Fake-Reportagen

„Die Beiträge, an denen auch ‚Stern TV‘-Redakteure beteiligt waren, sind zufälligerweise alle verschwunden“

Krötenlecker, Katzenjäger, Kindersklaven: Michael Born hat in den 90er Jahren zahlreiche TV-Redaktionen mit absurden Fake-Reportagen beliefert. Rund 30 Jahre später haben sich die Filmemacher Erec Brehmer und Benjamin Rost auf die Spuren des fast vergessenen Fälschers begeben. Herausgekommen ist ein Film, der nicht nur die Geschichte eines unglaublichen Skandals erzählt, sondern auch eine ganz aktuelle Frage stellt: Können wir glauben, was wir sehen?
Der Filmemacher Michael Born steht lachend mit einem Mikrofon vor der Kamera.
Fälscher und Luftikus: Michael Born lieferte dem Privatfernsehen der 90er absurde Fake-Reportagen. Screenshot: Born to fake

Ku-Klux-Klan-Treffen in der Eifel, Kindersklaven bei IKEA in Indien und deutsche Süchtige, die an Kröten lecken: Michael Born lieferte in den 1990er Jahren spektakuläre Geschichten an Formate wie „Stern TV“, „Spiegel TV“ und ZAK (WDR). Viele seiner Reportagen waren frei erfunden und mit Mitarbeitern inszeniert. Der Skandal flog auf, als auffiel, dass ein angeblicher Drogenkurier aus Guadeloupe eine erstaunlich ähnliche Stimme hatte wie der Redner bei einem vermeintlichen Ku-Klux-Klan-Treffen.

1996 wurde Born zu vier Jahren Haft verurteilt – allerdings nicht für den Betrug am Publikum. Das Gericht urteilte damals, dieser sei nicht strafbar. Verurteilt wurde er für Straftaten im Zusammenhang mit der Herstellung seiner Fälschungen.

Der Prozess zeigte, wie sehr die Jagd nach spektakulären Bildern die Kontrollmechanismen des Privatfernsehens überlagerte. Im Mittelpunkt stand dabei „Stern TV“ mit Moderator und Chefredakteur Günther Jauch. Vor Gericht erklärte …

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