auf Gersters Hauptzielgruppe untersucht, können wir uns die Mühe sicher sparen.

    So funktioniert Wandel der Sprache nicht, so funktioniert Wandel der Geschlechterrollen nicht und vor allem machen Sie da einen eklatanten Logikfehler, der derzeit an vielen Fronten auftaucht:

    Wissenschaft funktioniert so auch nicht.
    Sie kann nicht immer nur mit Gewissheiten operieren. Man kann nicht andauernd einige Tage/Monate/Jahre/Jahrzehnte gar nichts tun, weil man noch nicht alle Eventualitäten wissenschaftlich eindeutig geprüft hat.

    Am Beispiel Covid-19 sind das (politische) Entscheidungen des Frühjahrs gewesen, die sich später als überflüssig erwiesen, zu dem Zeitpunkt der Entscheidung aber ein Risiko darstellten. Nun werden diese Entscheidungen aber gerne als Beweise dafür genommen, dass die Wissenschaft ja versagt hat, man ihr also nicht mehr glauben könne.

    Beim Gendern wäre das Folgendes:

    Neben dem Gerechtigkeitsempfinden vieler, ist es auch noch die Unverzichtbarkeit angesichts des demographischen Wandels dessen, dass Frauen in unserer Gesellschaft alle Talente gleichberechtigt einbringen können, die die Gleichbehandlung zu einer drängenden gesellschaftlichen Aufgabe macht.

    Und da ist es tatsächlich sogar wichtiger, dass Professor:innen, Manager:innen, Doktor:innen usw.. Schranken abbauen, als bei vielen anderen, körperlich sehr anstrengenden Berufen, deren Zahl sowieso im Schwinden ist.

    Wenn also ein Personenkreis, teilweise auch in zentralen Positionen, anfängt dem Ganzen, auch aufgrund von hinweisenden Studien, dem Gendern eine Chance zu geben, so ist das logisch und folgerichtig. Selbst dann, wenn sich Jahrzehnte später herausstellte, dass es wenig- bis gar keinen Effekt hatte.
    Es ist dafür überhaupt nicht nötig, dass diese Personen perfekt gendern, alle generischen maskulina eliminieren.
    Es reicht völlig, wenn sie einen Prozess anstossen.

    Auch so funktioniert Wissenschaft. Denn dass Risiko, welches als Menetekel an die Wand gemalt wird, vermittelt bei genauem Hinschauen den Eindruck von äußerster Angestrengtheit.

  71. „Natürlich gehen Sie nicht darauf ein, welche Rolle das Gendern in dem Werk einnimmt,…“ ja, es ist einer von mehreren Punkten. _Ich_ halte es für einen Unterschied, nicht nur moralisch, ob ich Menschen mit beleidigenden Begriffen bezeichne oder ob ich bloß nicht gendere. Die Titelwahl legt aber dar, dass Stefanowitsch auch nicht zu gendern für unmoralisch hält. Kann sein, dass er das nicht _meint_, aber ich halte das für extrem unwahrscheinlich, dass das ein Versehen ist. Also ja, ich zitiere den Titel, um die Intention des Verfassers zu belegen.

    „Es wäre also dediziert notwendig am Text zu belegen, dass Stefanowitsch dort diejenigen, die nicht Gendern, der Unmoral bezichtige.“ Der Titel des Textes ist Teil des Textes. Untertitel: „warum wir politisch korrekte Sprache brauchen.“ Gendern gilt als Teil von pc, Gendern ist mit Thema dieses Buches, ich halte meine Interpretation für legitim und belegt.

    „…natürlich ist es nicht so, dass, wenn jemand sich aus moralischen Gründen bspw. gezwungen fühlte, in der örtlichen Tafel mitzuarbeiten, er damit durch sein Vorbild behaupten würde, alle, die es nicht ebenso machen, seien unmoralisch.“
    Das Beispiel passt nicht. Erstens halte ich „gezwungen“ für etwas übertrieben. Das Äquivalent wäre zweitens, dass Stefanowitsch privat und öffentlich gendert und dann ein Buch schreibt mit dem Titel: „Warum ich gendere (und auch keine Schimpfwörter verwende)“, so, wie die Person bei der Tafel ein Buch schreiben könnte: „Warum ich bei der Tafel arbeite.“
    Jemand, die oder der bei einer Tafel arbeitet, muss allerdings auch nicht weiter begründen, warum das ethisch ist. Das ist evident.
    Der Hauptunterschied ist, dass die Person bei der Tafel eher kein Buch schreibt: „Warum wir alle ehrenamtlich arbeiten sollten“
    Stefanowitschs Intention ist hingegen, dass _alle_ gendern.

    „Viel mehr geht es um ein Narrativ:
    Die (linksliberalen) Eliten, die via PC die Gesellschaft drangsalieren und manipulieren.“ Jagut, das ist natürlich Kappes. Linksliberal und drangsalieren schließen sich gegenseitig aus.

    „Stefanowitsch arbeitet heraus, dass PC beileibe keine neue Mode ist, sondern schon immer eingefordert wurde.“ gähn – ja, offensichtlich ist PC ein Anglizismus. Für gewählte Sprache, diplomatische Formulierungen, Höflichkeit und Artverwandtes.

    „Entgegen den Hierarchien gab es die Unterdrückung bestimmter Begrifflichkeiten schon immer und die Sanktionen war wahrhaft ernst zu nehmen.“ Hmm, und deshalb muss man jetzt Bücher umschreiben? Also, wenn früher König und Kirche das taten, ist das nicht eher ein Argument daGEGEN? (Die Nazis hatten die Bücher direkt verbrannt, weil das schneller ging.)

    „Was sich geändert hat ist, dass nun Minderheiten ihre Rechte einfordern…“ Ok, aber Frauen sind keine Minderheit.

    „Und der Furor dagegen ist orchestriert…“ Ja, das Patriarchat schwingt hier die ganze Zeit mit dem Taktstock.

    „Wenn wir eine Studie finden wollen, die den Einfluss von geschlechtsneutralen Berufsbezeichnungen auf Gersters Hauptzielgruppe untersucht, können wir uns die Mühe sicher sparen.“ Es gibt offenbar weniger Belege für die „Gendern erzeugt mehr Managerinnen“-These als für Homöopathie.

    „Wissenschaft funktioniert so auch nicht.
    Sie kann nicht immer nur mit Gewissheiten operieren.“ Das ist insofern richtig, aber Wissenschaft versucht, Gewissheiten zu finden. Das Wort kommt von „Wissen“ und „schaffen“. Eine Studie, die nie jemand versucht hat zu reproduzieren (oder es ist nicht gelungen), ist ehrlich gesagt nicht ganz das, was ich erwarte.

    „Am Beispiel Covid-19 sind das (politische) Entscheidungen des Frühjahrs gewesen, die sich später als überflüssig erwiesen, zu dem Zeitpunkt der Entscheidung aber ein Risiko darstellten.“ Da war erstens Gefahr in Verzug, zweitens ist „überflüssig“ nicht ganz dasselbe wie „nutzlos“, drittens gab es Gründe anzunehmen, dass die etwas gebracht hätten, viertens werden Maßnahmen besser akzeptiert, wenn sie konsequent sind, oder man müsste die Ausnahme rechtfertigen, weil das damals nicht ging, gab es die Ausnahme nicht. Nichts davon trifft aufs Gendern zu.

    „Nun werden diese Entscheidungen aber gerne als Beweise dafür genommen, dass die Wissenschaft ja versagt hat, man ihr also nicht mehr glauben könne.“ Tja, nicht von mir. Es ist klar, dass men bei einer potentiell tödlichen, behandlungsintensiven Seuche ohne bekannte Resistenzen mehr Forschung investiert als in Gendern, und gleichzeitig weniger Zeit dafür hat, aber hey.

    „Neben dem Gerechtigkeitsempfinden vieler, ist es auch noch die Unverzichtbarkeit angesichts des demographischen Wandels dessen, dass Frauen in unserer Gesellschaft alle Talente gleichberechtigt einbringen können, die die Gleichbehandlung zu einer drängenden gesellschaftlichen Aufgabe macht.“ Hachja. Wenn eine Frau durch nicht-Gendern von ihrem eigentlichen Traumberuf abzubringen ist, oder ein Personalchef wegen nicht-Gendern eine Frau nicht einstellt, sind beide aber extrem leicht zu beeinflussen.

    „Und da ist es tatsächlich sogar wichtiger, dass Professor:innen, Manager:innen, Doktor:innen usw.. Schranken abbauen, als bei vielen anderen, körperlich sehr anstrengenden Berufen, deren Zahl sowieso im Schwinden ist.“ Ja, Gott verhüte, dass Frauen etwa in Gefahr liefen, Arbeitsunfällen zum Opfer zu fallen. Das wäre ja „ungerecht“.

    „Wenn also ein Personenkreis, teilweise auch in zentralen Positionen, anfängt dem Ganzen, auch aufgrund von hinweisenden Studien, dem Gendern eine Chance zu geben, so ist das logisch und folgerichtig.“
    Wenn jemand gerne Zuckerkugeln isst, kann soe das ja gerne tun. Wenn jemand diese Zuckerkugeln von der Krankenkasse bezahlt haben will, in der ich bin, zu einem Preis, der deutlich über den Marktwert liegt, hätte ich gerne den Beleg, dass das wirkt.

    „Es reicht völlig, wenn sie einen Prozess anstossen.“ Wenn Stefanowitsch privat und öffentlich gendert, kann er das ja gerne tun.

  72. @MYCROFT:
    „“ Der Titel des Textes ist Teil des Textes. Untertitel: „warum wir politisch korrekte Sprache brauchen.“ Gendern gilt als Teil von pc, Gendern ist mit Thema dieses Buches, ich halte meine Interpretation für legitim und belegt.“

    Hanebüchen!

    Dass jemand etwas als der Moral geschuldet beschreibt, ist eine Verteidigung FÜR etwas, keine Herabwürdigung alles anderen. Der Mann hat das Buch geschrieben als Antwort auf die Flutwelle teils unterirdischer Angriffe gegen political correctness. Daraus einen Affront gegen Sie zu konstruieren ist mit Opferrolle und Torpfosten verschieben nur unzureichend gewürdigt.

    Dies ist die Zeit, in der unentwegt Menschen dafür angegriffen werden, dass sie Gutes im Sinn haben, etwas Positives bewirken wollen. Und in der andere sich in eine Opferpose werfen, die mehr als unappetitlich ist.

    Wird man ja wohl noch sagen dürfen.

    Realiter geht es auch hier wieder um 2 Medienmenschen, die konkret, und wie sich herausstellt, noch nicht mal aus der Gruppe heraus, die ihnen normalerweise zuhört, hart angegangen werden, weil sie etwas tun, was sie für Positiv erachten.

    Und wer meldet sich dagegen: Lauter arme Opfer des linken Tugendfurors! Das ist so trumpesk, dass einem die Spucke wegbleibt.

    Der ganze Rest ist so unterhalb dessen, was Sie sonst so abliefern, dass ich mich damit gar nicht mehr abgebe.

    Bitte opfern Sie zu diesem Thema nur noch andere voll.

  73. „Dass jemand etwas als der Moral geschuldet beschreibt, ist eine Verteidigung FÜR etwas, keine Herabwürdigung alles anderen.“ Teils ja.
    Teils halt nein. Stefanowitsch sagt ja nicht nur: „Wenn ich das und das mache, mache ich das mit besten Absichten – 1., 2., 3. – und es kann ja nicht schaden.“ oder „Leute, die das kritisieren, vergreifen sich typischerweise im Ton und gehen am Thema vorbei.“ sondern auch: „Was ich mache, ist ethisch geboten infolge des kategorischen Imperatives bzw. der goldenen Regel.“, d.h., er kritisiert nicht nur die, die das Gendern kritisieren, sondern auch die, die nicht gendern. Was jetzt schon einen Schritt weiter geht als Gersters bspw., die halt gendert, wenn auch nicht ganz konsequent.

    „Und in der andere sich in eine Opferpose werfen, die mehr als unappetitlich ist.“ *gähn*

    „Wird man ja wohl noch sagen dürfen.“ Ja. Das bewirkt aber nicht notwendigerweise, dass man Ihnen zustimmt.

    „Der ganze Rest ist so unterhalb dessen, was Sie sonst so abliefern, dass ich mich damit gar nicht mehr abgebe.“ Irgendwie finde ich die Idee, dass ich etwas abzuliefern hätte, was irgendwie Ihren Beifall findet, sonderbar – kriege ich was dafür?

  74. #83, Frank Gemein

    „Dass jemand etwas als der Moral geschuldet beschreibt, ist eine Verteidigung FÜR etwas, keine Herabwürdigung alles anderen“

    Das Eine bedingt das Andere. Wenn etwas „der Moral“ geschuldet ist, geht das ja über eine rein individuelle (und diskutierbare) Moralvorstellung hinaus; diese als allgemeingültig gesetzte Moral kann dann folgerichtig andere, abweichende Haltungen nur noch als unmoralisch betrachten.

    Und genau das scheint mir auch ein wichtiger Punkt in der gesamten Debatte zu sein. Es scheint immer weniger darum zu gehen, dass man etwas so oder auch vielleicht anders handhaben könnte. Entweder bist du fürs Gendern oder dagegen. Entweder bist du einer, der die Gesellschaft umerziehen will – oder du bist ein alter, weißer, rechtslastiger Knacker, der Angst um Privilegien hat. Und jeder beansprucht in mehr oder weniger dezenter Weise die Moral für sich.

    Es gibt bei den Leuten, die sich schwertun mit manchen Formen des Genderns, nicht nur den organisiert-orchestrierten Furor. Ich zum Beispiel halte mich weder für rechts noch übermäßig konservativ, habe aber dennoch arge Bauchschmerzen bei einigen Variationen.

  75. @FPS:
    Mit dem großen Unterschied, dass hier niemand angegriffen wurde, sich aber einige als Opfer inszenieren. Während der Artikel sich auch nicht darum dreht, dass Befürworter des Genderns andere angreifen, sondern um das Gegenteil.
    Worauf sich auch bei diesen viele meldeten und als Opfer eines vermeintlichen Tugendterrors inszenierten, die dann interessanterweise meist nicht einmal zum Publikum der erwähnten Personen gehören.

    Das Ganze reiht sich dann nahtlos in eine inflationäre Flutwelle, losgetreten von vermeintlichen cancel-culture Opfern, die auf jede Kritik mittlerweile nur noch per exzessivem Rumgeopfer reagieren.

    In der Spitze verklärt dann Ulf P. von der Welt Broder und Don Alphonso zu vermeintlichen cancel-culture Opfern.
    Während den beiden sicher noch nie auch nur ein mu Reichweite durch irgendwelche obskuren Shitstorms genommen wurde ( das ist deren Geschäftsmodell ), die aber selber sehr wohl schon solche ausgelöst haben, die andere Menschen sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen liessen, weil es einfach zu gefährlich für diese wurde.

    Summasummarum, absurdeste Umkehrung der Realität: Die eine Seite zieht einen putativen Angriff nach dem anderen an den Haaren herbei, um die andere Seite zum Schweigen zu zwingen.

    Und deshalb nehme ich dieses Rumgeopfer nicht mehr ernst. Weil es wichtig ist, dies nicht mehr zu tun, diese Strategie ins Leere laufen zu lassen.

    Der Mann hat das Buch nicht geschrieben, um irgendwelchen Verweigerern mit der Moralkeule zu kommen, sondern um einen konzertierten Angriff auf alles, was unter political correctness firmiert, abzuwehren.

    Wer sich wegen diesem Versuch als Opfer sieht, darf dann, nach Corona natürlich, mal auf den Arm.

    Mir ist das bei weitem zu albern.

  76. #86

    „Die eine Seite zieht einen putativen Angriff nach dem anderen an den Haaren herbei, um die andere Seite zum Schweigen zu zwingen.“

    So, wie du Bedenken gegen Gender-Techniken auf bestimmte Personenkreise reduzierst, bist du aber auch nicht ganz weit entfernt von dieser Technik. Ebenso wenig Anne Fromm.

  77. Sie sehen aber schon einen Unterschied darin, dass es ein Ziel sein kann, zukünftig mehr Managerinnen zu haben, wobei es sicher kein Ziel ist, die Zahl der Konsumentinnen von Kinderpornografie zu erhöhen?

    Ein Kriterium, das leider noch weithin ignoriert wird.
    Natürlich kann der moderne Mensch nicht einfach draus los reden wie man das mal gelernt hat, so mit Nazisprech. Aber einfach pauschal gendern, liebe MännerInnen und FrauInnen, das geht auch nicht. Wirklich nicht.
    Man muß vor jedem Substantiv erst mal abwägen, was mit dem Gendern bewirkt werden könnte oder sollte oder dürfte.

    ManagerInnen ist aktuell als Ziel ausgeschrieben. Also tun wir Manager gendern.
    Radfahren wird zurzeit auch propagiert, klar, da kommt nur FahrräderInnen in Frage.

    Alle Menschen zu Kinderschändern machen will niemand. Deshalb bleibts beim Kinderschänder.

    Aber wie steht´s mit Ladendieben. Ist nicht so verbrecherisch wie Kinderschänden, aber sozial verträglich auch nicht. Es sei denn, man ist links und engagiert sich für sozial gerechte Umverteilung.
    usw. usf.

    Es gibt viel zu klären, zu prüfen und abzuwägen. Und zwar vor jedem einzelnen Satz, den man auszusprechen gedenkt.
    Schöne neue Welt.

  78. @Jörn
    Sicher, weil ja auch jedem, der falsch gendert, Unaussprechliches droht.
    Zeigt ja auch …, sieht man ja auch bei …, war ja ganz schlimm mit ….

    Irgendwie sind es idiotischerweise nur diejenigen, die gar nicht gendern wollen, die immer und überall den Menschen an den Karren fahren.

    Der Rest ist Getröte.

    Sorry, aber so nicht.

    Und @FPS:

    Nein, keine Sippenhaft. Aber wenn man mittenmang in so einer Welle schwimmt, dann wird es schwer zu differenzieren.

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