Madonna lässt nachträglich schiefe Töne aus Live-Auftritt entfernen

Der Live-Auftritt von Madonna beim Eurovision Song Contest in Tel Aviv war ein ziemliches Debakel. Das würde man aber nicht ahnen, wenn man ihn sich auf ihrem Youtube-Kanal ansieht, wie es bislang fast eine Million Menschen getan haben. Dort wurden die schiefen Töne nachträglich korrigiert.

Aber sehen Sie selbst:

11 Kommentare

  1. Andere singen halt Live mit Autotune. Leute, wenn euch die Imperfektion bei Madonnas Auftritt so irritiert, seid ihr ganz schön vom Idealisierungs-Impetus der Popmusik eingelullt. Aber Hauptsache, man hat etwas, worüber man sich aufregen kann und wohin man zeigen kann.

  2. Unsere „Aufregung“ gilt weniger dem imperfekten Gesang als der Tatsache, dass Madonna ihn sich im Nachhinein schönfälscht. Und das immerhin für ein Riesenpublikum auf Youtube und im Kontext einer Fernsehshow, die nicht zuletzt davon lebt, dass die Künstler live singen (mit all den Imperfektionen, die das produziert).

  3. Bin ganz bei Niggemeier. Als wäre sauberer Gesang erst mit Autotune erfunden worden! Das ist natürlich Unsinn: Die Gesangsstimme ist ein Instrument, das Töne treffen kann, wenn man es ausbildet. Autotune hilft Leuten, wie Sänger zu klingen, ohne sich vorher um eine Gesangsausbildung kümmern zu müssen. Nun hatte Madonna zwar nie eine „große“ Stimme, aber singen kann sie eigentlich schon – den Auftritt in Tel Aviv hat sie schlicht vergeigt.

    Das kann jeder mal passieren und ist an sich kein Drama: Jetlag, stundenlang Flugzeugluft geatmet, nicht mehr die Jüngste, eigentlich kein Bock – solche Sachen. Nur sollte man dann halt auch dazu stehen und nicht nachträglich versuchen, den eigenen Lapsus durch frisierte Tonspuren aus der Welt zu schaffen. Zumal der Auftritt ohne die schiefen Töne nie eine solche Öffentlichkeit bekommen hätte, was die Sache doppelt peinlich macht.

    Wenn sie schon nicht drüber steht und sich mit der Millionen-Gage über die Blamage hinwegtrösten kann, hätte sie sich wenigstens wie eine anständige Diva verhalten können: Den Praktikanten anbrüllen, ihr Wasser sei zu kalt/zu warm/zu weich/zu hart gewesen, zornbebend ein Glas nach der Maskenbildnerin schmeißen und anschließend die Technikfirma wegen eines schadhaften Mikrofons verklagen…

  4. @1: Heißt das nicht, dass Madonna selbst von diesem Idealisierungsdingens eingelullt ist, da sie ja selbst nicht ertragen kann nicht mit perfekter Stimme bei Youtube zu sehen zu sein?

  5. „Wenn sie schon nicht drüber steht und sich mit der Millionen-Gage über die Blamage hinwegtrösten kann, hätte sie sich wenigstens wie eine anständige Diva verhalten können…“

    Verd…!!! Kann man Sie noch als Manager engagieren??
    ;)

  6. @ #5:

    Für einen mittleren sechsstelligen Betrag, mit Vergnügen. Das Schmerzensgeld für die Visagistin und die Therapie für den Praktikanten müssten Sie natürlich auch übernehmen…

  7. Statt über Inhalte über Formen reden – also das Niveau von BILD & Konsorten. Fällt jemandem noch auf wo Madonna singt, was diese opulente Show so atemlos macht? Kennt jemand den zweiten Song „FUTURE“? Hat sich jemand mal die Mühe gegeben die Symbole der Show erschreckend klar zu erkennen?

    Nichts weniger als die Aufforderung an Israel und sein Umfeld FRIEDEN zu schliessen und die Welt nicht in weitere Kriege zu stürzen – könnte man erkennen. Wenn man dem seltsamen Hype um die falschen Töne nicht folgen würde.

    Falsche Töne . . . . . SIC!

  8. @ 7:

    Aha, genau, der Eurovision Song Contest – eigentlich ein politisch-philosophisches Debattenforum mit einem ganz klein bisschen Form drumherum. Wirklich mies, wenn jemand die tiefen Inhalte von Popsongs á la Ein bisschen Frieden, äh: Future ignoriert und sich über die Qualität der Darbietung auslässt.

    Ich finde es ehrlich gesagt unangemessen, sich für einen 10-Minuten-Auftritt nebst Millionengage selbst als „Freedomfighter“ abzufeiern – und mit einer simplen „Vertragt Euch doch einfach“-Botschaft wird man den Nahost-Konflikt gewiss nicht lösen. Seine Statisten in Israel mit Gasmasken auszustaffieren, finde ich zudem nicht „erschreckend klar“, sondern ziemlich grenzwertig. Davon ab: In welche Kriege hat Israel „die Welt“ denn bisher so gestürzt?

    P.S.: Wer einen wirklich klugen und lyrisch anspruchsvollen Song zur gefährdeten Zukunft der Menschheit hören will, dem empfehle ich nicht „Future“ von Madonna, sondern „The Future“ von Leonard Cohen: https://www.youtube.com/watch?v=D97OxHZzBeQ

  9. @7: „Liberale Künstlerin macht Statement gegen Krieg“ – Die Headline verkauft sich halt nicht mehr seit zig Jahren. Zumal das „Pali“-Statement der anderen Band ja irgendwie eindeutiger, rotziger und unverschämter war und auch direkt auf YT viral ging.
    Der zarte, angedeutete Antikriegsprotest von Madonna ist ähnlich, wie „like a virgin“ – Zweideutige Anspielungen, die provokativ wirken sollen. Das Problem: 2019, nicht 1984 und jeder verdammte Künster „hat den Mut“ sich gegen Krieg auszusprechen. (Als ob irgendjemand für Krieg wäre).

    Als professionelle Sängerin ist man professioneller Kritik ausgesetzt.
    Wer bearbeitete Autotune-Videos hochlädt handelt nicht professionell und muss damit leben, dafür kritisiert zu werden.
    Wie #3 schon sagt: Da stehe ich zu und sage dann halt „Ja, war’n scheiß Tag“.
    Einen auf Majestätsbeleidigung machen … naja.

  10. In welcher Welt ist eine Sängerin verpflichtet einen unverfälschten Content zur Verfügung zu stellen?
    Showbizz lebt von Illusionen und dazu gehört das Täuschen und Lügen, aber was soll’s?

  11. Mit der Kleinlichkeit steigt stets die Gefahr, im Glashaus mit Steinen zu schmeißen.

    Dieses Portal ist viel zu wichtig, als dass Sie das divenhafte, vielleicht auch traurige Verhalten Madonnas verurteilen sollten.

    Und mal ganz ehrlich: Haben Sie noch nie einfach mal schnell einen Fehler nachträglich, im bereits veröffentlichten Text, korrigiert?

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