„Siegener Zeitung“: Ein Forum für Homophobie

Bei der „Siegener Zeitung“ legen sie Wert darauf, auch Menschen „ein Forum“ zu bieten, die Homosexualität für eine Sünde halten – weil sich das „in anderen Medien nur selten wiederfindet“. Das erklärt das südwestfälische Lokalblatt nach heftiger Kritik an einem seiner Artikel.

Zeitungsseite mit einem Bild der besprochenen Veranstaltung in Siegen: Blick in einen Saal mit voll besetzten Stuhlreihen
Bericht in der „Siegener Zeitung“ am 20.11.2019 Ausriss: SZ

Der Bericht, um den es geht, erschien vorige Woche. Er handelt von einer Zusammenkunft evangelikaler Christen, dem sogenannten „Studientag heilsame Lehre“, zu dem das Netzwerk Bibel und Bekenntnis eingeladen hatte. Geleitet wird das Netzwerk von dem früheren CVJM-Generalsekretär Ulrich Parzany, der bekannt dafür ist, Homosexualität abzulehnen; dementsprechend liest sich auch das, was die eingeladenen Redner so von sich geben. Es habe „viel zu lachen“ gegeben, heißt zu Beginn des Textes. „Doch die Themen waren ernst.“

„In christlichen Kreisen sei es die ‚Christenpest‘“

„Einen theologisch interessanten Vortrag“, schreibt die „Siegener Zeitung“, habe zum Beispiel der Pfarrer Christian Stettler aus der Schweiz „geliefert“. Stettler habe dargelegt, welche „Gebote des Alten Testaments nach seiner Ansicht heute noch Geltung hätten“. Es seien „Sünden, die sowohl Christen als auch Nichtchristen vom ewigen Heil ausschließen: Ehebruch, Selbstsucht und eben auch gelebte Homosexualität“. Und da Gott ja in der Bibel Homosexuelle nicht segne, solle es die Kirche auch nicht tun, zitiert die Zeitung den Pfarrer.

Weiter heißt es in dem Artikel:

„Welches gnadenlose und schnelle Gericht schon hier auf Erden manche Menschen treffen könne, darüber referierte Psychologe Markus Hoffmann. In christlichen Kreisen sei es die ‚Christenpest‘: Homosexualität.“

Dass insbesondere diese Stelle unkommentiert in einer Zeitung steht, die völlig unkritisch von so einer Veranstaltung berichtet, sorgte für Aufruhr. Die Autorin Giulia Becker verbreitete den Text auf Twitter. Auch der AStA der Universität Siegen kritisiert das Blatt dafür, „derart unkritisch und geradezu unterstützend“ zu berichten und organisierte eine Demonstration vor dem Redaktionsgebäude, zu der rund 25 Menschen kamen: „Wer Homoheiler hofiert, wird seiner journalistischen Sorgfaltspflicht nicht gerecht.“

Denn auch darum geht es in dem Text: Psychologe Hoffmann, heißt es, widme sich „homosexuell orientierten Menschen, die sich verändern möchten“. Er habe auch über die Konversionstherapie gesprochen, die Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) teilweise verbieten lassen will. Diese Therapie legt zugrunde, Homosexualität wäre heilbar wie eine Krankheit: einfach „umpolen“, fertig. Hofmann sagt laut SZ, dass „unter seiner seelsorgerischen Tätigkeit“ angeblich „keine gezielte Umpolung“ geschehe, doch: „Je nach dem wie das Gesetz ausfalle, werde seine Arbeit mit Homosexuellen dann strafbar sein“.

Wer hat den Text geschrieben?

Auffällig an dem Bericht ist, dass er kein Autor*innen-Kürzel trägt, sondern lediglich „SZ“ für „Siegener Zeitung“; auch das Foto der Veranstaltung, zu der mehr als 800 Menschen gekommen sein sollen, ist als „privat“ ausgewiesen. Das alles deutet darauf hin, dass der Text keine Eigenproduktion ist, sondern bei der Zeitung eingereicht wurde. Aber von wem? Kommt er aus dem Umfeld der Veranstaltung, gar vom Veranstalter selbst? Dazu sagt die „Siegener Zeitung“ auf Nachfrage von Übermedien nichts. Was bemerkenswert ist.

Leserbriefeseite in der „Siegener Zeitung“ Ausriss: SZ

Der Druck auf das Blatt war offenbar groß. Jedenfalls sah sich die Redaktion veranlasst, am Donnerstag eine ganze Seite mit teils wütenden Leserbriefen und einer Erklärung in eigener Sache zu veröffentlichen. Der Bericht habe „heftigen Widerspruch ausgelöst“, was die Redaktion auch erwartet habe. Die angesprochenen Themen würden immer wieder zu „Diskussionen und Kontroversen im kirchlichen und freikirchlichen Bereich“ führen, was sich seit Jahren in der Berichterstattung der „Siegener Zeitung“ widerspiegle.

Das alles so zu drucken, darin sieht die SZ also kein Problem – sie hat ja quasi nichts damit zu tun, wie sie in ihrer verspäteten Stellungnahme lehrt:

„Mit keinem Wort steht geschrieben, dass die Redaktion sich mit der Sache bzw. mit den Gedanken der Veranstaltung gemein gemacht hat. Die Redaktion distanziert sich ausdrücklich von solchen Begriffen wie ‚Christenpest‘, die nicht zum Sprachgebrauch und zur Gedankenwelt der Redaktion gehören.“

Das stramm konservative Blatt, der Marktführer am Ort, zieht sich nun darauf zurück, bloß „Inhalt und Ablauf“ des Studientags „dokumentiert“ zu haben, eben um „einem Teil des religiösen Meinungsspektrums ein Forum“ zu geben, „der sich in anderen Medien nur selten wiederfindet“.

Die Zeitung verbucht das als Beitrag zur Meinungs- und Denkfreiheit: Es ermögliche „Leserinnen und Lesern, die Ansichten des Netzwerks selbst zu beurteilen, sich eine eigene Meinung zu bilden, was offenkundig in nennenswertem Umfang geschehen ist“. Auf Nachfrage betont Christian Hoffmann, der Leiter der Siegener Lokalredaktion, man habe ja auch Leserbriefe und eine Stellungnahme des evangelischen Kirchenkreises Siegen abgedruckt:

„Insofern sind wir in der Tat ‚Forum‘ für beide Seiten – und für die Öffentlichkeit. Wir halten das auch für wichtig, damit nicht unterschwellig und im Verborgenen, sondern offen über Kontroversen im kirchlichen Bereich und über Glaubensfragen diskutiert werden kann. Auch die Berichterstattung über Inhalt und Ablauf der Veranstaltung des ‚Netzwerks Bibel und Bekenntnis‘ schafft dafür eine Voraussetzung.“

„Solch ein altertümlicher Bericht“

Allein fünf von sieben abgedruckten Leserbriefen widersprechen den Rednern vehement – und kritisieren auch die Zeitung. Ein Leser schreibt:

„Ich bin sehr enttäuscht, dass in der heutigen Zeit noch solch ein altertümlicher Bericht in der ‚Siegener Zeitung‘ veröffentlicht wird.“

In einem anderen Brief schreibt ein Leser, es sei alles ganz anders gewesen bei der Veranstaltung, geradezu tolerant: „Allen Beteiligten war klar, dass die sexuelle Orientierung eines Menschen in keinem Fall zu einer Ausgrenzung führen darf.“ Mal abgesehen davon, dass es nicht um „sexuelle Orientierung“ geht, verrät die evangelikale Nachrichtenagentur Idea, wie tolerant es dort wirklich war. Und was Gastgeber Ulrich Parzany riet:

„Zu der Frage von Besuchern, was sie tun sollen, wenn in ihren Kirchengemeinden homosexuelle Partnerschaften getraut werden und biblische Argumente gegen eine solche Praxis nicht gehört werden, sagte er: ‚Gehen Sie nicht in eine solche Gemeinde, die das praktiziert!‘

Aber stimmt schon: Da werden nicht Homosexuelle ausgegrenzt, da grenzen sich Heterosexuelle selber aus.

SZ-Redaktionsleiter Hoffmann möchte noch „festhalten“, dass der Psychologe Hoffmann den Begriff „Christenpest“ nicht selbst auf Homosexuelle angewandt habe: „Vielmehr hat er dazu aufgerufen: ‚Lasst uns doch weggehen von dem, wie wir es empfunden haben, als Betroffene: Homosexuell zu sein, heißt die Christenpest zu haben‘ – ein laut unserem Bericht ‚gnadenloses und schnelles Gericht'“. Im Artikel findet sich das Zitat so allerdings nicht.

Auf unsere Frage, ob die Redaktion irgendwelche Schlüsse aus der Sache zieht für ihre künftige Arbeit, antwortet Hoffmann hingegen nicht. Er bitte um Verständnis, schreibt er, „dass wir auch in diesem Fall nicht von der redaktionellen Linie abweichen können, grundsätzlich von Stellungnahmen zu internen redaktionellen Abläufen und Entscheidungsprozessen abzusehen“.

40 Kommentare

  1. Die „Siegener Zeitung“ möchte ein Forum sein? Bitte gerne. Schließlich müssen wir an unserer Streitkultur dieser Tage arbeiten. Nur könnte die Redaktion bitte so freundlich sein, die Teilnehmer des Forums auch zu nennen, statt anonyme Texte zu veröffentlichen? Oder gilt hier der Informantenschutz, weil der Verfasser sonst Repressalien zu erwarten hätte? Man wüsste es gerne… Aber wir lernen immerhin: Die Veröffentlichung eines Textes in der Zeitung ist selbstverständlich ein Interna der Redaktion.

  2. Gemeint ist im Text doch wohl die sogenannte „Konversionstherapie“ und nicht Konversationstherapie, also die Behandlung unverbindlicher Gespräche.

  3. Es ist für mich keine Überraschung, das es so etwas in evangelikalen Kreisen gibt und es ist dort vermutlich auch eher die Regel, als die Ausnahme.

    Die Position der evangelischen Landeskirchen ist so etwas ganz klar nicht aber die Landeskirchen haben auf diese Gruppen keinen Einfluss.

    Diese evangelikalen Gruppen sind entweder gleich in Freikirchen organisiert (und damit völlig dem Einfluss der Landeskirchen entzogen) oder sie bestehen unter sich innerhalb der Landeskirchen.

    „Unter sich“ bedeutet: Von der Organisation her so ähnlich wie die kommunistische Plattform bei den Linken, dem Seeheimer Kreis in der SPD, der Werteunion in der CDU, Realos oder Fundis bei den Grünen.

    Die Evangelikalen lassen sich von den Landeskirchen wenig bis gar nichts sagen und den Landeskirchenleitungen sind zusätzlich die Hände gebunden, da die Evangelikalen fast immer leider auch zu den aktivsten Gemeindemitgliedern zählen.

    Vergrault man die allzu sehr und die laufen dann zu den Freikirchen über, dann hat man noch größere Probleme als ohnehin schon, denn dann bricht der Laden nämlich teilweise ganz zusammen.

    Das Dilemma ist allen bekannt aber kaum einer spricht offen darüber. Soviel Aufsehen wie jetzt mag man allerdings im allgemeinen nicht, denn ist das Fass (in der Öffentlichkeit) übergelaufen, dann muss die Landeskirchenleitung meistens reagieren und wenn die Landeskirchenleitung reagiert, müssen natürlich auch die Evangelikalen wieder zeigen, dass sie sich nix sagen lassen.

    Solche Konflikte vermeiden beide Seiten eigentlich lieber nach Möglichkeit.

    Ich vermute deshalb Mal, der Bericht kommt wirklich aus dem inneren Kreis der Evangelikalen und das ist wahrscheinlich auch der Grund für die fehlenden Namen des Verfassers und des Fotografen.

    Für mich ist das eigentlich die wahrscheinlichste Erklärung. Die Zeitung schützt diesen oder diese Informanten, die Eier zu einer eigenen Bewertung hatte sie aber trotzdem nicht, das muss ich ihr schon ankreiden.

  4. Den Begriff „Christenpest“ verstehe ich nicht. Soll Homosexualität eine Seuche sein, die nur Christen befällt? Oder das Christentum der Erreger, der die gar schröckliche Verirrung verbreitet? Oder sei Homosexualität nur dann eine Krankheit, wenn man nolens volens Christ ist, für andere Leute aber nicht? Egal, man muss ja nicht alles verstehen können, was sich Wirrköpfe so an „theologisch interessantem“ Kram zusammendenken…

  5. Sie lügen! Nicht selten in Ihrer. Medien branche. Die Leserbriefe waren pro und kontra und nicht wie von Ihnen behauptet. Die Siegener Zeitung ist für uns Siegerländer DIE seriöse Information. Wer dies anders sieht hat die Möglichkeit andere Medien (z. B. WDR regional) zu nutzen.

  6. Sofern die SZ nicht mehr das konservative Blatt vor Ort wäre, dann bestünde für die SZ auch keine Existenzberechtigung mehr. Linksversiffte und gleichgeschaltete Alternativmedien bieten keinen wirklichen Grund, diese selbst als kritisch reflektierende 4.Gewalt zu beachten. Daher kann der Verlagsleitung der SZ nur Mut zur Wahrheit, Standhaftigkeit entgegen anti – evangelikalen und antichristlichen Strömungen in einer sich selbst frakmentierenden Gesellschaft gewünscht werden.

  7. Okay, Homosexuelle zu heilen ist natürlich etwas in Richtung Scharlatan und das Wort Christenpest passt auch überhaupt nicht.
    Trotzdem ist es einfach interessant, sobald eine Gruppe andere Ansichten hat wie die von der Allgemeinheit gepflegten, gibt’s einen Aufschrei und böse Kommentare. Wo ist da die Toleranz? Warum respektiert man andere Ansichten nicht mehr?

    Ganz zu schweigen davon das ich als Christ davon überzeugt bin das Gott es als Sünde empfindet.
    Wer Mann und Frau erschafft (ach oje, das darf ich heute gar nicht mehr glauben. Ich muss „wissen“ es hat puff gemacht. Oje, und wie ist durch den puff die DNA entstanden?) darf es auch als beleidigung empfinden, denn sonst hätte Gott 2 Männer erschaffen.
    Huch, dann gäbe es uns heute gar nicht.

    Der Christ und die Kirche würden am eigenen Fundament sägen. Was ja kein Fundament mehr ist, man legt es eh so aus wies passt…

  8. Es kennzeichnet die Toleranz der Gesellschaft, dass hanebüchener Unsinn gesagt und verbreitet werden kann. Einen katastrophalen geistigen Zustand einer Gesellschaft kennzeichnet aber, dass es genügend Menschen gibt, die – so meint man – eine Schulbildung genossen haben, in der man lernt dass die Erde keine Scheibe ist – und dass man auch lernt, warum das so ist, und dass das auf einer wissenschaftliche Ebene nachvollziehbar und immer wieder belegbar ist und dass es der Religion trotzdem gelingt, für strunzdummes Zeugs Anhänger zu gewinnen. Und das hält sich bei Homosexualität so hartnäckig wie die Wiederauferstehung und die Jungfrauengeburt. Und da redet man von Respekt voreinander?
    Wehe, wenn dieser Menschentypus (wieder) an Macht kommt. Und die Siegener Presse bietet diesen Typen wieder ein Forum. Fortschritt ist anders.
    Schöne Scheiße!

  9. @2 Oh, lustiger Fehler. Danke, ist korrigiert!

    @5 Möglicherweise würde es helfen, wenn Sie den Text lesen, bevor Sie mir vorwerfen, zu lügen. Dort steht, 5 von 7 Leserbriefen widersprächen den Rednern. Ein Leserbriefschreiber, der interessanterweise meint, es sei eine tolerante Veranstaltung gewesen, ist sogar explizit genannt.

    @7 „Linksversiffte und gleichgeschaltete Alternativmedien“ – Haben Sie schon mal versucht, die Welt differenzierter zu betrachten und ohne so rechte Vokabeln dabei zu verwenden?

  10. @ Herman ze German:

    Erfährst du etwa keine Toleranz dafür NICHT schwul zu sein?
    Homosexuelle haben kein Problem damit, dass andere es nicht sind.
    Wie sieht es denn umgekehrt bei euch Evangelikalen aus?

  11. @4
    Im Kontext des Zitats, wie es im Artikel steht, heißt das: Homosexualität hat einen Krankheitswert. Befallene Christen, vor allem wenn diese nichts gegen die Krankheit tun, sind eigentlich keine Christen mehr, insofern würde eine zunehmende Homosexualität Christen erheblich dezimieren, wenn nicht sogar ausrotten, vergleichbar der Pest im Mittelalter.
    Ein großes Problem dieser Aussage besteht in der Schlussfolgerung, die sich ergibt, wenn Leute das für richtig halten.
    Eine Krankheit an sich ist negativ besetzt, man will sich davor schützen, Betroffene brauchen Hilfe. Verweigern sie die Annahme von Hilfe sind sie entweder psychisch beeinträchtigt (fehlende Krankheitsakzeptanz) oder uneinsichtig und böswillig. Hier gleitet das Pseudoverständnis bereits in Ablehnung über. An sich kann der Patient nichts für eine Krankheit, das ändert sich, wenn er nicht bereit ist an der Heilung zu arbeiten. Wenn diese Krankheit dann ansteckend ist, was der Begriff „Pest“ impliziert, kann man dem Patienten diese Verweigerung nicht durchgehen lassen, man muss ihn entsprechend disziplinieren.
    Das ist eigentliche Botschaft dieses Zitats.
    Und das es Leute gibt, die diese Botschaft nicht einfach so stehen lassen, sondern massive Kritik üben, ist ein gutes Zeichen dafür, dass wir noch nicht völlig verloren sind.

  12. Ein Christ ist bestrebt, dem Vorbild Jesus Christus nachzueifern und die Gemeinschaft mit Gott anzustreben.
    Jesus Christus ist aus Liebe zu ALLEN Menschen für ALLE Menschen gestorben und nicht für „Vorzeige-Christen. Das sagt auch das Gebot der Nächstenliebe aus, denn mit dem Nächsten sind nicht nur Nachbarn, Freunde oder Kollegen gemeint, sondern auch – oder gerade – Menschen, die anders sind, denken oder handeln als man selbst.
    Wenn Gott also ALLE Menschen ohne Ausnahme liebt, steht Christen (und da schließe ich mich mit ein) in keinster Weise zu, andere zu verurteilen.

  13. Ich bin im Siegerland aufgewachsen und solche Diskussionen mit der Siegener Zeitung gab es schon in den Achtzigern. Und bis jetzt hat sich nicht geändert, auch nicht nach fast 40 Jahren. Das Siegerland ist nun mal ein Hort des Pietismus und der Sekten. Gottseidank bin ich Anfang der Neunziger da weggezogen und nie wieder zurückgekommen. Glaubt bloß nicht, daß sich durch irgendeine Berichterstattung oder eine kleine lächerliche 25 Mann Demonstration auch nur irgendwas in den Köpfen ändert. Die leben noch immer hinter dem Mond, wollen es auch nicht anders und sind nie aus ihren kleinen lächerlichen Käffern rausgekommen. Man kann nur allen Nicht-Heterosexuellen raten, schnellstmöglichen da abzuhauen. Lasst sie dumm und bigott aaleine sterben.

  14. @Herrmann
    „Warum respektiert man andere Ansichten nicht mehr?“

    Weil Homophobie ebenso wie Rassismus oder Antisemitismus eine menschenfeindliche Gesinnung ist, für die es im 21. Jahrhundert keinen Platz mehr geben sollte.

    Glauben dürfen Sie in unserem Staat übrigens so ziemlich alles. Sie haben nur keinerlei Anspruch darauf, für voll genommen zu werden.

  15. Die Diskussion um den Vortrag von M. Hoffmann, insbesondere um dessen Verwendung des Wortes „Christenpest“, ist an Bizarrheit kaum noch zu überbieten.
    Zitat aus dem Artikel oben :
    „SZ-Redaktionsleiter Hoffmann möchte noch „festhalten“, dass der Psychologe Hoffmann den Begriff „Christenprest“ nicht selbst auf Homosexuelle angewandt habe: „Vielmehr hat er dazu aufgerufen: ‚Lasst uns doch weggehen von dem, wie wir es empfunden haben, als Betroffene: Homosexuell zu sein, heißt die Christenpest zu haben‘ […]“ Exakt in diesem Sinne hatte der Referent M. Hoffmann den umstrittenen Begriff verwendet. Der Vortrag kann auf Youtube angeschaut werden.
    Es ist unfassbar, wie hier durch Kritiker offenbar völlig ohne Kenntnis dessen, was tatsächlich gesagt wurde, eine Veranstaltung und eine Person vorverurteilt wird.

  16. @17 (MIC09):

    „… uns doch weggehen von dem, wie wir es empfunden haben, als Betroffene: Homosexuell zu sein, heißt die Christenpest zu haben‘ […]“

    Na ja. Der zweite Hoffmann (also nicht der Redaktionsleiter) ist immerhin Psychologe und genau das kommt zu seiner Aussage eher noch erschwerend hinzu.

    Mein Gott – indem er erstmal selber ( und vor sehr großem Publikum) quasi sagt: „Meine lieben Schafe. Denkt jetzt nur ja nicht, dass ihr die Christenpest habt, das ist falsch.“

    Was tut er damit denn?

    Er hat den Begriff in den Ring geworfen und ihn gleichzeitig auch eindeutig mit der Homosexualität in Verbindung gebracht. Und er sagt gleichzeitig noch: Das sind die, die selber so über sich denken, obwohl bezweifelt werden darf, ob das bei den meisten überhaupt so ist.

    Dieses „denkt nicht“ ist der älteste Trick der Welt, dazu muss man nicht mal Psychologe sein, Hoffmann aber ist es und deshalb wusste er auch ganz genau, was er da tat.

    Es ist gerade so als würde ich euch jetzt sagen:

    „Leute, denkt jetzt ja nicht an eine frisch aufgeschnittene, saftige Zitrone, denkt nicht an das Geräusch beim Auspressen und an den Geschmack und denkt ja nicht darin, wie euch das Wasser im Munde zusammenläuft!“

    Was ist das Ergebnis? An was habt ihr gedacht und was ist in eurem Mund passiert?

    Und genau so hat’s der Hoffmann auch gemacht, also bitte jetzt nicht noch versuchen Leute für dumm zu verkaufen, nur weil sie keinen Abschluss in Psychologie haben. :-)

  17. @8 Herrmann

    „Wo ist da die Toleranz? Warum respektiert man andere Ansichten nicht mehr?“

    Homosexualität ist keine Ansicht, genausowenig wie die Gravitation eine Ansicht ist. Sie sind Christ? Und da ist Ihnen noch nie aufgefallen, dass Jesus von Nazaret genau das kritisiert? Dass Menschen ihre Urteile über das Leben der andere auf eine Stufe heben mit dem Leben der anderen selbst?

    Außerdem: falschen Aussagen oder Prämissen zu widersprechen ist weder Zeichen von Intoleranz noch von Respektlosigkeit – im Gegenteil: Kritisieren (ebenso wie Unterstützen) einer Position heißt Ernstnehmen.

    „denn sonst hätte Gott 2 Männer erschaffen.
    Huch, dann gäbe es uns heute gar nicht.“

    Die Vorstellung, aus einer inzestuösen Verbindung hervorgegangen zu sein, macht Ihnen aber keine Schwierigkeiten? Ansonsten waren selbst aus biblischer Sicht nicht alle männlichen Nachfahren Klone von Adam. Es reicht also, wenn jeder zwanzigste schwul war. Kein Widerspruch. Die Menschheit existiert trotzdem. Gott lehnt sich zurück und freut sicht.

  18. @Holger:
    einfach mal den Vortrag anhören, Link s. oben im Kommentar von Frank Reichelt. Das Zitat im Zusammenhang findet sich am Ende des Vortrages gegen 51:36.
    Was Markus Hoffmann kritisiert, ist, dass in manchen christlichen Kreisen eine Atmosphäre herrsche, die den Betroffenen das Gefühl vermittle, quasi an einer ansteckenden und beschämenden Krankheit zu leiden.

  19. @20 (MIC09):

    Erstmal danke für die konkrete Stelle, denn 53 Minuten irgendwas hätte ich mir jetzt wirklich nicht angetan.

    Ich habe mir die Stelle zweimal angeschaut und ja, eines gestehe ich Herrn Hoffmann zu, er hat seinen Abschluss als Psychologe nicht in der Lotterie gewonnen. Es ist von der Art her schon alles sorgfältig aufgezogen aber es bleibt mir trotzdem unbegreiflich, wie man darauf hereinfallen kann, sorry, das Gefühl habe ich dabei nun mal.

    Ich kann mir nur vorstellen, das es mit dem Thema und dem kirchlichen Umfeld zusammenhängt, diese Mischung macht vielleicht manche anfällig.

    Machen wir es doch mal so: Vergessen Sie das Thema völlig und auch, das wir bei Kirchens sind und schauen Sie sie die Sache möglichst abstrakt an:

    Es gibt ein Thema, worüber jemand redet. Die Rede ist nicht spontan, sondern sie ist ausgearbeitet, aufgeschrieben, Wort für Wort gut überlegt also.

    Sie ist von einem Menschen geschrieben, dessen erlernter Beruf es (u.a.) ist, durch Worte, Mimik, Gestik, durch Betonung und vor allem aber durch die Kunst zu wissen, welche Knöpfe man bei Menschen drücken muss, um diese oder jene Emotion und damit Wirkung auszulösen.

    Er weiss das alles und noch viel mehr, verstehen Sie?

    Er weiss ganz genau, was er sagt, wenn wer bestimmte Reizwörter verwendet. Welche Prozesse dann bei den meisten Menschen unbewusst ablaufen und genau diese Knöpfe hat er auch gedrückt.

    Das war aber nur die Pflicht. Die Kür war, das ganze so aufzuziehen, das er dann am Schluss sogar noch mit einem Heiligenschein dasteht. :-)

    Man darf aber nie vergessen: Als Heilige treten solche Leute nur genau so lange auf, wie die armen Sünder sich nicht „verstockt“ zeigen, wenn doch, dann werden ganz andere Seiten aufgezogen.

    Und genau aus diesem Umfeld mit dem „Heilen“ kommt der Mann nun mal, das ist der letzte Stein im Mosaik, wenn Sie so wollen.

  20. Etwas kann nicht sowohl eine Krankheit und eine Sünde sein.

    Andrerseits hätte ich das Wort „Christenpest“ auch völlig anders interpretiert, als das wohl gemeint ist. Aber DA wäre vllt. eine Redaktion erforderlich gewesen, die sowas einordnet oder nachfragt, was damit gemeint sein soll.

  21. @22 (Mycroft):

    „Andrerseits hätte ich das Wort „Christenpest“ auch völlig anders interpretiert, als das wohl gemeint ist.“

    Herr Hoffmann hat einen gewissen Hintergrund, das war schon vor Jahren in evangelikalen Foren Thema, einfach Mal nach „Wüstenstrom“ googeln. Das könnte bei der Interpretation helfen.

    „Aber DA wäre vllt. eine Redaktion erforderlich gewesen, die sowas einordnet oder nachfragt, was damit gemeint sein soll.“

    Wie gesagt, Hoffmann ist eigentlich bekannt wie ein „bunter Hund“. Selbst homosexuell, ist es Ziel seines Vereines, dass alle schwulen Christen enthaltsam leben, was wiederum die Evangelikalen ganz phantastisch finden, deshalb laden sie ihn ja auch immer so gerne ein. :-)

  22. Nun, ich kannte ihn bis dato nicht, noch den Begriff „Christenpest“, und finde auf jeden Fall letzteren sehr befremdlich.
    Und ist ja nett, dass Sie mir das jetzt erklären, aber ändert ja nichts daran, dass ich diese Infos lieber in der Zeitung erklärt bekäme, in der sie stehen.

  23. @23: — Korrektur —

    Ich muss meinem Beitrag (Nr.23) in einem Punkt korrigieren, da war ich nicht mehr ganz auf dem aktuellen Stand. Ich schrieb:

    „Selbst homosexuell, ist es Ziel seines Vereines…“

    Das ist nicht (mehr) richtig.

    Herr Hoffmann ist inzwischen verheiratet und Vater von drei Kindern und hat sich dann also wohl anscheinend selbst geheilt.

    Ich erwarte deshalb in Kürze den Artikel zur Verleihung des Nobelpreises für Medizin, gerne wieder in der „Siegener Zeitung“

  24. Herr Hoffmann ist inzwischen verheiratet und Vater von drei Kindern und hat sich dann also wohl anscheinend selbst geheilt.

    Es gibt Menschen, die, obzwar homosexuell, mit einem Menschen anderen Geschlechts verheiratet sind und Kinder haben. Kommt halt drauf an, wie weit man bereit ist sich selbst zu verleugnen.

  25. @27 (wonko):

    „Kommt halt drauf an, wie weit man bereit ist sich selbst zu verleugnen.“

    Was aber ganz allein seine Sache wäre und weder eines Artikels noch irgendwelcher Kommentare bedürfte.

    Wer allerdings, (wie Herr Hoffmann) zum x-ten Mal seit vielen Jahren seine eigene Lebenslage (mit wechselnden Vorlieben für das eine oder andere Geschlecht), nicht nur in die breite Öffentlichkeit trägt, sondern sich selbst dann auch noch als Beweis für die abstrusesten Thesen anführt, der muss halt auch mit Gegenwind leben.

    Im Prinzip sagt er den Homosexuellen mit Wüstenstrom doch:

    Entweder ihr macht’s wie ich und heiratet eine Frau oder ihr lebt euer ganzes Leben im Zölibat. – Absurder geht’s ja wohl kaum noch.

    Der Treppenwitz an der Geschichte ist dabei sowieso, das die Evangelikalen jedes Zölibat ganz klar ablehnen, sowas gibt’s eigentlich nur in der katholischen Ecke. Und genau da kommt Hoffmann ursprünglich ja auch wirklich her, getauft ist er katholisch.

    Hier bei der Geschichte, lassen sie aber (und sehr gerne) mal fünfte gerade sein.

  26. Da ich viele der Leserbriefschreiber hier schätze, würde ich gerne mal hier eine Frage einschieben, von etwas, das ich nicht ganz verstehe. Und ja, das hat nichts mit dem Beitrag zu tun.

    Die gängigen Erklärungen zu Sexualität, Frauen- und Männerrolle und Transsexualität sind doch, wenn ich das richtig verstehe, sozialkonstruktivistisch. D.h. Gender ist etwas anderes als biologisches Geschlecht (=Sex). Wie wir unser Gender definieren, wen wir begehren, ist danach durch die Gesellschaft geprägt. Zur wahren Befreiung gehört also selbstbestimmt Gender und sexuelle Orientierung zu wählen. Konsequent hat dann etwa Pilgrim für die Befreiung der Männer das Schwulsein gefordert. Dann ist aber doch logischerweise Homosexualität auch kein biologisches Faktum!? Was ich dann nicht verstehe: Dann müsste doch eine freiwillige Konversion völlig in Ordnung sein!? Wenn ich mich gegen Homosexualität entscheide, dann muß doch der Wechsel und die Unterstützung dabei in Ordnung sein!? (Mir ist natürlich klar, dass evangelikale Gruppen nicht auf Freiwilligkeit beruhen, sondern massiv mit Druck arbeiten.)

  27. So so, einer vom CJVM. Wenn er schon nicht kapiert, dass der Liebe Gott auch die Schwulen gemacht hat, sollte er mal das Lied YMCA (US-Vorbild des CVJM) anhören und natürlich den Text kapieren:
    „It’s fun to stay at the YMCA
    They have everything for young men to enjoy
    You can hang out with all the boys
    It’s fun to stay at the YMCA“
    „You can do whatever you feel
    Young man, are you listening to me?
    I said, young man, what do you want to be?
    I said, young man, you can make real your dreams“
    Dies allen Evangelikalen und der Redaktion in Siegen ins Gebetbuch!

  28. @29 (Frank Möller):

    “D.h. Gender ist etwas anderes als biologisches Geschlecht (=Sex). Wie wir unser Gender definieren, wen wir begehren, ist danach durch die Gesellschaft geprägt. Zur wahren Befreiung gehört also selbstbestimmt Gender und sexuelle Orientierung zu wählen.“

    Wir wählen genau garnichts. :-) Wir tun uns nur entweder leichter oder schwerer mit dem umzugehen, was bereits ausgewählt wurde.

    „Konsequent hat dann etwa Pilgrim für die Befreiung der Männer das Schwulsein gefordert.“

    Pilgrim vertritt genauso absurd-bekloppte Theorien wie Hoffmann, nur halt von der anderen Seite her. Beides sind Extreme und vor allen Dingen sind die beide extrem durch den Wind.

    „Dann ist aber doch logischerweise Homosexualität auch kein biologisches Faktum!?“

    Warum nicht? Weil Pilgrim und Hoffmann das behaupten?

    „Was ich dann nicht verstehe: Dann müsste doch eine freiwillige Konversion völlig in Ordnung sein!?“

    Selbstverständlich ist das in Ordnung – wie alles was Sie selbst für sich freiwillig entscheiden. Es wird nur nix nützen, egal was Pilgrim oder Hoffmann Ihnen weismachen wollen.

    „Wenn ich mich gegen Homosexualität entscheide, dann muß doch der Wechsel und die Unterstützung dabei in Ordnung sein!?“

    Das Blöde daran ist nur, dass die „Unterstützung“ die Hoffmann mit seinem Wüstenstrom anbietet, wohl darin besteht, dass Leute, die in einem inneren Konflikt zu ihm gelaufen kommen (und also sowieso schon durch den Wind sind), genau zwei Lösungen anbietet :

    Entweder in Zukunft Frauen oder gar kein Sex.

    Darauf lässt sich dieser ganze Humbug nämlich runterbrechen und das kann nicht funktionieren, lebenslang noch dazu.

    Es sind ihm ja auch schon welche weggelaufen und einer davon hat eine Organisation „Ex-Ex-Gay“ gegründet, um diesem Wüstenstrom-Blödsinn nämlich die Spitze abzubrechen.

  29. @28 (Holger)

    Mein Punkt war schlicht, dass die jetzigen Lebensumstände des Herrn Hoffmann keinerlei Rückschluss auf irgendeine „Heilung“ zulassen.

  30. @Herrmann, #8: Respekt gibt’s nur auf Gegenseitigkeit. So bleibt für religöse Homohasser nur die magere Toleranz der Glaubens- und Meinungsfreiheit. Es ist allerdings ein Irrglaube vieler autoritär denkender Menschen, diese Toleranz sei eine Einbahnstraße, d.h. man dürfe ihnen nicht widersprechen oder gar ihre Überzeugungen negieren.

    Lustig ist auch die retardierte Vorstellung einer doch angeblich allmächtigen, „Gott“ genannten Entität, die es nicht mal fertig brächte, zwei Männer fruchtbar miteinander zu machen. Statt dessen werden dieser Entität die geistigen Eigenschaften eines altorientalischen Willkür-Potentaten zugeschrieben, die so gar nicht zu der ihr unterstellten allumfassenden Liebe und Güte passen.

    Wer an sowas unbedingt glauben will, von mir aus bitte schön. Man sollte dann aber tunlichst vermeiden, alle anderen Menschen, die das nicht wollen, auch damit zu überziehen und darin anzubinden. Das ist mir zu anmaßend und totalitär.

  31. Ja nu, religiöse Extremisten halt. Und ja, evangelikalische Freichristen darf man Extremisten nennen, denn sie sind welche.

  32. In der Natur ist Homosexualität eine normale Erscheinung, s. Delphine, Menschenaffen, Giraffen, Elefanten, Pinguine, Geier, Spinnen usw. usf.
    Nach der Logik der Christen hat Gott, welcher die Natur erschuf, mit ihr auch die Homosexualität erschaffen (müssen). Wer also Homosexualität ablehnt, lehnt die Schöpfung Gottes ab.

    Das sage ich als konfessionsfreier Mensch, der sich vorbehält, an einen Gott zu glauben. Solange ich nicht belegen kann, dass es (k)einen Gott gibt, solange werde ich mich hüten, etwas dergleichen zu behaupten. Und sollte ich mich jemals zu einer Auslegung bekennen, dann werde ich mich hüten, Menschen auszugrenzen, die nicht explizit in einem Jahrhunderte alten Buch zur Segnung empfohlen wurden. Das würde doch ein sehr schlechtes Licht auf meine Konfession werfen. Nur als fanatischer Hardliner würde ich berechtigte Kritik an meiner ausgrenzenden Substanzlosigkeit mit dem Vorwurf einer „anti-evangelikalen und antichristlichen“ Haltung beantworten.

  33. @37:
    „Wer also Homosexualität ablehnt, lehnt die Schöpfung Gottes ab.“
    Eben. Gott hat Schwulsein geschaffen. Ihr kommt in eure selbst herbeigeglaubte Hölle, wenn ihr gegen Homosexualität seid!

    „Solange ich nicht belegen kann, dass es (k)einen Gott gibt, solange werde ich mich hüten, etwas dergleichen zu behaupten.“
    Warum nicht anders herum? Solange mir keiner belegen kann, das es einen Gott gibt, gehe ich davon aus, dass es ihn nicht gibt. Nichtexistenz lässt sich nämlich nciht beweisen, weshalb Agnostzismus eher so ladida ist, meiner Meinung nach.

  34. @Frank Möller, #29:
    „Gender“ ist das „soziale Geschlecht“, also welche soziale „Rolle(n)“ die Gesellschaft von einem Individuum in Abhängigkeit von dessen biologischen Geschlecht erwartet. Diese Rollen sind natürlich sozial konstruiert und nicht biologisch. Es gibt kein Gen für Hosen, also gibt es auch kein Gen, das festlegt, ob man Hosen trägt.
    Jetzt gehört zu solchen Rollenerwartungen, dass man auf das jeweils andere Geschlecht steht („Heteronormativität“). Und da geht es los; offenbar ist Homosexualität nicht sozial konstruiert, weil keine bekannte Gesellschaft Homosexualität aktiv fördert. Andererseits „scheint“ Homosexualität auch nicht angeboren zu sein, weil typischerweise die Eltern von Homosexuellen offensichtlich Heteroas sind (oder bi). Daraus machen manche, dass es eine Wahl gäbe, und wenn man die „richtige“ trifft, ist man heterosexuell, wenn nicht, ein „Sünder“. Was schon mal deshalb Quatsch ist, weil ich eigentlich nie die Entscheidung getroffen habe, hetero zu sein. Im Unterschied z.B. zu meinem Beruf.
    Und wenn jetzt einer sagt, ich solle nicht von mir auf andere schließen: WER hat denn in der Pubertät oder wann die Wahl gehabt?
    Wieso manche Menschen jetzt heterosexuell sind und andere nicht, weiß im Übrigen der Gilb. Da der „Schaden“ infolge Homosexualität aber eigentlich nur darin besteht, dass die Homosexuellen diskriminiert werden, und diese Diskriminierung jedenfalls sozial konstruiert wird, gäbe es eigentlich eine relativ einfache Lösung. Also, so richtig einfach.

  35. „Evangelikal“ ist an sich schon ein Oxymoron! Was soll daran eine „frohe“ Botschaft sein, wenn man die Bibel benutzt um damit Menschen zu bedrohen, Psychoterror auszusetzen, mit Gehirnwäsche gar in den Suizid zu treiben? Gab es je ein Einsehen, eine Entschuldigung für die seelischen Verbrechen?
    Der passende Begriff ist nicht evangelikal (eu – angelion = gute Botschaft), sondern kakangelikal! (kakos = schlecht). Das Wortspiel ist unbeabsichtigt. Man sollte endlich aufhören diesen Eu-phemismus namens „Evangelikale“ zu benutzen.
    Und ja, da kann man der Siegener Zeitung recht geben: Dieses Thema ist in den Medien zuwenig vertreten. Man sollte den Artikel als Anlass nehmen, dieses Treiben der „Evangelikale“ und die seelischen Verbrechen aufzudecken und davor zu warnen. Und dannkann man überlegen, was man „Christenpest“ auffassen kann. Mit diesem Begriff hat der Schöpfer des Wortes ein Eigentor geschossen!

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