„Die Beiträge, an denen auch ‚Stern TV‘-Redakteure beteiligt waren, sind zufälligerweise alle verschwunden“

Ku-Klux-Klan-Treffen in der Eifel, Kindersklaven bei IKEA in Indien und deutsche Süchtige, die an Kröten lecken: Michael Born lieferte in den 1990er Jahren spektakuläre Geschichten an Formate wie „Stern TV“, „Spiegel TV“ und ZAK (WDR). Viele seiner Reportagen waren frei erfunden und mit Mitarbeitern inszeniert. Der Skandal flog auf, als auffiel, dass ein angeblicher Drogenkurier aus Guadeloupe eine erstaunlich ähnliche Stimme hatte wie der Redner bei einem vermeintlichen Ku-Klux-Klan-Treffen.
1996 wurde Born zu vier Jahren Haft verurteilt – allerdings nicht für den Betrug am Publikum. Das Gericht urteilte damals, dieser sei nicht strafbar. Verurteilt wurde er für Straftaten im Zusammenhang mit der Herstellung seiner Fälschungen.
Der Prozess zeigte, wie sehr die Jagd nach spektakulären Bildern die Kontrollmechanismen des Privatfernsehens überlagerte. Im Mittelpunkt stand dabei „Stern TV“ mit Moderator und Chefredakteur Günther Jauch. Vor Gericht erklärte …

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