Predigt an die Bekehrten

Wenn Protest aus den Irrgärten des Internets hinausfindet, findet er irgendwann auf die Straße. Und wenn Gedanken zur Auflehnung mehr als nur ein Blog sein wollen, müssen sie früher oder später im Bahnhofskiosk landen. Mit Pegida und Magazinen wie „Compact“ gilt das seit einer Weile für gärende Dissidenz von rechts. Mit der neuen Zeitschrift „Veto“ hat nun endlich auch zivilgesellschaftliches Engagement sein eigenes Zentralorgan.

Nun bedeutet „Veto“ im Lateinischen „ich verbiete“, was Erbsenzählern eine feine Vorlage liefert, „Veto“ zum Vorboten einer „Verbotsgesellschaft“ zu erklären. Das ist nicht der Fall, worauf schon die verspielte Aufdröselung des Begriffes in „VEranTwOrtung“ hindeutet.

Viermal jährlich soll „Veto“ ausweislich des Editorials „eine Bühne“ sein „für die Engagierten im Land“. Mit einer frohen Botschaft ausnahmsweise mal nicht an die Feinde einer offenen Gesellschaft, sondern deren Verteidiger: „Ihr seid nicht allein!“

Insofern herkömmliche Medien gemäß ihrer inneren Dynamik tatsächlich ein allzu offenes Ohr haben für die Sorgen „besorgter Bürgerinnen und Bürger“, insofern angeblich mit den Aufgebrachten und Aufgehetzten der „Dialog gesucht“ werden muss – insofern ist „Veto“ als „Magazin für Protest und Verantwortung“ tatsächlich ein Medium der Gegenöffentlichkeit.

Freilich eine Gegenöffentlichkeit, die neben dem Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, verschiedenen Stiftungen (Amadeu-Antonio-Stiftung, ZEIT-Stiftung, Schöpflin-Stiftung) auch „von der Crowd“ gefördert wird.

Ermunterungsheft der Initiative „Wir sind der Osten“

Nicht nur, aber gerade im Osten mit seinen teilweise „völkisch befreiten“ Zonen ist das nicht gering zu schätzen. Weshalb es auch nicht wundert, wenn ein Ermunterungsheft wie „Veto“ eigentlich nur aus einer Initiative wie „Wir sind der Osten“ hervorgegangen sein kann, die sich

3 Kommentare zu Predigt an die Bekehrten
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3 Kommentare

  1. Falls die Veto-Macher:innen hier mitlesen: schwarze Schrift auf dunkelblauem Hintergrund (in dem AFD-Beitrag) bitte nicht mehr machen. Alles andere: Daumen hoch.

  2. Die Rezension liest sich leider – ausnahmsweise – sehr gestelzt und holprig (Beispiele: 4. Absatz, der „insofern“-Satz; Sätze wie „Ebenfalls verstehen muss sich die völlige Abwesenheit jeder Form von Hedonismus, wie sie im Magazinjournalismus ubiquitär ist.“; Inflation der Anführungszeichen etc.). Aber Message ist angekommen. :)

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