Lokaljournalismus, der keine Lokaljournalisten mehr braucht
Es ist ein Artikel zum Augenreiben: „Schule verlegt Klassenzimmer in den Stall“, berichtete der „Rhein-Sieg-Anzeiger“ aus Siegburg Anfang Oktober. Im Text geht es um das „pferdgestütze Pädagogikprogramm“ einer örtlichen Realschule. 7000 Euro vom Lions Club ermöglichten „reittherapeutische Arbeit“ in Kooperation mit dem Reitsportzentrum Siegburg.
Das fünfspaltige Foto dazu zeigt weder Pferde noch Realschüler, sondern fünf Hühner, und kommt von der dpa, Bildunterschrift: „Die Pflege der Hühner gehörte auch zum außerschulischen Programm.“ Die schiefe Bebilderung ist allerdings das kleinere Problem. Denn im Text sind fast alle relevanten Fakten falsch.


Ich kann kaum glauben, dass dieser Artikel hier erst 3 Jahre alt ist:
https://uebermedien.de/83278/kinderkrankheit-oder-krasser-suendenfall-wie-ippen-media-ki-einsetzt/
Was im Artikel eventuell noch fehlt, ist, dass fast sämtliche freie Lokalreporter sich zusammengeschlossen haben und eine weitere Zusammenarbeit bisher verweigern, weil das Vertragsangebot dermaßen schlecht und unübersichtlich war. Das setzt die wenigen übrigen Digital Content Spezialisten weiter unter Druck. Vor allem am Wochenende, wo dann kaum noch jemand überhaupt arbeitet
Das Niveau dieses ehemaligen Qualitätsmediums, das sich einmal auf Augenhöhe mit SZ und ZEIT wähnte, ist seit längerem unterirdisch.
Zuletzt wurde die Kölner Severinsbrücke mit der Deutzer Brücke bebildert, die man nicht verwechseln kann.
Vielleicht war es auch umgekehrt, hatte keine Lust, das jetzt extra zu ergoogeln.
Von inhaltlichen Fehlern nicht zu reden.
Noch eine Ergänzung: Gerade die Raffinerie von Shell in Köln-Godorf tut sich negativ hervor mit wiederholten Störfällen.